Forellenbegonie, Begonia maculata: Pflege von A-Z

Forellenbegonie - Begonia maculata
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Blütenfarbe
rosa, weiss
Standort
Absonnig
Blütezeit
Mai, Juni, Juli, August
Wuchsform
aufrecht, buschig
Höhe
bis zu 100 Zentimeter
Bodenart
sandig, lehmig
Bodenfeuchte
mäßig feucht, frisch
pH-Wert
neutral, schwach sauer
Kalkverträglichkeit
Kalkintolerant
Humus
humusreich
Giftig
Ja
Pflanzenfamilien
Schiefblattgewächse, Begoniaceae
Pflanzenarten
Topfpflanzen, Zimmerpflanzen
Gartenstil
Topfgarten, Wintergarten

Die Forellenbegonie ist eine seltene exotische Schönheit mit auffälligem Blattschmuck. Die silbrig-weißen Punkte auf den grünen Blättern brachten ihr auch den Namen Polka-Dot-Begonie ein. Nicht zu vergessen die außergewöhnlichen Blütenstände.

Standort

Die Forellenbegonie (Begonia maculata) ist eine wärmeliebende Zimmerpflanze. Sie steht gerne hell, allerdings nicht in der prallen Sonne. Etwas Sonne morgens und abends ist kein Problem. Die ideale Raumtemperatur liegt zwischen 18 und 20 Grad. Unter 10 Grad sollte sie jedoch nicht für längere Zeit fallen. Ist der Platz zu kühl, reagiert die Begonie darauf mit Zusammenrollen der Blätter. Neben einem hellen Standort benötigt die Pflanze eine hohe Luftfeuchtigkeit. Um die zu gewährleisten, ist es ratsam, sie ab und zu besprühen, allerdings nicht zu stark, besser mit einem sehr feinen Sprühnebel.

Boden

Grundsätzlich liebt dieser Exot einen luftdurchlässigen und lockeren Boden. Ein durchlässiges Substrat fördert die Luftzirkulation im Bereich der Wurzel, sodass sich diese besser entwickeln kann. Um diesen Ansprüchen gerecht zu werden, bieten sich hochwertige Zimmerpflanzenerde oder feinkörnige Kakteenerde an. Durch die Zugabe von Perlite, Tongranulat oder Pinienrinde lässt sich die Struktur des Bodens zusätzlich auflockern. Dank seiner grobkörnigen Struktur wächst die Forellenbegonie auch sehr gut in Lechuza-Pon, einem Pflanzsubstrat aus Humus, angereichert mit mineralischem Bims, Lava und Zeolithe.

Polka-Dot-Begonie - Begonia maculata
Damit die Polka-Dot-Begonie optimal gedeiht, sollten Sie dem Substrat höchste Aufmerksamkeit zuwenden.

Tipp: Lechuza-Pon baut sich nicht ab wie Erde, sondern behält seine Form. Es speichert Wasser und Nährstoffe, bis es die Pflanzen benötigen.

Pflege

Haben Sie die Forellenbegonie an den idealen Standort in den optimalen Boden gesetzt, sollten Sie ihr anschließend, die in den nächsten Abschnitten beschriebene Pflege zuteilwerden lassen.

Gießen

Die Versorgung mit Wasser nimmt bei der Pflege eine Sonderstellung ein. Besonders bei der Forellenbegonie ist diesbezüglich Fingerspitzengefühl gefragt.

  • Boden sollte konstant leicht feucht sein, nicht nass
  • Ballentrockenheit wird nicht vertragen
  • Gießmenge und -rhythmus aufeinander abstimmen
  • Wasserbedarf während des Wachstums am höchsten
  • zwischen März/April und September
  • außerhalb dieser Zeit weniger und seltener wässern
  • zuvor obere Bodenschicht antrocknen lassen

Die Gießmenge und -häufigkeit unterliegt je nach Umgebungstemperatur und Alter bzw. Entwicklungsstadium der Pflanzen gewissen Schwankungen. Grundsätzlich muss bei der Versorgung mit Wasser jeder seinen eigenen Rhythmus finden und die Pflanzen genau beobachten.

Tipp: Wer mit dem Gießen nicht so gut zurechtkommt, dem kann vielleicht ein handelsüblicher Feuchtigkeitsmesser helfen.

Düngen

Auch die Düngung ist bei der Pflege nicht zu vernachlässigen. Im ersten Jahr nach dem Kauf oder Umtopfen kann auf Dünger verzichtet werden. Später wird in der Hauptwachstumsphase von März bis September regelmäßig gedüngt. Vor und während der Blüte etwa alle zwei Wochen, nach der Blüte einmal monatlich. Als Dünger bieten sich handelsübliche Flüssigdünger oder Langzeitdünger in Form von Kombistäbchen, Pellets oder Granulat an.

Blüte der Polka-Dot-Begonie
Blüte der Forellenbegonie

Schneiden

Um Begonia maculata in der Höhe zu begrenzen oder eine bessere Verzweigung zu erzielen, ist ein Rückschnitt jederzeit möglich. Man kann sie entspitzen oder den Stamm einkürzen. Schneiden sollte man immer oberhalb eines Stängelknotens. Aus den schlafenden Augen treibt die wuchsfreudige Begonie dann wieder aus. Um sie seitlich einzukürzen, kann man die Triebe unterhalb eines beliebigen Blattknotens abschneiden. Vertrocknete Teile der Pflanze sollten regelmäßig entfernt werden.

Überwintern

Die kalte Jahreszeit kann die Forellenbegonie an einem hellen, nicht sonnigen Fensterplatz verbringen. Sie kann jetzt etwas kühler stehen bei 15-18 Grad, sollte aber nicht in unmittelbarer Nähe einer Heizung stehen. Auch beim Überwintern ist ein Mindestmaß an Pflege erforderlich, denn auch jetzt muss gegossen werden, wenn auch sparsamer. Zudem kann es hilfreich sein, die Blätter hin und wieder mit besprühen oder abzubrausen.

Umtopfen

Da es sich bei der Forellenbegonie (Begonia maculata) um eine starkwüchsige Pflanze handelt, gehört auch regelmäßiges und jährliches Umtopfen zur Pflege. Die beste Zeit hierfür ist im Frühjahr oder Sommer. Man sollte komplett frisches Substrat verwenden und nach dem Umtopfen gründliches Wässern nicht vergessen.

Forellenbegonie - Begonia maculata
Die Forellenbegonie freut sich über regelmäßiges Umtopfen.

Vermehren

Kopfstecklinge

Die Vermehrung dieser außergewöhnlichen Begonie ist jederzeit möglich u. a. mithilfe von Kopfstecklingen, die man ausschließlich von gesunden Pflanzen schneiden sollte.

  • Stecklinge etwa 8-10 Zentimeter lang
  • von Trieben ohne Blüten
  • unterhalb eines Blattknotens schneiden
  • Steckling sollte mindestens drei Blattknoten besitzen
  • unterstes Blatt entfernen
  • zum Bewurzeln in ein Glas mit Wasser stellen
  • oder direkt in ein Gemisch aus Torf und scharfem Sand
  • bis zur Bewurzelung sparsam gießen

Stecklinge, die im Wasserglas bewurzeln, können gepflanzt werden, sobald die Wurzeln mehrere Zentimeter lang sind und beginnen sich zu verzweigen. Bis es so weit ist, können zwei bis sechs Wochen vergehen. Nach dem Einpflanzen müssen sie regelmäßig gegossen werden.

Stammstecklinge

Stammstecklinge kann man gewinnen, indem man die Pflanze bzw. den Stamm oberhalb eines Stängelknotens abschneidet. Genau aus diesem Knoten treibt der Steckling dann wieder aus. Von dem abgeschnittenen Stammstück schneidet man dann den Steckling.

  • Stammsteckling sollte etwa 10 cm lang sein
  • muss über mindestens ein schlafendes Auge verfügen
  • Steckling waagerecht auf feuchte Erde legen
  • Auge sollte nach oben zeigen
  • daraus treibt der Steckling aus
  • durch Abdeckung optimale klimatische Bedingungen schaffen
  • Abdeckung muss lichtdurchlässig sein
  • Topf anschließend an hellen bis halbschattigen Platz stellen

Sobald sich der erste Austrieb in Form eines neuen Blattes zeigt, ist das ein Hinweis darauf, dass der Steckling Wurzeln gebildet hat. Bei Temperaturen zwischen 18 und 22 Grad dauert das in der Regel drei bis sechs Wochen. Jetzt benötigt der Steckling mehr Licht und muss demzufolge etwas heller stehen.

Blattstecklinge

Eine Vermehrung über Blattstecklinge kann auf unterschiedliche Art erfolgen. Zunächst schneidet man von der Begonie ein oder mehrere Blätter mit oder ohne Stiel ab. Nun steckt man ein intaktes Blatt mit etwa zwei Zentimetern Blattansatz schräg in die Erde oder man durchtrennt dicke Blattadern und legt die Blätter dann flach auf das feuchte Substrat.

Selbst einzelne Teile von Blättern können zur Vermehrung genutzt werden, indem man sie ebenfalls schräg in den Boden steckt. Nun fehlt nur noch Wärme, viel Licht und eine hohe Luftfeuchtigkeit. Hierfür reicht es aus, die Stecklinge mit einer lichtdurchlässigen Folie abzudecken und an einen hellen und warmen Platz zu stellen. Innerhalb von ein bis zwei Monaten bilden sich an den Blattstecklingen sowohl Wurzeln als auch neue Pflänzchen.

Tipp: Um Schimmelbildung auf dem Substrat zu vermeiden, muss die Folie etwa alle zwei Tage zum Belüften entfernt werden.

Krankheiten

Korkfleckigkeit

Eine Ansammlung gelblicher Flecken auf den Blättern wird als Korkfleckigkeit bezeichnet. Sie ist in der Regel die Folge zu hoher Feuchtigkeit oder mangelnder Luftzirkulation. Befallene Blätter sollten möglichst trocken gehalten werden. Darüber hinaus sollte ein Standortwechsel erfolgen und die Pflanze einen besser belüfteten Platz bekommen.

Braune Spitzen an Forellenbegonie
Forellenbegonie mit braunen Spitzen

Braune Blattflecken

Braune Flecken auf den Blättern legen die Vermutung nahe, dass es sich um die Pilzkrankheit Botrytis handelt. Ein Befall beginnt meist an den untersten Blättern, die der Erde am nahesten sind. Auch die Blüten können betroffen sein. Als erste Maßnahme sollten alle befallenen Teile der Pflanze entfernt und entsorgt werden. Zusätzlich bietet sich die Behandlung mit einem geeigneten Fungizid an.

Gelbe oder braune Blätter

Gelbe Blätter sind häufig die Folge einer Überwässerung, können aber auch auf zu niedrige Temperaturen, Nährstoffmangel sowie ein Mangel oder Überangebot an Licht hindeuten. Um so wichtiger ist es, auf bedarfsgerechtes Gießen und Düngen zu achten und den Standort mit Bedacht zu wählen.

Mehltau

Weiße kreisförmige Flecken und pudrig wirkender Belag auf den Blättern deuten auf einen Befall mit Mehltau hin. Die Flecken breiten sich langsam immer weiter aus und befallen bald die ganze Pflanze. Schon bei den ersten Anzeichen sollte man Gegenmaßnahmen ergreifen. Im Handel werden spezielle Fungizide zur Bekämpfung angeboten. Vorbeugend sollte auf einen gut belüfteten Standort geachtet werden.

Schädlinge

Thripse

Die am häufigsten an der Forellenbegonie auftretenden Schädlinge sind Thripse, auch bekannt als Blasenfüße. Meist erkennt man die kleinen schwarzflügeligen Pflanzensauger nur schwer, da sie gut versteckt an der Pflanze sitzen. Erschwerend kommen die weißen Polk-Dots auf den Blättern hinzu. Was man erkennt, sind silbrig schimmernde Saugspuren auf den Blättern. Im Kampf gegen diesen Schädling können spezielle Pflanzensprays aus dem Fachhandel helfen.

Spinnmilben

Ein Befall mit Spinnmilben ist in den meisten Fällen das Ergebnis von Pflegefehlern, denn die Begonie mag es eher feucht und Spinnmilben trocken. Sie sind an feinen weißen Gespinsten zu erkennen, die irgendwann die ganze Pflanze überziehen. Bei einem fortgeschrittenen Befall färben sich die Blätter gelb, graugrün oder kupferbraun. Zur Bekämpfung bietet sich der Einsatz von Raubmilben an.

Blattläuse

Blattläuse befallen sowohl die Blüten als auch Triebe. Zudem finden sich an den Blättern die klebrigen Ausscheidungen (Honigtau) der Schädlinge. Ein Befall tritt vor allem unter ungünstigen Bedingungen auf. Bekämpfen lassen sich Blattläuse mithilfe von Florfliegen, aber auch mit speziellen Pflanzensprays und Pflanzensuden.

Häufig gestellte Fragen

Ist die Forellenbegonie giftig?

Die Forellenbegonie gilt als giftig sowohl für Hunde, Katzen und Vögel als auch Nager wie Hamster, Kaninchen und Meerschweinchen. Diesen Tieren sollte der Zugang zu dieser Pflanze verwehrt bleiben, um Vergiftungen zu verhindern.

Was, wenn kein Regenwasser zur Verfügung steht.

Anstelle von Regenwasser kann man notfalls auch Leitungswasser verwenden, dass jedoch gut abgestanden sein sollte. Gegebenenfalls kann man die Forellenbegonie auch zweimal im Jahr in frische Erde umtopfen. Damit sollte die Gefahr eigentlich gebannt sein.

Kann die Forellenbegonie auch aus Samen gezogen werden?

Eine Anzucht aus Samen ist durchaus möglich. Allerdings ist diese Methode nicht so erfolgversprechend und die winzigen Samen nicht besonders keimfähig. Nur etwa die Hälfte der Samen geht tatsächlich auf.