Bambus düngen: wann, womit und wie oft? | 9 ideale Bambusdünger

Bambus düngen

Ein Bambus wächst und wächst und wächst. Auch in unseren Breitengraden. Unermüdlich treibt das asiatische Süßgras neue Halme aus. Und das ist genau das, was wir uns von ihm erhoffen. Natürlich ist für frisches Blattgrün mehr als Wasser und Licht vonnöten. Darum sollten wir sein Erdreich pünktlich mit guten Bausteinen beliefern. Gemeint ist damit ein Dünger, der ihm keine Wünsche unerfüllt lässt. Wann und womit wird dieses Gewächs ideal versorgt?

Bambus düngen

Das Höhenwachstum einer Bambuspflanze ist eng geknüpft an das vorherrschende Klima. So wird eine Bambusart, die in ihrer Ursprungsheimat locker mehr als 10 m schafft, bei uns deutlich niedriger bleiben. Daran wird auch die beste Nährstoffversorgung nichts ändern. Diese hat jedoch Einfluss auf die Gesundheit und das Erscheinungsbild der Pflanze. Wenn der verwendete Bambusdünger nicht gut gewählt oder nicht ausreichend dosiert ist, werden sich bald folgende Mangelerscheinungen zeigen:

  • weniger Neutriebe
  • weniger und/ oder kleinere Blätter
  • schnelleres Absterben der Halme
  • kann nicht durch Neuaustrieb kompensiert werden
  • insgesamt dürftiges und kahles Aussehen
  • hellere oder fleckige Blätter

Nährstoffversorgung beim Einpflanzen

Ein frisch ausgepflanztes Exemplar sollte unabhängig von der Pflanzzeit sofort mit einer ordentlichen Portion Nährstoffe ausgestattet werden. Womit Sie ihm die benötigten Nährstoffe zur Verfügung stellen ist gleich. Sie können Kompost verwenden oder sich für einen der anderen Langzeitdünger entscheiden, die wir nachfolgend näher beschreiben. Wenn Sie für das Einpflanzen eine spezielle Bambuserde verwenden, ist diese bereits mit Nährstoffen angereichert. In diesem Fall ist in den folgenden drei Monaten keine weitere Düngung erforderlich.

Bambus Fargusia muriclae
Bambus Fargusia muriclae

Zeitpunkt

Damit der Bambus, bot. Bambusoideae, gut austreibt, wird er zudem alljährlich in der Zeit von April bis August mit Nährstoffen versorgt. Wie oft Sie in dieser Zeit den Bambus düngen müssen, hängt vom verwendeten Düngemittel ab.

  • Langzeitdünger einmal im Frühjahr ausbringen
  • alternativ später ein weiteres Mal
  • andere Düngemittel etwa alle 14 Tage
  • die Empfehlungen des Herstellers beachten

Tipp: Auch wenn das Wetter im September prächtig sein kann und der Bambus ungebremst wächst, sollten Sie den Bambus nicht mehr düngen. Die neu gebildeten Triebe können nicht mehr rechtzeitig bis zum Winter ausreifen.

Geeigneter Dünger

Für ein frisch-grünes Blätterkleid sollten im Düngemittel sowohl Kalium als auch Stickstoff in reichlichen Mengen enthalten sein. Womit Sie Bambus tatsächlich düngen, können Sie jedoch selbst entscheiden. Es kommen mehrere Dünger aus dem Handel infrage. Aber auch einige natürliche Alternativen:

  • spezieller Bambusdünger
  • Rasendünger
  • andere handelsübliche NPK-Dünger
  • Hornmehl bzw. Hornspäne
  • Reifer Kompost
  • Reifer Pferdemist
  • Brennnesseljauche
  • Kaffeesatz
  • Bambusblätter

Sie dürfen mehrere Dünger miteinander kombinieren. Achten Sie jedoch darauf, Ihren Bambus nicht zu überdüngen. Die Halme und Blätter können davon verbrennen und strohig wirken.

Tipp: Trockene Blätter als Folge von Überdüngung sollten Sie nicht sofort abschneiden. Warten Sie ab. Denn die Pflanze stößt irgendwann von allein diese Blätter ab und treibt neu aus.

Dünger aus dem Handel

Spezieller Bambusdünger

Das Riesengras profitiert zweifelsohne vom speziellen Bambusdünger. Denn dieser ist passgenau auf seine Bedürfnisse abgestimmt. Er enthält dabei unter anderem Silicium für eine starke Blattstruktur und Kalium für größere Widerstandsfähigkeit und Frosthärte. In einem Supermarkt wird dieser Spezialdünger nicht zu finden sein, dafür in jedem Gartencenter bzw. Fachhandel. Decken Sie sich rechtzeitig mit der erforderlichen Menge ein. Diesen Bambusdünger gibt es als Granulat oder in flüssiger Form. Wann und wie oft damit gedüngt wird, können Sie der Packungsbeschriftung entnehmen. Der Preis verführt allerdings nicht gerade zum Zugreifen. Es gibt jedoch auch günstigere Alternativen, wie Sie nachfolgend noch erfahren werden.

Rasendünger

Ein Rasendünger kann ebenso für das Düngen von Bambus verwendet werden. Beide Gewächse sind Gräser und damit miteinander verwandt. Was der einen Sorte guttut, kann auch der anderen Sorte nützen. Da es kaum einen Garten ohne Rasen gibt, ist Rasendünger meist sowieso zur Hand. Achten Sie bloß darauf, dass er nicht zu stickstofflastig ist. Zu viel Stickstoff mindert die Frosthärte. Kaliumarme Böden können im August mit einem Herbstrasendünger versorgt werden. Das darin enthaltene Kalium macht das Gewächs robuster und frosthärter für den nahenden Winter, da es die Wasserversorgung unterstützt.

Andere handelsübliche NPK-Dünger

Die sogenannten NPK-Dünger gibt es auf mineralischer oder organischer Basis. Letztere sind eher zu empfehlen. Sie geben die Nährstoffe gleichmäßig frei und verhindern so eine Überdüngung. Wenn jedoch ganz schnell eine Nährstoffversorgung gewünscht wird, darf auf einen mineralischen Dünger zurückgegriffen werden. Zum Beispiel wenn die Triebe bereits deutliche Mangelerscheinungen zeigen.

Hausmittel

Hornmehl bzw. Hornspäne

Hornspäne bzw. Hornmehl sind bewährte natürliche Düngemittel. Es genügt, wenn im Frühjahr ein paar Handvoll davon im Wurzelbereich ausgestreut und eingearbeitet werden. Beim Einpflanzen von Bambus können Hornspäne als Erstversorgung in das Pflanzloch gegeben werden.

Kompost

Bambus im Garten ist mit einer Kompostversorgung im Frühjahr gut bedient. Die ausgebrachte Schicht sollte etwa 5 cm hoch sein und anschließend gut eingearbeitet werden. Im Laufe des Jahres benötigt der Bambus keine weitere Düngung. Es sei denn, er zeigt deutliche Mangelsymptome. Reifer Kompost ist auch ideal als Startversorgung beim Einpflanzen. Bei Kübelpflanzen ist es dagegen schwierig, sie nur mit Kompost zu versorgen. Hier ist die Verwendung eines anderen Düngers sinnvoll.

Reifer Pferdemist

Pferdemist ist ein guter Stickstofflieferant. Er muss allerdings gut (mindestens 6 Monate) ausgereift sein. Auch er wird idealerweise im Frühjahr ausgebracht. Seine Herkunft spielt dabei eine wichtige Rolle. Auch wenn Bambus keine Esspflanze ist, sollte der Mist von einen Biohof stammen. Viele Höfe geben auf Nachfrage gerne etwas ab, meist kostenlos.

Brennnesseljauche

Eine Jauche aus Brennnesseln können Sie einfach selbst herstellen. Dieses biologische Düngemittel ist zudem vollkommen kostenlos. Nur etwas Geduld ist notwendig, denn der Gärprozess braucht seine Zeit.

  • ca. 1 kg frische Brennnesseln pflücken
  • etwas klein schneiden
  • in einen großen Eimer geben
  • 10 l Regenwasser dazu gießen
  • mit einem feinen Gitter bedecken
  • sonnig stellen
  • täglich umrühren

Wenn keine Blasen mehr aufsteigen, ist die Brennnesseljauche fertig. Sie können Sie 1:10 mit Wasser verdünnen und damit den Bambus alle zwei Wochen gießen. Die fertige Jauche lässt sich nach dem Gären problemlos längere Zeit lagern.

Kaffeesatz

In vielen Haushalten fällt Kaffeesatz täglich als Abfallprodukt an. Er ist ein guter Stickstofflieferant und damit ideales Düngemittel.

  • im Wurzelbereich verteilen
  • oder ins Gießwasser geben
  • laufend damit düngen
  • oder größere Mengen sammeln und alle 14 Tage düngen

Kaffeesatz senkt allerdings den pH-Wert des Bodens ab, was dieses Süßgras wiederum nicht mag. Deswegen sollte er nur bescheiden zum Einsatz kommen.

Kaffeesatz

Bambusblätter

Abgefallene Bambusblätter enthalten brauchbare Nährstoffe, insbesondere Silicium. Sofern die Pflanze gesund ist, sollten Sie die Blätter liegen lassen. Nach ihrer Zersetzung stehen die Nährstoffe der Pflanze für die Bildung neuer Blätter zur Verfügung.

Bambuspflanzen im Topf

Es ist nicht ungewohnt, dass ein Bambus in einem großen Kübel gezogen wird. In diesem Fall können seine Wurzeln jedoch nur aus einem bescheidenen Vorrat Erde die benötigten Nährstoffe schöpfen. Während Gartenexemplare bestens mit einer Langzeitdüngung pro Jahr auskommen, muss der Bambus im Topf mehr und öfter gedüngt werden. Hier ist ein Flüssigdünger praktischer in der Anwendung, wenn gleich auch Kompost, Pferdemist und Hornspäne als Dünger zum Einsatz kommen können. Auch im Topf liegengelassene trockene Blätter liefern wertvolle Nährstoffe. Im Winterquartier können sie aber eine Fäulnisgefahr darstellen und sollten zeitig eingesammelt und entsorgt werden.