Pappel-Baum, Populus: Wachstum, Pflanzen und Pflege-ABC

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Blütenfarbe
weiss
Standort
Halbschatten, Absonnig, Sonnig
Blütezeit
März, April
Wuchsform
aufrecht, ausladend
Höhe
bis zu 40 m hoch
Bodenart
sandig, lehmig
Bodenfeuchte
mäßig trocken, mäßig feucht
pH-Wert
neutral, schwach alkalisch, schwach sauer, alkalisch, sauer
Kalkverträglichkeit
Kalktolerant
Humus
humusreich
Giftig
Nein
Pflanzenfamilien
Weidengewächse, Salicaceae
Pflanzenarten
Heilpflanzen, Laubbäume, Nutzpflanzen
Gartenstil
Naturgarten, Parkanlage

Die Pappel ist ein dank ihres schlanken, aufrechten Wuchses ein beliebter Alleebaum. Allerdings macht sie auch als stilvoller Solitär im heimischen Garten äußerst gut. Wenngleich ihre Blüten allgemein als unauffällig gelten, finden viele Hobbygärtner gefallen an den farbigen Kätzchen. Ebenso erweisen sich die filigranen, herzförmigen Blätter als äußerst dekorativ.

Steckbrief

  • Deutscher Name: Pappel
  • Lateinischer Name: Populus
  • Familie: Weidengewächse (Salicaceae)
  • Verbreitung: Europa, Asien und Nordamerika
  • Blütezeit: März – April
  • Blütenfarbe: weiß
  • Blütenform: Kätzchen
  • Wuchshöhe: bis 40 m
  • Alter: bis 300 Jahre
  • Winterhart: bis -24 Grad Celsius

Standort

Pappelallee
Pappeln finden sich häufiger in Parkanlagen oder als Alleebäume.

Wer eine Pappel in den Garten pflanzen möchte, sollte in erster Linie ausreichend Platz für den Baum haben. Hierbei ist auch in die Zukunft zu denken, denn der prächtige Baum kann ein Lebensalter von bis zu 300 Jahren erreichen. Die Pappel erreicht nicht nur eine beachtliche Höhe, sondern benötigt auch im Erdreich viel Platz für ihr beachtliches Wurzelwerk. Dieses ist sehr aggressiv und verdrängt gerne auch benachbarte Pflanzen schnell. Auch Gehwege, Rohre und Hausmauern sollten sich in ausreichendem Abstand zur Pappel befinden. Aufgrund dieser Eigenschaften ist es durchaus empfehlenswert, sie als Solitärbaum im Zentrum einer Rasenfläche zu pflanzen.

  • viel Platz
  • sonnig und warm
  • südseitiger Standort ideal
  • am besten in Gewässernähe

Boden

Die Pappel hat es gerne feucht, weshalb sie am besten in Gewässernähe gepflanzt wird. Im heimischen Garten bietet sich beispielsweise die Nähe eines Teichufers an. Dies ist jedoch nicht zwingend erforderlich, da die Pappel eigentlich auf allen Böden gut wächst, sofern diese feucht genug sind. Wer keinen Teich hat, muss gegebenenfalls manuell bewässern. Abgesehen von der Feuchte des Bodens, bevorzugt der Baum zudem folgende Bodeneigenschaften:

  • karg bis nährstoffreich
  • pH-Wert: sauer oder basisch (4,9 – 8)
  • humusreich
  • kalktolerant

Aussaat / Samen

Das Aussäen ist nur bedingt empfehlenswert, denn generell wird dies von der Natur übernommen. Pappeln nehmen hierfür die Hilfe des Windes in Anspruch, der die Pappel-Samen verteilt. Dementsprechend sind die Samen auch nicht gewöhnliche, kleine Körnchen, sondern mit einem weißen, flaumigen Schopf ausgestattet. Denn dadurch ist es den Samen möglich, sich vom Wind einige Meter weit tragen zu lassen. Zusätzlich sind die Pappel-Samen dadurch gut schwimmfähig und können von naheliegenden Flüssen und Bächen noch weiterverbreitet werden.

Einpflanzen

Pappel einpflanzen - Spaten
Der erste Schritt zum Einpflanzen einer Pappel ist das Ausheben eines entsprechend großen Pflanzlochs.

Wer eine Pappel in seinen Garten pflanzen möchte, kann zwischen einem ausgewachsenen Exemplar sowie vorgezogenen Stecklingen und Jungbäumen wählen. Ausgewachsene Bäume werden im Herbst eingepflanzt, wohingegen Jungbäume bevorzugt im Frühling gesetzt werden. Empfehlenswert ist es, sich für Jungbäume zu entscheiden, da sich diese leichter etablieren. Zudem wachsen die jungen Gehölze relativ rasch zu robusten und ansehnlichen Gehölzern heran. Um die Jungbäume einzupflanzen, wird am besten wie folgt vorgegangen:

  • ausreichend großes Pflanzloch ausgraben
  • Oberbodendicke soll nach dem Einsetzen etwa 80 cm betragen
  • Substrat auflockern
  • bei Bedarf Kies oder Sand beifügen
  • Grunddüngung mit Zugabe von Kompost
  • Stützpfahl einschlagen
  • Setzling aufrecht in das Pflanzloch stellen
  • Erde gut einschlämmen
  • Pappel an Stützpfahl anbinden

Stützpfahl

Bei jungen Gehölzen ist es generell ratsam, sie beim Einpflanzen mit einem Stützpfahl auszustatten. Dadurch sind die Jungbäume gesichert, falls ein Sturm aufkommt und vor dem Umkippen geschützt. Dementsprechend können sie sich ihre Wurzeln besser im Boden verankern und der Baum somit rasch anwachsen. Während große Bäume in der Regel aus einem Dreiblock aus drei Pfählen gestützt werden, ist für Jungbäume meist ein senkrechter Pfahl ausreichend. Um den jungen Laubbaum zu stützen, wird am besten wie folgt vorgegangen:

  • Stützpfahl schräg in den Boden einschlagen
  • etwa eine Handbreit vom Stamm entfernt
  • auf der Seite der Hauptwindrichtung
  • Jungbaum anbinden
  • z.B.: mit einem Kokosstrick
  • anbinden etwa 1 – 2 Handbreit unterhalb der Krone

Düngen

Zitterpappel - Espe
Heruntergefallenes Pappellaub kann im Herbst als zusätzlicher Dünger fungieren.

Im Idealfall wird die Pappel direkt beim Einpflanzen mit einer Grunddüngung in Form von Kompost versorgt. Diese ist meist ausreichend, denn Pappeln benötigen nicht zwingend eine zusätzliche Düngung. Wer den Laubbaum dennoch zusätzlich mit Nährstoffen versorgen möchte, kann das herabfallende Laub im Wurzelbereich liegen lassen oder im Herbst noch etwas Kompost ausbringen.

  • Grunddüngung mit Kompost beim Einpflanzen
  • herabfallendes Laub liegen lassen
  • bei Bedarf im Herbst Kompostdüngung

Gießen

Pappeln gelten generell als sehr wasserhungrig, weshalb sie sich in Wassernähe besonders wohl fühlen. Das Bewässern ist in diesem Fall grundsätzlich nur in anhaltenden Trockenphasen erforderlich. Wer jedoch keinen Gartenteich hat, sollte die durstige Pappel hingegen manuell bewässern, am besten täglich! Ebenso ist es erforderlich, Setzlinge und Jungbäume in den ersten Wochen der Pflanzung regelmäßig zu gießen.

  • gießen vor allem bei anhaltender Trockenheit/Hitze
  • am besten früh morgens oder spät abends
  • Staunässe vermeiden!
  • Boden sollte nicht austrocknen

Schneiden

Koreanische Balsam-Pappel
Die Entscheidung zum Schnitt obliegt letztendlich der Formvorstellung des Gärtners.

Pappeln sind sehr gut schnittverträglich, müssen aber nicht zwingend geschnitten werden!  Wer möchte, dass sich eine schöne Krone entwickelt und der Stamm frei ist, sollte die ersten Jahre die unteren Äste schneiden. Wer hingegen möchte, dass die Äste vom Boden weg den Baum säumen, kürzt die Äste regelmäßig. Hobbygärtner, die auf einen Schnitt zur Gänze verzichten möchten, sollten jedoch zumindest morsche Äste und Totholz entfernen.

  • Herbst ist bester Zeitpunkt zum Schneiden
  • Saftfluss des Baumes geht zurück
  • morsche Äste und Totholz regelmäßig entfernen

Hinweis: Bei Alleebäumen und kunstvollen Solitären ist ein Formschnitt empfehlenswert!

Überwintern

Die Pappel ist winterhart und kommt auch mit stolzen Temperaturen von bis zu – 45 Grad Celsius zurecht. Dementsprechend ist der Baum grundsätzlich gut gegen Frost und Kälte gewappnet, sodass ein zusätzlicher Frostschutz in der Regel nicht erforderlich ist. Während Frost im Winter zwar keine Gefahr darstellt, ist für Jungbäume Wildverbiss umso gefährlicher. Denn die Rinde und Knospe von jungen Bäumen werden gerne von unterschiedlichsten Tieren angeknabbert. Deshalb ist es ratsam, Jungbäume in den ersten zwei bis drei Jahren im Winter vor Wildverbiss zu schützen. Dies gelingt am besten wie folgt:

  • Stamm mit einem Jutesack einwickeln
  • Sack anbinden
  • bis zum zeitigen Frühjahr am Baum belassen
  • anschließend wieder entfernen

Vermehrung

Silber-Pappel
Die Vermehrung von Pappeln gelingt am besten mittels Steckhölzern, die im Spätwinter gewonnen werden.

Diese werden am besten aus einer gut belichteten Baumkrone eines noch relativ jungen Mutterbaums (10 – 15 Jahre) entnommen. Es ist zwar auch möglich, sie Steckhölzer auch von alten und schwachen Bäumen zu ernten, allerdings ist dies meist mit hohem technischem Aufwand verbunden. Ebenso können unter Umständen auch Seitentriebe bzw. krumme Seitenzweige aus dem Kronenbereich als Steckhölzer dienen, allerdings ist die Anwuchsrate meist deutlich geringer. Die gewählten Steckhölzer sollten nicht nur bestimmte Eigenschaften vorweisen, sondern auch für die Vermehrung vorbereitet werden:

  • Breite: etwa 8 – 12 mm dick
  • „Bleistiftdicke“ gilt als Untergrenze
  • mind. 4 Augen pro Steckholz
  • Steckhölzer auf 20 – 30 cm zuschneiden
  • oberster Schnitt knapp über einem Auge
  • unterster Schnitt knapp unter einem Auge

Lagerung

Nachdem die Steckhölzer gewonnen wurden, können sie entweder direkt eingesetzt oder alternativ gelagert werden. Damit die Steckhölzer die Lagerung gut überstehen, sind jedoch gewisse Faktoren zu berücksichtigen:

  • Steckhölzer bündeln
  • Bunde komplett in Sand oder Sägemehl einschichten
  • Wasserverlust durch Schnittstellen/Rinde wird dadurch vermieden
  • gut belüftet lagern, sonst Schimmelgefahr!

Steckhölzer einschlagen

Der beste Stecktermin ist im Frühjahr, wenn der Boden offen und keine Frostperioden mehr zu erwarten sind. Wer die Erfolgsaussichten der Vermehrung maximieren möchte, sollte zudem eine essenzielle Vorkehrung treffen, nämlich das Anbringen einer schwarzen PE-Folie (0,55mm). Diese wird bodeneben am zukünftigen Standort ausgelegt und sorgt dafür, dass der Boden sich gut aufwärmt und die Feuchtigkeit im Boden gehalten wird. Durch diese Faktoren wird ein frühzeitiges Wurzelwachstum gefördert. Nicht zu vergessen ist, dass dank der Folie Unkrautwuchs fast ganzjährig unterbunden wird und dem Anwachsen des Bäumchens somit nichts im Wege steht.

  • Substrat auflockern
  • bei Bedarf humusreiche Pflanzerde beifügen
  • PE-Folie bodeneben anbringen
  • Steckholz einschlagen
  • Abstand etwa 15 – 20 cm
  • so tief, dass etwa 2 cm aus Erde herausschauen
  • anschließend reichlich bewässern

Schädlinge

Roter Pappelblattkäfer - Chrysomela populi
Der Pappelblattkäfer, auch Weidenblattkäfer, ist besonders oft an Pappeln zu finden.

Pappeln werde sehr gerne von den unterschiedlichsten Schädlingen heimgesucht, welche sich jedoch in den meisten Fällen gut bekämpfen lassen. Einige Schädlinge hinterlassen lediglich optische Schäden, sodass eine Bekämpfung erst gar nicht notwendig ist. Hierzu zählen beispielsweise die Spiralgallenlaus und die Pappelblattwespe.

Roter Pappelblattkäfer

Der Rote Pappelblattkäfer verbreitet sich vor allem in warmen und trockenen Jahren massenhaft, sodass in einem Jahr mehrere Generationen entstehen können. Ein starker Befall kann der Pappel durchaus zu schaffen machen, da sich die Larven von Blatt zu Blatt fressen. Es kann sogar vorkommen, dass der Baum dadurch völlig kahl wird. Deswegen ist es ratsam, den Roten Pappelblattkäfer zu bekämpfen und entsprechende Vorbeugungsmaßnahmen zu treffen:

  • Boden um Baum aufharken – stört Winterruhe der Käfer
  • Puppen die am Stamm haften entfernen
  • natürliche Feinde einsetzen
  • z.B.: Schlupfwespen und Raupenfliegen
  • auf Monokultur verzichten
  • bei Bedarf Insektizid verwenden

Hornissenglasflügler

Der Hornissenglasflügler ist ein hornissenähnlicher Falter, dessen Larven sich am Holz und an der Wurzeloberfläche zu schaffen machen. Sie schwächen nicht nur den Baum, sondern hinterlassen auch Bohrlöcher, die wiederum Fäulepilzen den Eintritt erleichtern. Ein Befall stellt vor allem für Jungbäume und schwache Pappeln eine Gefahr dar, da sie bei einem starken Befall sogar absterben können. Die Bekämpfung der Hornissenglasflügler ist daher sehr empfehlenswert:

  • Einsatz von Pheromonen
  • bei Jungbäumen systemische Insektizide einsetzen

Erlenwürger

Der Erlenwürger befällt neben Pappeln auch Erlen und Weiden sowie andere Laubholz-Arten. Ein Befall lässt sich meist gut erkennen, denn der Rüsselkäfer sorgt für welkende Triebe und abgestorbene Pflanzen. Ebenso sind oft eintrocknende Rindenstellen und Bohrlöcher erkennbar. Die Auswirkungen auf den Baum können durchaus fatal werden, wobei vor allem bei Jungbäumen Bruchgefahr besteht. Allerdings lässt sich der Erlenwürger ziemlich effektiv bekämpfen:

  • Rückschnitt befallener Pflanzen
  • chemische Bekämpfung bei Bedarf
  • Insektizide im Frühjahr spritzen

Krankheiten

Pappelblattrost
Blätter mit orangen Flecken weisen auf den Befall mit Pappelblattrost hin.

Neben Schädlingen machen der Pappel oft auch Krankheiten zu schaffen. Allerdings gibt es auch hier etliche Krankheiten, die keine Gefahr für den Baum darstellen, sondern lediglich die Ästhetik beeinträchtigen. Hierzu zählt vor allem der Triebspitzenschorf, der sich durch schwarz gefärbte Triebspitzen bemerkbar macht. Andere Erkrankungen erfordern hingegen schnelles Handeln, um das Absterben des Baumes zu verhindern.

Rindenbrand

Der Rindenbrand wird durch einen Mikropilz verursacht, dessen Sporen über winzig kleine Wunden oder abgestorbene Zweige eindringt. Eine Erkrankung macht sich durch eingesunkene, hellbraune Nekrosen bemerkbar. Diese sind zu Beginn linsenförmig und bilden winzige Pusteln. Im weiteren Krankheitsverlauf platzt nicht nur die Rinde auf, denn befallene Kronenteile können absterben. Bei Rindenbrand ist ein Sanierungsschnitt unumgänglich! Ebenso sollten Vorbeugungsmaßnahmen getroffen werden:

  • Vermeidung von Wasserstress
  • Verletzungen an Wurzeln, Stamm und Äste vermeiden
  • resistente Sorten anbauen

Pappelblattrost

Der Pappelblattrost ist eine Pilzerkrankung, der vor allem ab dem Frühsommer auftritt. Befallene Bäume weisen oft gelborangene Punkte auf der Blattunterseite auf. Im Herbst zeigen sich rotbraune Flecken auf der Blattoberseite. Wird der Pilzbefall nicht frühzeitig erkannt, können befallenen Blätter vertrocknen und schließlich abfallen. Gefährlich ist der Pappelblattrost nicht, allerdings mindert er den Zuwachs und sorgt für eine vorzeitige Verfärbung des Laubs. Der Pilz lässt sich jedoch vorbeugen:

  • resistente Sorten anbauen
  • Fungizide im Frühsommer anwenden