Rosmarinweide, Grauweide, Salix rosmarinifolia: Pflege von A-Z

Rosmarinweide - Salix rosmarinifolia
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Blütenfarbe
gelb, grün
Standort
Halbschatten, Sonnig
Blütezeit
April
Wuchsform
buschig
Höhe
bis zu 200 cm hoch
Bodenart
sandig, lehmig
Bodenfeuchte
mäßig trocken, mäßig feucht, sehr feucht, frisch, nass
pH-Wert
neutral, schwach alkalisch, schwach sauer
Kalkverträglichkeit
Kalktolerant
Humus
humusreich
Pflanzenfamilien
Weidengewächse, Salicaceae
Pflanzenarten
Kübelpflanzen, Mediterrane Pflanzen
Gartenstil
Steingarten, Topfgarten, Italienischer Garten, Terrassengarten, Heidegarten

Die Rosmarinweide wird im Handel häufig mit der Lavendelweide gleichgesetzt und unter der irreführenden Bezeichnung Salix rosmarinifolia hort. verkauft. Der wissenschaftlich gültige Name für diese Art lautet jedoch Salix eleagnos ‚Angustifolia‘. Bis auf die Verwandtschaft hat die Rosmarinweide allerdings nichts mit der Lavendelweide zu tun. Noch größer wird die Verwirrung, wenn die Rosmarinweide als Grauweide bezeichnet wird, denn die Grauweide ist eigentlich die Art Salix cinerea. Im Mittelpunkt dieses Artikels soll aber die tatsächliche Salix rosmarinifolia stehen.

Steckbrief

  • botanischer Name: Salix rosmarinifolia
  • Gattung: Weiden (Salix)
  • Familie: Weidengewächse (Salicaceae)
  • Trivialnamen: Rosmarinblättrige Weide, Grauweide
  • Strauch mit bogig überhängenden Ästen
  • Wuchshöhe: 100 – 200 cm
  • Blätter: lanzettliche Blätter, grau-silbrig behaart, Gelbfärbung im Herbst
  • Blüte: silbrig-graue Kätzchen, die vor dem Blattaustrieb blühen
  • Blütezeit: April
  • Herkunft: von Frankreich bis Skandinavien, West- und Ostsibirien, Mittelasien

Standort

Rosmarinweide - Salix rosmarinifolia
In freier Natur kann die Rosmarinweide interessante Wuchsformen annehmen.

Die aus kontinentalen Lagen stammende Rosmarinweide ist an kalte Wintermonate und trocken-warme Sommer angepasst. Sie bevorzugt sonnige bis halbschattige Plätze im Garten und wächst auch in niederschlagsarmen Regionen ohne Probleme. In der Kultur erweist sie sich als äußerst anspruchslos. Je dunkler der Standort ist, desto mehr leidet allerdings ihre Vitalität. In der Natur wächst die Art bevorzugt auf offenen Standorten und prägt feuchte Gebüsche mit der eigentlichen Grauweide Salix cinerea:

  • nährstoffreiche Niedermoore
  • nährstoffarme Hochmoore
  • Feucht- und Moorheiden

Substrat

Am natürlichen Standort wächst der Strauch auf feuchten bis nassen Böden. Die Rosmarinweide ist anspruchslos und kommt auch mit mäßig stickstoffreichen und trockenen Böden zurecht, wo sie mit ihren kriechenden bis aufsteigenden Trieben den Boden bedeckt und mit Hilfe des dichten Wurzelsystems trockene und sandige Böschungen stabilisiert. Das Gehölz eignet sich auch für die Anpflanzung in Küstenregionen, denn salzhaltige Luft oder salzige Böden toleriert die Art. Salix rosmarinifolia passt sich dabei an unterschiedliche Substrate an:

  • durchlässige Lehmböden
  • lehmige bis humose Sandböden
  • organische Böden
  • poröser Schotter

Pflege

Die Grauweide Salix rosmarinifolia benötigt am geeigneten Standort wenig Zuwendung und kann größtenteils sich selbst überlassen werden. Als unkompliziertes Gehölz nimmt es die Art Ihnen nicht übel, wenn Sie die Pflege für längere Zeit aus den Augen verlieren.

Gießen

Rindenmulch
Bei anhaltender Trockenheit hilft eine Mulchschicht dabei, die Rosmarinweide vorm Austrocknen zu schützen.

Der Wasserbedarf ist mäßig. In niederschlagsreichen Regionen können Sie auf eine zusätzliche Bewässerung verzichten. Auch in trockenen Lagen muss das Gehölz nicht regelmäßig gegossen werden. Gelegentliche Wassergaben fördern allerdings das Wachstum und unterstützen die Pflanzengesundheit. Gießen Sie seltener, aber dafür ausgiebig und durchdringend. Dadurch regen Sie die Feinwurzeln zum Wachstum an. Sie durchwurzeln tiefere Bodenschichten, sodass sie trockene Perioden noch besser überstehen. Wenn über mehrere Wochen kein Regen fällt, können Sie mit einer Mulchschicht die Verdunstung in Grenzen halten. Der Wasserhaushalt reguliert sich selbst und nebenbei schützen Sie den empfindlichen Boden vor Erosion.

Tipp: Vergessen Sie nicht, frisch eingepflanzte Gehölze regelmäßig zu gießen. Sie müssen erst ein ausgedehntes Wurzelsystem entwickeln und wachsen besser, wenn keine Durststrecken auftreten.

Düngen

Salix rosmarinifolia gedeiht sowohl auf sehr armen als auch auf nährstoffreichen Böden. Sie ist anpassungsfähig, sodass Sie nicht regelmäßig düngen müssen. Um die Ausbildung eines dichten Astwerks zu fördern, können Sie im Frühjahr einen Langzeitdünger unter das Substrat mischen. Dieser sorgt für eine gleichmäßige Versorgung, denn das Gehölz bekommt über lange Zeit kleine Mengen an Nährstoffen zur Verfügung gestellt. Dadurch verhindern Sie eine Überdüngung des Bodens. Alternativ können Sie auch frisch ausgereiften Kompost in den Boden einarbeiten. Dieser hat eine ähnliche Wirkung wie ein Langzeitdünger und ist besonders umweltschonend.

Schneiden

Rosmarinweide - Salix rosmarinifolia
Beim Schneiden der Rosmarinweide gilt es einiges zu beachten.

Das Weidengewächs erweist sich als sehr gut schnittverträglich und kann bei Bedarf radikal eingekürzt werden. Nach einem Rückschnitt bis auf 50 Zentimeter treibt das Gehölz erneut aus. Solche intensiven Eingriffe sind aber nur zu empfehlen, wenn der Strauch aus der Form geraten ist. Normalerweise sind keine regelmäßigen Schnitte notwendig, da das Gehölz nicht sehr hoch wächst. Es entwickelt sich mehr in die Breite. Sollten Sie die Rosmarinweide schneiden, sind dabei einige Aspekte zu beachten:

  • Radikalschnitt zwischen 01. März und 31.September verboten
  • schonende Formschnitte ganzjährig möglich
  • auf brütende Vögel und andere Tiere Rücksicht nehmen
  • idealer Schnittzeitpunkt ist kurz nach dem Winter

Überwintern

Die Art ist sehr gut winterhart und benötigt während der kalten Jahreszeit keinen besonderen Schutz. Wenn Sie den Strauch im Kübel kultivieren, ist eine Isolation gegen Frost empfehlenswert. Das Substrat friert schneller ein, da das Erdvolumen im Kübel sehr begrenzt ist und Frost schnell bis zum Wurzelballen vordringt. Damit die Rosmarin- oder Grauweide im Topf den Winter im Freien verbringen kann, sind diese Maßnahmen notwendig:

  • Kübel mit Jutesäcken einwickeln
  • auf einen isolierenden Untergrund stellen
  • an frostfreien Tagen leicht bewässern
  • darauf achten, dass sich keine Staunässe im Topf bildet

Vermehren

Rosmarinweide - Salix rosmarinifolia
Die Grauweide lässt sich problemlos vermehren.

Wie alle Weidengewächse kann die Rosmarinweide erfolgreich durch Abschneiden von Trieben vermehrt werden. Die Rinde enthält Wachstumshormone, die für eine schnelle Wurzelbildung sorgen. Sie können das Gehölz sowohl über Stecklinge als auch über Steckholz vermehren. Das funktioniert im Wasserglas oder direkt in der Erde gleichermaßen gut.

Hinweis: Eine Vermehrung über Samen ist prinzipiell möglich, erfordert aber viel Geduld und Aufmerksamkeit. Außerdem sind Samen schwer zu bekommen, da es männliche und weibliche Pflanzen gibt und nicht immer beide Geschlechter nebeneinander wachsen.

Stecklinge

Zwischen Juli und August werden Triebe mit einer Länge zwischen 15 und 20 Zentimeter geschnitten. Schneiden Sie die Triebe dicht unter einem Auge, denn hier sitzt das Teilungsgewebe mit den Wachstumsstoffen. Der Steckling sollte mindestens zwei Augen besitzen. Je mehr Blätter an dem Teilstück zurückbleiben, desto größer ist die Wasserverdunstung. Allerdings kann der Trieb dadurch schneller Wurzeln entwickeln, da die Blätter mehr Nährstoffe entwickeln. Lediglich die untersten Blätter sollten entfernt werden, damit diese nicht im Wasser oder Substrat stehen. Die Wurzelbildung erfolgt, wenn die Bedingungen stimmen:

  • gleichmäßige und hohe Luftfeuchtigkeit
  • geringe Sonneneinstrahlung
  • regelmäßige Belüftung

Steckholz

Steckhölzer werden im Frühjahr während der Ruhephase geschnitten, noch bevor die Blätter austreiben. Wählen Sie einen gesunden und kräftigen Trieb, der im letzten Jahr gewachsen ist. Besonders hoch ist die Erfolgsquote, wenn sich am unteren Teil des Triebs ein Rest des zweijährigen Astrings befindet. In diesem Bereich hat die Pflanze teilungsfähiges Gewebe und übermäßig viele Wuchsstoffe entwickelt. Bewährt hat sich diese Schnittmethode:

  • zweijährigen Trieb unterhalb des Astrings einschneiden
  • abzweigenden Trieb nach unten abreißen
  • dadurch wird der ältere Zweig nicht unnötig beschädigt

Die noch unbelaubten Zweige werden in bleistiftlange Stücke geschnitten, sodass jedes Steckholz am oberen und unteren Ende Augen besitzt. Hier erfolgt der Austrieb von Wurzeln und Blättern. Stecken Sie die Stücke in Substrat und achten Sie auf eine gleichmäßige Befeuchtung. Alternativ können Sie das Steckholz auch in ein Wasserglas stellen, sodass der untere Teil von Wasser umgeben ist. Erste Wurzeln können Sie schon nach ein bis zwei Wochen beobachten.

Tipp: Mit humusreicher Erde können Sie die Wurzelbildung zusätzlich begünstigen. Stellen Sie den Topf an einen schattigen Platz, damit nicht zu viel Wasser verdunstet.

Pflanzen

Spaten
Zwischen März und Oktober können Jungpflanzen direkt in den Garten gesetzt werden.

So gehen Sie beim Pflanzen der Rosmarinweide vor:

  1. Stellen Sie den Wurzelballen vor dem Einsetzen in einen mit Wasser gefüllten Eimer, sodass sich das Substrat gut vollsaugen kann.
  2. Heben Sie währenddessen am gewünschten Standort ein Pflanzloch aus, dessen Tiefe der Höhe des Pflanzballens entspricht.
  3. Stammbasis und Erdoberfläche sollten nach dem Einpflanzen bündig abschließen.
  4. Nach der Pflanzung muss der Strauch gut angegossen werden, damit sich Luftblasen im Substrat schließen und die Wurzeln Bodenkontakt bekommen.

Besonders gut zur Geltung kommt das Gehölz in Gruppenpflanzungen. Auf einem Quadratmeter finden bis zu fünf Rosmarinweiden Platz. Wenn Sie mehrere Exemplare als Hecke anpflanzen möchten, sollten Sie auf einen Abstand von 50 bis 75 Zentimeter achten. Sie harmoniert mit anderen Arten aus der gleichen Gattung:

  • Purpurweide (Salix purpurea)
  • Salbeiweide (Salix aurita)
  • Korbweide (Salix viminalis)
  • Grauweide oder Asch-Weide (Salix cinerea)

Verwendung

Das Laub der rosmarinblättrigen Grauweide sorgt für einen mediterranen Charakter und erinnert an sonnige Trockenhänge in Südeuropa. Daher fügt sich das Gehölz optimal in Steinanlagen ein. Während der Blütezeit entpuppt sich der Strauch als wertvoll. Die Kätzchen sind nicht nur ein Blickfang, sonder ziehen auch Schmetterlinge, Hummeln und Bienen an, die auf Nahrungssuche sind. Die Sträucher begrünen große Flächen oder erzeugen einen buschigen Sichtschutz an der Gartengrenze. Sie können auch in besonders kleinen Töpfen kultiviert werden und fühlen sich auf sonnigen Terrassen und Balkonen wohl.

Sie eignet sich für unterschiedliche Lebensräume:

  • Heidegärten
  • Staudenfluren
  • Gehölzrand
  • Moorbeete
  • Ufersäume

Hinweis: Der Flachwurzler verträgt Einschüttungen und Eingriffe sehr gut. Das Wurzelsystem entwickelt sich teilweise so kräftig, dass es Beläge anheben kann.

Umtopfen

Bei dieser Maßnahme sind keine besonderen Hinweise zu beachten. Sie können den Strauch alle zwei bis drei Jahre umtopfen, oder einfach im alten Pflanzkübel belassen. Die Rosmarinweide erweist sich auch hier als anspruchslos und begnügt sich mit dem vorhandenen Platz. Wenn der Strauch allerdings unschön wächst oder die Vitalität beeinträchtigt ist, kann ein Umtopfen nützlich sein. Der Strauch wird es Ihnen danken, denn er profitiert davon:

  • frisches Substrat liefert neue Nährstoffe
  • größeres Pflanzgefäß bietet einen Puffer aus nicht durchwurzelter Erde
  • Substrat wird aufgelockert

Tipp: Wenn Sie den Strauch klein halten möchten, kürzen Sie ihn vor dem Umtopfen ein. Bevor er in den neuen Kübel kommt, werden auch die Wurzeln gekappt.

Schädlinge

Weidenbohrer
Der Weidenbohrer entpuppt sich als hartnäckiger Feind der Rosmarinweide.

Salix rosmarinifolia ist äußerst robust gegenüber Krankheiten und Pilzerregern. Gelegentlich können verschiedene Schädlinge auftreten. Sie breiten sich bevorzugt auf bereits geschwächten Gehölzen aus.

Weidenbohrer

Dieser gut getarnte Nachtfalter ist tagsüber perfekt auf der Baumrinde getarnt und kann nur schwer entdeckt werden. Sein Saugrüssel ist stark verkümmert, sodass der Falter wegen fehlender Nahrung nach wenigen Wochen stirbt. Gefährlicher für die Rosmarinweide sind die Larven, die aus Gelegen in Rindenspalten geschwächter Gehölze schlüpfen und sich in das Holz bohren. Befallene Bäume können verschiedene Schadbilder zeigen:

  • verwelkende Blätter
  • vertrocknete Zweige
  • stark ausgehöhltes Holz
  • Bruchstellen durch abgebrochene Zweige

Damit sich der Schädling nicht unkontrolliert ausbreitet, sollen betroffene Äste schnellstmöglich abgeschnitten und entsorgt oder verbrannt werden. Gegen die Eier und Larven hat sich eine Quassia-Seifenbrühe als wirksames Mittel erwiesen. Das Bitterholz ist in Apotheken erhältlich und wird mit einer lauwarmen Seifenlösung übergossen.

Weidenholzgallmücke

Der Schädling ist nur wenige Millimeter groß und mit bloßem Auge schwer erkennbar. Ein Weibchen legt bis zu 150 Eier auf der Rinde ab. Die Gelege sind dabei schnurförmig angeordnet. Die Gallmücken schlüpfen zwischen Mai und Juni und bohren sich anschließend in die Rinde ein. Hier verursachen sie leichte Wucherungen des Gewebes. Bei einem starken Befall kann der komplette Ast absterben. Bei Wind und Schnee besteht eine erhöhte Bruchgefahr. Betroffen sind vor allem mehrjährige Äste, die besonders dick sind. Häufig regeneriert sich die Rosmarinweide selbstständig und treibt unterhalb der betroffenen Äste wieder aus.

Schildläuse

Die weiblichen Insekten entwickeln zum Schutz eine feste Hülle, die an einen Schild erinnert. Unter diesem stabilen Panzer legen die Schädlinge Eier ab und saugen dabei den Pflanzensaft aus den Zellen. Auf der Pflanze sind dann klebrige Substanzen erkennbar. Dabei handelt es sich um Ausscheidungen der Schildläuse. Eine betroffene Pflanze zeigt unterschiedliche Schadbilder:

  • Deformierungen von Blättern und Blüten
  • verkrustete Triebspitzen
  • welkende Blätter
  • verfrühter Blattabwurf

Zur Bekämpfung der Schädlinge können Sie beispielsweise eine Lösung aus Alkohol und Schmierseife einsetzen. Da das Mittel sehr aggressiv ist und auch Blätter beschädigen kann, sollten Sie es jedoch zunächst an wenigen Stellen testen. Alternativ können Sie auch eine reine Seifenlauge aus warmem Wasser und Kernseife herstellen und mit einem Tuch über die befallenen Blätter wischen.

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