Hochbeet: welche Folie/Vlies für die Innenauskleidung wählen?

Hochbeete müssen gründlich vorbereitet werden

Mit einem Hochbeet lassen sich selbst auf kleinstem Raum oder im Alter die Freuden der Gartenarbeit erleben. Diese einzigartige Beet-Form benötigt einen speziellen Aufbau mit mehreren Schichten aus Erde, Kompost und Grünabfällen, die in einem Kübel höher als der eigentliche Erdboden als Gemüsegarten oder Blumenbeet zur Verfügung stehen. Wichtig für das Beet ist die Innenauskleidung. Diese schützt die Pflanzengefäße, welche häufig aus Holz sind, vor der Feuchtigkeit aus dem Substrat.

Warum Folie?

Die Innenauskleidung ist ein essentieller Bestandteil des Hochbeets, da sie das empfindliche Außenmaterial vor der andauernden Feuchtigkeit aus der Erde und des Komposts bewahrt. Vor allem Hochbeete aus Holz müssen mit einer Folie innen ausgekleidet werden, da sie sonst anfangen zu verrotten und schon nach wenigen Jahren ausgewechselt werden müssen. Im Durchschnitt hält ein Holzkübel etwa fünf bis zehn Jahre, falls dieser nicht entsprechend verkleidet wird, was dem recht großen Aufwand für den Aufbau nicht gerecht wird. Hier verrottet nämlich nicht nur das Holz:

  • hohe Feuchtigkeit der Erde trifft auf das Holz
  • es entsteht Wärme
  • Feuchtigkeit zieht ins Holz
  • aufgrund der Wärme und Feuchtigkeit wird Verrottung eingeleitet
  • Verrottung betrifft Holz und Beetinhalt
  • Beetinhalt verfault
  • Holz verrottet von innen und zerfällt
  • Pilzansiedlung ist möglich, die sich negativ auf Pflanzen auswirkt

Das Hochbeet ist eine alternative zum klassischen Beet

Daher ist es wichtig, dass Sie die Folien in das Projekt integrieren, um das Beet über einen langen Zeitraum schützen und vor allem genießen zu können. Sie sorgen für die Langlebigkeit des Beets, falls Sie keine Materialien nutzen, die wasserfest sind und nicht verrotten können.

Welche Innenauskleidungen für das Hochbeet?

Da ein Großteil aller Textilien und Stoffe, die der Mensch aus der Natur erzeugen kann, ebenfalls verrotten oder leicht feucht werden, müssen Sie auf Folien oder Vliese setzen, die aus Kautschuk oder Kunststoffen hergestellt werden. Dazu gehören:

  • Teichfolie aus verschiedenen Materialien
  • Noppenfolie
  • Vlies aus PET

Von der Verwendung klassischer PVC-Folien sollten Sie unbedingt absehen, da diese die größte Menge an Weichmachern beinhalten, die sich schädlich auf Pflanzen, Tiere und den Menschen auswirken. Diese ziehen aufgrund der Feuchtigkeit schnell in das Substrat ein und können vor allem Erntepflanzen regelrecht „vergiften“. Würden Sie zum Beispiel Ihr Hochbeet mit PVC-Folien auskleiden und Kartoffeln anpflanzen, können die Weichmacher in diese ziehen und anschließend Ihrer Gesundheit schädigen. Daher sollten Sie bei der allgemeinen Auswahl einer geeigneten Hochbeet-Folie darauf achten, dass die verwendeten Folien keine oder nur unbedenkliche Mengen an Weichmachern beinhalten.

Teichfolie – der Klassiker

Die Teichfolie wird schon seit Jahrzehnten genutzt, um eigene kleine Gewässer im Garten anzulegen, ohne dass diese in den Boden sickern. Aus diesem Grund eignet sich Teichfolie dementsprechend gut für das Auskleiden des Hochbeets. Selbst kleine Hochbeete können mit diesem Stoff ausgekleidet werden, ohne viel Arbeit oder Kenntnisse zu verlangen. Der größte Vorteil an der Teichfolie ist ihre hohe Flexibilität, denn sie wurde konzipiert, um Wassermengen unterschiedlichen Volumens zu fassen ohne zu reißen. Sie können mit dieser Folie Beete unterschiedlicher Größe zu geringen Kosten versehen, doch müssen Sie hier auf die verschiedenen Materialien achten und diese vergleichen:

  • PVC
  • PE
  • Flüssigteichfolie
  • EPDM

Hinweis: Nutzen Sie niemals normale Plastikfolie, wie sie zum Beispiel Planen, die Sie zum Abdecken eines Fahrzeugs nutzen können. Diese wirken sich nicht nur negativ auf den Wuchs der Pflanzen aus, sondern reißen leicht, schwinden und werden häufig undicht.

Hochbeet bepflanzen

PVC

Ein Großteil der angebotenen Teichfolien wird aus PVC hergestellt, Polyvinylchlorid. PVC ist eine der am häufigsten verwendeten Plastikarten und wird vor allem für Rohre genutzt, da das Polymer unterschiedliche Hitzeeinwirkungen gut verträgt und recht einfach hergestellt werden kann. Die Vorteile der PVC-Teichfolien sind:

  • geschmeidig
  • elastisch
  • lässt sich leicht verlegen
  • lässt sich leicht an Ecken anpassen
  • äußerst strapazierfähig
  • belastbar unter großer Gewichtseinwirkung
  • kann leicht repariert werden
  • in zahlreichen Farben erhältlich, jedoch eher unwichtig beim Hochbeet

Theoretisch würde sich eine solche Folie perfekt für das Hochbeet anbieten. Doch sind PVC-Folien äußerst schädlich für die Umwelt und verfügen mit Abstand über die größte Menge an Weichmachern im Vergleich zu den anderen Folien aus Kunststoff. Das macht sie nicht ideal für die Nutzung in einem Hochbeet. Ebenso sind sie aufgrund dieser Weichmacher auch anfälliger auf Beschädigungen, da sich anstatt Wasser mehrere Schichten schwere, feuchte Erde, Kompost und Pflanzenreste im Kübel befinden. Häufig löst sich die PVC-Folie auf und hinterlässt kleine Löcher, durch die die Erde wiederum das Holz berührt. Sie sollten auf die Nutzung herkömmlicher PVC-Folie unbedingt verzichten.

PE

Eine Alternative zum klassischen PVC sind Folien aus PE, Polyethylen. Polyethylen ist ebenfalls ein thermoplastischer Kunststoff und lässt sich recht gut für kleine Hochbeete als Innenauskleidung nutzen, da der Stoff recht steif ist. Er benötigt etwas mehr Zeit zum Auskleiden, dennoch ist der umweltschonende Wert der Folie zu nennen. Der Kunststoff ist biologisch abbaubar und hinterlässt keine Rückstände. Zwar hat PE eine kürzere Lebensdauer als PVC, gibt dafür aber keine giftigen Dämpfe an die Erde ab und ist somit bedenkenlos einsetzbar. Weiterhin sind die Folien aus PE UV-beständig, was jedoch für ein Hochbeet nicht wichtig ist.

EPDM

Die teuerste, aber gleichzeitig beständigste Variante stellen Folien aus Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk dar. EPDM-Folien sind im Gegensatz zur PVC um vielerlei Punkte effektiver und bieten sich perfekt als Innenauskleidung im Hochbeet an:

  • bio-zertifiziert
  • keine Ausdünstungen, wenig Weichmacher
  • reißfest
  • dehnbar bis 300 Prozent
  • hohe Elastizität
  • verträgt Temperaturen bis zu -40°C
  • äußerst langlebig
  • ozonbeständiger Stoff

Diese Folie kann aufgrund ihrer Effektivität mehrere Jahrzehnte zum Einsatz kommen, ohne einmal gewechselt zu werden, was sie sehr vorteilhaft für Hochbeete macht. Trotz der geringen Menge an Weichmachern sind sie nicht bedenklich für den Einsatz im Beet. Achten Sie beim Auskleiden darauf, dies sehr sorgfältig auszuführen, da sich Hochbeete durch EPDM-Folien schwerer als andere Teichfolien auskleiden lassen. Aufgrund der recht geringen Ausmaße von Hochbeeten jedoch ist dies immer noch leichter wie bei großen Teichen oder langen Bachläufen.

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Flüssigteichfolie

Recht modern klingt der Einsatz einer flüssigen Teichfolie anstelle einer normalen Variante. Wie die Bezeichnung schon andeutet, handelt es sich hier um eine flüssige Form der sonst verlegbaren Teichfolien und wird aus diesem Grund auch nicht über Bahnen verlegt. Die flüssige Folie wird mit einem Pinsel, einer Rolle oder einer Sprühdose direkt auf das Holz des Hochbeets großzügig aufgetragen und anschließend zum Trocknen in Ruhe gelassen. Danach können die unterschiedlichen Erdschichten eingefüllt werden. Der größte Vorteil an ihnen ist ihre Lebensmittelechtheit, durch den sie unbedenklich für den Nutzen in einem Hochbeet sind. Bekannte Hersteller sind Tripond und Impermax.

Noppenfolie

Noppenfolie jeglicher Art bietet sich perfekt als Innenauskleidung für ein Hochbeet an. Diese Folie ist leicht zu verlegen, enthält keine Weichmacher und sorgt für eine effektive Drainage aufgrund der Noppen. Hier kann das Wasser problemlos nach unten fließen, ohne sich zwischen der Folie und dem Holz zu sammeln. Das sind aber noch nicht alle Vorteile der Noppenfolie:

  • beständig gegen chemische Mittel und Verschleiß
  • wurzelfest
  • schlagfest
  • reißfest
  • druckfest
  • hält Temperaturen im Minusbereich problemlos aus
  • trinkwasserneutral

Besonders effektiv an dieser Folie sind die zahlreichen Noppen, die sich auf der Folie befinden. Sie wird mit den Noppen zum Holz aus angebracht und das Hochbeet erhält dadurch eine effektive Luftzirkulation und Drainage. Bei der Verwendungen von Noppenfolien sollten Sie ebenfalls darauf achten, ob diese auf einfachem PVC hergestellt wurden. Zwar sind vor allem Noppenfolien für den Gartenbereich nicht mit Weichmachern versehen, doch kann es immer mal sein, dass ein Hersteller ausschließlich PVC und keine umweltfreundlicheren Materialien nutzt, was sich wiederum auf die Lebensqualität Ihrer Pflanzen auswirken kann.

PET-Vlies

Beim PET-Vlies handelt es sich um ein Vlies, das speziell für den Einsatz im Garten entwickelt wurde und äußerst gut gegen Feuchtigkeit in Hochbeeten wirkt. Das Vlies besteht aus Polyethylenterephthalat-Fasern (PET), die zur Familie der Polyester gehören. Polyester ist ein beliebter Stoff für moderne, atmungsaktive Kleidung, die sogar wasserabweisend sein kann. Diese Eigenschaften werden auch auf das PET-Vlies übertragen. Das Vlies verfügt über folgende Eigenschaften:

  • kann leicht zugeschnitten werden
  • wirkt gegen Schädlinge
  • sehr leicht
  • lässt Wasser durch, aber nicht die Erde
  • frostbeständig
  • wetterbeständig

Das Vlies kann nicht verrotten und eignet sich somit perfekt für die Nutzung im Hochbeet. Sie erhalten dadurch eine leicht zu verlegende Alternative zur Folie, die zudem noch über ein besonders geringes Gewicht verfügt. Ein weiterer Vorteil ist die Beständigkeit gegen Wurzeln.

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Materialien für Beete ohne Folien

Wenn Sie keine Folien nutzen wollen, können Sie auch andere Materialien als Holz für Ihr Hochbeet verwenden. Es finden sich nicht nur in der Natur zahlreiche Stoffe, die wasserfest sind, sondern auch der Mensch hat passende Materialien entwickelt, die hier zu nennen sind. Zu diesen gehören:

  • Aluminium
  • Edelstahl
  • Edelrost, korrodierte Stahlbleche, auch als Cortenstahl bekannt
  • Stein
  • Kunststoffe, doch können diese ebenfalls Weichmacher enthalten

Diese Materialien benötigen keine Folie, da sie selbst nicht aus natürlichen Stoffen bestehen, die verrotten könnten. Ein mediterran stilisiertes Hochbeet aus Steinen verzückt hier ebenso wie ein moderner Akzent aus Edelstahl. Sie zeigen keine Form der Materialermüdung und lassen sich problemlos alle Jahre neu befüllen, wenn die Erdschichten des Beets erneuert werden müssen. Solche Alternativen bieten sich vor allem für Sie an, wenn Sie keine zusätzlichen Folien besorgen und damit die Beete auskleiden wollen. Zudem sollten noch folgende Holzarten genannt werden, die besonders resistent gegen Feuchtigkeit sind:

  • Teak
  • Lärche
  • Douglasie
  • Azobe
  • Bankirai
  • Robinie

Diese bieten sich ebenfalls ohne Folien an, halten diese trotz einer möglichen Verrottung eindeutig länger aus als andere Holzarten.