Algen im Aquarium entfernen: 5 wirksame Hausmittel

Algen im Aquarium entfernen

Algen haben schon so manchen Aquarianer die Lust an seiner Leidenschaft verdorben. Haben sich die Mikroorganismen erstmal gebildet, vermehren Sie sich wie Sand am Meer. Schnelles Handeln ist jetzt erforderlich. Immerhin weisen die unliebsamen Wasserpflanzen auf ein unausgeglichenes Ökosystem hin. Darunter leidet das Aquarium nicht nur optisch, manche Algen Art wirkt sich sogar negativ auf die Gesundheit der Fische aus. Nun gilt es die Algen zu entfernen. Glücklicherweise existiert auch eine Vielzahl biologisch einwandfreier Alternativen. Das Beste ist, die Hausmittel sind meistens in jedem gewöhnlichen Haushalt bereits vorhanden.

Ursachen

Algen im Aquarium lassen sich nur dann effektiv und langfristig entfernen, wenn die Ursache für ihre Entstehung bekannt ist. Nur mit dem Wissen des genauen Auslösers ist es möglich, das passende Hausmittel zu finden. Zu den häufigsten Ursachen zählen:

  • abgestorbene Pflanzenreste
  • abgestandenes Wasser
  • Kot oder unentdeckte Fischkadaver
  • ein zu hoher Phosphat Gehalt im Wasser

Hinweis: Bei einem Aquarium handelt es sich um ein kleines Biotop. Jedes Lebewesen trägt einen Teil zu einer funktionierenden Symbiose bei. Ein Überschuss an Algen weist dabei auf ein Ungleichgewicht in diesem winzigen Lebensraum hin.

Verschiedene Algenarten

Um die Wasserpflanzen erfolgreich zu bekämpfen, ist neben der Analyse der Ursache ebenso hilfreich, die genaue Algen Spezies zu identifizieren, Hier eine kurze Übersicht über die häufigsten Arten und ihre Eigenschaften:

Blaualgen

  • eigentlich keine Algen, sondern Bakterien
  • erkennbar an bläulich-grünem Film über den Einrichtungselementen des Aquariums
  • schädigen die Filteranlage
  • sehr hartnäckig
  • weisen auf zu hohen Nitrat Gehalt hin
  • Bekämpfungsmaßnahme: dunkler Standort, drei Tage lang die Hälfte des Wassers austauschen, Fressfeinde (Schnecken, Saugwelse)

Grünalgen

  • hoch entwickelte Algen Art
  • zeigt sich an grünen Punkten auf Scheiben und jungen Pflanzen
  • entstehen bei Nährstoffüberschuss
  • Bekämpfungsmaßnahmen: Fressfeinde (Wabenschilderwels, Blauer Antennenwels, Siamesischer Rüsselbarbe)

Fadenalgen

  • Unterart der Grünalgen
  • entstehen bei zu viel Licht und Nährstoffen
  • schnelle Ausbreitung
  • befallen Aquariumbepflanzung an der Wurzeln, lassen diese absterben
  • Bekämpfungsmaßnahmen: Amanogarnelen

Rotalgen

  • gedeihen bei starker Wasserbewegung (gute Nährstoffversorgung)
  • kommen bei geringem CO₂ Gehalt vor
  • Bekämpfungsmaßnahme: CO₂ Gehalt erhöhen

Pinselalgen

  • Unterart der Rotalgen
  • wachsen in Ecken und Kanten des Aquariums
  • bevorzugen starke Strömung
  • aufgrund der massiven Ausbreitung die unliebsamste Algenart
  • dunkelgrüne bis schwarze Farbe
  • treten bei zu vielen Nährstoffen und zu wenig CO₂ auf
  • Bekämpfungsmaßnahmen: befallene Pflanzen entfernen, Fressfeinde (Spitzmaulkärpfling, Barbe, Guppy), Kies absaugen, Strömung reduzieren

Bartalgen

  • Unterart der Rotalgen
  • erkennbar an kleinen Härchen
  • sehr hartnäckig
  • überziehen Einrichtungselemente und Filteranlagen
  • entstehen entweder bei Nährstoffmangel oder -überschuss

Kieselalgen

  • bräunlicher Belag auf Steinen, Pflanzen und weiteren Einrichtungselementen, Sauerstoffbläschen
  • entstehen bei Lichtmangel und einem zu hohen Karbonat Gehalt
  • Bekämpfungsmaßnahmen: Nährstoffentzug durch Fresskonkurrenz (schnellwachsende Pflanzen, Paspelmäuler), Kies absaugen, ein Drittel des Wassers gegen weicheres Wasser austauschen

Algen

Hinweis: Zum Entfernen der verschiedenen Algen Arten offeriert der Handel eine Vielzahl chemischer Mittel. Wenn der Einsatz von Fungiziden auch eine sehr hohe Erfolgsquote verspricht, ist dennoch von dem Gebrauch giftiger Substanzen abzuraten. Wie gesagt, bei einem Aquarium handelt es sich um ein Ökosystem, dass Fungizide zerstören würden. Außerdem helfen diese Mittel nur kurzfristig. Eine langfristige Entsorgung mithilfe natürlicher Stoffe ist dann mit Sicherheit die bessere Wahl.

Algen entfernen: Hausmittel

Um Algen zu entfernen, bedarf es keinen großen Kostenaufwand. Schon kleine Eingriffe, Veränderungen und Hausmittel können zur langfristigen Beseitigung verhelfen und der Algenbildung sogar vorbeugen. Manche Methoden sind etwas umstritten, andere haben sich jedoch als sehr effektiv bewährt. Selbstverständlich richtet sich die Eignung eines Hausmittels auch immer nach dem Fischbestand, den Platzkapazitäten und der vorliegenden Algen Art.

Gestaltung des Aquariums

Mit der richtigen Einrichtung eines Aquariums gelingt es, gegen bestimmte Wasserpflanzen vorzugehen. Jedes Wasserbecken sollte dabei mit einem Filter ausgestattet sein. Dessen Leistungsstärke ist jedoch abhängig von der Größe des Aquariums und der Anzahl der darin lebenden Fische. Optimal sind zwei Filteranlagen, wobei die eine den groben Schmutz wie Kot aufsaugt und ein weiterer Filter das Wasser von feinen Schmutzpartikeln reinigt.
Weiterhin spielt der Bodenbelag eine wichtige Rolle. Beispielsweise bevorzugen Blaualgen helle Kieselsteine. Der Austausch durch dunkle Steine vertreibt die unliebsamen Pflanzen im Nu.

Richtige Lichtverhältnisse schaffen

Entscheidend für die Algenbildung sind nicht nur die Verhältnisse innerhalb des Aquariums, sondern auch äußerliche Einflüsse. Insbesondere die Lichtzufuhr entscheidet über das Pflanzenwachstum. Pflanzen benötigen Helligkeit, um Fotosynthese zu betreiben. Dabei geben sie Nährstoffe ins Wasser ab. Bei zu viel Licht entsteht ein Nährstoffüberschuss, bei zu hoher Dunkelheit reicht der Gehalt hingegen nicht aus. Verschiedene Algen Arten profitieren von diesem Ungleichgewicht.

Gleichgewicht schaffen

Das Verhältnis von Aquarium Größe, Fischbestand und Einrichtungselemente sollte stets genau bemessen sein. Viele Fische erzeugen viel Kot. Hier sei noch einmal auf einen dementsprechend leistungsstarken Filter hingewiesen. Auch die Menge des Futters ist der Anzahl der Aquarium Bewohner anzupassen. Bleiben Futterreste übrig dienen sie den Algen als Nahrung. Darüber hinaus besitzen bestimmte Fisch Arten die Funktion eines natürlichen Fressfeindes. Damit sie sich auch von den Algen ernähren, empfiehlt sich die Gabe einer reduzierten Futtermenge, damit die Fische sich dabei nicht vollständig satt fressen.

Aquarium bepflanzen

Pflanzen stellen eine direkte Konkurrenz für das Algenwachstum dar. Beide Lebewesen benötigen Nährstoffe, um zu gedeihen. Schnell wachsende Aquarium Bepflanzungen entziehen den ungewollten Rivalen somit die notwendigen Nährstoffe. Zudem regulieren sie durch Fotosynthese den CO₂ Gehalt des Wassers. Ratsam ist eine möglichst diverse Bepflanzung. Denn eine Monokultur würde das Gegenteil bewirken.
Ein wichtiges Augenmerk liegt zudem auf der Düngung. Die Wahl des falschen Düngers führt schnell zu einer Überversorgung an Nährstoffen. Mangelnde Nährstoffe sollten jedoch gezielt zugeführt werden. Eine genaue Wasseranalyse ist daher sehr empfehlenswert.

Stroh

Ein beliebtes, einfaches Hausmittel, um Blaualgen und Co zu entfernen, ist Stroh. Zwar kommt es in erster Linie in Gartenteichen zum Einsatz, in einem Wasserbecken zeigt es aber ebenso Wirkung beim Entfernen unliebsamer Pflanzen.

  • geeignet sind getrocknetes Gersten- oder Weizenstroh
  • auf einen Liter Wasser kommen vier bis fünf Hände voll Stroh
  • das Stroh in einer verschlossenen Plastiktüte im Wasserbecken versenken
  • zuvor mit einem Zahnstocher kleine Luftlöcher in das Plastik stechen
  • nach etwa zwei Tagen sollte sich der Algenbestand zurückbilden
  • Stroh und Plastiktüte alle zehn Tage wechseln

Algen im Aquarium entfernen

Hinweis: Irrtümlicher Weise gilt Geld immer noch als effektive Methode, um einen Algenbefall im Aquarium zu bekämpfen. Davon ist jedoch dringend abzuraten, da das Kupfer für die Fische giftig ist.

Vorbeugen

Die beste Methode, damit es gar nicht erst zur Algenbildung kommt, ist der Entstehung vorzubeugen. Jegliche Aspekte, die das Algenwachstum begünstigen, sollten vorab ausgeschlossen werden. An erster Stelle der Prävention steht die Standortwahl. Ein Aquarium darf nicht zu sonnig aber auch nicht zu dunkel stehen. Die Lichtzufuhr sollte zehn Stunden nicht unter- und zwölf Stunden nicht überschreiten. Wer das Minimum an Helligkeit nicht auf natürlichem Wege gewährleisten kann, kann sich dabei mit einer künstlichen Beleuchtung behelfen. Obendrein gilt es, die Wasserqualität stets zu überprüfen. Dafür sind Teststreifen, unter anderem, um die Nährstoff Konzentration zu bestimmen, im Fachhandel erhältlich.

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