Wie giftig sind Scheinerdbeeren? Gefahren für Kinder und Haustiere

Ist die Scheinerdbeere giftig

Bei der Indischen Scheinerdbeere handelt es sich um eine beliebte Zierpflanze, die der heimischen Erdbeere auf den ersten Blick zum Verwechseln ähnlich sieht. Dennoch weisen die beiden Gewächse einen bedeutenden Unterschied auf, an denen sie zu erkennen sind. Scheinerdbeeren wachsen mit den Früchten nach oben, während Erdbeeren nach unten hängen. Da es sich bei Potentilla indica um eine Zierpflanze handelt, kommt häufiger die Frage auf, ob sie giftig ist.

Scheinerdbeeren: Giftig oder nicht?

Wenn Sie sich nicht darüber sicher sind, ob die Scheinerdbeere im Vergleich zu den heimischen Erdbeeren (bot. Fragaria) giftig ist, können Sie sich beruhigt zurücklehnen. Duchesnea indica ist trotz der Bezeichnung Scheinerdbeere nicht giftig, was an den Inhaltsstoffen zu erkennen ist, die in den Pflanzenteilen gebildet werden:

  • Ascorbinsäure
  • Beta-Amyrin
  • Daucosterol
  • Fumarsäure
  • Ellagsäure
  • Lupeol
  • B-Sitosterin
  • Ursolsäure
  • Vitamin C
  • Mineralien: Kalzium, Magnesium, Phosphor, Eisen, Kalium

Aufgrund ihrer Inhaltsstoffe ist die Mock Strawberry sogar eine effektive Ergänzung der eigenen Ernährung, solange Sie den bitteren Geschmack ertragen. Gerade Kinder sind zu Beginn begeistert von den Erdbeeren, bis sie diese einmal gekostet haben. Das Gute: Trotz des bitteren Geschmacks kommt es nach dem Verzehr egal welcher Pflanzenteile der Art nicht zu einer Vergiftung. Selbst Kinder, kranke oder schwache Menschen können ohne Bedenken mit der Pflanze umgehen oder diese verzehren. Folgende Eigenschaften hat Potentilla indica auf den Körper:

  • antiseptisch
  • antikoagulatorisch
  • entgiftend
  • reinigend
  • fiebersenkend

Das Gewächs ist Bestandteil der chinesischen Volksmedizin und wird dort auf vielerlei Weisen zubereitet. Selbst wildwachsende Exemplare, wie sie immer häufiger in Deutschland und Mitteleuropa anzutreffen sind, stellen keine Gefahr für den Menschen dar.

Scheinerdbeere, Duchesnea indica

Tipp: Aufpassen sollten Sie mit dem Verzehr der Scheinerdbeeren, wenn Sie eine Allergie gegen Erdbeeren oder Rosengewächse (bot. Rosaceae) im Allgemeinen haben. Dazu zählen neben Erdbeeren Pflaumen, Mandeln, Hagebutten, Kirschen oder Himbeeren, die im schlimmsten Fall sogar zu einem anaphylaktischen Schock führen können.

Wirkung auf Tiere

Hunde

Aufgrund der Inhaltsstoffe sind Hunde von einer möglichen Vergiftung durch die Scheinerdbeere geschützt. Die Tiere können problemlos größere Mengen von allen Pflanzenteilen verspeisen, ohne Nebenwirkungen davonzutragen, was sie zu einem sicheren Ziergewächs im Garten oder Kübel macht. Selbst Welpen müssen nicht beobachtet werden, wenn sie sich in der Nähe der Pflanze aufhalten. Falls Ihr Welpe jedoch mit einer der Früchte spielt, sollten Sie ein wenig darauf Acht geben, dass sich das Tier nicht verschluckt. Scheinerdbeeren sind nicht unbedingt klein und können schnell im Hals stecken bleiben, wenn in der Hitze des Gefechts nicht aufgepasst wird. Falls Ihre Hunde gerne graben, müssen Sie sich ebenfalls keine Sorgen um eine Vergiftung machen. Die Wurzeln stellen keine Gefahr für den besten Freund des Menschen dar.

Hinweis: Falls Sie ein Pferdebesitzer sind, brauchen Sie sich ebenfalls keine Sorgen um eine potentielle Giftigkeit oder Gefahren in Bezug auf die Indische Scheinerdbeere machen. Pferde können die Pflanzen zum Teil sogar verwildert finden und sie werden als Snack angesehen, der zwischendurch verspeist wird.

Katzen

Katzen sind als Haustiere deutlich stärker gefährdet, wenn es um giftige Zimmer- oder Gartenpflanzen geht. Grund dafür sind der schlechte Geruchs- und Geschmackssinn der Samtpfoten. Sie überprüfen ihre Umgebung vor allem durch das Ankauen von Pflanzen und können sich auf diese Weise schnell vergiften. Glücklicherweise ist diese Sorge bei Potentilla indica komplett unbegründet, denn sie ist nicht giftig für Katzen. Die Stubentiger dürfen die Pflanze anfressen so viel sie wollen, selbst nach größeren Mengen kommt es nicht zu Problemen. Achten Sie nur darauf, dass Ihre Tiere nicht zu viel von den Beeren fressen, da der Säuregehalt recht hoch ist. Das kann auf Dauer zu einer Übersäuerung und Magenproblemen führen. Scheinerdbeeren werden aber nur in den wenigsten Fällen von Katzen gefressen, da sie recht unattraktiv für diese sind.

Kleintiere

Selbst für Kleintiere ist Potentilla indica komplett ungefährlich und kann sich sogar als Snack etablieren. Dabei sind es vor allem einheimische Kleintiere, die sich über die Pflanze freuen:

  • Hasen
  • Kaninchen
  • Hamster
  • Mäuse
  • Ratten
  • Igel

Kaninchen im Garten

Tiere wie Meerschweinchen und Chinchillas, die aus Südamerika stammen, sind meist weniger von der Scheinerdbeere angetan. Sie können nicht nur die Beeren, sondern die ganze Pflanze inklusive der Wurzeln verfüttern. Hasen ernähren sich in der Wildnis häufiger von den Blättern, wenn Sie die Pflanze antreffen, da das Gewächs komplett ungiftig ist. Aus diesem Grund bietet sich die Scheinerdbeere sogar als Nahrungsquelle ohne Gefahren an, die Ihre Kleintiere nutzen können. Wie bei Katzen sollten Sie die Menge der verfütterten Beeren gering halten, damit es nicht zur Magenbeschwerden durch übermäßig viel Säure kommt. Sie können aber zwischendurch ruhig einige der Beeren verfüttern.

Vögel

Wenn Sie Scheinerdbeeren zusammen mit Vögeln halten, können Sie die Früchte sogar als Futterzusatz verwenden. Eine kleine Anzahl der Beeren kann problemlos verabreicht werden, da sie eine ähnliche Wirkung auf den Organismus der Tiere haben wie die heimischen Erdbeeren. Wundern Sie sich aber nicht, wenn Ihre Vögel sich nicht wirklich für Scheinerdbeeren interessieren. Aufgrund ihres bitteren Geschmacks sind sie sehr uninteressant und werden nicht einmal in der Natur gerne gefressen. Ausnahmen sind meist geringe Nahrungsaufkommen in der Umgebung. Es spricht aber nichts dagegen, von der jährlichen Ernte welche an Ihre fliegenden Haustiere zu verfüttern.

Hinweis: Bitte beachten Sie, dass dieser Beitrag keinesfalls einen Arztbesuch ersetzt. Es besteht keine Gewährleistung auf Richtigkeit medizinischer Aussagen.
Ausführliche Informationen zur ersten Hilfe bei Vergiftungen und wichtige Angaben zu den Giftnotrufzentralen finden Sie hier.