Chilenische Schmucktanne, Araucaria araucana – Pflege von A-Z

Chilenische Schmucktanne Beitragsbild
Steckbrief und Pflege-Infos öffnenschließen
Blütenfarbe
grün, braun
Standort
Absonnig, Sonnig
Blütezeit
Juli, August
Wuchsform
aufrecht
Höhe
bis zu 50 m hoch
Bodenart
sandig, lehmig
Bodenfeuchte
mäßig feucht, frisch
pH-Wert
neutral, schwach sauer
Kalkverträglichkeit
Kalkintolerant
Humus
humusreich
Giftig
Nein
Pflanzenfamilien
Araukariengewächse, Araucariaceae
Pflanzenarten
Kübelpflanzen, Beetpflanzen
Gartenstil
Wintergarten, Parkanlage, Innenhof

Die Chilenische Schmucktanne ist eine der ältesten Pflanzen der Erde. Durch ihre Kultivierung konnte ein Aussterben verhindert werden. Die nicht ganz pflegeleichte Tanne wird auch in den hiesigen Breitengraden immer beliebter, denn sie besitzt im Gegensatz zu den bekannten heimischen Tannen besonders schöne Nadeln. Da sie nur bedingt winterhart ist, erfolgt die Kultivierung wahlweise im Gartenbeet oder im Kübel. Alles, was Araucaria araucana an Pflege benötigt, wird im folgenden Artikel erklärt.

Steckbrief

  • weitere Namen: Andentanne, Schuppentanne, Schlangenbaum
  • Gattung: Araukarien
  • Fossile Funde verwandter Arten: bis zu 90 Millionen Jahre alt
  • Wuchshöhe: 30 bis 40 Meter, manchmal auch 50 Meter
  • Wuchsform: kegelförmig und aufrecht, erkennbare Etagen bei den Ästen
  • Stammdurchmesser: zwischen einem und zwei Metern
  • Baumdurchmesser: zwischen zwei und vier Metern
  • Wachstum: sehr langsam, nicht mehr als 30 cm im Jahr
  • Blüten: erst ab dem dreißigsten Lebensjahr
  • Blütezeit: Juli und August
  • Zapfen: aufrecht und kugelig (weiblich), hängend und zylindrisch (männlich)
  • Samen: essbar
  • giftig: nein
  • Alter: bis zu 2.000 Jahre in freier Natur
  • Kübelkultivierung: ist möglich
  • winterhart: nur bedingt, verträgt wenig Frost
  • Substrat: leicht, mittelschwer bis schwer
  • Bodenfeuchte: regelmäßig wässern, Staunässe vermeiden
  • Luftfeuchte: ideal
  • pH-Wert: neutral bis schwach sauer
  • Standort: hell, sonnig, windgeschützt
  • Schnitt: nein, treibt nicht mehr neu aus

Pflege von A – Z

Chilenische Schmucktanne Close-up
Mit der richtigen Pflege haben Sie auch an der pflegeintensiven Pflanze lange Freude.

Die Pflege der Araucaria araucana ist nicht ganz einfach, doch mit den untenstehenden Hinweisen können Sie die Chilenische Schmucktanne gut im eigenen Garten oder einem Kübel kultivieren und sich sehr lange an ihr erfreuen.

Aussaat

Die Aussaat der Chilenischen Schmucktanne gelingt in den hiesigen Breitengraden gut, da es sich um Kaltkeimer handelt. Die Samen können aus den Zapfen von bereits bestehenden Tannen gewonnen werden. Der Vorteil hierbei ist, dass sich die Bäume bereits an die hiesigen Winter gewöhnt haben und so auch eine Nachzucht deutlich winterharter sein könnte. Bei der Aussaat sollte das Folgende beachtet werden:

  • zunächst Samen in feuchten Sand in ein geschlossenes Behältnis geben
  • für drei bis vier Wochen im Kühlschrank ruhen lassen
  • Temperatur von 5° Celsius ist ideal
  • Anzuchterde in Töpfe geben
  • diese mit Sand mischen
  • Samen auf die Erde stecken
  • ein Teil sollte über der Erde sein
  • immer feucht halten
  • Temperaturen dürfen schwanken
  • nach etwa 12 Wochen beginnt die Keimung

Wurden in einen Topf mehr als ein Samen gegeben, dann muss nun pikiert werden. Hierzu wird jeder Keimling in einen eigenen Topf gesetzt. Die Kübel können an warmen Tagen geschützt vor der direkten Sonne auf dem Balkon oder der Terrasse stehen. Im Winter müssen sie nach Innen verbracht werden. Ideal ist hier ein Gewächshaus oder ein Wintergarten. Sind die Tannen etwa drei Jahre alt, dürfen sie in milden Klimazonen auch ins Freiland umziehen.

Boden

An den Boden stellt die Chilenische Schmucktanne hohe Ansprüche. Denn sie gedeiht nicht überall und vor allem das passende Substrat ist wichtig für das Wachstum der Tanne. Daher sollte die Bodenbeschaffenheit wie folgt aussehen:

  • durchlässig
  • durchgehend feucht ohne Staunässe
  • leicht sauer
  • wenige Nährstoffe
  • Gartenerde mit Sand, Lehm und wenig Humus mischen
  • im Kübel normale Blumenerde nutzen
  • mit Sand und Lehm anreichern

Düngen

Die Chilenische Schmucktanne benötigt nur wenig Dünger. Vor allem die Pflanzen, die im Gartenbeet kultiviert werden, müssen kaum bis gar nicht, je nach Bodenbeschaffenheit gedüngt werden. So reicht hier schon eine Schicht Mulch, die auch als Schutz gegen Austrocknung und Kälte dienen soll, als Düngemittel völlig aus. Bei im Kübel kultivierten Schmucktannen sollte bei der Düngung wie folgt vorgegangen werden:

  • Flüssigdünger aus dem Handel nutzen
  • alle zwei bis drei Wochen mit dem Gießwasser geben
  • Dünger ist Idealerweise organisch

Gießen

Chilenische Schmucktanne Zapfen
Um später einmal so schöne Zapfen zu tragen, müssen Sie bei der Wässerung der Schmucktanne die optimale Balance finden.

Die Chilenische Schmucktanne sollte immer genügend gegossen werden, wobei Staunässe hier auf jeden Fall vermieden werden sollte. Ist die oberste Schicht des Gartenbodens oder der Erde im Kübel abgetrocknet, ist es wieder Zeit zum Wässern. Der ganze Boden darf jedoch nicht austrocknen, da

Araucaria araucana Trockenheit nicht verträgt. Steht jedoch Staunässe im Boden, dann faulen die Wurzeln. Daher sollte beim Wässern auf das Folgende geachtet werden:

  • an heißen Tagen jeden Tag Wasser geben
  • besser weniger als mehr
  • immer in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden
  • am Abend nach Sonnenuntergang Pflanze abduschen
  • nicht bei praller Sonne
  • ansonsten verbrennen die Nadeln
  • an Regentagen reicht das Wasser aus
  • Kübelpflanzen auch an Regentagen versorgen
  • hier kommt der natürliche Regen oft nicht bis in die Erde

Krankheiten

Krankheiten sind bei der Chilenischen Schmucktanne in der Regel selten. Wenn, dann sind es Pflegefehler, die zu den Krankheiten führen. Daher ist es wichtig, die Pflege der Pflanze richtig auszuführen. So kann es zu folgenden Krankheiten kommen:

  • es zeigen sich gelbe oder braune Nadeln
  • hierbei könnte es sich um faule Wurzeln handeln
  • diese sind durch Staunässe bedingt
  • sofort die Pflanze ausgraben
  • beschädigte Wurzeln abschneiden
  • Wurzelballen trocknen lassen
  • in neues Substrat einsetzen
  • Boden ist zu trocken
  • Wurzeln trocknen aus
  • über mehrere Tage gut gießen

Vor allem im Winter an frostigen, sonnigen Tagen, wenn der Boden über längere Zeit gefroren ist, droht die Chilenische Schmucktanne im Gartenbeet auszutrocknen. Wurde jedoch vor dem Frost eine dicke Mulchschicht auf dem Boden aufgegeben, verdunstet das Wasser nicht so leicht und ein Austrocknen kann vermieden werden.

Kübelkultivierung

In Klimazonen, in denen die Winter sehr frostig sind, bietet es sich an, die Chilenische Schmucktanne in einem Kübel zu kultivieren. Denn je größer die Araucaria araucana im Freien wird, desto schwieriger wird es, diese vor Frost zu schützen. Der Kübel hingegen hat den Vorteil, dass er im Winter schnell nach Innen verbracht ist. Um erfolgreich zu sein, gehen Sie bei der Kübelpflanzung bitte wie folgt vor:

  • Kübel groß genug für Wurzelballen wählen
  • über dem Abflussloch Drainage anlegen
  • Tonscherben oder Kies nutzen
  • hierüber Pflanzenvlies
  • so kann Erde das Loch nicht verstopfen
  • einen Teil vorbereiteter Erde einfüllen
  • Chilenische Schmucktanne einsetzen
  • restliche Erde auffüllen
  • gut angießen
  • nach halber Stunde Auffangteller abgießen

Pflanzen

Chilenische Schmucktanne Samen
Die Samenkerne (piñones) der Schmucktanne sind als Nahrungsmittel beliebt und begehrt.

Wird die Chilenische Schmucktanne in den Garten gepflanzt, dann benötigt sie hier viel Platz, denn mit den Jahren kann die Tanne sehr groß werden. Achten Sie bei der Kultivierung im Gartenbeet auch darauf, dass der Baum nur bedingt winterhart ist und an frostigen Tagen geschützt werden muss. Daher ist eine ständige Kultivierung im Freien nur in milderen Klimazonen zu empfehlen. Beachten Sie beim Einpflanzen bitte folgendes:

  • genügend großes Pflanzloch ausheben
  • entsprechend dem Wurzelballen
  • auf dem Boden des Lochs Drainage anlegen
  • hierzu eine Schicht aus Steinen oder Kies geben
  • die Schmucktanne einsetzen
  • vorbereitete Erde einfüllen
  • gut andrücken
  • gut wässern

Schneiden

Einen Schnitt benötigt die Chilenische Schmucktanne in der Regel nicht. Denn an den Schnittstellen wird sie nicht, wie es bei anderen Pflanzen meist der Fall ist, wieder neu austreiben. So sollte bei einem Schnitt, wenn dieser sich gar nicht vermeiden lässt, wie folgt vorgegangen werden:

  • vertrocknete Äste entfernen
  • kranke Äste schneiden
  • störende Äste nur im äußersten Notfall
  • bereits beim Pflanzen beachten, dass Äste stören könnten
  • direkt am Stamm entfernen
  • keinen Stummel stehen lassen
  • sieht ansonsten wenig dekorativ aus
  • Äste nie nur zur Hälfte schneiden
  • es wächst nichts nach
  • sieht aus, wie gerupft

Standort

Die Schmucktanne wünscht sich einen hellen, windgeschützten, gerne auch vollsonnigen Standort. Vor allem sollte an diesem Platz auch eine hohe Luftfeuchtigkeit herrschen. Bei direkter Kultivierung im Garten bedenken Sie unbedingt die zu erwartende Größe des Baum. Daher ist bei der Wahl des Standortes wichtig, dass genügend Abstand zu Mauern und Hauswänden, aber auch zu unterirdischen Wasserrohren gegeben ist. Der ideale Standort sieht daher wie folgt aus:

  • als Solitär auf einer großen Wiese
  • zur Windseite eine Hecke als Schutz
  • auf der Süd- oder Westseite eines Hauses
  • im Kübel kultiviert auf lichtdurchfluteter Terrasse
  • oder einem Südbalkon
  • gegebenenfalls in Teichnähe für die Luftfeuchte

Überwintern

Chilenische Schmucktanne Winter Schnee
Insbesondere für ältere Bäume stellen Minustemperaturen keine Probleme dar.

Freiland

Die Chilenischen Schmucktannen können durchaus kurzzeitig Temperaturen von bis zu -15° Celsius vertragen, wenn sie schon älter sind. Junge Pflanzen sollten nie vor dem dritten Lebensjahr ins Freiland gepflanzt werden, auch wenn es sich um eine relativ milde Klimazone handelt. Vor allem an Tagen, an denen Bodenfrost herrscht, gleichzeitig aber auch die Sonne scheint, sind die Pflanzen eher von einer Austrocknung bedroht, als von einer Erfrierung. Sie sollten die Schmucktanne daher bei der Überwinterung im Freiland regelmäßig beobachten. Hierbei wird wie folgt vorgegangen:

  • Erde rund um die Tanne dick mit Mulch überziehen
  • hilft gegen Frost und Austrocknung
  • auch Reisigmatten sind geeignet
  • Stamm mit Reisigmatten einwickeln
  • die Tanne vor zu viel Wintersonne schützen
  • bei Bedarf leicht gießen
  • nur an frostfreien Tagen
  • nicht düngen

Im Kübel

Wurde die Chilenische Schmucktanne in einem Kübel kultiviert, dann ist die Überwinterung relativ einfach. Bevor der Herbst, und mit ihm die ersten frostigen Nächte kommen, zieht der Kübel nach Innen um. Von Vorteil sind hier ein Gewächshaus oder ein unbeheizter Wintergarten. So sollte der Winterstandort hell und kühl ohne Frost sein. Im Herbst sollten die Pflanze nicht mehr düngen, jedoch weiterhin regelmäßig bei Bedarf gießen. Im Frühjahr wird der Kübel an warmen Tagen wieder nach Draußen verbracht und geschützt gestellt. In frostigen Nächten muss der Baum jedoch wieder nach Innen gestellt werden. Auch die Düngung kann nun wiederbeginnen. Soll der Kübel Draußen überwintern, empfiehlt sich folgendes Vorgehen:

  • nur in milden Klimazonen Draußen belassen
  • geschützte Ecke auf Balkon oder Terrasse
  • auf Holzbalken oder Styropor stellen
  • Schutz gegen Kälte von unten
  • Kübel mit Pflanzenvlies umwickeln
  • Pflanze in erwarteten Frostnächten mit Vlies umwickeln
  • an schönen Wintertagen Vlies entfernen
  • regelmäßig gießen
  • nicht bei Frost
  • im Winter nicht düngen

Wer auch im Winter seine Terrasse oder Balkon nutzt, der kann den Kübel auch mit Reisigmatten umwickeln, dies ist optisch schöner, als Pflanzenvlies. Zudem ist es von Vorteil, wenn auch die Erde im Kübel mit Mulch geschützt wird. Auch die Pflanze im Kübel auf Terrasse oder Balkon sollten Sie vor der direkten Wintersonne, etwa mit einer Markise oder ähnlichem, schützen.

Umtopfen

Da die Chilenische Schmucktanne ein sehr langsames Wachstum besitzt, entfällt das jährliche Umtopfen. Hier genügt ein Umtopfen alle zwei bis drei Jahre. Dies ist vor allem auch deshalb wichtig, damit der Pflanze neues Substrat gegönnt wird. So sollte ein leicht größerer Topf gewählt werden. Beim Einsetzen wird dann wie unter dem Punkt Kübelkultivierung weiter verfahren. Wichtig hierbei ist, dass Sie die Pflanze dem alten Kübel sehr vorsichtig entnehmen, um Wurzelbeschädigungen zu vermeiden. So ist es hilfreich, bei einem bereits größeren Exemplar zu zweit zu arbeiten.

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