Friesenwall bauen -Titel

Mit einem Friesenwall lassen sich in Trockenbauweise stabile Einfriedungen schaffen, die vor allem im Garten eingesetzt werden können. Mit unserer Anleitung gelingt es, den Wall in kurzer Zeit zu bauen.

Auf den Punkt gebracht

  • Ein Friesenwall ist ein Trockenmauerwerk, das hauptsächlich für Einfriedungen dient
  • Er besteht aus Erde, Findlingen und Geröll
  • Die Steine werden weder durch Mörtel verbunden noch verfugt
  • In der Regel wird zu beiden Seiten eine Steinmauer errichtet
  • Die Oberseite des Walls eignet sich für eine Bepflanzung

Hintergrund

Friesenwälle haben in Norddeutschland eine lange Tradition. Die Kunst des Wallbaus besteht vor allem darin, die Steine so übereinander zu schichten, dass ein stabiles Bauwerk entstehen kann. Der Wall dient heute in erster Linie zur Gartengestaltung. So kommt er zum Beispiel zum Einsatz als:

  • Gebietsteiler zwischen unterschiedlichen Gartenbereichen
  • Abgrenzung eines Nutzgartens
  • Grenze einer Grill- oder Partyfläche zum restlichen Garten
  • Abgrenzung einer Terrasse

In der Bauweise bzw. im Aufbau hat sich bis heute nichts verändert. Man braucht für den Bau eines Friesenwalls folgende Materialien:

  • unbearbeitete, möglichst große Steine (Findlinge, Natursteine)
  • Schotter
  • Erdreich
  • Pflanzen
Friesenwall bauen
Quelle: I, Southgeist, Oldenswort friesenwall, bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 3.0

Schaufeln und eine Schubkarre sind darüber hinaus als Werkzeug unerlässlich. Hilfreich ist meist auch ein Gummihammer zum Festklopfen der Steine.

Aufbau

Jeder Friesenwall besteht aus einem Kern aus Schotter bzw. Sand sowie je einer Steinmauer an jeder Seite. Auf der Oberseite des Walls wird eine Erdschicht aufgetragen, die dann bepflanzt werden kann. Die Grafik verdeutlicht den Aufbau schematisch. Möglich ist es auch, eine der beiden Steinmauern wegzulassen. Das Bauwerk lässt sich dann zwar schneller realisieren, erreicht aber meist nicht die Stabilität, es mit zwei Steinmauern hätte.

Hinweis: Ein Friesenwall ist typischerweise breiter als hoch. Die beiden Steinmauern an den Seiten stehen nicht parallel zueinander, sondern laufen leicht aufeinander zu.

Um für zusätzliche Stabilität zu sorgen, ist ein Fundament sehr zu empfehlen. Das muss jedoch nicht aus Beton gegossen werden. Es reicht vollkommen aus, die Basisfläche etwas auszuheben und dann mit Schotter zu befüllen.

Tipp: Die Fläche des Fundaments sollte etwas größer sein als die Bodenfläche des Walls.

Planung

Bevor es ans Bauen des Walls gehen kann, ist es sehr zu empfehlen die Abmessungen und die Lage des Bauwerks genau zu planen. Insbesondere sollte man sich Gedanken über Breite, Länge und Höhe machen. Um nicht zu wuchtig zu wirken, sollte der Wall auf gar keinen Fall eine Höhe von 80 Zentimetern überschritten. Für eine deutliche Angrenzung reicht meist schon eine Höhe von 50 bis 60 Zentimetern. Ausgehend von der jeweiligen Höhe bewegt sich die Breite dann in einem Spektrum von 50 bis 100 Zentimetern. Sinnvoll ist es darüber hinaus, eine Planskizze anzufertigen, um feststellen zu können, wie die Steinabgrenzung mit anderen gestalterischen Elementen im Garten harmoniert. Wichtig ist außerdem, dass man sich schon bei der Planung Gedanken darüber macht, wo eventuell ein Zugang eingefügt werden muss.

Friesenwall
Quelle: Hajotthu 14:41, 11. Mai 2010 (CEST), KeitumFriesenhaus1784, bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 3.0 DE

Anleitung zum Bau

Beim Bau des Walls tut man gut daran, den schematischen Aufbau stets im Hinterkopf zu behalten. Außerdem sollte einem stets bewusst sein, dass man mit nicht genormten Materialien arbeitet, die in den meisten Fällen nicht automatisch zueinander passen. Eine Anleitung zum Bau hat deshalb zwangsläufig ihre Grenzen. Vieles müssen Sie einfach selbst ausprobieren.

Fundament errichten

Als erstes muss ein tragfähiges Fundament errichtet werden. Dazu hebt man zunächst im Boden eine Öffnung bzw. einen Graben aus. Bei Wällen, die eine Höhe von 40 Zentimetern nicht überschreiten, reicht eine Tiefe von zehn Zentimetern, bei höheren Wällen sollte die Tiefe etwa 40 Zentimeter betragen. Anschließend wird der Boden des Grabens mit einem Stampfer verdichtet. Schließlich wird die Öffnung noch bis knapp unter die Bodenoberfläche gleichmäßig mit Schotter gefüllt.

Mauerbasis bauen

Der zweite Schritt besteht darin, die Mauerbasis zu errichten. Darunter wird jeweils die erste Steinreihe der beiden Mauern verstanden. Hier müssen möglichst breite Steine zum Einsatz kommen. Sie sollten eine große Fläche haben, auf der sie zum Liegen kommen können. Dabei ist es von großer Bedeutung, sie schräg nach unten geneigt zur Boden- bzw. Schotterfläche zu setzen. Schon hier wird klar, dass mit dem Bau der Steinmauern jede Menge an Tüftelei verbunden ist. Man muss schlicht immer und immer wieder ausprobieren, welcher Stein wie am besten liegt. Sind die beiden Basisreihen errichtet, füllt man den Zwischenraum umgehend mit Schotter.

Tipp: Beim Bau der ersten Reihe der Steinmauer ist eine gespannte Schnur in Bodennähe hilfreich. An ihr kann man sich als eine Art äußere Begrenzung orientieren, um eine einigermaßen gerade Linie zustande zu bringen.

weitere Steinreihen einfügen

Ist die Basis gelegt, kann damit begonnen werden, Schritt für Schritt die nächsten Reihen zu errichten. Dabei spielt es eine sehr große Rolle, dass die Steine jeweils versetzt angebracht werden und gut auf den unteren Steinen zum Liegen kommen. Durchlaufende Fugen müssen unter allen Umständen vermieden werden, um die Stabilität der gesamten Konstruktion nicht zu gefährden. Wiederum gilt, dass sich die Steinreihen zum Boden bzw. zur Mitte hinneigen sollten. Auf diese Weise lässt sich sicherstellen, dass die jeweilige Steinmauer insgesamt etwas geneigt ist. Die einzelnen Steine sollten stets einen festen Halt haben. Erneut muss getüftelt und ausprobiert werden. Die Kunst beim Friesenwall-Bau besteht eindeutig in der sorgfältigen Schichtung der Steine. Selbstverständlich muss nach jeder errichteten Steinreihe neuer Schotter nachgefüllt werden.

Abschlussreihe auflegen

Die letzte bzw. oberste Steinreihe stellt so etwas wie die Krone des Walls dar. Genauer gesagt: Sie bildet den Rand der Bekrönung. Hier sollten Sie eher kleine Steine verwenden. Auch wenn sie keine neue Steinreihe mehr tragen müssen, sollte man dennoch auf einen möglichst festen Sitz achten. Die Gefahr ist nämlich groß, dass man durch einen unbedachten Rempler einzelne Steine herauslöst. Der Innenraum zwischen den beiden Mauern wird bei der letzten Reihe nicht mehr mit Schotter befüllt, sondern mit Erdreich.

Friesenwall Querschniit
Querschnitt eines Friesenwalls

Bepflanzung

Das verwendete Erdreich sollte möglichst gut Wasser speichern können, darf also durchaus einen gewissen Lehmanteil haben. Mit der genauen Zusammensetzung müssen sie sich sich allerdings nach den Pflanzen richten, die dort kultiviert werden sollen. Dabei gilt es zu beachten, dass diese Pflanzen gut sowohl mit Sonne als auch mit Wind zurechtkommen müssen. Grund dafür ist ihre exponierte Lage. Deshalb ist es auch sinnvoll, wenn das Erdreich Wasser speichern kann. Für welche Pflanzen genau man sich für die Begrünung der Wall-Krone entscheidet, bleibt ansonsten jedem selbst überlassen.

Fugen

Zum Ende dieser kleinen Anleitung sei noch kurz auf die Fugen in der jeweiligen Steinmauer verwiesen. Wie gesagt: Ein Friesenwall ist eine Trockenmauer. Folglich müssen Sie auch nicht verfugen. Der gesamte Aufbau ist auch darauf ausgerichtet, dass die Fugen frei bleiben. Sie bieten so zum Beispiel Unterschlupf für Insekten. Möglich ist es aber natürlich, in die Fugen etwas Erdreich zu streichen. Dann werden sich früher oder später hier auch Pflanzen ansiedeln, wie in der Grafik zu sehen ist. Das geschieht meist durch den üblichen Samenflug. Eine Anleitung zur Fugenbepflanzung ist wohl definitiv nicht nötig. Die Natur wird sich den Friesenwall Stück für Stück selbst erobern. Auch das macht mit dem Reiz dieses Bauwerks aus.

Häufig gestellte Fragen

Wo bekommt man die benötigten Steine her?

Früher wurden tatsächlich in erster Linie Steine verwendet, die die Bauern regelmäßig auf ihren Feldern gefunden haben. Daher auch der Ausdruck Findlinge. Heute ist das naturgemäß schwieriger – vor allem dann, wenn man kein Landwirt ist. Meist bleibt einem also gar nichts anderes übrig, die Steine zu kaufen. Man bekommt passendes Material beispielsweise im Gartenfachhandel oder bei einem Steinbruch-Betrieb.

Lässt sich ein Friesenwall auch nur aus Sand oder Kies bauen?

Das ist natürlich möglich. Sand und Kies spielen beim Wallbau durchaus eine wichtige Rolle. Allerdings sollte man bedenken, dass Sand und Kies alleine eine Bepflanzung schwierig machen. Für die oberste Schicht wird auf jeden Fall fruchtbares Erdreich benötigt.

Hält der selbstgebaute Wall wirklich Wind und Wetter stand?

Ja, in der Regel ist das der Fall. Wind ist an sich sowieso keine Gefahr für das Bauwerk. Problematischer könnte Regen bzw. ein Starkregenereignis sein. Bei Regen besteht nämlich grundsätzlich die Möglichkeit, dass das Erdreich im Kern des Walls stark aufgeweicht und weggespült wird. Damit das nicht passieren kann, wird die Oberseite des Walls möglichst dicht bepflanzt. Die Wurzeln der Pflanzen stabilisieren dann auch das Erdreich.

Für welche Art von Garten eignen sich Friesenwälle?

Geradezu ideal sind sogenannte Naturgärten. Die optische Urwüchsigkeit des Walls harmoniert dann perfekt mit den restlichen Gestaltungselementen.