Größter Baum der Welt – 133 Meter über der Erde – der höchste Baum ever

Größter Baum der Welt

Bäume sind faszinierende Pflanzen, die gewaltige Ausmaße annehmen können und alle anderen Lebewesen in den Schatten stellen. Sie gehören nicht nur zu den ältesten und schwersten, sondern auch zu den höchsten Organismen auf dem Planeten Erde und regen seit der Steinzeit die Fantasie des Menschen an. Neben den bekannten hochwachsenden Bäumen wie der Eiche, die locker 40 in der Höhe erreichen können, finden sich Giganten über 100 Meter.

Mammutbäume

Mammutbäume – die Baum-Riesen

Mammutbäume gehören neben dem Riesen-Eukalyptus und Douglasien zu den höchsten Bäumen, die auf der Welt zu finden sind. Sie erreichen häufig locker Höhen von über 90 Meter, doch sind es vor allem die Küstenmammutbäume (botanisch Sequoia sempervirens), die fast bis in den Himmel wachsen. Sie gehören zu den Zypressengewächsen innerhalb der Koniferen und sind immergrüne Nadelbäume, die vor allem an der Westküste der Vereinigten Staaten ihre natürliche Verbreitung haben. Neben dem Küstenmammutbaum finden sich noch folgende beiden Exemplare.

  • Riesenmammutbaum (botanisch Sequoiadendron giganteum), ebenfalls in den USA verbreitet ist
  • Urweltmammutbaum (botanisch Metasequoia glyptostroboides), als einzige der drei Arten in Asien beheimatet
Urweltmammutbaum, Metasequoia glyptostroboides
Urweltmammutbaum, Metasequoia glyptostroboides

Die Bäume dieser Familie gelten als lebende Fossilien, da sie häufig sehr alt und aus diesem Grund sehr groß werden können. Jeder einzelne Baum kann dabei nicht nur ausgesprochen hoch werden, sondern auch schwer. Das schwerste Exemplar ist der General Sherman Tree im Sequoia-Nationalpark und wiegt fast 2.000 Tonnen, das sind mehr als drei Airbus A380-Flugzeuge. Mit seiner Höhe von 84 Metern ist er schon recht staatlich, doch nichts im Vergleich zu seinem Verwandten Hyperion, der als größter Küstenmammutbaum auf der Welt gilt.

Hyperion

Hyperion – ein Küstenmammutbaum so hoch wie das Neue Leipziger Rathaus

Hyperion ist ein Sequoia sempervirens und befindet sich im kalifornischen Redwood-Nationalpark und gilt als höchster Baum der Erde. Als größter Sequoia bringt er es auf eine Höhe von 115,92 Metern, was höher ist wie das Neue Rathaus in Leipzig und nur etwa 90 Meter kleiner als der Fernsehturm in Berlin. Solch eine Höhe ist beachtlich für einen einzelnen Baum, liegt das endgültige Wuchsmaximum aller Bäume bei einer Höhe von 138 Metern. Hyperion, benannt nach dem Titanen aus der griechischen Mythologie, ist nur noch wenige Zentimeter von diesen entfernt, wird dafür aber noch Jahrzehnte benötigen.

Seine weiteren Daten:

  • Höhe: 115,55 m
  • Stammbreite: 4,63 m
  • Alter: etwa 1.260 Jahre
  • Standort: Redwood Nationalpark (41.20491 N und 124.01556 W)

Der Hyperion ist als höchster Baum problemlos in der Umgebung zu erkennen, da er einige „Stockwerke“ über seine Nachbarn ragt und sich durch seine einzigartig geformte Krone einzigartig präsentiert wird. Als größter Mammutbaum auf der Erde verfügt er zudem über ein einzigartig dichtes und weit verlaufendes Wurzelwerk aus Flachwurzeln. Aus diesem Grund ist die exakte Position, trotz der Geodaten, nicht angegeben, da zu viele Besucher das Wurzelwerk zerstören könnten, was den Baum selbst unweigerlich schaden würde.

Hinweis: Trotz der Schutzmaßnahmen für Hyperion finden sich einige Wegbeschreibungen von Wanderern, die speziell nach großen Bäumen suchen und daher ist auch dieses Exemplar recht einfach zu finden. Der Weg dorthin ist jedoch nicht ausgeschildert oder gesichert und daher nicht unbedingt zu empfehlen, auch wenn der Anblick äußerst majestätisch.

Küstenmammutbaum, Sequoia sempervirens
Küstenmammutbaum, Sequoia sempervirens

Entdeckung

Bis ins Jahr 2007 galt Stratosphere Giant, ebenfalls ein Küstenmammutbaum, als höchster Mammutbaum der Welt und maß bis zu diesem Zeitpunkt staatliche 112,87 Meter. Entdeckt wurde dieses Exemplar im Jahr 2000 von Chris Atkins, der zusammen mit Michael Taylor Hyperion am 8. November 2006 entdeckte. Bestätigt wurde der Status als größter Baum der Welt ein Jahr später von Stephen C. Sillett, einem amerikanischen Baumforscher, der als Experte auf diesem Gebiet gilt. Popularität erlangte der Baum in einer BBC Radio 4 Dokumentation von James Aldred, die den Namen „James and the Giant Redwoods“ trug.

Wuchs

Eingeschränkter Wuchs

Hyperion hätte nach Aussagen von Forschern noch höher wachsen können, wäre da nicht ein Problem mit Spechten gewesen. Diese haben den oberen Teil des Baums äußerst beansprucht und als Lebensraum genutzt, was seinen Wuchs stark beeinträchtigt hat. Zwar wächst er noch, doch ist das Wachstum äußerst langsam und kaum noch bemerkbar. Dennoch steht er aufgrund dieses langsamen Wuchs aufrecht und fest im Boden, ohne als größter Baum der Erde Schäden von der Höhe davonzutragen. Sein jährliches Wachstum beläuft sich auf etwa 3,9 Zentimeter im Jahr.

Höchster Baum bis 2031

Neben Hyperion findet sich ein weiteres Exemplar im gleichen Nationalpark und war sogar bis ins Jahr 1995 als höchster Mammutbaum bekannt, nachdem er damals von dem Exemplar mit dem Namen Mendocino abgelöst wurde. Der Name ist Paradox und dieser befindet sich im Gebiet Lower Bull Creek Flat des Nationalparks. Aufgrund des äußerst starken Wuchses von sagenhaften 18,9 Zentimetern im Jahr wird Paradox Hyperion spätestens im Jahr 2031 überholen und dann als größter Baum der Welt bekannt sein. Solch ein schnelles Wachstum ist nicht untypisch für die Art.

Urweltmammutbaum, Metasequoia glyptostroboides
Urweltmammutbaum, Metasequoia glyptostroboides

Baumgrößen

Wie hoch waren bisherige Bäume?

Trotz seiner beachtlichen Größe ist Hyperion nicht das bis jetzt größte Exemplar eines Baumes. Diese stammen nämlich aus Australien und sind seit der Kolonisation des Kontinents gefällt worden. Sie dienten aufgrund ihrer Masse als Holzlieferanten und waren notwendig für die Siedler, um sich dort sesshaft machen zu können. Nahe des Watts River im Bundesstaat Victoria fand der Förster William Ferguson einen Riesen-Eukalyptus mit einer Höhe von 132,6 Metern und weitere Exemplare, die die maximale Höhe von etwa 138 Metern erreichten. Das macht diese Baumart noch höher als die Mammutbäume und somit noch einzigartiger.

Hinweis: Der höchste derzeitige Riesen-Eukalyptus ist ein Exemplar mit dem Namen Centurion. Dieser findet sich im südlichen Tasmanien und kommt auf eine beachtliche Höhe von 99,6 Metern und wächst noch.

Größter Baum

In Deutschland

Auch in der Heimat finden sich große Bäume, die zwar nicht so hoch sind, aber dennoch auffallen, wenn an ihnen vorbeigegangen wird oder aus der Ferne beobachtet werden. Als höchster Baum in Deutschland gilt Waldtraut, eine im Jahr 1913 gepflanzte Gewöhnliche Douglasie, die mit einer Höhe von beachtlichen 66,58 Metern in der Nähe von Freiburg im Arboretum Freiburg-Günterstal steht und sogar besucht werden kann. Die Douglasie erlangte im Jahr 2017 größere Bekanntheit, nachdem sie offiziell als das höchste Gewächs in Deutschland präsentiert wurde. Waldtraut profitiert vom feuchten Standort in diesem Gebiet, der ungünstig für heimische Bäume ist.

Küstenmammutbaum, Sequoia sempervirens
Küstenmammutbaum, Sequoia sempervirens

Herkunft

Woher kommt Waldtraut?

Waldtraut ist kein wirklicher einheimischer Baum, da der ursprüngliche Setzling aus den USA im Jahr 2013 mit nach Deutschland gebracht wurde. Das damals noch sehr junge Gewächs stammt von der Westküste und wurde damals von Förstern nach Baden-Württemberg gebracht, um den dortigen Bestand an Bäumen aufzufrischen, der unter der letzten Kaltzeit gelitten hat. Waldtraut gehört seit der Pflanzung zu einer Kolonie aus Douglasien, die sich dort prächtig entwickeln und viele Wanderer anziehen, die sich diese Bäume anschauen wollen.

Höchstes Exemplar

Höchstes Exemplar einer einheimischen Art

Werden Arten ausgeschlossen, die nicht wirklich aus den mitteleuropäischen Breitengraden stammen, handelt es sich beim höchsten Exemplar auf deutschem Boden um eine klassische Fichte (botanisch Picea abies), die nach Schätzungen zwischen 300 und 400 Jahren alt ist. Sie ist 59,30 Meter hoch und befindet sich im Kirnitzschtal, das zum Nationalpark Sächsische Schweiz gehört und dort ungestört wachsen konnte.

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