22 winterharte Palmen für Garten und Kübel auf dem Balkon

Kokospalme
Kokospalme

Palmen sorgen für ein mediterranes Flair und versprühen ein Urlaubs-Feeling im Garten, auf das auch Balkonbesitzer nicht verzichten müssen. Doch überleben die meist das warme Klima gewohnten Palmen den Winter?  Ja, denn es gibt winterharte Palmen. Doch Vorsicht, denn viele Palmen werden auch als frostfest angeboten. Das ist nicht das gleiche. Entscheidend ist, bis zu welchen Minustemperaturen Palmen ohne Schäden überleben können. Eine Auflistung erleichtert die Auswahl.

Unterschied zwischen frost- und winterhart

Palmen für Gärten und Balkone sind vielfach mit einem Schild „winterhart oder frostfest“ gekennzeichnet. Unter beiden Begriffen vermuten die meisten Pflanzenfreunde, dass sie ohne Sorge ihre Palme den Winter ohne spezielle Vorkehrungen im Freien verbringen lassen können. Zeigt sich der Winter von seiner kältesten Seite, kristallisiert sich allerdings heraus, wo der Unterschied zwischen frost- oder winterhart liegt. Solche Palmen, die im folgenden Frühjahr nicht mehr prachtvoll gedeihen, haben dann meist schwerwiegende Erfrierungserscheinungen davon getragen, weil sie „nur“ frosthart sind/ waren.

Frosthart

Der grundlegende Unterschied zwischen frostresistenten und winterharten Palmen liegt darin, dass bei frostharten Exemplaren in der Regel bestimmte Vorkehrungen zum Kälteschutz getroffen werden müssen. Die Winter werden immer kälter, so dass Temperaturen um die -10 °C keine Seltenheit sind. Die Temperaturen der Frostresistenz bewegen sich üblicherweise um den Gefrierpunkt herum, bis circa -3 °C oder -4 °C. Zu lange sollten die Außentemperaturen nicht zu weit unter 0 °C fallen, da ansonsten Erfrierungserscheinungen schlimmstenfalls zum Absterben führen können.

Kälteschutz

Vor allem wenn eine Palme in einem Kübel gepflanzt ist, bietet das Erdreich keinen besonderen Kälteschutz, wie das in einem Garten der Fall ist. Eine isolierende Unterlage aus Styropor oder Holz ist ebenso unabdingbar, wie eine Ummantelung mit Jutesack oder einem Vlies. Balkone sollten einen windgeschützten Standort bieten und die Erdoberschicht mit Stroh, Laub oder Reisig abgedeckt werden. Auch in die Gartenerde eingepflanzte frostresistente Exemplare sollten bei länger anhaltender Kälte einen Winterschutz erhalten.

Winterhart

Von einer richtigen Winterhärte spricht der Pflanzenexperte, wenn Palmen den gängigen Minustemperaturen in mitteleuropäischen Gefilden standhalten, ohne dass es besonderem Kälteschutz bedarf oder mit Erfrierungserscheinungen zu rechnen ist. In der Regel beträgt die Temperaturgrenze für winterharte Palmen im Kübel mindestens -8 °C bis -9 °C. Ein kurzfristiges Absinken bis zu -13 °C oder -17 °C vertragen sie meist ohne Schäden. Manche Kübel-Palmen eignen sich sogar bis zu Temperaturen von -20 °C. Kalte Nässe, Schnee und eisige Winde stecken sie gut weg.

Winterharte und frostresistente Palmen

  1. Blaue Hesperidenpalme (Brahea armata)

Diese Palmenart stammt ursprünglich aus Mittelamerika und wird heute vereinzelt in den nördlichen Alpen angepflanzt. Zu erkennen ist sie an einem solitären, dicken sowie glatt-strukturiertem Stamm und einer buschigen Palmblatt-Krone. Die Palmenblätter zeigen sich meist mit einer grau-silbrigen Farbe. Sie eignet sich optimal zur Kübel-Kultivierung auf einem Balkon oder für das Einpflanzen im Garten. Sie ist winterhart bis -10 °C.

  1. Erytheapalme (Brahea edulis)

Ihren Ursprung besitzt die Erytheapalme auf der Insel Guadeloupe und bringt ein karibisches Flair auf Balkone und in die Gärten, wie kaum eine andere Palmenart. In Kübeln kann ihr Wachstum stark eingeschränkt werden, denn sie erreicht bei viel Bodenfreiheit eine Wuchshöhe von bis zu 17 Metern. Sie zählt zu den frostharten Palmen mit Temperaturen bis zu -6 °C bis -7 °C.

  1. Blaue Zwergpalme (Chamaerops humilis var. Cerifera)

Diese Palmenart besitzt ihren Ursprung im Mittelmeerraum. Mit blaugrünen Wedeln bringt sie auch im Winter Farbe auf Balkone und in den Garten. Sie wächst mehrstämmig und treibt Ausläufer aus. Das Temperaturminimum beträgt -15 °C. Länger anhaltende Kälte sollte aber nicht die -11 °C -Marke unterschreiten, ohne dass ein Kälteschutz vorhanden ist.

  1. Chinesische Hanfpalme (Trachycarpus fortunei)

Die Chinesische Hanfpalme führt die Liste der beliebtesten Palmenarten Deutschlands an. Sie besticht durch eine enorme Robustheit, die sich auch auf die kalte Jahreszeit bezieht. Hier können ihr Temperaturen von bis zu -18 °C nichts anhaben. Die Tessinerpalme, wie sie in den Alpenregionen genannt wird, ist an der „Stamm-Behaarung“ leicht zu erkennen, die aus feinen, braunen Fasern besteht. Auf Balkonen und in Gärten füllt sie die Umgebung ganzjährig mit einem mediterranen Ambiente.

Trachycarpus fortunei, Chinesische Hanfpalme
Trachycarpus fortunei, Chinesische Hanfpalme
  1. Echte Dattelpalme (Phoenix dactylifera)

Etwas frostresistenter als die Kanarische Dattelpalme, zeigt sich die „Echte-Version“. Sehr markant ist der Stamm, der in seiner Form und aus der Ferne an eine große Ananas erinnert.  Im Kübel draußen auf Balkone stehend, benötigt die Echte Dattelpalme einen hellen bis halbschattigen Standort, wo eisige Winde nicht an ihr vorbeiziehen können. Mit Außentemperaturen bis zu -9 °C kommt sie auch über einen längeren Zeitraum ausgesprochen gut zurecht.

Dattelpalme, Phoenix dactylifera
echte Dattelpalme, Phoenix dactylifera
  1. Europäische Zwergpalme (Chamaerops humilis)

Die Europäische Zwergpalme stammt aus dem westlichen Raum des Mittelmeers, vornehmlich aus Gibraltar. Während der Sommersaison zeigt sie sich als eine sehr pflegeleichte und robuste Palme. Lediglich zu viel Feuchtigkeit kann ihr extrem zu schaffen machen. Das spielt vor allem in einem schnee- und/oder regenreichen Winter eine große Rolle. Sie ist zwar bis zu -13 °C winterhart, aber dies setzt voraus, dass sie recht trocken steht. Ein Winterstandort unter einer Überdachung ist optimal.

Chamaerops humilis
  1. Fischschwanzpalme aus dem Himalaya (Caryota maxima)

Die Himalaya Fischschwanzpalme zeichnet sich durch ein auffälliges Blattkleid aus, das nicht typisch palmenartig erscheint, sondern über doppelt fiederschnittigen Blätter verfügt, denen jedem einzelnen weitere Blätter angeschlossen sind. Die Blattwedel können eine Länge von drei Meter und eine Breite von zwei Meter erreichen. Die Krone ist sehr dicht bewachsen. Bei optimalen Klimaverhältnissen bilden sich bis zu zwei Meter lange Fruchtstände im Sommer. Im Winter kommt sie ohne Probleme mit Außentemperaturen von maximal -7 °C zurecht. Kälter sollte es nicht ohne passenden Kälteschutz auf Balkonen und/oder im Garten werden.

  1. Geleepalme (Butia capitata)

Original ist diese Palmenart in Südamerika beheimatet, insbesondere in Brasilien, Paraguay sowie Argentinien. Durch das dort herrschende Klima bilden sich kleine essbare Früchte, weshalb sie dort sehr weit verbreitet ist. In Mitteleuropa wird die Fiederpalme maximal fünf Meter hoch, sofern sie nicht ein beschränktes Platzangebot in einem Pflanzenkübel vorfindet. Sie gehört zu den frostfesten Palmenarten und verträgt Minustemperaturen bis um die sieben, acht Grad Celsius ohne Probleme.

Die Butia capitata bildet kleine essbare Früchte aus
  1. Grüne Sägepalme (Serenoa repens green)

Mit einem buschigen Wachstum präsentiert sich die Grüne Sägepalme. Sie mag es im Sommer sowie im Winter halbschattig und im Idealfall, mit ein wenig Sonne. Beim Überwintern im Freien ist darauf zu achten, dass sie nicht zu feucht steht. Bildet sich Staunässe und die Temperaturen sinken unter den Gefrierpunkt, kann die Palme schnell ein jähes Ende finden. Steht sie verhältnismäßig trocken auf einem Balkon oder einer Terrasse, übersteht sie Temperaturen bis um die -12 °C unbeschadet. Im Gartenbeet friert die Erde in der Regel nur oberflächig, weshalb Nässe hier keine besondere Bedeutung für die maximale Wintertemperatur von circa -15 °C hat.

Serenoa repens green
  1. Honigpalme (Jubaea chilensis)

Palmen dieser Art zählen zu den Klassikern sowie  zu den langlebigsten Exemplaren, die problemlos bis über 80 Jahre alt werden können. Sie sind recht anspruchslos und Kälte aus dem Hochland ihrer chilenischen Heimat, gewohnt. Sie zeigt sich mit bis zu -15 °C extrem winterhart. Ein heller trockener Standort im Garten oder dem Balkon sollte gegeben sein.

Jubaea chilensis
  1. Kanarische Dattelpalme (Phoenix canariensis)

Eine der beliebtesten und bekanntesten Palmen ist die von den Kanaren abstammende Dattelpalme. Vor allem in einem Kübel kultiviert, ziert sie Wohnzimmer, Balkone und Terrassen. Aufgrund ihrer Frostbeständigkeit bis zu -6 °C, findet sie auch immer öfter einen Standort im Gartenbeet. Sinken die Temperaturen weit unter -6 °C, ist dringend ein Kälteschutz anzubringen, der den oberen Erdbereich ebenso abdeckt, wie die Wedel. Zugige, kalte Winde sollten nicht auf sie treffen.

  1. Kretische Dattelpalme (Phoenix theophrasti)

Aus dem wunderschönen Griechenland entspringt diese Palmenart, die auch in der Türkei beheimatet ist. Hier findet sie eher ein mildes Klima, doch mit den kalten Wintertemperaturen kommt sie dennoch bis zu einem bestimmten Grad gut zurecht. Ist sie im Garten eingepflanzt, kann sie dort ohne speziellen Kälteschutz bis zu -15 °C überleben. In einem Kübel reagieren die Palmen allerdings empfindlicher auf Kälte. Hier kann es bei weniger als sechs Grad Minus bereits zu Erfrierungserscheinungen kommen, wenn kein Kälteschutz vorhanden ist.

Phoenix theophrasti
  1. Madagaskar Königspalme (Dypsis decipiens)

Ein faszinierendes Exemplar zeigt sich mit der aus Madagaskar stammenden Königspalme. Durch starre Fiederblätter und einer leichten blau-grün Färbung wirkt sie sehr edel. An raue Wintertemperaturen sollte sie langsam herangeführt werden. Als einjährige Jungpflanze sollte der Null-Gefrierpunkt nicht ohne ausreichendem Schutz gegen die Kälte unterschritten werden. Ab -3 °C sollte sie an einen frostfreien Platz umgestellt werden und notfalls im Wohnzimmer aufgenommen werden. Ab dem zweiten Jahr kann die Palme jedes Jahr zwei bis drei Grad mehr an Minustemperaturen vertragen. Die maximale Kältegrenze liegt bei -8 °C.

Dypsis decipiens
  1. Mazaripalme (Nannorrhops ritchiana)

Aus dem Orient hat die Mazaripalme ihren Weg bis nach Mitteleuropa gefunden. Zu erkennen ist sie vor allem an den langen Blattstielen und eingerissenen Blattscheiden. In kühleren europäischen Gebieten erreicht sie unter optimalen Haltungsbedingungen, ungefähr eine Größe von 1.80 Meter. Wenngleich sie in ihrer Heimat nicht als Zierpflanze, sondern zur Faserherstellung herangezogen wird, findet sie auf immer öfter auf Balkonen und in Gärten einen Platz. Ihre Frostresistenz beträgt maximal -6 °C.

Nannorrhops ritchiana, Mazari-Palme
  1. Nadelpalme (Rhapidophyllum hystrix)

Extrem winterhart zeigt sich die Nadelpalme, der winterliche Temperaturen von bis zu -22 °C nichts ausmachen. Ihren natürlichen Ursprung hat sie im Südwesten der USA. Diese Fächerpalme zeichnet sich durch eine buschige Erscheinung aus. Selten erreicht sie eine Wuchshöhe von über einem Meter, so dass sie sich perfekt für die Kübel-Kultivierung auf kleinen Balkonen eignet.

Die Nadelpalme hält Temperaturen bis zu -22 °C stand.
Rhapidophyllum hystrix, Nadelpalme
  1. Palmetto-Palme (Sabal palmetto)

Bei der Palmetto Palme handelt es sich um eine auffällige Fächerpalme. Ihre Form ist ausladend. Sie besitzt einen geringfügigen, kaum sichtbaren Stamm. Einen besonderen Blickfang bieten die sehr großen Blattwedel. Im Garten erreicht sie unter optimalen Standort- und Pflegebedingungen eine Wuchshöhe bis zu zehn Metern. In Kübeln auf Balkonen oder Terrassen entscheidet das Kübelvolumen über die Wuchshöhe. In die Gartenerde eingepflanzt, zeigt sie sich bis -8 °C frostresistent. Palmen, die in Kübeln im Freien überwintern, sollten bereits bei Erreichen von Null Grad Celsius mit einem wärmespendenden Material ummantelt werden. Ein windgeschützter Standort ist auf Balkonen sowie auf der Terrasse den Winter über empfehlenswert.

Sabal palmetto
  1. Wagners Hanfpalme (Trachycarpus wagnerianus)

Ähnlich wie die Chinesische Hanfpalme präsentiert sich das Wageners-Exemplar als eine „Untersorte“ mit einer Winterhärte bis zu -18 °C. Sie unterscheidet sich von der Chinesischen Hanfpalme durch steifere und kleinere Blätter.

Die Blätter der Trachycarpus wagnerianus sind kleiner und fester

  1. Wollige Geleepalme (Butia eriospatha)

Leicht widerstandsfähiger als die „Schwester“ Butia capitata, zeigt sich die Wollige Geleepalme gegen Kälte. Die zwischen vier und sieben Meter hoch werdende Palme eignet sich perfekt für Balkone sowie Gärten und lässt sich auch dem kleinsten Platzangebot größentechnisch spielend leicht anpassen. Sie ist bis zu -12 °C winterhart. Allerdings empfiehlt es sich, ab spätestens -9 °C für einen geeigneten Kälteschutz zu sorgen, wenn sie in einem Kübel steht. Die Gefahr ist zu groß, dass die Erde bis auf den Kübelboden einfriert. Dies verträgt sie nicht gut.

Butia eriospatha
  1. Yatay Palme (Butia yatay)

Als „große Schwester“ der Zwerg Yatay Palme wird sie als Jungpflanze oftmals mit dieser verwechselt. Sie unterscheidet sich im Aussehen kaum von der Zwerg-Version, wird allerdings bis zu zwei Meter hoch, wenn sie dafür ausreichend Wurzel- und Kronenfreiheit erhält. Da ihre Blätter eine Länge von 130 Zentimeter erreichen können, sollte ausreichend Platz auf Balkonen vorhanden sein. Mit Temperaturen um die -10 °C geht sie gut um, ohne Schäden davon zu tragen.

  1. Yunnan Zwergpalme (Trachycarpus nanus)

Perfekt für die Kübel-Kultivierung geeignet ist die Yunnan Zwergpalme, die Balkone und Gärten mit einem ganz besonderen mediterranen Charme ziert. Sie wird nur einen Meter hoch. Die tief eingeschnittenen Blattwedel lassen die Palme schnell identifizieren. Im Garten eingepflanzt übersteht sie Temperaturen bis -18 °C problemlos. In Kübeln sollte sie spätestens ab -10 °C mit entsprechenden Maßnahmen vor der Kälte geschützt werden.

Trachycarpus nanus, Yunnan Zwergpalme
Trachycarpus nanus, Yunnan Zwergpalme
  1. Zwergpalmettopalme (Sabal minor)

Aus dem Südosten der USA stammt die kleinwüchsige Zwergpalmettopalme, die eine maximale Wuchshöhe von rund zwei Meter erreichen kann, wenn ausreichend Platz für das Wurzelwachstum gegeben ist. Da dies meist bei der Kübelbepflanzung nicht der Fall ist, überragt sie hier nur selten einen Meter oder 1.20 Meter. Der Stamm liegt in der Erde, aus der die Palmenwedel empor ragen. Durch den passenden Schnitt kann sie sehr schlank im Umfang gehalten werden, sodass sie sich ideal auch auf kleineren Balkonen macht. Dort und im Garten kann sie bis zu einer Außentemperatur von -20 °C im Freien überwintern.

Sabal minor, Zwergpalmettopalme
  1. Zwerg Yatay Palme (Butia paraguayensis)

Wie der botanische Name bereits vermuten lässt, stammt diese Palmenart aus Paraguay. Sie zählt zu den kleinwüchsigen Palmen, die eine Wuchshöhe von maximal zwei Meter erreicht. In Kübeln kultiviert, behält sie einen kugel- bis oval-förmigen Stammanfang. Bis in die Krone erstrecken sich die Fächerpalmenblätter. Im Winter sollte sie im Garten oder auf Balkonen grundsätzlich recht dunkel stehen. Sie verträgt Temperaturen von um die -11 °C kurzfristig auch bis zu -15 °C, wenn sie windgeschützt steht.

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