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Echtes Mädesüß, Filipendula ulmaria: Pflege von A-Z

Mädesüß stammt aus Mittel- und Osteuropa
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Blütenfarbe
weiss
Standort
Halbschatten, Sonnig
Blütezeit
Mai, Juni, Juli, August
Wuchsform
aufrecht, mehrjährig, horstbildend
Höhe
bis zu 200 Zentimeter hoch
Bodenart
lehmig, tonig
Bodenfeuchte
mäßig feucht, sehr feucht, frisch, nass
pH-Wert
schwach sauer
Kalkverträglichkeit
Kalktolerant
Humus
k.A.
Giftig
Nein
Pflanzenfamilien
Rosengewächse, Rosaceae
Pflanzenarten
Arzneipflanzen, Teichpflanzen, Topfpflanzen, Wasserpflanzen, Wildkräuter
Gartenstil
Naturgarten, Topfgarten, Wassergarten, Wildgarten

Das Echte Mädesüß beeindruckt als Wildstaude nicht nur mit ihren weißen, angenehm duftenden Blüten, sondern auch als vielseitige Heilpflanze. Umso schöner, dass man sie auch im heimischen Garten anbauen kann.

Herkunft & Verwendung

Mädesüß (Filipendula ulmaria) ist eine mehrjährige Pflanze aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Die aus Mittel- und Osteuropa stammende Pflanze bevorzugt feuchte und sumpfige Wiesen. Mädesüß enthält Salicylsäure, dieser Wirkstoff wird aufgrund seiner schmerzlindernden und entzündungshemmenden Wirkung in vielen Medizinprodukten verwendet.

Standort

Diese Wildstaude bevorzugt halbschattige bis sonnige, windgeschützte und leicht feuchte Standorte, was ihrer natürlichen Umgebung am ehesten entspricht. So eignet sie sich besonders gut zur Randbepflanzung natürlicher oder künstlich angelegter Fließ- oder Stehgewässer wie Bachläufe und Teiche sowie für leicht beschattete Staudenbeete oder die Feuchtzone eines Kräutergartens. Eine bedarfsgerechte Wasserversorgung muss sichergestellt sein. Je trockener der Bereich, desto schattiger sollte er sein.

Mädesüß Filipendula ulmaria

Boden

Die beste Pflege macht keinen Sinn, wenn die Bodenbeschaffenheit schlecht ist. Der sollte feucht bis nass sein. Das Mädesüß verträgt selbst Wassertiefen von bis zu drei Zentimetern. Darüber hinaus bevorzugt Filipendula ulmaria nährstoffreiche, schwach bis mäßig saure Ton- oder Lehmböden. Der Kalkbedarf ist etwas erhöht. Eher sandige Böden sollten mit Kompost etwas verdichtet werden. Die Zugabe von Tonmehl sorgt für einen besseren Wasserablauf.

Pflanzung

Die beste Pflanzzeit ist im Spätherbst oder vorzugsweise im zeitigen Frühjahr. Unter Berücksichtigung der Wuchshöhe sollte man auf Pflanzabstände von mindestens 30-40 cm achten. So kann sich das Mädesüß optimal entwickeln.

  • zunächst Boden vorbereiten
  • großflächig auflockern und Dünger einarbeiten
  • Kompost oder anderen organischen Dünger
  • Pflanzlöcher vorbereiten, Pflanzen einsetzen
  • etwa fünf Zentimeter tiefer als im Topf
  • können so besser anwachsen und sich ausbreiten
  • Erde um Pflanzen andrücken, gießen

Wer sich für eine Kübelpflanzung entscheidet, sollte Töpfe mit einem Durchmesser von mindestens 30 cm verwenden, denn das Wurzelwerk vom Mädesüß wächst kriechend und benötigt entsprechend viel Raum. Als Sumpfbeet können auch ein altes Holzfass, ein Mörtelkübel oder ein Eimer herhalten, die man sowohl im Garten als auch auf Balkon und Terrasse aufstellen kann.

Echtes Mädesüß (Filipendula ulmaria)

Tipp: Besonders schön wirkt diese Staude in kleinen Gruppen aus drei bis fünf Pflanzen oder in größeren Horsten mit bis zu 20 Stück.

Pflege

Beim Echten Mädesüß handelt es sich um eine pflegeleichte Pflanze. An die nachfolgenden Pflege-Tipps sollten Sie sich dennoch halten.

Gießen

Der wohl wichtigste Aspekt bei der Pflege ist die Wasserversorgung. Pflanzen in Teich- oder Ufernähe müssen meist nicht zusätzlich gegossen werden, sofern der Bereich nicht gänzlich austrocknet. Anders sieht es bei Exemplaren in Beeten oder im Kübel aus, denn auch hier darf der Boden weder an- noch austrocknen.

Ein Ungleichgewicht beim Wasserhaushalt können insbesondere neu gesetzte Pflanzen im Gegenteil zu Älteren nicht ausgleichen. Umso wichtiger ist es, den Boden konstant feucht zu halten. Eine Schicht Mulch kann hier hilfreich sein. Die Pflege von Kübelpflanzen ist generell etwas aufwendiger. Sie müssen häufiger gegossen werden, im Sommer in der Regel morgens und abends.

Tipp: Bezüglich der Wasserversorgung ist von Pflanzgefäßen aus Ton abzuraten. Dieses Material ist porös und lässt Feuchtigkeit nach außen entweichen, was für diese Pflanze fatal wäre.

Düngen

Sofern Filipendula ulmaria in nährstoffreichem Boden steht, sind keine zusätzlichen Düngungen erforderlich. Auf normalen Böden ist eine einmalige Düngung im Frühjahr ausreichend. Auf nährstoffarmen und sandigeren Untergründen bietet sich bereits bei der Pflanzung die großzügige Gabe hochwertiger Pflanzerde an. Bei einer Kübelhaltung sollte durchgängig etwa alle vier bis sechs Wochen gedüngt werden. Kurz vor der Blüte empfiehlt sich ein phosphorbetonter Dünger.

Schneiden

Nach der Pflanzung ist es ratsam, das Mädesüß zunächst ungestört wachsen zu lassen und mit Schnittmaßnahmen erst im Herbst oder darauffolgenden Frühjahr zu beginnen. Der genaue Zeitpunkt hängt davon ab, ob die Pflanze als Heilkraut verwendet werden oder als Zierpflanze das Auge erfreuen soll. Als Heilkraut wird sie direkt nach der Blüte geschnitten, als Zierpflanze im Herbst zwischen Oktober und November. Dabei schneidet man sie bodennah herunter.

Echtes Mädesüß - Blüte

Tipp: Soll sich das Mädesüß durch Selbstaussaat verbreiten, schneidet man am besten erst im März.

Überwintern

Filipendula ulmaria verfügt über eine gute Winterhärte und toleriert Temperaturen von bis zu minus 40 Grad. In der Regel sind keine besonderen Schutzmaßnahmen erforderlich, mit Ausnahme von Kübelpflanzen. Sie reagieren wesentlich empfindlicher auf Frost.

  • Pflanzgefäße frieren schnell durch
  • Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme unterbunden, Wurzeln sterben ab
  • zum Schutz in frostfreien Raum überwintern
  • oder mit entsprechendem Schutz im Freien
  • Kübel dazu auf Holzpalette oder Styroporplatte stellen
  • anschließend mit Vlies, Jute oder anderen isolierenden Materialien umwickeln
  • Wurzelbereich mit Reisig oder Laub abdecken
  • an frostfreien Tagen gießen

Ernten und Aufbewahren

Um die heilende Wirkung dieser Wildstaude zu nutzen, erntet man sie in voller Blüte zwischen Juni und Juli. Beste Tageszeit ist am frühen Morgen, solange sich die Blüten noch nicht ganz geöffnet haben.

  • nur Blütenrispen oder komplette Stängel ernten
  • Blüten an der Luft ausbreiten und trocknen
  • Stängel bodennah abschneiden
  • zu kleinen Sträußen binden
  • kopfüber zum Trocknen aufhängen
  • an warmem, dunklem und gut belüftetem Ort

Die Trocknung ist abgeschlossen, wenn die Pflanze bei Berührung knistert bzw. zwischen den Fingern zerbröselt. Das getrocknete Pflanzenmaterial bewahrt man am besten in verschließbaren Schraubgläsern an einem kühlen und dunklen Platz auf.

Zum Trocknen aufgehängter Strauß von Echtem Mädesüß

Tipp: Die Blüten und Sprossen von Filipendula ulmaria enthalten Acetylsalicylsäure, den Grundstoff von Aspirin. Personen die allergisch darauf reagieren, sollten dieses Kraut nicht verwenden.

Vermehren

Für die Vermehrung von Mädesüß stehen zwei Möglichkeiten zur Verfügung.

Aussaat

Die Samen dieser Wildstaude gehören zu den sogenannten Kaltkeimern und können deshalb direkt im Herbst oder zeitigen Frühjahr ab Februar an Ort und Stelle ausgesät werden.

  • Aussaatfläche von Wurzelresten und Unkraut befreien
  • lockere, feinkrümelige Erde optimal
  • Samen gleichmäßig auf Erde verteilen
  • leicht andrücken und minimal mit Erde bedecken
  • Boden befeuchten und feucht halten
  • Keimung erfolgt bei Temperaturen unter zehn Grad
  • kann sich über mehrere Wochen hinziehen
  • ab zweitem Blattpaar vereinzeln

Tipp: Alternativ zur Direktsaat kann man die Jungpflanzen ab Februar auch im Haus vorziehen und zu gegebener Zeit in den Garten pflanzen.

Teilung

Eine Teilung ist die einfachste und effektivste Form der Vermehrung. Sie kann im Herbst und im Frühjahr erfolgen. Wählt man den Herbst, kann man der Pflanze einen gewissen Wachstumsvorsprung verschaffen.

  • zunächst Ballen mit Grabegabel lockern
  • dann mit Spaten aus Boden heben
  • beschädigte oder kranke Wurzelteile entfernen
  • Pflanze bzw. Ballen in mehrere Teilstücke teilen
  • mit Spaten oder scharfem Messer
  • jedes Teilstück sollte über Wurzeln verfügen
  • sowie mindestens eine Triebknospe
  • Teilstücke sofort an neuem Standort einpflanzen
  • zum Schluss gut angießen

Krankheiten

Blattfleckenkrankheit

Rötliche, braune oder gelbliche Flecken auf den Blättern deuten häufig auf die Blattfleckenkrankheit hin. Alle betroffenen Teile der Pflanze sollten großzügig entfernt und im Hausmüll entsorgt oder verbrannt werden. Nur in Ausnahmefällen wie einem sehr starken Befall sollte man zu einem Breitbandfungizid greifen. Um dem Ganzen vorzubeugen, ist es wichtig, auf ideale Standortbedingungen, eine bedarfsgerechte Pflege bezüglich Düngung und Wasserversorgung, ausreichende Pflanzabstände und gesundes Saatgut zu achten.

Gartenschere mit Wetzstahl schärfen

Tipp: Die verwendeten Schnittwerkzeuge sollten geschärft sowie vor und nach dem Schnitt desinfiziert werden. Hausmittel sind bei der Blattfleckenkrankheit nicht wirksam.

Echter Mehltau

Er tritt bei trockener und warmer Witterung auf und äußert sich in einem mehligen, weißgrauen Belag auf den Blattoberseiten. Je früher man einen Befall erkennt und mit der Behandlung beginnt, desto erfolgversprechender ist diese. Betroffene Pflanzenteile sollten sofort entfernt und entsorgt werden. Ergänzend bieten sich geeignete Fungizide aus dem Fachhandel an.

Rostpilze

Manchmal kann es zu einem Befall mit Rostpilzen (Triphragmium ulmariae) kommen. Sie verursachen auf den Unterseiten der Blätter auffällige orangerote, längliche, polsterförmige Schwellungen. Auch hier sollten befallene Teile abgeschnitten und im Hausmüll entsorgt werden.

Schädlinge

Gelegentlich wird Filipendula ulmaria von Blattläusen heimgesucht. Sie besiedeln die Blätter und später auch die Stängel. Zur Bekämpfung wird empfohlen:

  • Abspülen mit starkem Wasserstrahl
  • Spritzlösung aus 1 Liter Wasser und jeweils 15 ml Spiritus und Kernseife
  • in der Regel mehrmals anwenden

Häufig gestellte Fragen

Was sind gute Pflanzpartner für das Mädesüß?

Diese Staude passt gut zu Trollblume, Blutweiderich, Sumpfvergissmeinnicht oder Sumpfgladiolen. Hübsche Akzente setzt sie auch neben Grasnelke, Iris, Schaublatt, Wiesenraute oder Braunelle. Völlig ungeeignet sind dagegen Salbei, Thymian und Lavendel, denn das sind eher trockenheitsliebende Kräuter.

Neigt diese Wildstaude zum Verwildern?

Fühlt sie sich an einem Standort wohl kann sie durchaus zum Verwildern neigen und sich stark ausbreiten. Möchte man das verhindern, kann man sie durch Abstechen mit dem Spaten ganz gut im Zaum halten.

Was sollte man beim Kauf von Mädesüß-Pflanzen beachten?

Möchte man Pflanzen kaufen, sollten die vor allem gesund sein. Die Blätter müssen satt grün sein, sich nicht einrollen und auch keine Flecken aufweisen oder weiße Stellen, die auf Mehltau hindeuten könnten. Zudem sollte man auf die richtige Sorte achten, denn die Standortbedingungen sind je nach Sorte teils unterschiedlich. Unmittelbar nach dem Kauf ist es ratsam, die Pflanze an einen leicht sonnigen Platz stellen und gießen.


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