Krankheiten an Stockrosen

Stockrosen (Alcea), die Schönheit aus dem Orient sind auch in vielen Gärten hierzulande heimisch geworden. Ihre Blütenpracht in den schönsten Farben von Weiß über Gelb, Rosa, Rot bis Dunkelviolett erstrahlt von Juli bis spät in den Oktober hinein. Aufgrund ihrer Größe sind die dekorativen Pflanzen schon von weitem sichtbar. Die Stockrose ist zwar pflegeleicht und auch sehr robust, allerdings kann auch sie von verschiedenen Krankheiten und Schädlingen befallen werden.

Weitestgehend resistent gegen Krankheiten

In der Regel sind Stockrosen sehr pflegeleicht und robust gegenüber Krankheiten und Schädlingsbefall. Auf einem sonnigen, leicht feuchten Standort mit frischem und nährstoffreichem Boden und einem ausreichend großen Pflanzabstand haben Krankheiten und Schädlinge es schwer sich anzusiedeln. Daneben ist auch eine richtige Pflege hinsichtlich einer ausreichenden Gabe von Nährstoffen und Wasser wichtig. Aber dennoch kann die eine oder andere Krankheit bei den Stockrosen das Wachstum und Blütenpracht beeinträchtigen. Es ist daher wichtig auch nur die kleinste Schädigung an der Alcea zeitig zu erkennen, um größere Schäden von der Pflanze abzuwenden. Nachfolgend sind die wichtigsten Krankheiten und Schädlinge aufgelistet.

Malvenrost

Malvenrost nah
Björn S…, Puccinia malvacearum on Marsh-Mallow – Althaea cf. officinalis (30709427647), Zuschnitt von Plantopedia, CC BY-SA 2.0

Der Malvenrost ist weit verbreitet und kann ohne Behandlung großen Schaden an Stockrosen, aber auch anderen Pflanzen anrichten. Es handelt sich hierbei um eine Pilzerkrankung mit Puccinia malvacearum, die schon im zeitigen Frühjahr auftreten kann. Die Symptome äußern sich wie folgt

  • an der Blattunterseite gelb-rote Pusteln
  • enthalten Sporen des Pilzes
  • gelb-braune Flecken
  • kann auch auf Blattstielen und Stängeln auftreten

Im Verlauf der Krankheit verfärbt sich schließlich das Blattgewebe der Stockrosen anfangs gelb, später dann braun. Die Blätter beginnen zu welken und fallen schließlich ab. Eine Ursache für die Entstehung der Pilzkrankheit ist im Sommer über einen längeren Zeitraum herrschende feucht-warme Witterung. Daneben wird die Krankheit auch begünstigt durch

  • zu geringen Pflanzabstand
  • sehr hohe Luftfeuchtigkeit
  • geringe Luftzirkulation zwischen den Pflanzen
  • Blätter können nicht richtig abtrocknen

Zur Bekämpfung sollten vorrangig biologische Hausmittel zum Einsatz kommen, beispielsweise

  • Brühe aus Kompost
  • Zwiebelsud
  • Knoblauchtee
  • Brühen aus Rainfarn, Ackerschachtelhalm und Schafgarbe

Befallene Blätter sollten regelmäßig entfernt und im Restmüll entsorgt werden, niemals auf dem Kompost. Hier besteht die Gefahr der weiteren Ausbreitung. Sollten jedoch alle Teile der Pflanze befallen sein, dann hilft nur noch ein komplettes Ausgraben dieser samt Wurzel. Die Entsorgung erfolgt dann ebenfalls im Restmüll oder wird verbrannt.

Zur Vermeidung des Malvenrostes sind auch vorbeugende Maßnahmen wichtig wie

  • Vermeidung von Staunässe
  • regelmäßige Auflockerung des Bodens
  • ausreichende Kaliumdüngung
  • dazu Verwendung von Rhabarbersud
  • Mindestpflanzabstand 50 Zentimeter
  • sonniger, mäßig trockener Standort
  • von unten wässern

Hinweis: Der Malvenrostpilz kann in der Pflanze, ebenso auch im Boden überwintern und im Frühjahr bei günstigen Bedingungen ausbrechen.

Welkekrankheit (Phoma)

Welkekrankheit (Phoma) an Sonnenblume
Welkekrankheit (Phoma) an Sonnenblume. Quelle: Howard F. Schwartz, Phoma macdonaldii on sunflower plant – 3, Zuschnitt von Plantopedia, CC BY 3.0

Auch hier ist der Verursacher dieser Krankheit ein Pilz, der die inneren Gefäße der Stockrosen schädigt und dabei wird der Wasserhaushalt der Pflanze beeinträchtigt. Sie ist nicht mehr in der Lage, alle Pflanzenteile ausreichend mit Wasser zu versorgen. Langsam beginnt sie zu welken und stirbt letztendlich ab. Erste Anzeichen sind

  • braune Flecken an Blatträndern
  • überziehen langsam das gesamte Blatt
  • Flecken verfärben sich schwarz
  • darin Sporen des Pilzes enthalten

Bei einem Befall welken die Stockrosen von unten her. Zuerst befallen werden immer die ältesten Blätter. In der Regel sind befallene Pflanzen kaum noch zu retten. Bei einem Befall muss darauf geachtet werden, dass nicht noch andere Pflanzen infiziert werden. Lösung bei dem Problem sind

  • vollständige Entfernung der befallenen Pflanze
  • komplette Ausgrabung der Wurzel mit Erde
  • Austausch der Erde rund um die Pflanze
  • Pilzsporen überwintern im Boden
  • Entsorgung im Restmüll
  • nicht auf Kompost – Ausbreitungsgefahr
  • Wässerung stets von unten
  • Mindestpflanzabstand 50 Zentimeter
  • kalibetont düngen
  • regelmäßige Bodenauflockerung

Malvenflohkäfer

Malven-Erdfloh
gailhampshire from Cradley, Malvern, U.K, Mallow Flea Beetle. Podagrica fuscicornis^ Alticinae . Chrysomelidae – Flickr – gailhampshire, Zuschnitt von Plantopedia, CC BY 2.0

Der auch als Malven-Erdfloh bekannte Käfer (Podagrica fuscicomis) ist zwar nicht direkt eine Krankheit, sondern ein Schädling, kann allerdings auch den Stockrosen stark zusetzen. Er legt seine Eier in den Stängeln der Pflanzen ab. Von dort fressen sich die bräunlich-blau behaarten Larven in das Mark oder die Wurzel vor. Schließlich wandern sie in den Boden, um dort zu überwintern. Eine der häufigsten Ursache für das Auftreten des Erdflohs ist ein zu trockener Boden. Der Käfer erreicht eine Größe zwischen drei und sechs Millimeter. Charakteristisch sind

  • blau-grüne bis schwarze Färbung und
  • gelb-roter Kopf und Beine

Erste Anzeichen für das Vorhandensein des Käfers äußern sich wie folgt

  • Auftreten Mai bis Juni
  • siebartige Durchlöcherung der Blätter
  • so genannter Skelettfraß
  • oft bleiben nur Blattrippen übrig
  • auch Befall von Knospen und Blüten möglich

Es ist dann eine sofortige Behandlung der Pflanzen notwendig, sonst kann es schnell zu einer Infektion des gesamten Pflanzenbestandes kommen. Erste Maßnahmen sollten sein

  • befallene Blätter im Restmüll entsorgen
  • nicht auf Kompost – Ausbreitungsgefahr
  • Absammeln der Käfer
  • regelmäßige Auflockerung der Erde
  • regelmäßig gießen
  • Blätter nicht benetzen

Hinweis: Viele Hobbygärtner schwören dabei auf den Einsatz von Streichhölzern. Diese werden rund um die Pflanze mit dem Kopf in die Erde gesteckt.

Blattläuse

Blattläuse

Hauptsächlich treten diese Schädlinge im Frühjahr auf. Sie sind dann auf frischen Trieben zahlreich vorhanden. Die Blattläuse (Aphidoidea) können bis zu sieben Millimeter groß werden. Typisch ist der vorhandene Stechrüssel, mit dem sie ihren Opfern den Pflanzensaft aussaugen. Zum überwiegenden Teil wird dieser Saft dann wieder als eine klebrige Flüssigkeit, dem Honigtau ausgeschieden. Dieser bedeckt Knospen, Blüten und Blätter und zieht Insekten, beispielsweise Ameisen an. Stockrosen wie auch andere Pflanzen sind dann besonders anfällig gegen Krankheiten wie Rußtau. Sofort nach dem Auftreten der Blattläuse muss eine Behandlung erfolgen, sonst nehmen die Pflanzen großen Schaden.

Eine Lösung kann unter anderem der Einsatz von natürlichen Fressfeinden wie Marienkäfer, Schlupfwespenlarven oder Schwebefliegenlarven sein. Gute Erfolge werden auch mit dem Versprühen von Brennnesselsud oder einer Lauge aus Kernseife und Wasser erzielt werden. Die Ausbringung am Vormittag bringt dabei die beste Wirkung.

Schnecken

Schnecke

Auch Schnecken (Gastropoda) können für Stockrosen zu einer gefährlichen Plage werden. Sie fressen bevorzugt im Frühjahr nach dem Austrieb die zarten, jungen Blätter und behindern so das Wachstum der Pflanzen. Schon beim Auftreten erster Fraßschäden muss eine Bekämpfung erfolgen, sonst sind die Pflanzen kaum noch zu retten. Maßnahmen können sein

  • das Absammeln der Schnecken abends
  • Ausbringen von Schneckenkorn
  • Vorsicht bei Haustieren und Kindern
  • alternativ Errichtung von Schneckenbarrieren

Hervorragend eignen sich hierfür Sägespäne, Sand oder Kaffeesatz. Diese Materialien werden einfach rund um die Pflanzen ausgestreut. Kaffeesatz ist daneben auch ein guter Dünger.

Malven-Spitzmaus

Malven-Spitzmaus
Tobias 67, Rhopalapion longirostre TP01, Zuschnitt von Plantopedia, CC BY-SA 4.0

Schnell kann vermutet werden, dass es sich hierbei um eine Maus handelt, aber ganz falsch. Die Malven-Spitzmaus (Rhopalapion longirostre) ist ein Käfer. Ihr spitzer Rüssel ist dabei für seine Namensgebung verantwortlich. Ohne Rüssel wird er zwischen 2 und 3 Millimeter groß und ist

  • schwarz mit dichter weiß- gräulicher Behaarung
  • Beine rötlich-gelb
  • Rüssel in Körperlänge

Die Weibchen legen die Eier zwischen Juni und Juli auf den Stängeln und hauptsächlich in den Blüten ab. Die geschlüpften Larven bohren sich dann tief in den Fruchtknoten ein. Infolgedessen vertrocknen die Knospen. Aber nicht nur daran ist ein Befall zu erkennen, sondern auch an

  • angefressenen Triebspitzen
  • vertrockneten Blütenknospen
  • Fraßschäden an Blättern

Bei einem Befall ist mit wenig Blüten zu rechnen. Eine Behandlung wird dann notwendig. Dazu müssen die Eier und Käfer regelmäßig abgesammelt sowie betroffene und vertrocknete Pflanzenteile entfernt werden.

Hinweis: Wichtig ist nicht nur eine Bekämpfung der Krankheit oder Schädlinge an den Stockrosen, sondern es muss die Ursache dafür erkannt und beseitigt werden.