Sandsteinmauer verfugen - Titel

Sandstein ist ein beliebtes Baumaterial, was schon bei den alten Römern gern zum Einsatz kam. Er lässt sich leicht verarbeiten. Allerdings kann nicht jeder Mörtel zum Sandsteinmauer verfugen genutzt werden.

Auf den Punkt gebracht

  • Sandstein bereits seit Jahrhunderten als Baumaterial genutzt
  • sehr weiches Gestein und lässt sich leicht verarbeiten
  • Sandstein besteht aus 50 Prozent Sand
  • aufgrund seiner Eigenschaften ist spezieller Mörtel zum Verfugen notwendig

Trassmörtel zum Verfugen?

Viele mächtige Bauwerke wurden aus Sandstein erbaut, wie beispielsweise das Brandenburger Tor. Sehr oft wurde und wird beim Bau mit Natursteinen Trass verwendet. Dabei handelt es sich um eine Art natürliches Puzzolan, hauptsächlich bestehend aus Silicium- und Aluminiumverbindungen. Diesem werden neben Wasser auch Bindemittel wie Kalk oder Zement zugesetzt. Generell kann solch hergestellter Trassmörtel zum Verfugen von Natursteinen genutzt werden, aber nicht für Sandstein

  • Trassmörtel nimmt Feuchtigkeit, also Wasser auf
  • dieses kann dadurch leicht in die Sandsteine eindringen
  • die Steine verwittern dann schneller

Um eine Sandsteinmauer zu verfugen ist die Wahl des Mörtels daher besonders wichtig. Er muss den Eigenschaften und Besonderheiten des Gesteins entsprechen.

Tipp: Die Fugenfüllung sollte immer mindestens 2 mm unterhalb der Steinoberfläche liegen.

Fugenmörtel

Eigenschaften des Sandsteins

Beim Sandstein handelt sich um ein Sedimentgestein mit einem sichtbaren Schichtaufbau. Mit anderen Worten beschrieben, wird das Gestein im Laufe der Zeit ganz fein zermahlen und meist auf dem Grund von Gewässern abgelagert. Dabei wirken Wasser und auch andere Sedimentationen auf die vorhandenen Sandablagerungen ein. Es erfolgt eine Pressung dieser und am Ende ist der Sandstein entstanden und kann abgebaut werden. Typische Merkmale des Sandsteins sind:

  • in der Regel weiches, lockeres Material
  • mitunter auch massig und fest
  • mindestens zu 50 Prozent aus Sand bestehend
  • hauptsächlich Quarzsand
  • weitere enthaltene Gemengeteile: erzhaltige Minerale, Calcit, Glimmerminerale
  • Bindemittel im Sandstein sind Kalkspat, Kiesel, Ton und Kalk
  • teilweiser Einschluss von Fossilien wie Wirbeltiere oder Pflanzenteile
  • Dichte des Sandsteins zwischen 2,6 und 2,72 g/cm³
  • Korngröße der Gemengeteile zwischen 0,06 und 2 mm

Die Farbe des Sandsteins ist dabei abhängig von mineralischen Beimengungen:

  • gelblichbraun: hoher Limonitgehalt
  • grün: Glaukonit enthalten
  • rot; hoher Anteil von Kohlenstoff und Eisenoxid
  • schwarzblau: hoher Bitumenanteil
Sandstein

Hinweis: Im Laufe der Zeit verwittert der Sandstein. Helle Steine erhalten eine dunkle Färbung aufgrund der Oxidation der vorhandenen mangan- und eisenhaltigen Mineralien wie Pyrit, Goethit und Hämatit.

Weichen Fugenmörtel verwenden

Eine Faustregel besagt, dass der Fugenmörtel stets weicher als der verwendete Sandstein sein muss. Weiterhin sollte er nicht im Besitz zu starker Anbindeeigenschaften sein. Nicht zu vergessen ist ebenfalls die Größe der Körnung des Fugenmaterials. Zum Einsatz können dabei folgende Materialien kommen

  • NHL-Mörtel, ein natürlicher hydraulischer Kalk
  • natürlicher Luftkalkmörtel in verschiedenen Körnungen
  • alternativ HL-Mörtel aus Zement und Kalkhydrat hydraulisch hergestelltes Bindemittel

Allerdings muss man in diesem Zusammenhang auch erwähnen, dass der Luftkalkmörtel nicht so witterungsbeständig ist wie der hydraulische Kalkmörtel. Dies sollten Sie beim Einsatz an stark verwitterten Flächen beachten.
Daneben ist auch die Körnung des Fugenmörtels wichtig. Sie kann dabei in Abhängigkeit der Fugenbreite gewählt werden. Auschlaggebend ist ebenfalls, ob es sich um die Sanierung einer bereits bestehenden, verwitterten Sandsteinmauer handelt oder diese gerade neu errichtet wurde.

Verwitterte, alte Sandsteinmauer

  • Körnung des Mörtels bis 4 mm für Tiefenverfugung
  • bei Oberflächenverfugung Größe der Körnung 1mm
  • Fugen müssen gründlich ausgekratzt und gesäubert werden

Neuerbaute Sandsteinmauer

  • Körnung ist hier abhängig von der Fugenbreite
  • sollte mindestens 2 mm betragen
Sandsteinmauer

Damit der Fugenmörtel gut haftet, sollten vor dem Verfugen die Fugen zwischen den Steinen der Sandsteinmauer mit einer vierprozentigen Tonerdelösung gut eingesprüht werden. Dadurch wird der Untergrund gefestigt und die Haftung des Fugenmörtels erhöht. Daneben sollten Sie darauf achten, dass die Konsistenz des Mörtels nicht zu feucht ist.

Tipp: Nach dem Verfugen sollten Sie umgehend alle Mörtelreste vom Sandstein mit einem feuchten Lappen und Wasser entfernen.

Häufig gestellte Fragen

Kann zum Sandsteinmauer Verfugen einfacher Zementmörtel verwendet werden?

Nein, auf keinen Fall ist einfacher Zementmörtel für die Fugen von Sandstein geeignet. Dieser ist einfach zu hart und erlaubt keine Dehnung. Es kann dabei schnell zum Reißen und Platzen der Fugen kommen.

Muss eine Sandsteinmauer unbedingt verfugt werden?

Nein nicht unbedingt, wenn es sich dabei um eine Trockenmauer handelt. Hier werden die Sandsteine lediglich ohne jegliches Bindemittel ineinander verkantet. Die Zwischenräume, bzw. Fugen eignen sich dann im Nachhinein zum Bepflanzen. So kann ein kleines wertvolles Biotop geschaffen werden.

Was sind die Unterschiede zwischen Luftkalkmörtel & hydraulischem Kalkmörtel?

Hydraulischer Kalkmörtel ist wasserunlöslich. Zum Aushärten ist kein Luftkontakt notwendig. Er härtet sogar unter Wasser. Im Vergleich zum hydraulischen Kalkmörtel ist der Luftkalkmörtel wesentlich weicher und druckempfindlicher. Daneben ist er auf das Kohlendioxid in der Luft angewiesen, um richtig auszuhärten.