Ist Angelonia angustifolia winterhart? So wird sie überwintert

Angelonia überwintern

Angelonia angustifolia ist den heimischen Gärtnern und Pflanzenliebhabern noch recht unbekannt. Dabei begeistert das Engelsgesicht innerhalb der Gattung Angelonia mit den Blüten, die an das Maul eines Löwen erinnern. Das Verbreitungsgebiet des Wegerichgewächses erstreckt sich in Südamerika von Argentinien bis Mexiko und seltener in Südafrika. In Mitteleuropa wird das Gewächs im Kübel gehalten, was die Frage in den Raum stellt: handelt es sich beim „Summer Snapdragon“ um eine winterharte Pflanze?

Winterhärte

Ist Angelonia angustifolia winterhart?

Bei Angelonia handelt es sich um eine mehrjährige Pflanze, die aufgrund ihrer Frostempfindlichkeit im Winter eingeht. Das ist vor allem bei Exemplaren der Fall, die im Freien überwintern müssen, da das Gewächs keine Temperaturen unter 5 °C aushält. Unterhalb dieser Grenze sterben die oberirdischen Pflanzenteile ab und die Wurzeln erfrieren, was das Ende für das Engelsgesicht bedeutet. Aus diesem Grund ist ein geeignetes Winterquartier wichtig, in dem das Wegerichgewächs die kalte Jahreszeit überstehen kann.

Tipp: Aufgrund der unproblematischen Vermehrung über Saatgut bietet sich neben der Nutzung eines Winterquartiers ebenfalls die Aussaat im Frühjahr an, wenn Sie blühende Angelonia im Garten halten wollen. Da Sie die Samen direkt von der Pflanze gesammelt, stehen Ihnen jedes Jahr neue Exemplare zur Verfügung.

Angelonia Angustifolia Engelsgesicht-Blume

Angelonia angustifolia überwintern

Vorbereitung

Die richtige Vorbereitung ist wichtig, um das Engelsgesicht zu überwintern. Neben der passenden Standortwahl müssen Sie Exemplare, die Sie von Frühling bis Herbst im Freien ausgepflanzt haben, unbedingt eintopfen, da sie die kühlen, deutschen Winter nicht aushalten würden. Der beste Zeitpunkt hierfür ist ab nächtlichen Temperaturen unter 5 °C, was sich jedoch von Region zu Region in Deutschland unterscheidet. Verfolgen Sie deshalb den Wetterbericht, um die Pflanze rechtzeitig in den Kübel zu setzen und an den bereitgestellten Standort zu befördern. Angelonia angustifolia wird auf die folgende Weise ausgepflanzt:

Substrat

Bereiten Sie zuerst das Substrat für den Topf vor. Da das Engelsgesicht den gesamten Winter bis über die Eisheiligen im Winterquartier ausharren muss, sollte dies den Anforderungen der Pflanze gerecht werden und folgende Eigenschaften aufweisen:

  • locker
  • humos
  • gut durchlässig
  • pH-Wert: 5,5 bis 6,5 (leicht sauer)
  • lehmig
  • frisch
  • feucht

Um diese Eigenschaften im Topf zu ermöglichen, müssen Sie spezielle Erde nutzen. Besonders gut für Angelonia bieten sich entweder Substrate für Rhododendren an oder hochwertige Blumenerde, die die oben genannten Eigenschaften aufweist. Weiterhin ist Moorpflanzenerde empfehlenswert. Reichern Sie das Substrat mit den folgenden Zusätzen an, um die Drainage zu verbessern:

  • Sand
  • Splitt (fein)
  • Lavagranulat

Topf

Bereiten Sie einen Topf vor, der über Drainagelöcher verfügt. Füllen Sie diesen zur Hälfte mit dem frischen Substrat und sorgen Sie dafür, dass sich keine Luftblasen bilden. Diesen wirken Sie entgegen, indem Sie sanft mit der flachen Hand gegen den Topf klopfen. Es wird keine spezielle Drainageschicht angelegt, da das Drainagematerial direkt ins Substrat gemischt wird.

Auspflanzen

Als nächstes folgt das Auspflanzen der Angelonia. Nutzen Sie hierfür eine Pflanzschaufel und gehen Sie besonders vorsichtig vor, um die Wurzeln nicht zu verletzen.

Befreien Sie das dichte Wurzelgeflecht von so viel Erde wie möglich, bevor Sie es in das Pflanzgefäß setzen. Dadurch reduzieren Sie die mögliche Übersiedelung von Insektenlarven- und Eiern in das frische Substrat. Das wird Ihnen über den Winter die Pflege der Angelonia angustifolia deutlich erleichtern.

Umtopfen

Setzen Sie die Pflanze in den Topf und füllen Sie diesen mit ausreichend Substrat. Klopfen Sie hier ebenfalls, um die Erde besser zu verteilen und somit Ansammlungen von Luft zu vermeiden.

Topfen Sie Kübelpflanzen auf die gleiche Weise um. Frisches Substrat ist wichtig, um die Angelonia angustifolia mit ausreichend Nährstoffen über den Winter zu versorgen. Dieser Schritt ist wichtig für neu eingetopfte und bereits im Kübel verweilende Exemplare.

Angelonia angustifolia, Engelsgesicht

Winterquartier

Um die Angelonia sicher durch den Winter zu bringen, ist das richtige Winterquartier notwendig. Dieses muss den Winterzeiten in der Heimat entsprechen und sollte weder zu warm, noch zu kalt sein. Die folgenden Eigenschaften sind wichtig für den Platz zum Überwintern:

  • Temperatur: 5 °C – 12 °C
  • hell
  • frostfrei
  • sollte Möglichkeit zum Lüften haben
  • keine direkte Sonneneinstrahlung
  • vor direkter Zugluft geschützt

Besonders gut eignen sich hierfür Räume wie der Wintergarten, ungenutzte Gästezimmer und zum Teil Dachböden. Ebenfalls gut geeignet sind gut isolierte Garagen und Geräteschuppen, die über Fenster verfügen und in denen die Temperatur nicht unter 5 °C fällt. Ein sehr beliebter Standort über den Winter für das Gewächs ist das Treppenhaus, da dieses viel Licht bietet, aber nicht direkt beheizt wird. Das Winterquartier sollte keinen plötzlichen Temperaturabfällen ausgesetzt sein, da Angelonia nicht winterhart ist. Selbst kurze Perioden unter 5 °C können große Schäden, vor allem am Wurzelwerk, anrichten.

Tipp: Falls Sie in einer winterwarmen Region Deutschlands wohnen, zum Beispiel in den südwestlichen Weinbaugebieten oder entlang des Rheins, könnten Sie einen Standort auf einem windgeschützten Balkon oder einer Terrasse ausprobieren. Jedoch müssen Sie hierfür den gesamten Topf gut in ein Winterschutzvlies einpacken, damit dieser nicht zu stark abkühlt und mit Glück bleibt das Gewächs „winterhart“.

Angelonia angustifolia, Engelsgesicht

Überwintern: Anleitung

Hat das Engelsgesicht das Winterquartier bezogen , müssen Sie sich die folgenden Monate um die Pflege des Gewächses kümmern. Dabei kann viel falsch gehen, vor allem in Bezug auf die Wasserzugaben, da es deutlich kühler als im Sommer ist. Folgen Sie dieser Anleitung, um Ihre Angelonia sicher zu überwintern

Schneiden

Sobald das Gewächs ins Winterquartier einzieht, müssen Sie dieses bis auf Bodennähe zurückschneiden. Dafür verwenden Sie eine saubere, scharfe Gartenschere. Entfernen Sie die Pflanzenteile gründlich und entsorgen sie diese anschließend.Der Schnitt erlaubt der Angelonia im Frühjahr wieder schnell auszutreiben. Da sie in Deutschland und Mitteleuropa nicht winterhart ist, wird dadurch die Vitalität des Wegerichgewächses erhalten und die Blühfreude angeregt. Der Vorteil: Da sie das Engelsgesicht überwintern, ist es nicht auf die oberirdischen Pflanzenteile angewiesen und kann sich die Energie über die kalte Jahreszeit sparen. Genau das erlaubt es der Pflanze, im nächsten Jahr schnell auszutreiben und zahlreiche Blüten zu bilden.

Gießen & Düngen

Das Gießen über den Winter sollte deutlich reduziert werden. Da das Engelsgesicht schnell unter Staunässe leidet, müssen Sie besonders auf zu viel Nässe achten. Gießen Sie nur, wenn das Substrat angetrocknet ist. Nutzen Sie zum Überprüfen die Fingerprobe. 15 Minuten nach dem Gießen schütten Sie stehendes Wasser im Übertopf oder Untersetzer weg. Dadurch lässt sich Staunässe effektiv vermeiden.

Sie stellen die Düngezugaben über den gesamten Winter ein. Die notwendigen Nährstoffe erhält die Pflanze, wie oben bereits beschrieben, über das frische Substrat und mehr wird nicht benötigt.

Über den Winter wird die Angelonia weiter wachsen, jedoch nur äußerst langsam, und ab März recht schnell neue Triebe ausbilden. Jedoch sollten Sie hier immer noch auf die gleiche Art gießen und nicht düngen.

Luft

Sobald die Temperaturen im Winterquartier stimmen, müssen Sie auf die Luftfeuchtigkeit achten. Diese sollte nicht zu hoch, aber auch nicht zu trocken sein. Sprühen Sie daher in der direkten Umgebung der Pflanze in regelmäßigen Abständen frisches Wasser, um die Luftfeuchtigkeit nicht zu niedrig zu halten. Da es sich bei dem Gewächs immer noch um eine Art aus den Tropen handelt, bevorzugt es eine höhere Luftfeuchtigkeit. Alternativ nutzen Sie einen automatischen Luftbefeuchter. Jedoch sollte niemals die Pflanze direkt besprüht werden, um eine übermäßige Wasserzufuhr zu vermeiden.

Lüften Sie in regelmäßigen Abständen, denn verbrauchte Luft tut dem Gewächs nicht gut. Sie brauchen sich hier keine Sorgen zu machen. Ja, die Angelonia ist nicht winterhart, doch wird ihr das Lüften für einige Minuten nicht zusetzen. Frische Luft hilft gegen mögliche Krankheiten oder Schädlinge, die recht selten bei der Pflanze über die kalte Jahreszeit sind. Achten Sie nur darauf, dass die Pflanze beim Lüften nicht direkt im Zug steht. Das gefällt ihr nicht wirklich.

Auswintern

Einen Platz im Garten kann das Gewächs erst wieder im späten Frühling beziehen. Die typischen Termine sind:

  • nach den Eisheiligen Mitte Mai
  • Ende Mai
  • erste Juniwoche

Der Grund hierfür sind mögliche, auftauchende Spätfröste, die der Pflanze stark zusetzen könnten. Da Angelonia schon ab März wieder beginnt auszutreiben und ab Anfang Mai erste Blüten präsentiert, sollte es erst wieder auf den Balkon, die Terrasse oder ins Beet befördert werden, wenn keine Frostgefahr mehr besteht. Gerade in den sehr kalten Regionen in Deutschland wie dem Erzgebirge ist sogar die erste Woche im Juni zu empfehlen, nur um ganz sicher zu gehen.

Boden vorbereiten

Wenn Sie die Angelonia wieder ins Beet pflanzen wollen, sollten Sie den Boden entsprechend vorbereiten. Orientieren Sie sich dabei an den Eigenschaften, die unter dem Punkt „Vorbereitung“ beschrieben wurden. Achten Sie aber darauf, dass der Platz im Beet geschützt vor Wind ist, da die malerischen Blüten des Sommer-Löwenmauls schnell Windschäden erleiden.

Ab der Blütezeit verabreichen Sie wieder Dünger, damit das Wegerichgewächs ausreichend Nährstoffe für eine Blüte bis Oktober zur Verfügung hat.

Angelonia angustifolia, Engelsgesicht

Tipp: Angelonia angustifolia leidet über den Winter nur äußerst selten an Krankheiten und Schädlingen, die hauptsächlich durch Fehler in der Pflege entstehen. Ein bekanntes Problem ist ein Befall mit Grauschimmel, dem mit ausreichendem Lüften und Entfernen der befallenen Blätter oder Pflanzenteile entgegengewirkt wird.

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