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Baum absterben lassen mit Roundup: ist’s erlaubt?

Baum absterben lassen mit Roundup - Titel

Um einen Baum zum Absterben zu bringen, gibt es viele Möglichkeiten. Eine davon ist Roundup, das bis zum 31.12.2023 verwendet werden durfte. Was es mit dem Glyphosat-Produkt auf sich hat und welche Alternativen es gibt, zeigen wir Ihnen hier.

Video-Tipp

Auf den Punkt gebracht

  • es finden sich zahlreiche Alternativen zum Fällen
  • natürliche Maßnahmen dauern oftmals länger
  • schonende Mittel sind ideal für Gärten mit Kindern und Tieren
  • umweltschädliche Substanzen sind zu vermeiden
  • Zustimmung der Gemeinde ist in einigen Fällen erforderlich

Was ist Roundup?

Bei dem Mittel handelt es sich um ein Herbizid. Die Substanz wird also benutzt, um gezielt Unkraut zu bekämpfen. In größeren Dosierungen und direkt in den Stamm eingebracht, kann es jedoch auch einen Baum absterben lassen.

Wie funktioniert Roundup?

Das flüssige Mittel dringt durch die Wurzeln oder andere Pflanzenteile in das Gewächs ein und blockiert hier bestimmte Funktionen. Darunter und am wichtigsten ist das Aussetzen der Fotosynthese. Ist die Pflanze nicht mehr in der Lage, diesen Prozess durchzuführen, ist das Eingehen unvermeidlich. Denn sie kann keine Energie erzeugen und damit auch keine Reserven anlegen oder andere lebenswichtige Abläufe erhalten.

Einen Baum auf diese Weise absterben zu lassen ist aber zum einen nicht erlaubt und zum anderen stellt es sowohl für die Umwelt als auch die Tiere eine Gefahr dar. Da das Produkt Roundup Glyphosat als Wirkstoff enthält, ist es durch den Beschluss der EU-Kommission ab dem 01.01.2024 verboten.

Weitere Informationen zum Glyphosatausstieg finden Sie auf der Seite des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft, kurz BMEL.

Alternativen zu Roundup

Während das Herbizid zwar eine vergleichsweise einfache Möglichkeit zur Beseitigung unerwünschter Gewächse darstellte, ist es umweltschädlich und eine potenzielle Gefahr für Lebewesen.
Besser sind entsprechende Alternativen Bäume schonend absterben zu lassen, die kein Risiko erzeugen und zudem erlaubt sind.

Misteln zum Baum absterben lassen
eine langwierige, jedoch schonende Art einen Baum absterben zu lassen ist Misteln einzusetzen.

Dabei handelt es sich um:

  • Baum mit Kletterpflanzen bewachsen lassen: Den Baum mit Kletterpflanzen bewachsen zu lassen, wie beispielsweise Efeu, sorgt dafür, dass nach und nach Konkurrenz um die Nährstoffe entsteht. Hinzu kommt, dass mit der Zeit die Kletterpflanzen über das Laub des Baumes wachsen und somit auch das benötigte Sonnenlicht blockieren.
  • Genehmigung zum Fällen einholen
  • Misteln einsetzen: Misteln in die Astgabeln zu setzen erfüllt einen ähnlichen Zweck, wie die rankenden Gewächse.
  • Pflege reduzieren beziehungsweise einstellen: Sehr alte Bäume verkahlen mit der Zeit und bringen keine Erträge mehr, sofern es sich um Obstbäume handelt. In diesen Fällen hilft es oftmals nicht mehr, durch Dünger, Wasser und einen entsprechenden Rückschnitt einen Versuch des Aufbaus zu starten. Wird die Pflege vollständig eingestellt, können Sie den Baum absterben lassen ohne Zeit und Aufwand zu investieren.
  • radikalen Rückschnitt durchführen, sofern möglich: Eine letzte Möglichkeit ist das wiederholte radikale Verschneiden. Wenn der Baum kein Laub für die Fotosynthese und damit für die Produktion von Energie hat, wird er über die Zeit geschwächt.

In jedem Fall sollte zuvor überprüft werden, ob sich auch alternative Lösungen finden und diese in der jeweiligen Gemeinde erlaubt sind.

Gründe für das Absterben

Einen Baum absterben zu lassen kann immer dann sinnvoll sein, wenn die folgenden Faktoren zutreffen:

  • Baum blockiert benötigten Bereich
  • Gefahr durch fallende Äste
  • langfristig fehlender Ertrag
  • sehr altes Gewächs
  • Verkahlung

Hinweis:

Steht ein Baum unter Schutz und darf deswegen nicht gefällt werden, sind das valide Gründe für eine Genehmigung zum Entfernen des Gewächses. Auch ein Befall mit Krankheiten oder gefährlichen Schädlingen kann eine mögliche Ursache sein.

Häufig gestellte Fragen

Welche Methode ist besonders umweltschädlich?

Alle Varianten, die Chemikalien involvieren, sollten in Hinblick auf die Erlaubnis im Vorfeld abgeklärt und möglichst vermieden werden. Denn es finden sich neben dem Einsatz von abtötenden Mitteln auch andere Maßnahmen.

Baum abtöten oder direkt fällen?

Ein Grund, warum Hobbygärtner Bäume abtöten wollen, kann ein Verbot zum Fällen gesunder Gewächse sein. Es sollte allerdings klar sein, dass es sich in diesen Situationen um eine verbotene Maßnahme handelt und dieser Strafen folgen können.

Gibt es Alternativen zum Fällen und Abtöten?

Ja, diese sind durchaus vorhanden. Ein regelmäßiger Rückschnitt kann für die Kontrolle der Größe sorgen und es dadurch unnötig werden lassen, den Baum absterben zu lassen oder komplett zu fällen. Zudem kann die Wahl der passenden Bäume und Abstände im Vorfeld den Vorteil bieten, dass keine Maßnahmen notwendig sind.

Autor
Maria liebt die exotische Pflanzenwelt. Neben ihrem Zitronenbaum "John Lemon" findet man bei ihr Zuhause unter anderem auch ein Avocado-Bäumchen und eine Ananas-Pflanze.
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