Fische für kleine Teiche

Egal ob öffentlicher Stadtpark, repräsentative Freifläche oder privater Ziergarten – ein Teich gehört zu dekorativen und mitunter auch repräsentativen Grünanlagen in vielen Fällen einfach dazu. Allerdings ist die Pflege und Unterhaltung dieser Objekte nicht immer ganz einfach. Vor allem eine für Teichfische geeignete Wasserqualität bedarf jedoch einiger Mühen. Es lohnt daher, bei der Auswahl der Bewohner nicht nur auf die Optik, sondern auf geringe Ansprüche zu achten. Wir klären auf, welche Fischarten nicht nur klein ausfallen, sondern auch als besonders anspruchslos gelten und sich somit gut für den Einsatz im Zierteich eignen.

Anspruchslose Fische

Vor der Betrachtung sogenannter anspruchsloser Fischer lohn eine kurze Überlegung, hinsichtlich welcher Belange ein Fisch geringe Ansprüche zeigen sollte, um schließlich mit der Umgebung eines Gartenteichs umgehen zu können:

Platz

An erster Stelle steht dabei sicherlich der Platzbedarf. Denn selbst im größten Gartenteich ist das Platzangebot limitiert, so dass sich ein Fisch idealerweise auch mit einem begrenzten Raum zufrieden gibt.

Tipp: Wählt man von vorn herein eine Fischart, deren Vertreter eher klein sind, ist das Platzproblem geringer, als bei grundsätzlich größeren Arten. Denn logischerweise erscheint ein vorhandener Platz größer, je kleiner die Fische selbst sind.

Wasserqualität

Von entscheidender Bedeutung für die Teichfische ist außerdem die Qualität des Wassers. Sie steht mit dem vorhandenen Platz in engem Zusammenhang, da die einzelnen Parameter weit einfacher konstant gehalten werden können, je mehr Wasservolumen zur Verfügung steht. Im Detail geht es bei der Wasserqualität um mehrere Faktoren:

Sauerstoffgehalt

Ob an Land oder im Wasser, ein Lebewesen benötigt Sauerstoff zum Atmen. Gerade im heimischen Teich kann der Gehalt dieses Lebenselixiers durch veränderte Temperaturen, mangelnden Sauerstoffeintrag etc. schwanken.

Temperatur

Selbst Badeseen und ganze Ozeane erwärmen sich in Abhängigkeit von Außentemperatur und Sonneneinstrahlung. Es verwundert daher nicht, dass der Gartenteich diesen Schwankungen umso schneller und sicherlich auch intensiver unterliegt, als größere Gewässer.

Sauberkeit

Gerade kleine Wasservolumen werden durch sich zersetzende Wasserpflanzen, aber auch durch von außen eingetragenen Schmutz schnell verunreinigt und können sich davon nur begrenzt durch eigene Anstrengungen befreien.

Gartenteich

Hinweis: Über die Atmungsorgane, die Kiemen, werden Verunreinigungen und Schmutz aus dem Wasser sehr schnell in den Körper der Teichfische aufgenommen, so dass die Auswirkungen bei empfindlichen Tieren sehr schnell und auch sehr stark hervortreten. Daher erhält dieser Parameter eines Gartenteichs eine nicht zu unterschätzende Bedeutung, auch hinsichtlich der Auswahl diesbezüglich besonders unempfindlicher Fische.

Nahrungsangebot

Zuletzt soll in der Benennung der Faktoren auch das Nahrungsangebot benannt sein. Zwar lässt sich Nahrung für die im Teich lebenden Fische gut manuell zuführen, allerdings ist davon auszugehen, dass gerade bei kleinen Teichen direkt nach der Futtergabe ein Überangebot auftritt, das beinahe in Richtung einer Wasserverschmutzung zu werten sein kann. Im Laufe der Zeit nimmt das Angebot dann aber stark ab, so dass bei einem weniger intensiven Pflegeaufwand auch durchaus Phasen ohne Nahrungsangebot vorhanden sein können. Reagieren die Tiere darauf entspannt, kann der Pflegeaufwand auf Dauer gering und damit in einem realistisch zu bewältigenden Rahmen gehalten werden.

Unempfindliche Teichfische

Nachdem nun klar ist, in Bezug auf was der ideale Fisch für den Gartenteich eine geringe Empfindlichkeit aufweist, lohnt ein konkreter Blick auf gut für die Teichhaltung geeignete Arten:

Teichfische von B – E

Blaubänderbärbling

  • schlanker, torpedoartiger Körper mit hoher Varianz in den morphologischen Ausprägungen
  • Kopf und Kiemendeckel bei Männchen oft violett bis rötlich-blau, bei Weibchen gelb
  • Körperlänge im Mittel 30 bis 75 Millimeter, einzelne Exemplare bis 90 Millimeter
  • Männchen wird, für Teichfische eher untypisch, größer als das Weibchen
  • Ab 10 Fische

Bitterling

  • eher unscheinbar grau bis silbern, langgestreckter Körper mit hohem Rückenhöcker unter der Rückenflosse
  • Körperlänge bei Teichhaltung meist sechs bis acht Zentimeter
  • ernährt sich unter anderem von Insektenlarven, hilft so, den Teich als Brutstätte von Stechmücken etc. zu verhindern
  • Fortpflanzung nur möglich, wenn Maklermuscheln im Teich vorhanden, da Muschelkiemen als Brutstätte des Fischnachwuchses dienen
  • Haltung: paarweise

Bitterling, Rhodeus amarus

Elritze

  • Alternativnamen: Pfrille
  • langer, schmaler Körperbau, gelb-bräunliche Körperfarbe mit markantem, dunklem Längsstreifen an den Körperseiten
  • Körperlänge bis zu acht Zentimetern
  • ähnelt hinsichtlich der Wasseranforderungen stark dem Bitterling, somit gut zur Haltung in Kombination geeignet
  • 8 bis 10 Fische

Elritze, Phoxinus phoxinus

Teichfische von G – M

Gemeiner Sonnenbarsch

  • Alternativnamen: Pfrille
  • deutlich runder Körperbau mit markanter Streifenzeichnung weiß / rötlich-braun
  • Körpergröße zwischen 10 und 15 Zentimeter
  • liebt Wasser mit Härtegraden über 7
  • Haltung: zumindest paarweise

Goldfisch

  • je nach Art stark kugeliger bis lang flachgestreckter Bauch, Körperfärbung meist gold-orange, bis hin zu weiß oder sogar rot
  • Länge bis zu 30 Zentimeter
  • gilt als der beliebteste und älteste Zierfisch weltweit
  • mindestens 4 bis 5 Fische

Goldfische

Goldorfe

  • schmaler, schlanker Körperbau mit glasig-weißem Unterbauch und orange-roter Körperfarbe im Rücken- und Flossenbereich
  • Körperlänge bis zu 25 Zentimeter
  • benötigt hohen Sauerstoffanteil im Wasser, daher meist nur für Teiche mit aktiver Sauerstoffzufuhr geeignet, die nicht zu klein ausfallen
  • alternative Zuchtformen Blauorfe und Silberorfe
  • Haltung: in Schwärmen zu 6 bis 8 Fischen

Goldorfe, Leuciscus idus

Goldschleie

  • kompakter Körperbau mit intensiv golden schimmernder Hautfärbung, Flossen kontrastreich dunkelblau bis -grau
  • 30 bis 40 Zentimeter Körperlänge
  • speziell zur Teichhaltung gezüchtete Form der Schleie mit golden schimmernder Hautfärbung
  • wegen großer Körpergröße nur für größere Teiche geeignet,
  • tagscheu, überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv
  • durch Hitze- und Kältestarre gut in der Lage, kurzfristige Sauerstoffknappheit zu überstehen
  • Haltung: einzeln oder in Gruppen

Gründling

  • Alternativnamen: Kresse, Kreßling
  • rundlicher Körper, relativ großer Kopf, markante tastempfindliche Barteln um das Maul
  • Körperlänge meist bis 10 Zentimeter, in Ausnahmefällen bis zu 15 Zentimeter
  • gilt als sehr potent, hohe Anzahl an Nachkommen auch unter schwierigen Bedingungen
  • mindestens 6 bis 8 Fische

Gründling, Gobio gobio

Moderlieschen

  • Alternativnamen: Sonnenfischchen, Witting, Malinchen
  • glasig-durchsichtiger Körper mit mehr oder weniger intensiv blauem Längsstreifen an der Seite
  • Körperlänge sechs bis neun Zentimeter, in Einzelfällen auch bis 10 oder sogar 12 Zentimeter, Weibchen etwas größer
  • stark klebrige Eier können über Wasservögel oder wandernde Amphibien beachtliche Reisen antreten und so auch überraschend im heimischen Teich erscheinen
  • Mindestens 10 Fische

Moderlieschen, Leucaspius delineatus

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