Wenn die Schmucklilie (Agapanthus) nicht blüht – 8 Tipps

Schmucklilie, Agapanthus blüht nicht

Schmucklilien (Agapanthus), auch Liebesblumen genannt, sind eine Gattung aus der Familie der Amaryllisgewächse. Es gibt sie als immergrüne und auch als laufabwerfende Arten. Ihre blauweißen Blüten wachsen am Ende von langen Stielen, die weitaus höher als die eigentliche, eher unscheinbare Pflanze erscheinen. Deswegen schmerzt es umso mehr, wenn die Liebesblume nicht blüht. Zwar lassen sich die Ursachen dafür relativ leicht bestimmen, aber es braucht oft viel Geduld, bis die Schmucklilie wieder wunderschön zu blühen anfängt.

Ursachen

Ursachen und Lösungen

Es gibt verschiedene Ursachen, warum Schmucklilien nicht blühen. Zum Glück ist die Ursachenforschung für dieses Verhalten relativ einfach. Die häufigsten Gründe für das Nicht-Blühen sind die Folgenden.

  • falscher Standort
  • zu großes Pflanzgefäß
  • Vermehrung durch Teilung
  • falsche Überwinterung
  • Nährstoffmangel im Herbst
  • Samenbildung nach der Blüte

Treffen einer oder mehrere Gründe auf den Agapanthus zu, braucht es ein wenig Geduld, bis die Maßnahmen greifen und die Pflanze wieder zu blühen beginnt.

Schmucklilie braucht den richtigen Standort

Standort

Agapanthi stammen ursprünglich aus dem südlichen Afrika. In ihrer Heimat wie bei uns bevorzugen sie einen hellen und sonnigen Standort. Bekommt die Schmucklilie zu wenig Sonne, stellt sie das Blühen ein bzw. entwickelt erst gar keine Blüten.

Der ideale Standort für die Pflanzen ist:

  • vollsonnig
  • windgeschützt

Damit Agapanthus prächtig blüht, braucht er mindestens einen halben Tag Sonne. Am besten wählen Sie für die Pflanze einen Standort mit östlicher oder südlicher Ausrichtung. Weiter sollte die Schmucklilie windgeschützt stehen, damit ihre lange Blütenstiele im Wind nicht abbrechen können. Als windgeschützter Standort eignet sich gut ein Platz an der Hausmauer. Diese hält nicht nur den Wind ab, sondern gibt der Pflanze auch zusätzliche Wärme.

Tipp: Achten Sie auch darauf, dass der Agapanthus nicht von anderen Pflanzen oder Gartenmöbeln beschattet wird. Da die Pflanze selbst klein ist, kann sie auch hochgestellt werden, damit sie genügend Sonne bekommt.

Pflanzgefäß

Da die meisten Agapanthi den deutschen Winter im Freien nicht überstehen, werden sie hierzulande vor allem als Kübelpflanzen kultiviert. Im Gegensatz zu vielen anderen Kübelgewächsen kann bei der Schmucklilie die Größe des Pflanzgefäßes Einfluss auf die Entwicklung von Blüten haben. Hat Agapanthus bzw. seine Wurzeln viel Platz im Kübel, ist sein primäres Ziel, diesen mit seinen Wurzeln auszufüllen. Dabei wird die Bildung von Blüten von der Pflanze vernachlässigt. So werden erst wieder Blüten gebildet, wenn das Pflanzgefäß gut durchwurzelt ist. Damit die Pflanze ihre Energie in die Bildung von Blüten steckt, sollte das Pflanzgefäß wie folgend aufgeführt beschaffen sein.

  • möglichst eng sein
  • eher zu spät als zu früh ausgetauscht werden

Ein allgemeiner Richtwert für die Größe des Pflanzgefäßes ist: Zwischen Wurzelballen und Kübelrand sollte der Abstand maximal zwei Zentimeter betragen. Da Agapanthi das Umtopfen überhaupt nicht mögen und mit Nicht- oder nur spärlichem Blühen bestrafen, sollte die Pflanze möglichst selten umgetopft werden.

Schmucklilie braucht das passende Pflanzgefäß

Tipp: Der beste und einzige Zeitpunkt für das Umtopfen ist im Frühling.

Da die Schmucklilie sehr eng bzw. sehr dicht im Pflanzgefäß steht, üben die Wurzeln einen enormen Druck auf das Gefäß aus. Daher sind wertvolle Keramiktöpfe für die Pflanzen nicht empfehlenswert, denn es können leicht Sprünge entstehen. Zudem ist das Umtopfen der Pflanze oft nur durch die Zerstörung des Pflanzgefäßes möglich.

Vermehren

Vermehrung durch Teilung

Große Schmucklilien sollten im Zuge des Umtopfens geteilt werden. Dies regt das Wachstum an. Allerdings geht mit der Teilung oft auch ein Ausbleiben der Blüten einher. Wurde die Pflanze geteilt, kann es durchaus vorkommen, dass sie erst im dritten Jahr nach der Teilung wieder blüht.

Überwinterung

Agapanthi müssen den deutschen Winter drinnen verbringen. Die Freiluftsaison für Schmucklilien endet im Spätherbst, auf alle Fälle vor dem ersten Frost. Damit sie im kommenden Frühjahr Blüten bilden, muss das Winterquartier hell und kühl sein. Ist es zu dunkel oder warm, bilden die Pflanzen keine Blüten aus, da sie nicht genügend Wachstumsenergie bilden können.

Die optimale Temperatur des Winterquartiers sollte konstant zwischen fünf und maximal zehn Grad Celsius liegen. Für die Helligkeit gilt: Je wärmer das Winterquartier, desto mehr Licht braucht die Pflanze. Ideal ist ein Lichtwert von 1.500 bis 2.000 Lux.

Tipp: Zehn Grad Celsius sind die maximale Obergrenze für das Winterquartier. Keinesfalls sollte die Temperatur höher sein, auch nicht geringfügig.

Weitere Pflegemaßnahmen während der Winterruhe sind:

  • nicht gießen
  • nicht düngen

Gegossen bzw. gedüngt wird erst wieder, wenn die Pflanze im Frühjahr zu wachsen beginnt. Zu diesem Zeitpunkt können Sie auch die abgestorbenen Blätter aus dem Vorjahr entfernen.

Die Freiluftsaison beginnt für den Agapanthus, wenn keine Fröste mehr zu erwarten sind. Da Schmucklilien möglichst früh wieder ins Freie sollten, können sie, je nach Witterung, bereits Anfang April auf Balkon oder Terrasse umziehen. Sollten sich kurzfristig Spätfröste einstellen, können die Pflanzen wieder ins Warme geholt oder mit einem schützenden Vlies abgedeckt werden.

Schmucklilie mit vielen kleinen Blüten

Tipp: Wählen Sie für den Beginn der Freiluftsaison einen bewölkten Tag, da sich die Pflanze erst langsam wieder an die Sonnenstrahlung gewöhnen muss. Bekommt sie zu schnell zu viel Sonne, kann Sonnenbrand auf den Blättern entstehen.

Nährstoffmangel

Damit Agapanthi im kommenden Jahr wieder prächtig blühen, müssen sie auch im Herbst mit Nährstoffen versorgt werden. Dafür reicht ein herkömmlicher Volldünger, der ins Gießwasser gegeben wird, völlig aus. So muss die Erde auch im Herbst feucht gehalten werden. Außerdem sollten die Pflanzen im Herbst noch einmal im Monat gedüngt werden.

Wurde die Pflanze im Herbst nicht mit genügend Nährstoffen versorgt, bildet sie im Folgejahr keine Blüten aus. Dieser Pflegefehler kann erst im Herbst des Folgejahrs durch entsprechende Nährstoffversorgung behoben werden.

Samenbildung

Die Bildung von Samen ist die natürliche Vermehrung der Schmucklilie. Deswegen steckt die Pflanze viel Energie in die Samenbildung, was zu Lasten der Blüte geht. Um dies zu vermeiden, sollten Sie verwelkte Blütenstände unbedingt abschneiden.

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