Schwebealgen im Teich bekämpfen: 9 Lösungen zum Entfernen

Schwebealgen im Gartenteich entfernen

In jedem Teich sind unterschiedliche Arten von Algen zu finden. Sie sind lebensnotwendig, dienen zur Ernährung von Kleinstlebewesen wie Wasserflöhen und sind aufgrund ihrer Photosynthese ein wichtiger Sauerstofflieferant im Wasser. In Maßen auftretend bei einer normalen Nährstoffkonzentration im Teich besteht dabei kein Grund zur Sorge. Kommen sie jedoch in Massen vor, ist es ein sicheres Zeichen, dass das Gleichgewicht des Teiches aus den Fugen geraten ist. Dann ist schnelles Handeln angesagt.

Schwebealgen

Umgangssprachlich wird diese Algenart auch als Grünalge bezeichnet. Sie sind mikroskopisch klein und schwimmen dabei frei auf der Wasseroberfläche als grüner sichtbarer Schleier. Besonders im Frühjahr, wenn das Nährstoffangebot im Teich noch sehr hoch ist, weil die Wasserpflanzen und andere Mikroorganismen noch nicht aktiv sind, entwickeln sich Schwebealgen explosionsartig. Bekannt ist dieser Vorgang auch als Algenblüte. Diese ist gekennzeichnet durch

Tipp: Normalerweise ist eine leichte Trübung des Wassers völlig normal auch in natürlichen Gewässern. Dabei ist eine Sichttiefe von ungefähr einem Meter ausreichend.

Während der Algenblüte wird von den Algen organisches Material gebildet, beziehungsweise sie sterben ab und sinken zu Boden. Dort beginnt es zu einer Mulmschicht zu verrotten, entzieht dabei aber dem Wasser Sauerstoff. Diese Schlammschicht wiederum bildet die Grundlage für neues Algenwachstum.

trübes Teichwasser durch Algen

Ursachen

Ein übermäßiges Algenwachstum ist jedoch nicht immer gleich ein Zeichen für ein ökologisches Ungleichgewicht im Teich. Gerade bei neu angelegten Teichen oder auch bei Wasserwechsel ist ein Algenwachstum zu beobachten. Allerdings lässt es nach ein bis zwei Wochen nach. Normalerweise sind Schwebealgen im Teich in geringer Konzentration dabei nicht bedenklich. Allerdings können diese sich durch geeignete Bedingungen schnell vermehren.

  • Erhöhung der Wassertemperatur
  • Sonneneinstrahlung im Frühjahr und Sommer
  • hohen Nährstoffgehalt des Wassers
  • erhöhter Phosphatgehalt

Phosphat ist der Grundnährstoff für Algen. Sehr gute Bedingungen für eine schnelle Vermehrung finden Schwebealgen daher in Teichen mit erhöhtem Phosphatgehalt. Schon eine Konzentration von Phosphat über 0,035 Milligramm pro Liter kann zu einer Algenblüte führen.

Ein überhöhter Phosphatgehalt im Wasser kann verschiedene Ursachen haben:

  • Einspülung Nährstoffe aus dem Umfeld durch Regen (Rasendünger, nährstoffreiche Erde)
  • überschüssiges Fischfutter und Fischkot am Teichgrund
  • abgestorbene Algen

Warum Algen entfernen?

Im Prinzip sind Algen nützliche Pflanzen im Teich. Sie entziehen dem Wasser Nährstoffe und liefern dafür Sauerstoff. Normal ist keine andere Pflanze oder auch Technik so effektiv wie es die Schwebealgen sind.

  • jedes zweite Sauerstoffmolekül stammt von Algen
  • wandeln dreimal so viel Kohlendioxid in Sauerstoff um als jede andere Nutzpflanze

Auf der anderen Seite entziehen Algen aber auch nachts dem Wasser genauso viel Sauerstoff wie sie über den Tag hinweg produzieren. Durch viele Schwebealgen im Teich kommt es dabei zu starken Sauerstoffschwankungen zwischen Tag und Nacht. Ein Mangel kann sehr schnell zu einer Bedrohung für Wasserpflanzen und Fische werden. Weitere Nebeneffekte eines übermäßigen Algenbesatzes sind beispielsweise

  • ein niedriger KH-Wert des Wassers (Karbonathärte) und
  • ein erhöhter pH-Wert

Daneben sollte beachtet werden, dass abgestorbene Algen am Boden bei ihrem Zerfallsprozess mithilfe von Sauerstoff Nährstoffe abgeben. Die entstehende Mulmschicht bildet die Grundlage für erneute Algenbildung. Wenn nichts unternommen wird, droht der Teich dann schließlich mit der Zeit zu verlanden.

Tipp: Normalerweise ist bei einer Algenblüte etwas Geduld gefragt. In der Regel wird der Vermehrungszyklus nach zwei bis drei Wochen von den Algen selbst unterbrochen.

Sollte es jedoch nicht der Fall sein, dann muss gehandelt werden.

Algen entfernen

Nun gibt es verschiedene Methoden, Algen aus dem Gartenteich zu verbannen. Der Fachhandel bietet verschiedene Mittel. Allerdings sollte dabei bedacht werden, dass hier teilweise nur die Symptome bekämpft werden und nicht die Ursachen. Das Wasser wird dadurch geklärt, aber das Algenwachstum geht weiter. Gerade wenn Algen vermehrt auftreten ist ein schnelles Handeln notwendig. Mitunter sind hier Teichfilter nicht mehr ausreichend, da die Algen aufgrund ihrer Größe nicht vom Filter aufgenommen werden können. Dafür gibt es andere Lösungen:

UV-C-Wasserklärer

Eine dauerhafte Lösung bei der Algenbekämpfung bietet der Einsatz eines UV-C Wasserklärers im Teich. Allerdings hält diese UV-C Lampe jeweils nur eine Teichsaison. Jedes Jahr im Frühjahr sollte sie deshalb erneuert werden. Die Funktion dieses Gerätes ist verhältnismäßig einfach:

  • Teichpumpe leitet Wasser durch UV-C-Wasserklärer
  • gelangt dann so zum mechanischen Filter
  • ultraviolettes Licht zerstört dort Erbinformation der Algen
  • Algen verklumpen
  • Filter transportiert Reste ab
  • UV-Bestrahlung ungefährlich für Teich und Bewohner
  • in vielen Teichfiltern UV-C-Lampe bereits integriert
  • falls nicht, leichte Einbindung in Wasserkreislauf möglich
  • wichtig Installation vor Filter, sonst keine Aufnahme der Algenreste

Teichschlammsauger und Skimmer

Beide Geräte sind zuverlässige Helfer bei der Teichpflege.

  • Sauger entfernt nährstoffreiche Ablagerungen vom Boden
  • Skimmer entfernt schwimmende Fremdstoffe
  • Wasser wird an Teichoberfläche angesaugt und zum Filter geleitet
Schlammabsaugen am Gartenteich
Schlammabsaugen am Gartenteich

Wassertiefe und Lichtverhältnisse

Viel Sonnenlicht beschleunigt das Algenwachstum, daher sollte ein Gartenteich mindestens ein Drittel im Schatten liegen. Auch die Wassermenge und Wassertiefe haben einen direkten Einfluss auf die Entwicklung von Algen. So haben kleine, flache Teiche viel häufiger mit Algenproblemen zu kämpfen als größere Anlagen. Hilfreich kann der Einsatz von verschiedenen Pflanzen zur Beschattung sein:

  • Pflanzen mit großen Schwimmblättern (Seerose, Lotos, Seekanne, Froschbiss)
  • Pflanzen unter Wasseroberfläche mit gleichzeitig reinigender Wirkung wie Wasserschlauch und Wasserpest
  • für Uferzone Wasserbinse, Blutweiderich, Kleiner Rohrkolben, Pfeilkraut, Schwertlilie
  • bei Pflanzung nicht zu viel nährstoffreiche Erde in Teich bringen
  • Verwendung spezieller Wasserpflanzenerde

Tipp: Regelmäßige Kontrolle des Teichwassers mit Teichtestset durchführen. Ideale GH-Wert (Härte des Wassers) sollte zwischen 8 und 12 dH liegen.

Wasserbewegung

Allgemein ist bekannt, dass eine ständige Wasserbewegung nicht gerade sehr förderlich für die Entstehung von Algen ist. Es ist daher ratsam über Alternativen nachzudenken wie

  • Einbau von Springbrunnen oder Wasserläufe
  • ganz einfach stabilen Eichenast ins Wasser legen
  • dadurch Senkung pH-Wert durch Abgabe von Gerbsäure
  • schlechte Lebensbedingungen für Algen
  • Ast vor Zersetzung entfernen, sonst ist Vorgang umgekehrt

Teichpflanzen

Wasserpflanzen sind so eine Art biologischer Filter. Stark wachsende Pflanzen entziehen dem Wasser Nährstoffe. Je mehr Pflanzen in einem Teich vorhanden sind, desto weniger Nahrung bleibt dann für die Algen. Sie sollten daher in keinem Teich fehlen.

  • Wasserpflanzen sind der größte Nahrungskonkurrent für Algen
  • etwa ein Drittel der Wasseroberfläche mit Pflanzen bedecken
  • besonders geeignet Hornkraut, Tausendblatt, Wasserpest, Froschbiss, Krebsschere, Wasserlinse
  • Pflanzen aufgrund starken Wachstums ab und an auslichten
  • Schnittgut kann auf Kompost
  • regelmäßige Abfischen der Algen mittels speziellem Algenkescher
  • Algen gut kompostierbar
  • im Idealfall stellt sich Gleichgewicht im Teich ein

Fische und andere Wassertiere

Auch Fische und andere kleine Wasserlebewesen funktionieren wie ein biologischer Filter.
Allerdings sollte hierbei stets darauf geachtet werden, dass die Menge der Tiere begrenzt ist. Sie sollen sich nach Möglichkeit von den natürlichen Nahrungsquellen im Teich (bspw. Algen) ernähren. Eine zusätzliche Gabe von Fischfutter würde wiederum den Nährstoffgehalt des Teiches erhöhen.

  • für größere Teiche Graskarpfen, Silberkarpfen oder Koi-Karpfen
  • Vorsicht: fressen auch kleinere Fische und weiche Teich- und Unterwasserpflanzen
  • für kleinere Teiche Rotfedern, Goldfisch
  • auch Einsatz von Wasserflöhen, Europäischen Süßwassergarnelen und Teichmuscheln
  • Schnecken sind auch Algenfresser (Sumpfdeckelschnecke, Posthornschnecke Spitzschlammschnecke, Kleine Schlammschnecke)
  • Wasserflöhe haben bis Mitte Mai bereits alle Wassertrübungen aufgefressen
  • daneben in Fischteichen Filtersystem notwendig zur Entsorgung überschüssiger Nährstoffe
  • besonders bei großen Fischen zusätzlich Technik einbauen
  • keine Tiere aus heimischen Gewässern verwenden (Naturschutz)

Fische gegen Algen im Gartenteich

Teichsäuberung

Am effektivsten bei der Bekämpfung von Algen im Gartenteich ist ohne Zweifel eine komplette Säuberung des kleinen Gewässers. Dabei sollte jedoch einiges beachtet werden:

  • nicht nur Wasser austauschen
  • alle Utensilien gründlich reinigen
  • Mulmschicht vom Teichboden entfernen
  • alte Teicherde durch neues nährstoffarmes Substrat ersetzen
  • Verwendung von nährstoffarmen Sand (so wenig wie möglich)
  • Pflanzen kräftig zurückschneiden und gegebenenfalls teilen
  • in neue nährstoffarme Teicherde und spezielle Pflanzkörbe oder Böschungsmatten setzen
  • besonders geprüftes Leitungswasser zum Befüllen geeignet
  • mitunter Leitungswasser mit bis zu 5 Milligramm Phosphat pro Liter angereichert (Schutz Leitungen vor Korrosion)
  • falls viel Phosphat enthalten, Einsatz von Phosphatbinder
  • besser geeignet Grundwasser, ist phosphatarm
  • optimal wäre allerdings Regenwasser

Tipp: Kleinere Teiche können im Herbst mit kleinen Netzen abgedeckt werden. Dadurch gelangt kein Laub in das Wasser.

Mineralische Bindemittel

Diese vom Fachhandel angebotenen Mittel beheben zwar die Symptome, aber nicht die Ursache. Sehr beliebt sind hier Flockungsmittel für eine schnelle Klärung des Wassers wie
Phosphatbinder:

  • wird weder von Algen noch anderen Wasserpflanzen aufgenommen
  • durch chemische Vorgänge Phosphat gebunden
  • so Algen Nahrungsgrundlage entzogen
  • verschiedene Mittel erhältlich
  • entweder Mittel direkt ins Teichwasser streuen
  • andere direkt in Filter einsetzen
  • unbedenklich für Fische

Algizide – Algenvernichter

Auch hier sind im Fachhandel unterschiedliche Mittel erhältlich. Zwar führt der Einsatz dieser Mittel schnell zur Klärung des Wassers, aber die Ursachen werden nicht behoben. Bei dauerhafter Anwendung und falscher Dosierung sind diese Mittel jedoch schädlich für Fische und andere Mikroorganismen.

  • teilweise erfolgt Verklumpung der Algen
  • Aufnahme dann durch den Filter
  • andere Mittel enthalten Monolinron oder Kupfersulfat
  • Einsatz nur bei genauer Kenntnis des Teichvolumens wegen richtiger Dosierung
  • nicht dauerhaft einsetzen
  • wenn keine Übereinstimmung der Wasserwerte mit empfohlenen Werten – Mittel wirkungslos

Tipp: Empfehlenswert ist die Messung der Sichttiefe im Teich. Diese gibt Auskunft über den Erfolg der Algenbekämpfung. Dazu tauchen Sie einen Zollstock so tief ins Wasser, bis die Spitze nicht mehr zu erkennen ist.

Algenbildung  vorbeugen

Bereits bei der Neuanlage eines Gartenteiches kann einiges getan werden, damit Algen keine Möglichkeit haben sich im Teich in Massen auszubreiten. Dabei müssen einige Faktoren beachtet werden:

  • richtigen Standort wählen
  • Teich in einer Senke ungeeignet
  • Mineraldünger und Gartenerde aus Umland kann in Teich gelangen
  • besserer Platz auf einer leichten Anhöhe
  • nicht direkt unter Bäumen (Laubfall – Nährstoffanreicherung)
  • ein Drittel sollte im Schatten liegen
  • Teich mit einem 60 cm tiefen Drainagegraben umgeben
  • diesen mit grobkörnigen Bausand verfüllen
  • verschiedene Stufen anlegen (Sumpfzone, Flachwasser, Tiefwasser)
  • geeignete Pflanzen in die einzelnen Zonen einsetzen
  • Teichgröße beachten
  • muss groß genug sein, dass Wasser nicht so schnell erwärmt
  • je kleiner und flacher, desto häufiger Algenprobleme
  • Mindesttiefe ein Meter, besser noch tiefer
Wasserzulauf eines Gartenteichs
Wasserzulauf eines Gartenteichs

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