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Zirbelkiefer, Zirbe, Pinus cembra – Pflege von A-Z

Zirbelkiefer, Zirbe, Pinus cembra - Pflege von A-Z
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Blütenfarbe
gelb, violett, grün
Standort
Sonnig
Blütezeit
Mai, Juni, Juli
Wuchsform
aufrecht
Höhe
10 bis 25 Meter
Bodenart
steinig, lehmig
Bodenfeuchte
mäßig trocken
pH-Wert
schwach alkalisch, schwach sauer
Kalkverträglichkeit
Kalktolerant
Humus
humusreich
Giftig
Nein
Pflanzenfamilien
Kieferngewächse, Pinaceae
Pflanzenarten
Nadelbäume, Koniferen
Gartenstil
Baumgarten, Waldgarten

Erkennbar ist die Zirbelkiefer (Pinus cembra) am charakteristischen Wuchs, der sie zu einem Highlight in Ihrer Grünoase macht. Der pflegeleichte Nadelbaum lässt sich problemlos kultivieren und für unterschiedliche Gartenkonzepte einsetzen. Da es gesundheitsförderlich sein kann, insbesondere in Bezug auf die Verbesserung der Schlafqualität, findet es in der Möbelindustrie Verwendung. Eine Vielzahl von Zirbenholzmöbeln wie Betten und Schlafzimmerschänke findet man bei Betten.de. Die ätherischen Ölen, die in Zirbenholz enthalten sind, wird nachgesagt, dass sie beruhigend wirken und die Atmung fördern können, was zu einem tieferen und erholsameren Schlaf beitragen kann.

Video-Tipp

Standort

Bei der Standortwahl der Arve ist darauf zu achten, dass sie genügend Platz hat. Idealerweise wird sie als Solitär mit genügend Abstand von mindestens fünf Metern zu anderen Bäumen und Gebäudestrukturen. Ein vollsonniger Standort ist empfehlenswert, da sie Schatten nicht toleriert. Halbschattige Plätzchen sind nur für kurze Dauer geeignet. Weiterhin sollte der Standort der Konifere (Coniferales) kühl und luftig sein. Sie mag es nicht warm und stickig.

Zirbelkiefer (Pinus cembra)
Quelle: Crusier, Pinus cembra PAN, bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 3.0

Pflanzen

Wenn Sie Ihre Zirbelkiefer auspflanzen wollen, bietet sich dafür der Zeitraum von Anfang Oktober bis Mitte April an. Wichtig ist, dass der Boden nicht gefroren ist, damit Sie sich sofort etablieren kann. Heben Sie anschließend ein Pflanzloch aus, das die doppelte Größe im Vergleich zum Wurzelballen bietet. Der Boden wird mit einer Kiesschicht ausgestattet, um die Durchlässigkeit zu verbessern. Da Zirbelkiefern nicht anspruchsvoll sind, reicht herkömmliche Gartenerde für die Pflanzung vollkommen aus. Je nach Bedarf können Sie Quarzsand und Kalk hinzufügen, um die Bodenqualität zu verbessern. 

Substrat

Falls Sie sich für die Kübelhaltung einer Arve entscheiden, müssen Sie mit einem höheren Pflegeaufwand rechnen und ein passendes Substrat zur Verfügung stellen. Da sie nicht anspruchsvoll an die Qualität des Substrats ist, reicht es aus, wenn Sie Gartenerde mit einem Teil Quarzsand und etwas Kalk mischen. Dadurch wird eine ausreichende Durchlässigkeit geboten, auf die Arven angewiesen sind. Das Substrat selbst muss nicht gemulcht oder mit Humus angereichert werden.

Umtopfen

Umgetopft wird die Zirbe im Rhythmus von zwei bis fünf Jahren, abhängig vom Alter, im Frühjahr bis zu den Eisheiligen. Wichtig ist, dass Sie einen Topf wählen, der etwas größer als der vorherige ist, damit sich die Pinus cembra entfalten kann. Beim Umtopfen gehen Sie wie folgt vor:

  • neuen Topf mit Abflussloch wählen
  • Boden mit 2 cm Drainageschicht ausstatten
  • geeignet sind Kies oder Lavasplitt
  • etwas Substrat einfüllen
  • Zirbelkiefer aus altem Topf entfernen
  • abgestorbene oder vertrocknete Wurzeln entfernen
  • in neuen Kübel setzen
  • mit Erde auffüllen
  • vorsichtig andrücken
  • Koniferendünger nutzen
umtopfen einer Kiefer in einen mit Erde gefüllten Topf

Wundern Sie sich nicht, wenn Sie ein Pilzmycel an den Wurzeln finden. Zirbelkiefern gehen oft eine Symbiose mit Pilzen ein, die wichtig für die Vitalität sind. Solange die Koniferen nicht nass stehen, ist der Pilz kein Problem. Ein Teil des Mycels wird ebenfalls umgetopft.

Gießen

Ausgepflanzte Zirbelkiefern müssen nicht gewässert werden. Sie halten selbst längere Dürreperioden problemlos aus. Junge Exemplare benötigen seltener Wasserzugaben, wenn es über die Sommerzeit sehr heiß ist. Falls Sie ein Topfexemplar kultivieren, müssen Sie regelmäßig gießen. Überprüfen Sie das Substrat mit der Daumenprobe. Ist die Erde trocken, gießen Sie gründlich nach. Setzen Sie die Arve aber nicht unter Wasser, da sie Staunässe nicht gut vertragen.

Düngen

Ebenso anspruchslos wie beim Gießen sind Zirben beim Düngen. Ausgepflanzte Bäume lassen sich bei Bedarf im Frühjahr mit Hornspänen mulchen. Alternativ können Sie reifen Kompost nutzen. Kübelarven werden von Mitte März bis Mitte August im zweiwöchigen Takt gedüngt. Idealerweise nutzen Sie dafür flüssigen Koniferendünger. Verabreichen Sie diesen sparsam, da die Bäume nicht so viel Nährstoffe benötigen.

Hornspänen
Hornspäne zum Mulchen der Zirbelkiefer

Schneiden

Ein großer Vorteil an der Zirbe ist der geringe Schnittaufwand. Wie viele andere Kiefernarten benötigt sie nur geringfügig einen Schnitt. Bei der Zirbelkiefer ist ein Schnitt zudem nicht wirklich empfohlen, da sie sonst zu lange braucht, um ihre charakteristische Wuchsform zu erhalten. Zwar ist sie gut schnittverträglich, doch wirken sich zu starke Schnitte negativ auf den natürlichen Wuchs aus. Im schlimmsten Fall kommt es zu deutlichen Abzweigungen, die nicht mehr der aufrechten Pyramide ähneln. Schnittmaßnahmen bieten sich nur im Mai nach den Eisheiligen an, wenn es sich um verletzte, kranke oder verdorrte Äste und Triebe handelt. Die folgenden Punkte sind dabei zu beachten:

  • Äste komplett entfernen
  • Schere direkt am Stamm ansetzen
  • Wundverschlussmittel nicht notwendig
  • kleinere Triebe ableiten
  • niemals in altes Holz schneiden
  • verhindert Neuaustrieb an Schnittstelle

Topfexemplare müssen regelmäßig eingekürzt werden, damit sie nicht zu groß werden. Hier reicht es aus, junge Triebe im Frühjahr zu entfernen. Versuchen Sie, die Form so gut wie möglich beizubehalten, falls Sie den Pyramidenwuchs bevorzugen.

Hinweis: Sie können Zirben ebenfalls als Grundlage für einen Freilandbonsai nutzen. Die gute Schnittverträglichkeit bietet sich dafür hervorragend an, wenn Sie nicht die natürliche Wuchsform anstreben.

Überwintern

Da es sich bei der Zirbelkiefer um einen absolut winterfesten Nadelbaum handelt, benötigt sie keinen Winterschutz. Nicht einmal junge Exemplare müssen vor der Kälte geschützt werden, da sie Temperaturen von bis zu -40°C aushalten. Achten Sie nur darauf, dass Jungbäume nicht dauerhaft mit einer dicken Schneeschicht bedeckt sind, da dies die Krankheitsanfälligkeit erhöht und den Wuchs negativ beeinflusst. Kultivieren Sie die Arve im Topf, müssen Sie diesen in Noppenfolie einpacken. Dadurch wird verhindert, dass das Substrat austrocknet. Dennoch sollten Sie an frostfreien Tagen das Substrat überprüfen und die Kiefer vorsichtig gießen. Auf diese Weise lassen sich Trockenschäden verhindern.

Hinweis: Verzichten Sie darauf, die im Topf kultivierten Arven im Gewächshaus, Keller oder Wintergarten zu überwintern. Sie sind dafür nicht geeignet und es können bleibende Schäden entstehen.

Vermehren

Um die „Königin der Alpen“ zu vermehren, benötigen Sie Zirbelkiefersamen. Falls Sie noch keine Zirbe im Garten oder in der Nähe haben, um an die Zapfen zu kommen, können Sie das Saatgut im Fachhandel oder online bestellen. Je nach Anbieter müssen Sie mit drei bis fünf Euro pro Päckchen rechnen. Sobald Sie das Saatgut zur Hand haben, müssen Sie es stratifizieren. Ohne die Kältebehandlung öffnen sich die Samen nicht. Die Stratifizierung läuft wie folgt ab:

  • Folienbeutel mit Sand füllen
  • Saatgut hinzugeben
  • gut durchmischen
  • Mischung leicht anfeuchten
  • ins Gemüsefach stellen
  • Beutel nicht schließen
Zapfen und Samen der Zirbelkiefer
Quelle: Roger Culos, Pinus cembra MHNT.2022.4.4, bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 4.0

Nun warten Sie vier bis sechs Wochen. Feuchten Sie das Gemisch im Folienbeutel wöchentlich nach, damit es nicht austrocknet. Über die Wartezeit wird die Keimhemmung der Zirbensamen aufgehoben, was den Erfolg der Aussaat erhöht. Ein guter Zeitpunkt dafür ist der Hoch- oder Spätwinter. Nach der Stratifizierung sieben Sie das Gemisch ab, um die Samen zu erhalten. Glücklicherweise sind sie aufgrund ihrer Größe leicht zu entnehmen. Die Aussaat wie folgt:

  • pro Samen ein Anzuchttopf
  • Gefäß mit Anzuchterde füllen
  • gut anfeuchten
  • Samen auf Substrat legen
  • leicht andrücken
  • 3 cm Anzuchterde auf Samen verteilen (Dunkelkeimer)
  • mit Folie abdecken
  • alternativ in Minigewächshaus stellen
  • Substrat feucht halten
  • täglich lüften

Sobald die Keimlinge fünf bis zehn Zentimeter hoch sind, können sie entweder an einen geeigneten Standort im Freien oder an einen Platz am Fenster gewöhnt werden. Wichtig ist nur, dass sie nicht der direkten Mittagssonne oder Schnee ausgesetzt sind. Die Jungpflanzen vertragen diese noch nicht. Nach etwa drei bis vier Jahren können die Jungpflanzen ausgepflanzt werden. Bis zu diesem Zeitpunkt kultivieren Sie den kleinen Nadelbaum im Topf.

Hinweis: Alternativ können Sie die Samen Ende Oktober oder Anfang November direkt an eine geeignete Stelle in Ihrem Garten aussäen. Bei dieser Methode wird das Saatgut stratifiziert und keimt mit etwas Glück im Frühjahr.

Schädlinge

Die Zirbe ist ein recht widerstandsfähiges Gewächs und wird kaum von Schädlingen befallen. Grund dafür ist das enthaltene Pinosylvin, das für den charakteristischen Geruch des Harzes verantwortlich ist. Primär zwei Käfer führen zu Schäden an der Zirbelkiefer, falls es zu einem Befall kommt:

  • Grauer Lärchenwickler (Zeiraphera griseana)
  • Echter Kiefernrüssler (Pissodes pini)
Echter Kiefernrüssler (Pissodes pini)
Echter Kiefernrüssler
Quelle: Grzegorz Karg, Smolik sosnowiec (Pissodes pini), bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 3.0

Es handelt sich bei beiden Käfern um Sekundärschädlinge. Das heißt, sie befallen die Arven nur, wenn die eigentliche Nahrungsquelle nicht mehr zur Verfügung steht. Es handelt sich dabei um Lärchen (Larix), die häufig mit Arven zusammen in alpinen Mischwäldern vorkommen. Aus diesem Grund hilft es, wenn Sie keine Lärchen in der Umgebung haben, die auf Ihre Zirbe umsiedeln könnten. Ein Befall führt in der Regel nicht zu Problemen für die Bäume.

Verbiss

Deutlich schlimmere Schädlinge für Zirbelkiefern sind Rehe und Hirsche, falls Sie in direkter Nähe zu einem Waldstück wohnen. Wildverbiss und Fegeschäden sind ein großes Problem für junge Zirben, da sie zu langanhaltenden Schäden und Wachstumsstörungen führen können. Um die Schäden einzudämmen, bieten sich die folgenden Schutzmethoden an:

  • Wildschutzzaun oder Dornenhecke (mindestens 200 cm hoch)
  • Baumschutzgitter
  • Baumschutzhüllen
  • Zirbe mit Blutmehl besprühen (Abschreckung)
  • freilaufender Hund im Garten

Krankheiten

Die einzige, bedeutende Krankheit, die die Zirbelkiefer befällt, wird durch den Arvenschneepilz (Phacidium infestans) ausgelöst. Sie befällt vor allem junge Arvenexemplare, da diese noch nicht so resistent wie adulte Bäume sind. Erkennbar ist der Arvenschneepilz an den folgenden Symptomen:

  • Nadeln braunrot verfärbt
  • schwächeln
  • färben sich über Sommer grau
  • sterben ab
  • dunkle Fruchtkörper an Nadeln erkennbar
  • bilden Sporen im Spätsommer aus

Erkennbar sind die Symptome erst im Frühjahr, wenn die Schneeschmelze einsetzt. Auslöser dafür ist der Pilz, der ausschließlich die Äste und Nadeln befällt, wenn diese dauerhaft mit Schnee bedeckt sind. Bekämpfen lässt sich der Arvenschneepilz nur durch die folgenden Maßnahmen:

  • Arven als Solitär pflanzen
  • optional mit genügend Abstand
  • im Winter regelmäßig von Schneedecken befreien
  • befallene Triebe entfernen
  • nicht im Kompost entsorgen
  • schützt vor weiterer Pilzausbreitung

Häufig gestellte Fragen

Sind Zirben fürs Stadtklima geeignet?

Arven bieten sich hervorragend für Stadtgärten an, da sie kein Problem mit Abgasen und Trockenheit haben. Zudem ist sie resistent gegen Streusalz, falls sie in die Nähe von Einfahrten oder Gehwegen gepflanzt wird.

Bieten sich Arven zur Hangbepflanzung an?

Teilweise. Die Bäume schützen auf Dauer vor Erosionen und können aus diesem Grund für sanfte Hügellagen oder flache Hänge zum Einsatz kommen. Werden sie bewusst klein gehalten, müssen Sie sich keine Sorgen machen, dass die Bäume umfallen.

Ab welchem Alter bilden Zirbelkiefern erstmalig Zapfen aus?

Zirbelkiefern können erst ab einem Alter von 40 bis 70 Jahren zum ersten Mal ihre Zapfen ausbilden. Hierbei ist zu beachten, dass Sie sich bei Solitärarven früher über Zapfen freuen können als bei Exemplaren in Gruppen.


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