Berberitze, Berberis vulgaris – Pflege, Schneiden und Vermehren

Berberitze, Berberis vulgaris richtig pflegen
Steckbrief und Pflege-Infos öffnenschließen
Blütenfarbe
gelb
Standort
Halbschatten, Absonnig, Sonnig
Blütezeit
Mai, Juni
Wuchsform
aufrecht, ausladend, buschig, mehrjährig, Halbstrauch, Überhängend
Höhe
1 bis 3 Meter hoch
Bodenart
steinig, sandig, lehmig, kiesig, tonig
Bodenfeuchte
mäßig trocken, mäßig feucht
pH-Wert
neutral, schwach alkalisch, schwach sauer
Kalkverträglichkeit
Kalktolerant
Humus
humusreich
Giftig
Ja
Pflanzenfamilien
Berberitzengewächse, Berberidaceae
Pflanzenarten
Heckenpflanzen, Dornensträucher, Kübelpflanzen, Ziersträucher
Gartenstil
Heckengarten, Bauerngarten, Waldgarten, Terrassengarten, Ziergarten

Die Berberitze, auch Sauerdorn oder Essigbeere genannt, ist eine sehr alte Pflanze, die auch in Europa heimisch ist. Da sie besonders schnell und dicht wächst, eignen sich die Sträucher sehr gut als Heckenpflanzen. Berberis vulgari ist aber auch bei vielen Tieren und Insekten eine willkommene Pflanze. So dienen ihre goldgelben Blüten Bienen und anderen Insekten als Nahrung. Für Vögel sind sie ein willkommener Nist- und Brutplatz. Und auch Igel nutzen die Berberitzen gerne als Versteck.

Steckbrief

  • botanischer Name: Berberis vulgaris
  • Gattung: Berberitzen (Berberis)
  • Familie: Berberitzengewächse (Berberidaceae)
  • Trivialnamen: Gemeine oder Echte Berberitze, Sauerdorn, Essigbeere
  • Duft: streng riechend
  • mehrjährig: ja
  • Wuchshöhe: 1 bis 3 Meter
  • Wuchs: Strauchform
  • sehr spitze Dornen
  • Blätter: länglich oder eiförmig, sommergrün, dunkelgrün
  • Blüte: klein und gelb
  • Blütezeit: Mai bis Juni
  • Giftigkeit: in allen Pflanzenteilen giftig; Beeren nicht giftig
  • essbar: Beeren sind essbar
  • winterhart
  • kalktolerant: ja
  • pH-Wert: neutral bis leicht sauer
  • Herkunft: Europa, Vorderasien
Berberitze im Garten
Berberitze im Garten

Standort

Die Berberitze kann als Hecke oder als solitärerer Strauch gepflanzt werden. Berberitzen eignen sich sehr gut als Heckenpflanzen, die wegen ihres dichten Laubs einen ausgezeichneten Sichtschutz bilden. Außerdem eignen sie sich auch bestens als Windsschutz. Steht der Sauerdorn als Solitärpflanze, kann der Strauch schnell sehr breit und ausladend werden. Deshalb sollten Sie in diesem Fall genügend Platz für den Strauch einplanen. Da die Pflanze keine sehr tiefen Wurzeln hat, kann sie auch an Begrenzungen gesetzt werden, ohne dass diese den Wuchs der Pflanze behindern.

Tipp: Auch bei einer Heckenberberitze muss der Abstand zwischen den einzelnen Pflanzen großzügig bemessen sein.

An den Standort stellt der Sauerdorn, egal, ob es sich um eine sommer- oder immergrüne Sorte handelt, keine großen Ansprüche.

  • sonnig bis halbschattig
  • trocken bis mäßig feucht

Allerdings sollten Sie für Berberis vulgari keinen Standort wählen, an dem Sie oft mit der Pflanze in Berührung kommen, da sie an der Zweigen spitze und scharfe Dornen trägt.

Tipp: Berberis vulgari verträgt auch jede Klimaform. So kann sie in der Stadt, am Meer oder im Gebirge gepflanzt werden.

Boden

Die pflegeleichte Berberitze stellt kaum Ansprüche an den Boden, denn sie wächst eigentlich auf allen Böden. Wichtig ist, dass der Boden locker ist. Zudem freut sich die Pflanze, wenn die Erde leicht kalkhaltig ist. Aber sie gedeiht auch in sauren Böden sehr gut. Trotzdem sollten Sie bei Bedarf mit Kalkdünger dafür sorgen, dass die Pflanze mit genügend Nährstoffen versorgt wird. Außerdem sollten Sie festes Erdreich regelmäßig auflockern. Verwenden Sie zum Untermischen keinen Torf, sondern Sand.

Vorgezogene Topfpflanzen kaufen

Junge Berberitzen bekommt man im Fachhandel als Topfpflanzen. Man kann sie grundsätzlich das ganze Jahr über pflanzen. Der beste Zeitpunkt ist jedoch im Herbst. So kann die Pflanze im Frühjahr an ihrem neuen Standort gleich mit dem Austrieb beginnen. Junge Berberitzen wachsen sehr schnell. So ist ein Wachstum von 15 bis 20 Zentimetern pro Jahr keine Seltenheit.

Pflanzen

Beim Einpflanzen sollten Sie darauf achten, dass Sie Ihre Hände und Arme vor den Dornen der Pflanze schützen. Soll eine Berberitzenhecke gepflanzt werden, pflanzen Sie maximal vier bis fünf Pflanzen pro Meter. Die Pflanztiefe beträgt 10 bis 10 Zentimeter. Nach dem Anpflanzen sollten Sie die jungen Pflanzen gut angießen. Versehen Sie weiter den Boden mit RIndenmulch, um das Wachsen von Unkraut einzudämmen. Denn es ist äußerst schwierig, das Unkraut aus der dichten und stacheligen Berberitze zu entfernen.

Tipp: Bei Frost dürfen Sie die jungen Pflanzen nicht einsetzen.

Berberitze wird auch Essigbeere genannt
Berberitze wird auch Essigbeere genannt

Pflege

Der Sauerdorn ist eine robuste und pflegeleichte Pflanze. Besonders gut kommt die einzelne Pflanze in einer Hecke zur Geltung, wenn verschieden Sorten miteinander kombiniert werden. Denn es gibt unter den 500 bis 600 Arten nicht nur sommergrüne, sondern auch immergrüne Sorten. Auch die Farbe der Blätter variiert von hellgrün bis rötlich. Wie Blätter können auch die Beeren, je nach Sorte, unterschiedliche Farben haben. Eine Kombination der verschiedenen Sorten ist leicht möglich, da sie ähnliche Ansprüche an Standort und Pflege stellen.

Zu den beliebtesten Sorten, die gärtnerisch interessant sind, gehören:

  • Berberis vulgari
  • Thunbergs Berberitze (Berberis thunbergii)
  • Buchbaumblättrige Berberitze (Berberi buxifolia „Nana“)

Beliebte immergrüne Sorten sind zum Beispiel:

  • Berberis julianae
  • Beberis x frikartii
  • Schnee-Berberitze (Berberis candidula)

Gießen

Generell bevorzugt Berberis vulgari einen eher trockenen Boden, sie kommt aber auch mit einem mäßig feuchten zu Recht. So sollte sie, wenn der Sommer sehr trocken ist, regelmäßig gegossen werden. Da die Berberitze keine Staunässe verträgt, muss darauf geachtet werden, dass der Boden immer schön locker ist. Denn dann hat die Pflanze auch keine Probleme mit Starkregen.

Tipp: Ist der Boden zu fest, sollten Sie, um Staunässe zu vermeiden, eine Drainage anlegen.

Düngen

Zusätzliche Nährstoffe aus Düngemitteln braucht die Berberitze nicht regelmäßig. Es genügt, wenn sie einmal im Jahr einen kalkhaltigen Dünger bekommt.

Schneiden

Berberis vulgari muss geschnitten werden, damit sie in Form bleibt, vor allem, wenn sie als Heckenpflanze dient. Achten Sie beim Schnitt darauf, dass Sie Hände, Arme und Beine von der spitzen Dornen der Berberitze schützen. Wegen der Dornen sollten Sie das Schnittgut auch nicht kompostieren.

Schneiden von Hecken

Hecken haben immer eine gewünschte Form und Höhe. Um diese zu erhalten, muss auch eine Berberitzenhecke regelmäßig geschnitten werden. Außerdem wachsen die Pflanzen dadurch dichter nach, was auch den Sichtschutz erhöht. Die Berberitze ist sehr gut schnittverträglich, allerdings sollten Sie Folgendes beachten.

  • Hecke von allen Seiten beschneiden
  • sommergrüne Berberitzen im späten Winter schneiden (Februar oder März)
  • nur an frostfreien Tagen den Schnitt durchführen

Die Heckenhöhe kann bei der Berberitze auch sehr niedrig gewählt werden. Auch macht ihr ein radikaler Rückschnitt, um die Heckenhöhe zu reduzieren, wenig aus.

Berberitze besitzt sehr spitze Dornen
Berberitze besitzt sehr spitze Dornen

Schneiden von Solitärpflanzen

Einzeln gepflanzte Berberitzen können sehr breit und ausladend werden. Deshalb müssen sie bei Bedarf geschnitten werden. Hat der Strauch genügend Platz, reicht es aus, wenn nur die Triebe geschnitten werden, die zu breit gewachsen sind. Wie die Heckenpflanzen werden die sommergrünen Solitärpflanzen im Februar oder März an frostfreien Tagen geschnitten. Damit sich die Pflanze gut entwickelt und auch die unteren Zweige genügend Licht bekommen, sollte die Pflanze zum Boden hin breiter als an der Krone sein.

Tipp: Um das Schnittgut leichter zu entfernen, legen Sie ein Plane oder ein altes Leintuch unter den Sauerdorn. So vermeiden Sie, dass Dornen im Rasen oder im Beet zurückbleiben.

Giftigkeit

Die Berberitze ist in allen Pflanzenteilen giftig. Daher sollte sie in Haushalten mit kleinen Kindern nur mit Bedacht gepflanzt werden. Da die Pflanze jedoch sehr bitter schmeckt, wird sie eher ausgespuckt als hintergeschluckt. Anzeichen von einer Vergiftung sind Übelkeit, Durchfall, Erbrechen. Sollten sich diese Symptome zeigen, sollte besser ein Arzt aufgesucht werden.

Keine Gefahr geht von den rot leuchtenden Beeren der Berberitze aus, die im Herbst gebildet werden. Sie sind ungiftig und können sogar geerntet und weiterverarbeitet werden. Da die Beeren zum Teil bis in die kalte Jahreszeit an den Sträuchern bleiben, sind sie für heimische Vögel eine ideale Futterquelle. Deshalb sollten diese an der Berberitze gelassen werden, wenn man sie nicht für den eigenen Gebrauch erntet.

Vermehren

Berberis vulgari kann mit Stecklingen und Samen vermehrt werden.

Stecklinge

Am einfachsten wird der Sauerdorn mit Stecklingen vermehrt. Zum Vermehren werden am besten Seitentriebe verwendet, die die Pflanze im Sommer gebildet hat. Für das Vermehren gehen Sie wie folgt beschrieben vor.

  • 7 bis 8 Zentimeter lange Stecklinge schneiden
  • in Anzuchterde oder Glas mit Wasser stecken
  • nach Wurzelbildung die Stecklinge in den Boden setzen

Angießen

Bei der Vermehrung mit Stecklingen erhält man im Aussehen die gleiche Pflanze wie die Mutterpflanze. Bei der Vermehrung mit Samen muss das nicht der Fall sein, da durch die Insektenbestäubung die Pflanze auch „fremdes“ Erbgut enthalten kann.

Samen

Beim Vermehren mit Samen sollten Sie darauf achten, dass Sie die Samen nur aus voll reifen Beeren entnehmen. Streuen Sie die Samen dafür im Herbst in kleine Töpfe mit Anzuchterde und gießen Sie sie mäßig.

Tipp: Wer für Abwechslung in der Hecke sorgen will, kann einfach Berberitzen-Stecklinge tauschen.

Berberitze mit dichtem Laub
Berberitze mit dichtem Laub

Krankheiten

Krankheiten und Schädlinge

Die Berberitze ist eine äußerst robuste Pflanze. So sind auch bisher keine Schädlinge aus der Tierwelt, die zu fürchten sind, bekannt. Die Pflanzen können aber vom so genannten Hallimasch-Pilz befallen werden. Der Befall mit dem Speisepilz kann so weit gehen, dass die gesamte Hecke zerstört wird. Daher sollten befallene Pflanzenteile großzügig entfernt und nicht kompostiert werden.

Neben dem Hallimasch siedelt sich auch der Rostpilz oder Getreideschwarzrost auf der Pflanze an. Dieser Pilz schadet weniger dem Sauerdorn, sondern ist vielmehr eine echte Gefahr für das Getreide. Da der Wind seine Sporen sehr weit tragen kann, muss bei Befall sofort gehandelt werden. Den Befall erkennen Sie an orangegelben bis rostbraunen Pusteln an der Unterseite der Blätter. Da es keine wirksame Bekämpfung des Pilzes gibt, müssen die befallenen Pflanzenteile großzügig entfernt und sofort vernichtet werden. So kann es auch sein, dass eine ganze Pflanze vernichtet werden muss. Zudem müssen die restlichen Pflanzen regelmäßig kontrolliert werden.

Tipp: Wollen Sie eine Berberitzenhecke in der Nähe von Getreidefeldern anlegen, sollten Sie sich vorab beim zuständigen Pflanzenschutzamt über die Bedingungen dafür informieren.

Rating: 5.0/5. From 1 vote.
Please wait...