Hochbeet aus Steinen selber bauen | Anleitung zum Mauern

Hochbeet aus Steinen mauern

Ein Hochbeet bietet sich für zahlreiche Gärten, Grundstücke und Terrassen an und stellt eine Möglichkeit für den Anbau von Gemüse, Blumen und anderen Gewächsen im urbanen Raum an. Hochbeete aus Steinen sind aufgrund ihrer Beständigkeit sehr beliebt, selbst wenn sie ihre Mobilität dafür opfern müssen. Wenn Sie auf eigene Faust ein Steinhochbeet bauen wollen, benötigen Sie dafür die passenden Steinarten, Werkzeuge und eine detaillierte Anleitung für die Umsetzung des Projekts.

Hochbeet aus Steinen

Werkzeuge und Material

Bevor Sie mit dem Bau des Hochbeets beginnen können, benötigen Sie die entsprechenden Materialien, Werkzeuge und allen voran die Steine. Sie sind das wichtigste für den Mauerbau, denn diese müssen gerade für die Anwendung als Hochbeet bestimmte Eigenschaften aufweisen, um zahlreichen äußeren Einwirkungen standhalten zu können. Als besonders effektiv haben sich die folgenden Steinarten erwiesen, von denen viele zu den beliebten Natursteinen gehören, die sich aufgrund ihrer dekorativen Charakters ansprechend in zahlreiche Gartenprojekte integrieren lassen:

  • Granit
  • Basalt
  • Sandstein
  • Dolomit
  • kristalliner Marmor
  • Feldsteine
  • Backsteine
  • Betonmauersteine
  • Klinker
feuerfeste Natursteine, Granite
Natursteine, Granite

Je nach Art des Steins unterscheiden sich die Möglichkeiten der Gestaltung. So sind Natursteine in den meisten Fällen mit unregelmäßigen Kanten versehen und lassen sich deshalb nicht absolut genau mauern. Dafür sind diese Steinarten gut an die heimischen Wetterbedingungen angepasst. Zudem bieten sie selbst nach genauem Bauen noch kleine Schlupflöcher für zahlreiche Tiere, die das Beet als Unterschlupf nutzen können.

Backsteine, Klinker und Mauersteine aus Beton dagegen sind für den maßgenauen Mauerbau nutzbar. Wenn Sie Feldsteine nutzen, benötigen Sie mehr Mörtel, dafür wirkt das Hochbeet besonders rustikal, natürlich oder sogar romantisch.

Neben den passenden Steinen benötigen Sie zudem die folgenden Materialien und Werkzeuge:

  • Mörtel zum Anmischen
  • Maurerkelle
  • Kaninchendraht oder anderes Gitter als Schutz vor Nagetieren und Ungeziefer
  • Teichfolie

Den Bedarf an Steinen rechnen Sie anhand der Größenvorstellungen des Beetes aus. Back- oder Betonmauersteine sind aufgrund ihrer fest definierten Maße problemlos auszurechnen. Natursteine, vor allem Feldsteine, lassen sich nur schwer genau abmessen. Hier müssen Sie schätzen und vorsichtshalber mehr bestellen. Die Teichfolie schützt die Mauersteine vor Feuchtigkeit.

Tipp: Der Einsatz einer Steinmauer in Trockenbauweise ist für Hochbeete ebenfalls möglich, aber nicht wirklich empfohlen, da die Steine nur aufeinandergeschichtet und von innen oder außen über Erde fixiert werden. Das erschwert den Substratwechsel, da die Wände des Beets nicht so fest wie bei einem gemauerten Exemplar sind.

Fundament

Ein ebenfalls wichtiger Teil des Hochbeets aus den oben genannten Steinarten ist das Fundament. Ohne ein Fundament kommt es zu Verschiebungen, die die Stabilität und Struktur des Hochbeets negativ beeinflussen und sogar auf Dauer das Material beschädigen können. Daher müssen Sie den Boden entsprechend vorbereiten, damit dieser das Gewicht aushält. Der große Vorteil: Sie müssen Fundamente für ein Hochbeet nicht aus Beton gießen. Hier reicht ein Kiesfundament vollkommen aus, wodurch Sie sich Arbeit, Zeit und Geld sparen können. Das benötigte Material und Werkzeug wie folgt:

  • Kies (Körnung 16 – 32 mm bis maximal 45)
  • Rüttelplatte
  • lange Nägel
  • robuste Schnur
  • Schaufel
  • Zollstock oder Maßband
  • Wasserwaage

Da ein Hochbeet nur eine geringe Höhe aufweist und daher die Menge der verwendeten Steine gering bleibt, wirkt häufig keine große Belastung auf den Boden und das Fundament. Somit reicht es vollkommen aus, wenn dieses eine durchschnittliche Tiefe von 20 Zentimetern aufweist. Sie können sich die Art des verwendeten Kieses aussuchen, aber da Sie das Beetfundament nicht wirklich sehen, können Sie problemlos auf günstige Varianten setzen.

Materialbedarf

Ausgerechnet wird Materialbedarf über die folgende Formel:

Länge in m x Breite in m x Höhe in m x Schüttgewicht in kg/m³ = Materialbedarf in kg

Wenn Sie ein Hochbeet in den Ausmaßen von einem Meter Länge und zwei Metern Breite haben und Carrara-Marmorkies in der Körnung von 15 – 25 Millimeter (1.500 Kilogramm pro Kubikmeter) verwenden, müssen Sie Folgendes für das Hochbeetfundament berechnen:

Formel für Kiesmenge

Somit kommen Sie auf einen Bedarf von 600 Kilogramm für das Hochbeetfundament. Das klingt auf den ersten Blick viel, doch müssen Sie beachten, dass dieses viel Erde und dazu Pflanzen tragen muss, ohne sich zu verschieben. Aufgrund des Einsatzes der Rüttelplatte wird zudem Volumen verloren, da das Hochbeetfundament verdichtet wird.

Fundament umsetzen

Sobald Sie den Kies und die Rüttelplatte zur Verfügung haben, gehen Sie auf die folgende Weise vor, um das Hochbeetfundament umzusetzen:

1. Nachdem Sie einen geeigneten, am besten ebenen, Standort für das Hochbeetfundament ausgewählt haben, beginnen Sie die Abmessungen abzustecken. Dafür benötigen Sie die langen Nägel und die Schnur, mit denen sich innerhalb kurzer Zeit problemlos der Umriss für das Hochbeet aus Steinen abstecken lässt.

2. Wurde das Beet abgesteckt, beginnen Sie mit einen Erdaushub von 20 Zentimetern. Falls Sie Familienmitglieder oder Freunde mit in diese Arbeit einspannen können, geht es deutlich schneller voran. Achten Sie darauf, dass vor allem die Wände des Aushubs nicht zu weit in das Loch ragen. Ein rechter Winkel wäre ideal. Verdichten Sie den Boden mit der Rüttelplatte.

3. Nun füllen Sie eine Schicht Kies in das Loch und verdichten die Steine mit der Rüttelplatte. Wiederholen Sie diesen Fortschritt solange, bis das gesamte Loch auf diese Weise gefüllt wurde.

Fundament für das Hochbeet

Damit ist das Fundament fertiggestellt. Diese Unterlage bietet sich hervorragend an, um aus Steinen ihr Beet zu mauern. Selbst bei sehr großen Hochbeeten, die zum Beispiel zur Hangbefestigung eingesetzt werden, lohnt sich stattdessen ein gegossenes Betonfundament, da diese dauerhaft mehr Stabilität bieten. Für ein einfaches Hochbeet dagegen reicht die Kies-Variante völlig aus.

Tipp: Falls Sie selbst keine Rüttelplatte besitzen oder eine kaufen möchten, können Sie diese bei Baumärkten und Fachhändlern ausleihen. Durchschnittlich liegen die Leihgebühren für einen Zeitraum von vier Stunden bei etwa 30 Euro, für einen Tag bei 35 bis 40 Euro und für ein Wochenende bei 50 bis 60 Euro.

Hochbeet aus Steinen mauern: Anleitung

Nun ist alles bereit für den Bau des Hochbeets. Sobald Sie das Beetfundament fertiggestellt und das notwendige Material zur Verfügung haben, können Sie beginnen, Ihr Beet zu bauen. Folgen Sie beim Bauen dieser Anleitung:

1. Mörtel anmischen

Beginnen Sie damit, den Mörtel für die Steine anzumischen. Halten Sie sich dabei an die Mischungshinweise des jeweiligen Herstellers, damit der verwendete Mörtel nicht zu flüssig oder fest ist. Nachdem der Mörtel angemischt wurde, beginnen Sie sofort mit dem Mauerbau.

2. Erste Steinschicht platzieren

Die erste Schicht Steine muss besonders gründlich gemauert werden. Fangen Sie damit an, die Steine der untersten Reihe einen nach dem anderen ohne Mörtel zu platzieren. Dadurch erhalten Sie einen guten Überblick, wie der weitere Verlauf beim Bauen voranschreiten wird.

3. Steine ausrichten

Danach nutzen Sie die Wasserwaage, um alle Steine zu überprüfen. Sie dürfen weder an einer Seite höher als auf der anderen oder leicht verschoben sein, sonst steht das Hochbeet nicht sicher. Steht Ihr Beet nicht gerade, können die Pflanzen und das Substrat die Stabilität verschlechtern und bei großer Belastung schnell zu Beschädigungen führen. Lassen Sie sich also mit diesem Schritt Zeit und richten Sie alle Steine so gut es geht aus.

4. Steinschicht fixieren

Nun fixieren Sie die unterste Mauerschicht mit Mörtel. Dafür nehmen Sie ausreichend Mörtel auf die Kelle auf und verstreichen diesen auf den Steinen. Falls Sie Feldsteine nutzen, benötigen Sie mehr Mörtel, damit die Steine wirklich sitzen. Das ist besonders wichtig bei der untersten Schicht, denn diese trägt die gesamte Konstruktion. Versuchen Sie, ungerade oder stark unterschiedlich geformte Steine bei dieser Variante ineinander zu schichten, zu verkeilen und anschließend mit Mörtel die Stellen zu füllen. Sobald der Mörtel getrocknet ist, steht er fest.

Erste Steichschicht für das Hochbeet mauern

5. Steine schichten

Wurde die erste Schicht vollendet, folgt die zweite. Beim Schichten der Steine sollten Sie nun wie bei einem klassischen Mauerwerk darauf achten, diese versetzt zu platzieren. Das heißt, die Mitte eines Steins wird auf die Mörtelfuge der unteren Schicht gesetzt und so weiter. Sobald Sie die einzelnen Steine fertig gesetzt haben, wenden Sie diese Methode bis zur endgültigen Höhe an. Lassen Sie sich hierbei ausreichend Zeit, denn nur so wird das Beet ein Erfolgt.

Steine für das Hochbeet schichten

6. Verkleidung

Das Hochbeet ist nun fertig für die Verkleidung. Als nächster wichtiger Schritt ist der Kaninchendraht oder ein anderes Drahtgeflecht zu nennen, das gegen Ungeziefer aller Art hilfreich ist. Dieses wird einfach nur auf das Fundament gelegt und kann entweder mit Mörtel oder Kies fixiert werden, falls Sie noch welchen übrig haben. Überprüfen Sie am Ende, ob das Gitter gut sitzt.

Drahtgeflecht oder Gitter als Schutz vor Ungeziefer anbringen

7. Teichfolie als Feuchtigkeitsschutz

Teichfolie ist der nächste Schritt, um Ihr Hochbeet aus Steinen zu verwirklichen. Schneiden Sie diese zurecht, um die Innenseiten zu verkleiden, die daraufhin gegen eindringende Feuchtigkeit geschützt sind. Das ist besonders wichtig für den Mörtel und die etwas empfindlicheren Steinarten wie Ziegel oder Sandstein. Zur Befestigung wird die Folie über den Rand gestülpt und anschließend mit einer Schicht Mörtel und weiteren Steinen fixiert. Alternativ können Sie sich dekorativere Arten wie Holzleisten oder kleine Blumenkästen überlegen, die Sie zur Erweiterung des Hochbeets nutzen. Lassen Sie hier Ihrer Kreativität freien Lauf.

Teichfolie schützt die Steine vor Feuchtigkeit

8. Hochbeet befüllen

Zu guter Letzt können Sie mit dem Befüllen des Hochbeets beginnen. Lassen Sie davor den Mörtel davor komplett trocknen, damit dieser sich nicht verschiebt und es zu instabilen Wänden kommt. Falls es über die Trocknungszeit regnen sollte, empfiehlt sich ein Regenschutz. Feuchtigkeit ist beim Trocknen nicht unbedingt zu empfehlen.

Auf diese Weise gelingt die grundlegende Variante eines Hochbeets, das Sie selbst mauern können. Sie können natürlich Ihr Hochbeet im Design, der Form und allen anderen Punkten ganz ihrem Geschmack anpassen. Je mehr handwerkliches Geschick oder Erfahrungen Sie in diesem Bereich haben, desto interessanter werden die Ergebnisse.

fertig gemauertes Hochbeet

Tipp: Als bester Zeitpunkt für die Anlage eines mit Kompost gefüllten Hochbeets ist der Herbst zu empfehlen. Bis zu diesem Zeitpunkt sind die Garten- und Küchenabfälle über den Sommer ausreichend verrottet und können als nährstoffreiches Substrat genutzt werden.

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