Sukkulenten vermehren: Anleitung für Kindel, Ableger und Stecklinge

Fette Henne, Sedum Bellum

Sukkulenten sind nicht nur äußerst pflegeleicht, sondern lassen sich genauso einfach vermehren. Wie das am besten funktioniert, haben wir in dieser Anleitung für Sie zusammengefasst!

Sukkulenten vermehren

Sukkulenten sind wasserspeichernde Gewächse, welche nur wenige Ansprüche an ihre Umwelt stellen. So einfach wie sich die Pflege dieser Pflanzen darstellt, so simpel ist es auch, diese zu vermehren. Hierfür bieten sich die unterschiedlichsten Methoden an, wie beispielsweise die Vermehrung durch Kindel oder Blattstecklinge.

Equipment

Die Vermehrung klappt am besten, wenn das passende Zubehör zum Einsatz kommt. In erster Linie spielt hierbei das passende Substrat eine bedeutende Rolle, denn die Sukkulenten sollten bevorzugt in Kakteen- oder Sukkulentenerde gesetzt werden. Für die Anzucht empfiehlt sich jedoch stets spezielle Anzuchterde, da diese wesentlich nährstoffärmer ist. Alternativ bietet sich jedoch auch ein Mix aus Sukkulentenerde und Kokosfasern an. Neben dem Substrat werden zudem eine Anzuchtschale oder kleine Töpfchen sowie ein scharfes Schneidwerkzeug benötigt.

Blumenerde

Blattstecklinge

Die einfachste Methode, um Sukkulenten zu vermehren, ist mithilfe von Blattstecklingen. Hierbei werden einzelne Blätter von der Mutterpflanze entfernt und separat eingepflanzt. Mit etwas Glück bewurzelt das Blatt entlang des Wundschnittes und bildet dort ein neues Jungpflänzchen. Der beste Zeitpunkt für diese Art der Vermehrung ist das zeitige Frühjahr, sodass die sommerliche Vegetationsphase für das Wachstum genutzt werden kann. Unter anderem können folgende Exemplare gut durch Blattstecklinge vermehrt werden:

Tipp: Ob sich eine Pflanze mit Blattstecklingen vermehren lässt, ist meist der Pflegeanleitung zu entnehmen!

Anleitung

Sukkulenten lassen sich zwar relativ simpel aus Blattstecklingen ziehen, allerdings gibt es auch bei dieser Methode einiges zu beachten. Damit die Vermehrung möglichst erfolgsversprechend ist, sollte daher am besten wie folgt vorgegangen werden:

1. Vorbereitung

Im ersten Schritt wird das „neue Zuhause“ für die Blattstecklinge vorbereitet. Hierfür wird die Anzuchtschale oder ein kleines Töpfchen mit Substrat befüllt und anschließend befeuchtet. Am besten wird hierfür weiches Wasser verwendet, allerdings kann auch herkömmliches Leitungswasser verwendet werden.

2. Blattsteckling wählen und abschneiden

Grundsätzlich eignen sich alle Blätter für die Vermehrung mittels Blattstecklingen. Allerdings sollten Sie die Blätter nicht nach Lust und Laune auswählen und abtrennen. Besser ist es, die Blätter je nach Pflanzenart, von bestimmten Stellen zu entnehmen. Für Rosetten ist es beispielsweise ratsam, die Oberseite des Stammes unberührt zu lassen und die Blätter vom unteren Teil abzutrennen. Wenn die Gewächse in die Breite wachsen, sollten die Blätter vom äußeren Rand abgeschnitten werden.

  • Blätter dort abschneiden, wo sie mit dem Stamm verbunden sind
  • am besten mit einem sterilen, scharfen Messer
  • anschließend am Blattrand dünne Streifen abschneiden
  • dadurch wird das saftreiche Gewebe freigelegt

Sukkulenten Stecklinge

3. Stecklinge einsetzen und Pflege

Nachdem die Blattstecklinge gewonnen wurden, können diese in die vorbereiteten Pflanzgefäße übersiedeln. Die Stecklinge werden jedoch nicht eingesetzt, sondern einfach auf die Erde gelegt und leicht angedrückt. Damit die Stecklinge auch eifrig wachsen, sollten sie an einen halbschattigen, warmen Fensterplatz gestellt werden. Die Pflege der Blattstecklinge gestaltet sich anschließend wie folgt:

  • wenn Substrat antrocknet, mit Wasser besprühen
  • am besten mit zimmerwarmem Wasser
  • wenn bewurzelte Pflänzchen etwa 2-3 cm groß sind, pikieren
  • vom Blattsteckling abschneiden
  • in kleine Töpfe mit Sukkulentenerde setzen

Kindel

Die Vermehrung durch Kindel ist vor allem für unverzweigt wachsende Sukkulenten geeignet, da diese gerne Nebensprossen bilden. Denn ein Kindel ist im Grunde genommen nichts anderes, als eine „Miniatur-Variante“ der Mutterpflanze. Sie entspringen an der Basis der Pflanzen und lassen sich in der Regel relativ leicht abtrennen. Praktisch bei dieser Variante ist, dass es keine Rolle spielt, ob der Ausläufer beim Einpflanzen schon eigene Wurzeln besitzt. Denn unbewurzelte Ableger bilden relativ schnell Wurzeln aus. Unter anderem lassen sich folgende Sukkulenten problemlos auf diese Art vermehren:

Anleitung

Wer Sukkulenten durch Ausläufer vermehren möchte, muss in jedem Fall mit etwas mehr Arbeitsaufwand rechnen. Ebenso ist auch etwas mehr Zeit einzuplanen, da die Nebensprossen vor dem Einsetzen zunächst trocknen müssen. Was jedoch für diese Variante spricht, ist die Tatsache, dass man mit einem Kindel direkt ein neues Pflänzchen erhält.

1. Kindel auswählen und abschneiden

Am besten lassen sich Sukkulenten aus Kindel ziehen, welche bereits eine gewisse Größe und Form vorweisen. Im Idealfall ist die Nebensprosse etwa 10 bis 15 Zentimeter lang und hat schon klar erkennbar die Form der Mutterpflanze angenommen. Ebenso sollten Sie stets einen Ausläufer wählen, an dem sich mindestens zwei Blätter befinden. Ist der passende Ableger gewählt, entnehmen Sie diesen wie folgt:

  • Ableger abschneiden oder mit den Fingern abtrennen
  • direkt dort, wo die Knospe mit dem Stamm verbunden ist
  • untere Blätter entfernen, unteren 5-10 cm sollen frei sein
  • Blätter die weiter oben sind, nicht entfernen
  • Knospen können erhalten bleiben

Aloe vera durch Kindel vermehren

Tipp: Zum Abtrennen der Kindel ist es meist hilfreich, die Mutterpflanze kurzzeitig auszutopfen. Denn die meisten Kindel entspringen unterhalb der Erde an der Pflanze. Nutzen Sie die Gelegenheit doch für das Umtopfen der Mutterpflanze.

2. Trocknen

Anders als bei der Vermehrung durch Blattstecklinge, sollten die Nebensprossen nicht direkt eingepflanzt werden. Besser ist es, diese für einige Tage ruhen zu lassen, sodass die Schnittflächen trocknen können. Hierfür werden sie für ein bis drei Tage an einen luftigen, schattigen Platz gestellt. Falls die Blätter in dieser Zeit deutlich schrumpfen, sollten diese früher eingepflanzt werden. Andernfalls kann es passieren, dass diese absterben und entsorgt werden müssen.

3. Ausläufer einsetzen

Nachdem die Ableger ausreichend getrocknet sind, können Sie sie in weiterer Folge einsetzen. Auch für diese Jungpflanzen können Sie gerne spezielle Anzuchterde verwenden, welche die Wurzeln zum Wachsen anregt. Bei der Wahl des Gefäßes ist darauf zu achten, dass dieses nicht zu groß ausfällt. Für das Einsetzen der Ableger hat sich folgende Anleitung bewährt:

  • Gefäß mit Anzuchterde füllen
  • Substrat befeuchten
  • Nebensprosse bis zu den untersten Blättern einsetzen
  • Blätter sollen den Boden nicht berühren
  • anschließend gut befeuchten

Tipp: Wenn der Ableger nicht aufrecht stehen bleibt, kann er an einem kurzen Stab angebunden werden.

Aloe vera Steckling
Aloe vera

4. Pflege

Am besten wird der Ableger an einem warmen, luftigen Ort mit indirektem Sonnenlicht gestellt. Ein Plätzchen im direkten Sonnenlicht ist nicht empfehlenswert, da die Wasserversorgung der Jungpflanzen noch nicht ausgereift ist. Damit der Keimling nun ordentlich wächst und gedeiht, sollten Sie ihn natürlich auch entsprechend pflegen:

  • Boden feucht halten
  • etwa alle 2-3 Tage befeuchten
  • am besten mit einer Sprühflasche
  • nach rund einer Woche düngen und gießen wie die Mutterpflanze

Hinweis: Die Jungpflanzen gedeihen am besten bei einer Temperatur von etwa 20 °C.

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