Bambus ist braun: ist er vertrocknet oder erfroren? Was tun?

Bambus vertrocknet

Wenn sich während oder zum Ende des Winters die Blätter von einem Bambus (Bambusoideae) braun färben und/ oder die Pflanze wie abgestorben erscheint, denken viele Hobbygärtner, sie sei erfroren. Entgegen dieses Glaubens ist das allerdings selten der Fall, denn Bambus vertrocknet meist. Woran zu erkennen ist, ob es sich um Erfrierungen oder Vertrocknung handelt und was zu tun ist, damit die Pflanze überlebt, ist im Folgenden zu erfahren.

Bambus ist braun

Färben sich im Herbst vereinzelte Blätter braun und fallen ab, ist das in der Regel ein normaler Vorgang, wenngleich es sich beim Bambus um eine immergrüne Pflanze handelt. Mit einer Trockenheit hängt dies folglich meist nicht zusammen. Wenn die Temperaturen noch nicht weit unter null Grad Celsius gefallen sind, kann das auch nicht auf eine Erfrierung hindeuten. Beim normalen Vorgang sind stets nur einige Blätter betroffen. Der Rest bleibt grün und geht so durch den Winter. Im Frühjahr treibt der Bambusoideae erneut aus und füllt eventuelle lichte Stellen.

Schadbild

Beim Schadbild gilt es zu unterscheiden zwischen Erfrierungen und Vertrocknung. Anhand folgender Merkmale sind diese leicht zu erkennen:

Zimmerbambus

Bambus ist vertrocknet

  • Blätter rollen sich zuerst ein (zur Verminderung der Verdunstung)
  • Blattgrün nimmt zunehmend in der Intensität ab
  • Blätter hängen
  • Werden dann braun und wirken vertrocknet
  • Es sind grundsätzlich mehrere/ viele Blätter betroffen
  • Im Endstadium nahezu alle Blätter braun
  • Die Halme werden blasser
  • Vertrocknete Wurzel: Pflanze verliert an Spannkraft, Farbe, verkümmert zunehmend und geht ein

Pflanze ist erfroren

  • Blätter verfärben sich braun von der Blattspitze in Richtung Stiel
  • Braunton ist dunkler, als bei vertrockneten Blättern
  • Dunkelbraune Verfärbungen vielfach auch an den Blattstielen
  • Blätter hängen, fallen meist nicht ab
  • Meist nur einzelne Regionen betroffen
  • Sehr anfällig für Pilzerkrankungen
  • Im Frühjahr sehr kümmerlicher Neuaustrieb oder sterben ab

Ursachen

Vertrocknung

Winterdürre

Als immergrüne Pflanze benötigt ein Bambusoideae auch über den Winter Feuchtigkeit, weil er diese über seine Blätter wieder verdunstet. Bleibt der Winter über eine längere Zeit sehr trocken, Regen und/oder Schnee bleiben aus, so ist der Hobbygärtner gefragt, den Wasserbedarf von diesen Exemplaren mittels Gießen zu decken. Erhält er kein Wasser, vertrocknet er.

Trockenfrost

Die Kälte ist hier sein geringeres Problem, sondern der sogenannte Trockenfrost, macht ihm zu schaffen. Dabei bildet sich eine Eisschicht auf der Erde und der Frost dringt einige Zentimeter tief in die Erde ein, wo normalerweise die Wurzeln deutlich besser geschützt liegen, als in einem Kübel. Aber durch den trockenen Frost wird die Erdoberfläche verdichtet. Das heißt, es kommt keine Feuchtigkeit mehr in den Boden. Vor allem an sonnigen Tagen verdunstet Feuchtigkeit, während über die Wurzel keine neue Feuchtigkeit aufgenommen werden kann. Die Folge: es kommt zum Austrocknen.

Wurzeln

Vor allem junge Bambuspflanzen mit ihrem noch feinen Wurzelwerk, aber auch erst im Herbst eingepflanzte Wurzeln sind nicht in der Lage, sich in den ersten zwei bis drei Wintern so festzusetzen und auszubreiten, dass sie ausreichend Wasser aufnehmen können. Sie sind besonders anfällig für Vertrocknungen.

Fargesia murielae, Schirmbambus, Muriel-Bambus
Fargesia murielae, Schirmbambus, Muriel-Bambus

Erfrierungen

Winterhärte

Die meisten Sorten dieses Süßgrases sind winterhart. Erfrierungen sind bei den kälteresistenten Sorten in der Regel deshalb nicht zu finden, wenngleich es einige Ausnahmen gibt. Das ist zum Beispiel bei nicht-winterharten Sorten der Fall, die nur bis knapp unter null Grad Celsius frostfest sind sowie bei „mäßig winterharten“ Sorten, die längere Zeit extremen Minustemperaturen unter 15 Grad Celsius ausgesetzt sind.

Wurzeln

Zu berücksichtigen ist hierbei, dass sich die Wurzeln von einem im Herbst eingepflanzten Bambus auf keinen Fall festgesetzt haben und auch zwei bis drei Jahre an ihrem Standort brauchen, um ihre volle Winterhärte zu entwickeln. Des Weiteren sollte beachtet werden, dass Kübelpflanzen deutlich mehr der Kälte ausgesetzt sind, als ein Bambusoideae im Gartenbeet.

Maßnahmen

Vertrocknung

Schneiden

Zeigen sich noch im Winter erste Anzeichen einer Vertrocknung, sind die untersten Blätter abzuschneiden und die betroffenen Pflanzen zu gießen. Sind Halme vertrocknet, sollten diese in Bodennähe abgeschnitten werden, um für den Neuaustrieb im Frühjahr Platz zu schaffen. Ist der Bambus braun durch Vertrocknung, gleich wie sehr, wird er mit diesen Maßnahmen in der bevorstehenden Wachstumsperiode wieder austreiben.

Gießen

Wichtig ist beim Gießen von vertrockneten Bambussen, dass sie mit lauwarmen Wasser gegossen werden. Hat sich eine Frostschicht über die Erdoberfläche gelegt, ist diese mit dem lauwarmen Wasser aufzutauen, sodass das Wasser bis ins Erdreich und an die Wurzeln heran gelangt.

Tipp: Nie heißes Wasser verwenden, weil der Temperaturunterschied zu hoch ist und die Pflanze Schäden davon tragen könnte.

Fargesia nitida, Schirmbambus, Bambus

Erfrierung

Schneiden

Erst zum Frühjahr hin sollten Sie die betroffene Pflanze schneiden. Beim Rückschnitt im Winter könnten eisige Temperaturen und das Erfrierungs- und Pilzinfektionsrisiko erhöht werden. Ab April steht auch einem radikalen Rückschnitt nichts im Wege. Haben sich bis spätestens zum Sommer keine neue Austriebe gezeigt, ist davon auszugehen, dass die Pflanze abgestorben ist. In der Regel geschieht dies nur sehr selten.
Vorbeugen

Wasserbedarf decken

Um den Ursachen für eine Vertrocknung vorzukommen, ist ein regelmäßiges Gießen in trockenen und/ oder eisigen Winterzeiten unerlässlich.

Kälteschutz für Wurzeln

Es sollte nicht mit einem Kälteschutz bei mäßig oder nicht-winterharten sowie bei jung gepflanzten Exemplaren gewartet werden, bis sie erfroren sind. Schon vor Frostbeginn sollte über dem Wurzelbereich ein Kälteschutz aus Reisig, Stroh, Laub oder Tannennadeln ausgelegt werden. Bei immens niedrigen Temperaturen und vor allem bei Pflanzen, die weniger als drei Jahre an ihrem Standort verbringen, sollte zusätzlich ein Vlies die Pflanze schützen.

Tipp: Im Herbst die Halme zur Wintervorbereitung zusammenzubinden, lässt den kalten Wind weniger durch den Bambus ziehen und reduziert die Verdunstung, sodass eine Austrocknung und/ oder Erfrierung weniger Chancen hat.

Kübelpflanzen

Kübel sind auf eine isolierende Unterlage wie beispielsweise Holz oder Styropor zu stellen. Der Kübel kann mit Folie oder Vlies ummantelt werden, damit die Kälte nicht ungehindert mit voller Kraft auf die Wurzeln trifft und die Kübelerde einfriert.

Standort

Ein windgeschützter Standort mindert das Risiko von Erfrierungen und einer Austrocknung. Kübelpflanzen sind auf keinen Fall in wärmere Gefilde umzustellen, wenn sie bereits winterlichen Temperaturen ausgesetzt waren. Eine hohe Temperaturschwankung überlebt ein Bambus nur selten.

Pflanzzeit

Der ideale Zeitpunkt zum Pflanzen von Bambussen ist das Frühjahr. Ist der Termin versäumt, sollten SIE nicht später als Mitte September pflanzen. Danach ist der Zeitraum bis zum Frostbeginn zu kurz, damit sich die Wurzeln bis dahin einigermaßen gut festsetzen und noch in die Tiefe wachsen können.

Winterhärte

In Anbetracht dessen, dass immer kältere Winter erwartet werden, ist es sinnvoll, schon beim Kauf von einem Bambus auf eine außerordentliche Winterhärte zu achten. Ab „mäßig winterhart“ steigen die Chancen immens, dass die Bambusse keine Erfrierungen erleiden.

Himmelsbambus - Nandina domestica

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