Anleitung: wann und wie man eine Hainbuchenhecke schneiden sollte

Hainbuchenhecke schneiden

Wer eine Hainbuchenhecke im Garten stehen hat kennt das, sie treibt stark aus. Daher muss sie regelmäßig auch beschnitten werden. Doch wann ist hier der richtige Zeitpunkt für die jungen oder die älteren Hecken und wie erfolgt der passende Schnitt. Denn ein gleichmäßiges Wachstum kann nur durch einen exakten Rückschnitt erfolgen, so dass die Hainbuchenhecke auch zum Hingucker wird. Eine Anleitung für das richtige Schneiden und Beschneiden wird hier im folgenden Beitrag gegeben.

Junge Hecken schneiden

Wurde die Hainbuchenhecke neu angelegt, dann soll sie als Sichtschutz dienen und daher Idealerweise bis zum Boden hin belaubt sein. Damit die Hecke Ihre besondere Heckenform nach dem Pflanzen der einzelnen Hainbuchen-Pflanzen auch erhält, benötigt sie nun am Anfang vor allem auch den richtigen Schnitt, damit sie so wächst, wie es vom Hobbygärtner gewünscht wird.

Gerade bei den jungen Pflanzen müssen diesen durch einen laufenden Schnitt in den ersten zwei bis drei Jahren erzogen werden. Daher sollte direkt nach dem Pflanzen auf keinen Fall auf das Beschneiden verzichtet und daher wie folgt vorgegangen werden.

Hainbuchenhecke sollte regelmäßig geschnitten werden

  • Förderung der Verzweigung
  • dafür sind starke Rückschnitte am Anfang wichtig
  • direkt nach dem Pflanzen schneiden
  • hier die unverzweigten Spitzen um die Hälfte kappen
  • mehrfach im Jahr die nach oben und außen wachsenden Triebe einkürzen
  • das Schneiden kann bei den jungen Hecken bis zu sechs Mal im Jahr erfolgen
  • dies dient der Dichtigkeit
  • auch dann, wenn das gewünschte Außenmaß der Hecke noch nicht erreicht wurde

Auch wenn die neu gepflanzte Hainbuchenhecke noch lange nicht die gewünschte Höhe hat, muss sie regelmäßig geschnitten werden. Denn wer die neuen Triebe ungehindert nach oben wachsen lässt, um eine bestimmte Höhe schnell zu erreichen wird feststellen, dass es diesen Hecken in kürzester Zeit an der gewünschten Dichtigkeit fehlt.

Es entstehen auf diese Weise viele Löcher, so dass ein Sichtschutz nicht mehr gegeben ist. Die Hainbuche ist eine schnell wachsende Pflanze und auch die gekappten Triebe wachsen schnell wieder nach. Wird sich an die Vorgaben für den mehrmaligen Rückschnitt bei einer jungen Hainbuchenhecke gehalten, ist diese spätestens in drei Jahren ein vollkommener und dichter Sichtschutz vom Boden bis zur Höhe.

Jährlicher Rückschnitt

Auch die ältere Hainbuchenhecke benötigt hin und wieder einen Rückschnitt, denn Carpinus betulus treibt stark aus. Um auch hier ein gleichmäßiges und schönes Wachstum zu gewährleisten, sollten die älteren Hecken zweimal im Jahr geschnitten werden. So erfolgt der erste Schnitt im Frühling, in den Monaten Februar bis März.

Hainbuchenhecke schneiden fördert deren Verzweigung

Der zweite Schnitt hingegen wird im Sommer im August oder September durchgeführt, so hat die Pflanze noch Zeit, ihre Schnittwunden bis zum ersten Frost wieder zu verschließen. Beim Beschneiden der Hainbuchenhecke sollte laut der folgenden Anleitung vorgegangen werden.

  • für den Formschnitt die Äste bis zum zweiten oder dritten Auge ab Triebansatz kappen
  • nicht bis zum ersten Auge verschneiden
  • so können sich keine neuen Triebe mehr bilden
  • nur Triebe, die nach innen wachsen ganz entfernen
  • ebenso Triebe, die sich kreuzen
  • der Haupttrieb wird bis auf 15 cm über den Seitentrieben gekürzt

Der erste Schnitt im Jahr darf etwas stärker ausfallen, der zweite Schnitt im Sommer dient dazu, die über das Jahr aus der Hecke herausgewachsenen Triebe zu entfernen. Im Herbst werden die Hecken daher nur in Form geschnitten, im Frühling kann Sie auch von Innen her ausgedünnt werden.

Verjüngungsschnitt

Vor allem sehr alte Hecken benötigen alle paar Jahre einen Verjüngungschnitt. Dieser Schnitt wird in der Regel im späten August oder Anfang September durchgeführt, wenn keine Vögel mehr in den Hecken nisten und gestört werden könnten.

Bei dem Verjüngungsschnitt sollte wie folgt vorgegangen werden:

  • alle alten Äste im Inneren entfernen
  • hier den Schnitt direkt unter einer Verzweigung ansetzen
  • dies dient der Anregung zum neuen Austrieb

Nicht erschrecken, wenn die Hainbuchenhecke nach dem Verjüngungsschnitt „wie gerupft“ aussieht. Doch verschneiden kann sich der Hobbygärtner bei Carpinus betulus nicht. Schnell wachsen neue Triebe nach und die Hecken werden wieder schnell grün und dicht.

Formschnitt

Die Hainbuche eignet sich auch hervorragend für einen Formschnitt. So kann die Hecke zum Beispiel oben nicht glatt sondern in einer runden Form abschließen. Der Schnitt kann daher alle Formen annehmen, die einem selbst gefallen. Mit einer vorgefertigten Schablone, zum Beispiel ein Stück Pappe in einen Halbkreis geschnitten für die runde Form oder aber auch einem Drahtgeflecht aus dem Gartenfachhandel kann die Hainbuche fast jede gewünschte Form annehmen. Hierzu benötigt der Hobbygärtner jedoch ein wenig Übung.

Radikalschnitt

Wann sollte eine Hainbuche radikal gekürzt werden, wann ist dieser Schnitt durchzuführen? Normalerweise kann eine Hainbuchenhecke jederzeit radikal zurückgeschnitten werden, denn sie ist gut schnittverträglich und treibt nach kurzer Zeit wieder neu aus.

Hainbuchenhecke braucht einen jährlichen Rückschnitt

Es muss jedoch beachtet werden, dass zwischen dem 01.03. und dem 30.09. eines jeden Jahres laut Bundesnaturschutzgesetz §39 Abs. 3 keine Radikalschnitte erlaubt sind, um brütende Vögel, die sich in der Hecke eingenistet haben könnten, nicht zu stören oder zu verjagen. Während dieser Zeit dürfen nur kleinere Form- und Pflegeschnitte vorgenommen werden.

Es gibt jedoch Gründe, die zu einem Radikalschnitt bei Carpinus betulus führen:

  • wenn die Hainbuche nach dem Pflanzen verdichtet
  • wenn die Hecken zu breit oder zu hoch geworden sind
  • zur Verjüngung einer alten Hecke
  • um kranke Triebe zu entfernen
  • bei einem Formschnitt

Alle diese Arbeiten sollten daher im Februar oder aber erst nach Oktober durchgeführt werden. Damit die Pflanzen jedoch keinen Frostschaden an den Schnittstellen nehmen und sich vor dem Winter noch von dem radikal durchgeführten Verschneiden erholen können, sollte dieser immer im späten Winter vor dem März durchgeführt werden. So kann das Gesetz eingehalten werden und die Hainbuchen haben die Möglichkeit, den Schnitt gut zu verkraften und über die warmen Sommermonate die Schnittstellen zu schließen und wieder auszugleichen.

Werkzeug

Das passende Werkzeug ist wichtig, damit die Pflanzen bei einem Schnitt keinen Schaden nehmen. So müssen die verwendeten Geräte vor allem sauber und scharf sein. Idealerweise werden die Klingen vor dem Beginn der Arbeit desinfiziert. Dies kann mit reinem Alkohol aus der Apotheke von statten gehen, der gut sortierte Gartenfachhandel bietet hierfür aber auch Desinfektionsmittel an.

Sind die Schneidegeräte unsauber, dann können Bakterien und Krankheiten übertragen werden, die in die frische Schnittstelle eindringen und der Pflanze so schaden können. Werden stumpfe Messer oder Scheren verwendet, dann ist dies nicht nur für die Hainbuchen schädlich, bei denen auf diese Weise die Äste nicht sauber geschnitten sondern unsauber abgerissen werden. Auch kann es zu einer erhöhten Unfallgefahr für den Hobbygärtner kommen, wenn unscharfe Werkzeuge verwendet werden.

Hainbuchenhecke ist gut als Sichtschutz geeignet

Die folgenden Geräte sind ideal für das Schneiden der Hainbuchenhecken:

  • Rosenschere
  • geeignet für dünne, junge Triebe auf Augenhöhe
  • manuelle Heckenschere
  • lange Griffe und Teleskopauszug erleichtern die Arbeit über dem Kopf
  • auch nach unten zum Boden muss sich nicht gebückt werden
  • Astschere
  • wird für stärkere, ältere und bereits verholzte Äste genutzt
  • motorisierte Heckenschere
  • idealerweise mit Akku verwenden
  • für den Formschnitt von Außen gut geeignet
  • benzinbetriebene Heckenschere
  • für Gärten ohne Stromanschluss
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