Zimmerpflanzen, die wenig Licht brauchen – 16 blühende/grüne Pflanzen

Zimmerpflanzen für wenig Licht

Die meisten Zimmerpflanzen bevorzugen eher helle Standorte, wobei echte Sonnenanbeter bei der Begrünung von Wohnräumen eher selten sind. Die Ansprüche variieren von Art zu Art. In Innenräumen werden überwiegend Pflanzen benötigt, die auch mit deutlich weniger Licht auskommen oder sich erst dann so richtig wohlfühlen. Infrage kommen vor allem Arten mit filigranem und farbenprächtigem Blattwerk, aber auch Sukkulenten und blühende Pflanzen. Einige von ihnen können ausgesprochen groß und raumfüllend sein.

Licht

Wie viel Licht braucht eine Pflanze?

Kaum eine Zimmerpflanze kommt ganz ohne Licht aus. In den meisten Innenräumen ist es für Pflanzen oft zu dunkel, auch wenn wir es als hell empfinden. Unmittelbar am Fenster ist die Lichtintensität am stärksten je nach Ausrichtung. Bereits 1 m entfernt nimmt sie deutlich ab. Bereits 2 m vom Fenster entfernt, wird es für die meisten Zimmerpflanzen schwierig oder sogar unmöglich zu gedeihen.

Lichtverhältnis

Darüber hinaus wird die Lichtausbeute in Wohnräumen durch unterschiedliche Faktoren beeinflusst, wie der Ausrichtung der Fenster, gegenüberliegenden Schatten spendenden Gebäuden oder größeren Bäumen oder anderen hohen Pflanzen in Fensternähe. Zimmerpflanzen, die wenig Licht brauchen, begnügen sich mit wenigen Sonnenstunden pro Tag und vertragen in der Regel keine direkte oder dauerhafte Sonneneinstrahlung. Folglich sind sie in oder an einem Nordfenster und teilweise auch an Plätzen mit deutlich weniger Licht, wie z.B. einer Diele, lichtarmen Nischen oder auch im kühlen Schlafzimmer gut aufgehoben.

Lichtarm

Dabei ist lichtarm nicht gleichzusetzen mit schattig oder schattenliebend, denn schattenliebend heißt, dass die betreffenden Pflanzen überwiegend dunkel stehen können. Das können nur die Wenigsten. Zu den Zimmerpflanzen, die sich auch an lichtarmen Standorten wohlfühlen, gehören sowohl grüne und blühende Arten als auch Blattschmuckpflanzen und einige Sukkulenten.

Arten

Arten, die sich nicht für lichtärmere Standorte eignen, zeigen dass u.a. an fehlendem Wachstum, ausbleibender Blüte, gelblich verfärbten Blättern, die später abfallen und an langen, dünnen und kraftlosen Geiltrieben. Deshalb ist es umso wichtiger, bei der Wahl der Zimmerpflanzen die individuellen Standortansprüche zu berücksichtigen.

Binsenkaktus, Rhipsalis cereuscula
Binsenkaktus, Rhipsalis cereuscula

Blühende

Orchidee (Aspasia lunata Orchidaceae)

Diese kleinwüchsige, kompakte und mehrrispig wachsende Orchidee beeindruckt mit sternartigen, mehrfarbigen 4 – 7 cm großen Blüten, die sich von Juni bis August zeigen. Sie kommt mit weniger Licht aus und verträgt keine direkte Sonne. Im Halbschatten fühlt sie sich am wohlsten. Sie muss auch nach der Blüte bzw. während der Ruhezeit im Winter feucht gehalten werden. Zudem ist auf eine hohe Luftfeuchtigkeit und eine gute Belüftung zu achten.

Orchidee (Ludisia discolor)

Diese Erdorchidee fällt vor allem durch ihre langen Blütenrispen auf, die über und über mit kleinen weißen Blüten mit leuchtend gelbem Herz übersät sind. Nicht minder hübsch sind die samtartigen purpurnen bis olivfarbenen Blätter, die darüber hinaus über eine attraktive Zeichnung verfügen. Ludisia discolor gedeiht an schattigen bis halbschattigen Plätzen und bei ganzjähriger Zimmertemperatur am besten. Pralle Sonne verträgt sie nicht.

Alsobie (Alsobia dianthiflora)

  • Alsobia dianthiflora ist klein, robust und pflegeleicht
  • sie bildet außergewöhnliche fein gefranste, trichterförmige, strahlend weiße Blüten
  • Blüten bilden schönen Kontrast zum mittelgrünen, samtig behaarten Laub
  • Blütezeit ist von Juni bis September
  • Alsobia entwickelt stetig kleine Kindel in Form von Pflanzenbüscheln
  • sie wurzeln bei Erdkontakt rasch ein
  • bevorzugen ein halbschattiges Plätzchen

Tipp: Die Alsobie liebt generell ein feucht-warmes Klima, weshalb sie auch von Terrarienliebhabern sehr geschätzt wird.

Flamingoblume (Anthurium × andreanum)

Die Flamingoblume, auch bekannt als Anthurie ist vor allem wegen ihrer prachtvollen Blüten beliebt. Dabei handelt es sich um glänzende, leuchtend rote, orangefarbene oder weiße Hochblätter, die einen langen weiß-gelben Blütenkolben umhüllen. Die sattgrünen Blätter dieser Zimmerpflanzen sind länglich, herzförmig und ebenfalls glänzend. Der ideale Standort für die Anthurie ist im Halbschatten ohne direkte Sonne.

Anthurien sind nicht die pflegeleichtesten Zimmerpflanzen
Anthurien

Brauner Spinnenwurz, Bärenohr (Siderasis fuscata)

Den Namen Bärenohr verdankt diese rosettenartig wachsende Pflanze ihren stark behaarten, oberseits dunkelgrünen und unterseits violettfarbenen Blättern, die Bärenohren ähneln. Im Sommer erscheinen zwischen den Blättern kleine violettblaue Blüten. Diese Pflanze wird zwischen 15 und 45 cm hoch, bildet Rosetten, ist pflegeleicht und stellt kaum Ansprüche an Licht. Starke Temperaturschwankungen sollten vermieden werden.

Einblatt, Blattfahne (Spathiphyllum wallisii)

Einblätter sind sehr dankbare und anspruchslose Zimmerpflanzen. Das Besondere an ihnen sind die aronstabähnlichen Blüten, bestehend aus einem reinweißen Hochblatt und dem ebenfalls weißen Blütenkolben. Sie bleiben bis zu fünf Wochen erhalten und sitzen an langen Stielen über dem dunkelgrünen Laub. Am wohlsten fühlt sich das Einblatt an halbschattigen bis schattigen Standorten, wobei sie durchaus auch heller stehen kann. Wichtig für diese Pflanze ist eine hohe Luftfeuchtigkeit.

Einblatt als Zimmerpflanze
Einblatt

Tipp: Die Blätter dieser Zimmerpflanzen können Giftstoffe wie Formaldehyd und Benzole aus der Raumluft filtern. Das macht sie zu einer idealen Pflanze für Wohn- und Schlafzimmer.

Strauchveronika

Die aus Neuseeland stammende Strauchveronika, früher auch als Hebe bekannt, ist perfekt für halbschattige bis schattige Bereiche in der Wohnung geeignet. Den Zierwert dieser Pflanze machen zum einen die attraktiven rosafarbenen oder violetten Blütenrispen und zum anderen das immergrüne, teils auch panaschierte Laub aus. Je nach Sorte kann die Strauchveronika Wuchshöhen zwischen 15 und 50 cm erreichen.

Strauchveronika, Hebe ist für Garten, Balkon, Räume und Terrasse geeignet
Strauchveronika

Grüne

Philodendron gloriosum

Diese exotische und immergrüne Philodendronart präsentiert sich mit wunderschönem Blattschmuck und weißen Blüten im Sommer, wobei eine Blüte eher selten ist. Die äußerst dekorativen 20 – 45 cm großen Blätter dieses eher kriechend wachsenden Vertreters der Aronstabgewächse, sind herzförmig und dunkelgrün mit weißer Nervatur, die im Alter am ausgeprägtesten ist. Am besten gedeiht diese Pflanze im Halbschatten bis Schatten, bei Raumtemperaturen zwischen 18 und 27 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit. Dieser Philodendron ist in allen Teilen giftig.

Philodendron als Zimmerpflanze
Philodendron

Zimmeraralie (Fatsia japonica)

Mit ihren auffälligen Blättern bringen diese attraktiven Zimmerpflanzen fernöstliches Flair in die Wohnung. Den Zierwert dieser majestätischen Pflanzen machen ihre bis zu 40 cm großen, mittel- bis dunkelgrünen, lang gestielten und gelappten Blätter aus. Die Blattränder sind speziell bei dieser Sorte hellgrün. Die Blattoberseiten sind bei allen Sorten glänzend. Die Zimmeraralie wächst buschig und bildet im Alter einen Stamm, der nach etwa drei Jahren eine stattliche Höhe von 150 cm erreichen kann. Mit viel Glück kann sie im Alter auch Blüten entwickeln. Ideal ist ein halbschattiger bis heller und nicht zu warmer Standort.

Zimmeraralie, Fatsia japonica
Zimmeraralie, Fatsia japonica

Mikanie (Mikania ternata)

Die aus Südamerika stammende Mikanie gehört ebenfalls zu den Blattschmuckpflanzen. Sie überzeugt mit ihren oberseits dunkelgrünen, mit violettfarbenen Blattadern durchzogenen und unterseits dunkel violettroten Blättern. Sie sind fünflappig und mit feinen weißen und violetten Härchen besetzt. Selbst die Stängel, auf denen die Blätter sitzen, sind violettfarben. Aufgrund ihres kletternden Wuchses kann die Mikanie als Hängepflanze oder an einem Rankgerüst wachsend kultiviert werden. Sie kann sowohl hell als auch schattig stehen.

Tipp: Wenn man einen dichteren Wuchs erzielen möchte, kann man problemlos die Ranken einkürzen.

Korbmarante (Calathea)

Die Korbmarante ist eine sehr dekorative Blattschmuckpflanze. Ihre eleganten Blätter besitzen unterschiedliche Färbungen mit ausgeprägten Zeichnungen und Musterungen. Abends rollen sie sich zusammen, wobei sie leicht knisternde Geräusche machen. Einige Arten dieser Zimmerpflanzen entwickeln weiße oder gelb-orangefarbene Blüten. Mit Wuchshöhen von 15 – 30 cm bleiben sie vergleichsweise klein. Sie bevorzugen halbschattige Standorte ohne direkte Sonne und eine hohe Luftfeuchtigkeit.

Korbmarante, Calathea zebrina
Korbmarante, Calathea zebrina

Pfeilblatt (Alocasia)

Auch bei diesen Zimmerpflanzen sind die Blätter ihr größter Schmuck. Sie sind dreieckig zugespitzt und bis zu 45 cm lang. Je nach Sorte können sie mittel-bis dunkelgrün oder bronzefarben sein. Sie können eine olivgrüne oder weiße Äderung, einen metallischen Schimmer oder eine leicht gerunzelte Blattmitte aufweisen. Das Pfeilblatt bevorzugt halbschattige Plätze ohne direkte Sonneneinstrahlung.

Pfeilblatt, Alocasia cuprea
Pfeilblatt, Alocasia cuprea

Farne

Moosfarn, Mooskraut (Selaginella martensii)

Von dem nicht ganz pflegeleichten Mooskraut aus der Familie der Moosfarngewächse gibt es auch Sorten, die sich für eine Wohnzimmerkultur eignen, darunter ‚Selaginella martensii‘. Der Unterschied zu anderen Mooskräutern in Zimmerhaltung zeigt sich u.a. in der Färbung der Blätter, der Wuchshöhe und vor allem der Wuchsform.

  • Blätter sind dickfleischig und schuppenartig angeordnet
  • sie können hell-, dunkel- oder grau-grün sein
  • Triebe des Mooskrautes sind reich verzweigt
  • können Länge von bis zu 30 cm erreichen
  • bis zu einer Länge von ca. 15 cm wachsen sie aufrech
  • später neigen sie sich nach unten
  • Moosfarn bildet im unteren Teil glasig wirkende Luftwurzeln
  • die wachsen in Richtung des feuchten Substrats
  • bilden bei Bodenkontakt feine Haarwurzeln
  • Bedarf an Feuchtigkeit in Luft und Boden ist mittel bis hoch
  • kann halbschattig und schattig sowie kühl und warm stehen

Geweihfarne

Geweihfarne verdanken ihren Namen den einfach gefiederten oder fiederteiligen Blättern, die an ein Geweih erinnern. An ihren natürlichen Standorten wachsen diese Farne epiphytisch als sogenannte Aufsitzerpflanze. Die etwas bizarre, typische geweihartige Verzweigung entwickeln die grünen, bis zu 100 cm langen Blätter erst mit zunehmendem Alter. Ihre wachsartige Oberfläche schützt vor zu starker Austrocknung, sodass diese Pflanzen auch mit trockener Heizungsluft gut zurechtkommen. Geweihfarn kommt als Ampelpflanze an hellen bis halbschattigen Standorten besonders gut zur Geltung.

Geweihfarn, Platycerium
Geweihfarn, Platycerium

Sukkulenten

Binsenkaktus, Korallenkaktus, Rutenkaktus (Rhipsalis)

Der Rutenkaktus zählt zu den epiphytisch wachsenden Kakteen. Er entwickelt hängende, stark verzweigte Sprosse. Dabei können die Triebe kantig, blattförmig verbreitert oder zylindrisch geformt sein. Unter optimalen Bedingungen entwickelt der Rutenkaktus Luftwurzeln und an den Triebspitzen hübsche grünlich-weiße Blüten. Dieser Kaktus möchte weder zu warm noch zu kalt stehen. Optimal sind ganzjährig gleichbleibende Zimmertemperaturen sowie eine hohe Luftfeuchtigkeit. Er fühlt sich an hellen und halbschattigen Standorten, beispielsweise an einem Nordfenster, wohl.

Binsenkaktus, Rhipsalis baccifera
Binsenkaktus, Rhipsalis baccifera

Osterkaktus (Hatiora gaertneri)

Der Osterkaktus wird häufig mit dem Weihnachtskaktus verwechselt. Allerdings handelt es sich um zwei unterschiedliche Gattungen. Beide unterscheiden sich in der Form der Blüten und Blätter. Die Blätter des Osterkaktus haben meist eine rötliche Färbung und sind nicht gezahnt. Erhältlich ist dieser Kaktus mit unterschiedlichen Blütenfarben, angefangen von Weiß und zartem Rosa über Gelb und Orange bis hin zu Rot und dunkelviolett. Er möchte halbschattig, nicht zu warm und nicht zu kühl stehen.

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