Bogenhanf blüht: Sansevieria-Blüten abschneiden?

Bogenhanf blüht

Der Bogenhanf (Sansevieria), etwas despektierlich auch unter der umgangssprachlichen Bezeichnung „Schwiegermutterzunge“ bekannt, ist eine ebenso attraktive wie pflegeleichte Zimmerpflanze. Gelegentlich blüht die Blattschmuckpflanze sogar, zumindest, wenn sie etwas älter ist und sich an ihrem Standort wohlfühlt. So manchem fallen die zunächst unscheinbaren Blüten gar nicht auf, aber ihr intensiver Duft macht sich schnell bemerkbar. In diesem Artikel lesen Sie, ob das Abschneiden des Blütentriebs sinnvoll ist – oder was Sie stattdessen tun.

Bogenhanf – Blüte abschneiden?

Bei vielen Sukkulenten, etwa beim Sempervivum (Hauswurz), führen Blüten zum Absterben des betreffenden Triebes. Dasselbe befürchtet so mancher Sansevierien-Besitzer auch bei seinem womöglich langjährig gehegten und gepflegten Exemplar. Ein Abschneiden der seltenen Blüte ist jedoch nicht notwendig, denn im Gegensatz zu anderen sukkulenten Arten wachsen Sansevierien anschließend weiter und sterben nicht ab. Lediglich der blühende Trieb beendet sein Wachstum, bleibt aber grün. Zudem hat die duftende Pracht keinen messbaren Einfluss auf das ohnehin langsame Wachstum der gesamten Pflanze. Ergo lassen Sie Schere oder Messer am besten in der Schublade und erfreuen sich an diesem Zeugnis pflanzlichen Wohlergehens. Welches schönere Kompliment könnte es für einen Pflanzenliebhaber auch geben?

Bogenhanf
Bogenhanf (Sansevieria)

Tipp: Wenn Sie das Wachstum Ihres Bogenhanfs beschleunigen wollen, so stellen Sie ihn an einen möglichst hellen Standort. Je heller und wärmer es ist, desto schneller legt die Pflanze an Höhe und Breite zu. Umgekehrt gilt dies natürlich auch: An einem dunklen und / oder kühlen Platz wachsen Sansevierien besonders langsam.

Pflege, wenn der Bogenhanf blüht

Die zumeist hellgrünen Blüten erscheinen in der Regel gegen Ende des Winters bzw. im zeitigen Frühjahr. Damit die Pracht möglichst lange anhält und die Pflanze nicht an Kraft einbüßt, pflegen Sie sie nun am besten wie folgt:

  • ab April mit der Düngung beginnen
  • sehr gut eignet sich Kakteendünger
  • alternativ auch Grünpflanzendünger
  • Gießen nach Bedarf, Erde nur anfeuchten
  • Pflanze nicht in der Dusche abbrausen
  • Blüten vertragen diese Behandlung nicht

Blüte von Bogenhanf

Sobald die Sansevierie blüht, sollten Sie den Topf zudem auf ein Stück Zeitungspapier oder eine andere Unterlage stellen. Die Blüten sondern einen duftenden, sehr klebrigen Nektar ab, der in der natürlichen Umgebung die für die Bestäubung verantwortlichen Motten anlocken soll. Da die Substanz nur schwer zu entfernen ist (vor allem aus Materialien wie etwa einem Teppich!), ist Vorbeugung sinnvoll.

Tipp: Nach der Blüte, die jeweils wenige Tage bis Wochen andauert, pflanzen Sie den Bogenhanf in frisches Substrat und einen größeren Topf um. Dies verleiht der Pflanze neue Energie und einen Wachstumsschub.

Entwickeln sich auch Samen?

Wenn der Bogenhanf blüht, hofft so mancher auf keimfähige Samen für eine Vermehrung. Leider entwickeln sich in Zimmerkultur keine Früchte und damit auch keine keimfähigen Samen, da die hierfür notwendige Bestäubung ausbleibt. Stattdessen vertrocknet der Blütentrieb nach einiger Zeit einfach und die zarten Blütenblätter fallen ab. Nun ist der richtige Zeitpunkt zum Abschneiden des vertrockneten Stängels gekommen, den Sie direkt an seinem Austrieb abknipsen und mit dem Hausmüll entsorgen.

Wenn Sie trotzdem versuchen sollen, keimfähige Bogenhanf-Samen zu produzieren, hilft nur der Pinsel. Mit diesem Hilfsmittel imitieren Sie die natürliche Bestäubung. Optimal ist es natürlich, wären gleich zwei blühende Sansevierien vorhanden. Dies erhöht die Chancen einer erfolgreichen Befruchtung, zumal eine Selbstbefruchtung bei vielen Pflanzenarten nur eine geringe Erfolgsquote hat.

Und so funktioniert es:

  • Entnehmen Sie mit einem feinen Pinsel etwas Blütenstaub.
  • Übertragen Sie diesen auf eine andere Blüte.
  • Gehen Sie so Blüte für Blüte vor.
  • Bogenhanfblüten sind zwittrig, es gibt keine männlichen oder weiblichen Blütentriebe.

Da die bestäubenden Motten auch in der Natur nachts unterwegs sind, nehmen Sie diesen Vorgang ebenfalls nach Einbruch der Dunkelheit vor. Waren Sie mit der künstlichen Bestäubung erfolgreich, bilden sich kleine, rote Beeren. Diese enthalten jeweils ein bis drei Samen.