Wie tief und breit sollte ein Gartenteich sein? | Teichgröße

Gartenteich Größe

Ob Hobbygärtner, Fischliebhaber oder einfach nur Freunde vielseitiger Gartengestaltung – für viele Menschen zählt ein Gartenteich zu den unverzichtbaren Elementen im heimischen Ziergarten. Wer ihn erst noch anlegen möchte, wird bereits bei den ersten Schritten der Planung mit der Frage nach der geeigneten Teichgröße konfrontiert. Wir erklären erforderliche Mindestmaße und Abhängigkeiten, damit Ihr Teich ein voller Erfolg wird.

Die richtige Teichgröße

Wer sich über das grobe Ziel eines Gartenteiches hinaus auch schon mit seiner Belebung auseinandergesetzt hat, für den ist bereits klar, dass es nicht die eine Größe für den perfekten Teich gibt. Denn zahlreiche Faktoren nehmen auf Breite und Tiefe Einfluss und setzen möglicherweise auch ein bestimmtes Mindestvolumen voraus:

  • Geplante Bepflanzung
  • Vorgesehene Bewohner in Form von Fischen, Muscheln etc.
  • Unbeabsichtigte, durch natürlichen Zuzug zu erwartende Bewohner, wie etwa Frösche
  • Geplante Nutzung als Zierteich oder auch Schwimmteich
  • die Stabilität des biologischen Gleichgewichts unter Berücksichtigung der geplanten Filteranlage
  • die erwünschte oder auch durch die örtlichen Gegebenheiten vorgegebene Bauart
  • der geplante bzw. leistbare Pflegeaufwand

Mindestgröße

Eine echte Untergrenze für die Teichgröße gibt es letztlich nicht. Miniteiche können so groß sein, wie ein Autoreifen. Das andere Ende der Skala kann dagegen bei mehreren Hundert Quadratmetern liegen. Wir beschränken uns daher bei der Bestimmung einer Mindestgröße auf ganz- bzw. mehrjährige Teiche, in denen Pflanzen und Tiere auch überwintern. Daraus ergibt sich bereits die erste der folgenden Mindestdimensionen für einen Gartenteich:

  • Tiefe mindestens 80 Zentimeter, um durchfrieren zu verhindern
  • Besser 1,00 bis 1,20m Tiefe, um Puffer für extreme Kälteperioden zu haben
  • Bei naturnaher Belebung mit Uferzone etc. Breite mindestens 1,00m, um ausreichend Freiwasserbereich für Tiere zu erhalten
  • Fläche bei Anlegung mit Ufer- und Bewuchszonen mindestens 3 bis 5 Quadratmeter, darunter Gefahr zu schneller Verlandung und zu geringer Wasserströmung

Gartenteich

Hinweis: Die magische Grenze bei Teichen liegt bei rund 3 bis 5 Quadratmetern. Für Größen darunter gibt es Teichschalen, die das Anlegen einschließlich Pflanzterrassen einfach und schnell ermöglichen. Darüber muss ein Teich in aller Regel mit Teichfolie modelliert werden. Vorgefertigte Schalen sind bereits in geringen Größen erhältlich, allerdings wird hier meist auf einzelne Elemente naturnaher Teiche zu Gunsten der Größenreduktion verzichtet.

Größe und Gleichgewicht

Den größten Einfluss auf eine von der bereits genannten Mindest-Teichgröße abweichende Dimensionierung hat sicherlich die Belebung. Damit sind nicht nur Pflanzen und Fische, sondern auch alle anderen Lebewesen gemeint, die sich dort tummeln. Dazu gehören mit Bakterien und Mikroorganismen auch all die Lebewesen, die das biologische Gleichgewicht im Gartenteich herstellen und aufrechterhalten. Grundsätzlich gilt: Je größer ein Teich ist, um so stabiler ist das in ihm entstehende Ökosystem mit all seinen Teilnehmern. Äußere Einflüsse können durch ein größeres Volumen deutlich einfacher aufgefangen und abgepuffert werden. Dies können beispielsweise sein:

  • Temperaturschwankungen im Teichwasser
  • Veränderungen des Sauerstoffgehalts
  • Eintrag von Fremdstoffen, wie Laub, Sand, Schmutz
  • Zuwanderung von Tier- und Pflanzenarten, wie Algen, Insekten, Fröschen etc.

Fische und Pflanzen

Neben dem biologischen Gleichgewicht sind die größeren Bewohner, also Fische und Pflanzen, die offensichtlicheren Einflussfaktoren auf Länge, Breite und Tiefe des Teichs. Bei den Fischen hängt der Gartenteich in seiner Dimension maßgeblich von der Art der geplanten Tiere ab. Denn je nach Art, ergeben sich verschiedene Anforderungen an die Gewässergröße auf Grund von:

  • Größe der Fische
  • Anzahl der gemeinsam zu haltenden Exemplare (Schwarmfische)
  • Schwimmverhalten
  • Sonstige Verhaltenseigenheiten, wie Fluchtreflexe oder Vorlieben für offenes Wasser oder Uferzonen

Goldfische

Achtung: Oft findet man bekannte Fischarten, wie beispielsweise Kois oder Goldfische, in sehr kleinen Teichen vor. Die Tiere können dort zwar überleben, sind jedoch weit von einer artgerechten Haltung entfernt. Diese sollte jedoch unbedingt das Ziel sein und kann nur bei einem ausreichend großem Teich umgesetzt werden.

Bei den Pflanzen fallen zwar einige der Aspekte weg, jedoch sollte man immer im Hinterkopf behalten, dass auch anfangs kleine Pflanzen wachsen und mehr Raum einnehmen. Besonders Schwimm- und Unterwasserpflanzen üben einen sehr großen Einfluss auf den Gartenteich an sich aus und sollten bei seiner Bemessung unbedingt im Hinterkopf behalten werden.

Nutzung

Ein reiner Zierteich kann offensichtlich deutlich kleiner ausfallen, als etwa ein echter Schwimmteich. Aber selbst eine mögliche gezielte Zucht einer bestimmten Fischart kann bereits ein deutliches Mehr an Raumbedarf ausmachen. Die Nutzung des Teiches gehört daher zu den allerersten Dingen, die bei seiner Dimensionierung abgesteckt werden sollte.

Reinigung

Neben technischen Filteranlagen bestehen heute auch verschiedene Möglichkeiten zu einer natürlichen Reinhaltung des Teichwassers. Außerdem bestehen verschiedene Mischformen. Obwohl der Gartenteich in seiner Größe die Abmessung der Filtereinrichtungen vorgibt, eignen sich bestimmte Systeme nur für gewisse Teichgrößen. So ist eine Selbstreinigungsfähigkeit auf biologischem Wege erst ab einem gewissen Volumen möglich, da die Stabilität des Systems maßgeblich von gleichbleibenden Wasserparametern abhängt. Die Stabilität des Gleichgewichts spielt daher eine essentielle Rolle. Legt man als Teichinhaber Wert auf ein den Einsatz einer bestimmten Filtertechnik, kann sich hieraus bereits eine gewisse Festlegung bei der Größe des Teichs ergeben.

Unterhaltung und Pflege

Zuletzt macht es Sinn, neben dem Anlegen, der Optik und dem Leben im Teich auch den Aufwand für Unterhaltung und Pflege zu Berücksichtigen. Der schönste, großzügig dimensionierte Teich bleibt nicht auf Dauer intakt, wenn die Zeit für seine Unterhaltung fehlt. Ob es um das Abfischen von eingetragenem Laub oder den Rückschnitt und die Säuberung der Uferzonen geht, je größer der Gartenteich, umso größer fällt auch der Aufwand aus. Wer diesen Punkt bei der Planung berücksichtigt, erlebt später keine böse, immer wiederkehrende Überraschung.

Schlammabsaugen am Gartenteich