Hortensie mit rosa Blütenfarbe

Die Hortensie, mit wissenschaftlichem Namen auch als Hydrangea bezeichnet, erfreut sich vor allem wegen ihrer üppigen, Blütenpracht großer Beliebtheit. Doch um die erwünschten, meist halbkugelförmigen Blüten mit ihren dekorativen und ausladenden Schaublüten regelmäßig hervorzubringen, sind die Hortensien auf die Unterstützung der Hobbygärtner angewiesen. Hier finden Sie deshalb alle erforderlichen Informationen, um die Pflanze mit dem einen oder anderen Hausmittel als Dünger mit allen nötigen Nährstoffen zu versorgen.

Hortensien düngen

Die Anforderungen von Hortensien

Obwohl die Hortensie hinsichtlich ihrer Haltung im Freiland oder im Topf zahlreichen anderen Ziersträuchern stark ähnelt, wartet sie doch mit ganz eigenen Anforderungen an Boden und Nährstoffversorgung auf. Um die Auswahl der Hausmittel beim Düngen richtig zu gestalten, sollte man daher über die Bedürfnisse von Hydrangea Bescheid wissen:

  • Hoher Stickstoffbedarf für Blatt- und Blütenwachstum
  • Hoher Kaliumbedarf für intensive Blüteninduktion und hohe Blütenfülle
  • Niedriger pH-Wert, idealerweise unter 5, um die Nährstoffaufnahme zu erleichtern
  • Geringer Phosphorgehalt, um pH-Wert im gewünschten niedrigen Bereich zu halten
  • Hoher Anteil an Spurenelementen wie Eisen, Magnesium, Schwefel, Zink und anderen, um dabei Widerstandsfähigkeit zu erhalten und Wachstum zu intensivieren

Mit diesem Grundwissen lässt sich Dünger gut hinsichtlich seiner Tauglichkeit für die Hortensie beurteilen, so dass der Griff zum passenden Hausmittel sicher gelingt.

Hortensie, Hydrangea

Tipp: Hortensien warten mit unterschiedlichen Blütenfarben auf. Wer unbedingt eine blaue Blüte erlangen möchte, sollte dabei einen besonderen Wert auf einen niedrigen pH-Wert legen. Der (niedrige) Phosphorgehalt des verwendeten Düngers sollte daher mit im Mittelpunkt stehen.

Hausmittel

Hortensiendünger selbst gemacht

Hinweis: Da mineralische Düngemittel meist industriell hergestellt werden, oder zumindest im großen Maßstab an geeigneten Stellen abgebaut werden, konzentriert sich die Sammlung geeigneter Hausmittel vor allem auf den Bereich der organischen Düngemittel. Diese entstehen dabei meist durch Zersetzungsprozesse organischer Substanzen, in dessen Rahmen die erwünschten Inhaltsstoffe freigesetzt werden. Neben der optimalen Zusammensetzung des Düngers, erfahren Sie außerdem, wann und wie oft die jeweilige Substanz eingesetzt werden sollte.

Laubkompost

Zusammensetzung

  • zersetztes Laub
  • für saures Milieu vor allem Eichenlaub
  • mäßige Beimengungen von Birken-, Erlen- und anderen Laubarten ebenfalls möglich

Herstellung

  • Kompostierung des Laubs in geeignetem Schnellkomposter oder auf klassischem Komposthaufen
  • idealerweise Verwendung erst im zweiten Jahr
  • Aber: Kalk als Beschleuniger wegen nachteiliger Wirkung auf den pH-Wert ungeeignet!

Inhaltsstoffe

  • umfassendes Angebot von zahlreichen Mineralien und Stickstoff

Anwendung

  • 2 bis 3 Zentimeter dicke Schicht um die Pflanze herum auf den Boden ausbringen und locker einarbeiten und dann gut bewässern

Häufigkeit

  • ab März bis Ende August alle zwei Wochen

Herbstlaub

Nadelkompost

Zusammensetzung

  • abgefallene Nadeln verschiedener Nadelbäume

Herstellung

  • Kompostierung bzw. Verrottung in Komposter oder lose als Mieten aufgeschüttet
  • meist 3-jährige Rotte erforderlich
  • bei ausschließlich Fichten- und Lärchennadeln auch 2-jährig ausreichend
  • lagenweise Aufschichtung mit Grasschnitt für Dauer und Zusammensetzung vorteilhaft

Inhaltsstoffe

  • vielseitiges Angebot unterschiedlicher Nährstoffe
  • hoher Stickstoffanteil, aber ebenso Mineralien

Anwendung

  • wenige Zentimeter stark ausbringen, einarbeiten und bewässern

Häufigkeit

  • zwischen März und Ende August zweiwöchentlich

 Nadelkompost als natürlicher Dünger

Hornspäne/ Hornmehl

Zusammensetzung

  • zerkleinerte Bestandteile von Tierhörnern und Hufen

Herstellung

  • Zerkleinern bzw. Malen der tierischen Bestandteile
  • Freigabegeschwindigkeit des hohen Stickstoffgehalts dabei abhängig vom Malgrad des Horns

Inhaltsstoffe

  • in erster Linie Stickstoff

Anwendung

  • je Strauch etwa eine Handvoll Späne oder Mehl flach in die Erde einharken

Häufigkeit

  • einmal je Saison zu Saisonbeginn

Hornspäne als natürlicher Dünger

Kaffeesatz

Zusammensetzung

  • geröstete und gemahlene Kaffeebohnen

Herstellung

  • fällt bei der Verwendung klassischer Filterkaffeemaschinen als Restprodukt an

Inhaltsstoffe

  • Stickstoff, Kalium, Magnesium
  • darüber hinaus mäßig pH-Wert-senkend

Anwendung

  • in dünner Schicht im Wurzelbereich ausstreuen

Häufigkeit

  • von März bis etwa Juli, jeweils nach Niederschlägen

Kaffeesatz als Dünger

Tipp: Kaffeesatz bringt der Hortensie nicht nur verschiedene Nährstoffe und kann zu einem niedrigen Boden-pH-Wert beitragen, darüber hinaus wartet er auch noch mit Koffein auf. Dieses wirkt auf die üblichen, im Garten anzutreffenden Schädlinge bereits in der im Kaffee enthaltenen Menge toxisch und kann daher insbesondere Schnecken von den Sträuchern fern halten. Somit lässt sich mit Kaffeesatz neben dem Düngen zugleich eine gut wirksame Schädlingsabwehr bewerkstelligen.

Gemüsewasser

Zusammensetzung

  • Wasser mit gelösten Inhalten aus dem darin gekochten Gemüse

Herstellung

  • fällt ohnehin beim Kochen von Gemüse an

Inhaltsstoffe

  • Nährstoffe, die aus dem Gemüse gelöst wurden, vor allem Mineralien

Anwendung

regelmäßig als Gießwasser verwenden

Häufigkeit

wegen relativ geringer Inhaltsmengen keine Einschränkung der Verwendung erforderlich

Gemüsewasser als Abfallprodukt zum Düngen nutzen

Hinweis: Als Dünger eignet sich jedoch nur ungesalzenes Gemüsewasser. Denn das Salz dringt in den Boden ein und kann den Pflanzen schaden.

Teebeutel / Tee

Zusammensetzung

  • zerkleinerte Teeblätter
  • schwarzer und grüner Tee dabei besonders gut geeignet

Herstellung

  • fällt beim Teekonsum ohnehin als Nebenprodukt an

Inhaltsstoffe

  • Stickstoff, Kalium und Magnesium
  • durch enthaltene Gerbsäuren positiver Einfluss auf pH-Wert des Bodens

Anwendung

  • Tee lose auf Erde im Bereich der Wurzel ausstreuen

Häufigkeit

  • auf Grund vergleichsweise geringer Intensität der Inhaltsstoffe unbegrenzt möglich

Teesatz als Dünger

Bananenschalen

Zusammensetzung

  • organische Biomasse, die dabei im Rahmen der Verrottung enthaltene Stoffe freisetzt

Herstellung

  • fallen beim Verzehr von Bananen als Bioabfall an

Inhaltsstoffe

  • Kalium und Calcium
  • sowie andere Mineralstoffe

Anwendung

  • Schalen möglichst klein geschnitten in das Erdreich einarbeiten

Häufigkeit

  • während der Wachstumsphase ab März bis ungefähr Ende August einmal im Monat in moderaten Mengen

Bananenschale als Dünger

Achtung: Häufig werden neben den bereits benannten Produkten auch Eierschalen, Holzasche und sogar Urin als mögliche Mittel zum Düngen von Pflanzen benannt. Für Hortensien sind diese Stoffe jedoch ungünstig und sollten vermieden werden. Denn Urin beinhaltet hohe Mengen an Phosphor, der den pH-Wert nachteilig erhöht. Holzasche hat einen ähnlichen Effekt. Eierschalen dagegen beinhalten viel Kalk, der ebenfalls eine pH-Werterhöhung nach sich zieht.

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