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Ginkgo-Baum im Topf: Pflege & Schneiden

Der Ginkgo-Baum (Ginkgo biloba) ist ein Urgestein, wie aus einer anderen Welt. Er kann bis zu 40 Metern Höhe erreichen und daher als Baum für die hiesigen kleinen Gärten eher ungeeignet. Aber es gibt auch kleine Sorten die auch in einem Kübel kultiviert werden und sich hier gut entwickeln.

Auf den Punkt gebracht

  • männlichen Ginkgo-Baum kultivieren, da weibliche Bäume übelriechende Früchte ausbilden
  • bis 40 Meter hoch, kleine Sorte wie „Troll“ für Kübelkultivierung
  • regelmäßiges Düngen und Gießen
  • winterhart
  • wenig schneiden, eher die jungen Triebe kappen

Pflege

Die Pflege des Ginkgo-Baum in einem Topf kultiviert ist nicht sehr schwer. Denn der chinesische Baum, der auch als Fächerblattbaum bekannt ist, gilt als recht pflegeleicht. So kann er im Garten, auf der Terrasse oder dem Balkon aber auch in einem Wintergarten und in der Wohnung einen Platz finden.

Gartenbäume - Ginkgo
Hängender Fächerblattbaum (Ginkgo biloba ‚Pendula‘)

Bodenbeschaffenheit

An das Substrat stellt die Pflanze keine großen Ansprüche. Wichtig hierbei ist jedoch, dass die Erde tiefgründig ist. Daher sollte bei der Kübelkultivierung auf viel Lockerheit aber auch auf viel Platz nach unten geachtet werden:

  • nährstoffreich
  • gerne auch lehmig
  • hier wächst der Baum am besten
  • Kübelerde ein wenig Lehm unterheben
  • hierin ist Dünger bereits enthalten
  • ansonsten auch normale Gartenerde mit Kompost anreichern

Wenn Sie für die Kübelpflanzen Gartenerde mit Kompost nutzen wollen, dann sollten Sie diese bereits einen Monat vor der Verwendung bei der Pflanzung anmischen. So können sich die Nährstoffe im Kompost bereits zersetzen und stehen sofort ab dem ersten Tag dem Gewächs zur Verfügung.

Düngen

Normalerweise ist Kompost gut geeignet, um das Gewächs zu düngen. Allerdings ist dies bei Kübelpflanzen oftmals schwierig. Denn neben dem entstehenden Geruch kann der Kompost auch schlecht in einem Gefäß untergehoben werden. Doch es gibt Alternativen:

  • Flüssigdünger aus dem Handel nutzen
  • hier sind alle benötigten Nährstoffe enthalten
  • von Frühjahr bis Herbst regelmäßig alle zwei Wochen
  • für Menge auf Herstellerangaben achten
  • hiervon immer weniger geben
  • so kann Überdüngung vermieden werden
Fächerblattbaum 'Troll' (Ginkgo biloba)
Fächerblattbaum ‚Troll‘ (Ginkgo biloba); Quelle: Leonora (Ellie) Enking from East Preston, United Kingdom, Ginkgo biloba ‚Troll‘ (28520930260), bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 2.0

Gießen

Der sonnenliebende Ginkgo-Baum benötigt auch an einem sonnigen Platz nicht viel Wasser. Allerdings ist bei Kübelpflanzen immer zu beachten, dass hier nicht viel Regen in die Erde gelangt und es dadurch schneller zu einer Austrocknung kommen kann, auch wenn die Pflanzen nicht unter einem schützenden Dach stehen:

  • Erde immer leicht feucht halten
  • Staunässe jedoch unbedingt vermeiden
  • Drainage im Topf anlegen
  • so kann das Wasser besser ablaufen
  • auch im Sommer Erde mulchen
  • so bleibt Substrat länger feucht

Standort

Der Fächerblattbaum kann an vielen Standorten gut gedeihen. Dennoch sollten hier verschiedene Ansprüche erfüllt werden:

  • idealerweise sonniger Standort
  • Halbschatten auch möglich
  • Ost- oder Westbalkon und Terrasse
  • ideal ist aber eine Südseite
  • gerne auch im sonnigen Vorgarten
  • junge Pflanzen immer zuerst halbschattig
Ginkgo-Baum (Ginkgo biloba)
Quelle: Ben Skála, Ginkgo biloba Mariken-Malochyně, bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 3.0

Hinweis: Wird der Ginkgo-Baum als Zimmerpflanze gehalten, sollte er an einem hellen Platz stehen, da es in manchen Räumen oft zu dunkel für das Gewächs wird.

Pflanzen

Damit die Wurzeln genügend Platz im Kübel haben, sollte das Gefäß etwas größer als der Wurzelballen gewählt werden. Gegen Staunässe wird auf dem Boden über dem Pflanzloch eine Drainage angelegt, bevor das Substrat eingefüllt wird:

  • beste Pflanzzeit ist im Frühjahr
  • Drainage aus Tonkugeln oder Kies
  • darüber Pflanzvlies legen
  • Hälfte der Erde einfüllen
  • Ginkgo einsetzen
  • restliche Erde auffüllen
  • gut andrücken
  • beim ersten Mal gut wässern

Hinweis: Das Gewächs sollte etwa alle drei Jahre in ein größeres Gefäß mit frischem Substrat umgetopft werden.

Überwinterung

Das Gewächs ist in der Regel gut winterhart. Allerdings sollten alle Kübelpflanzen im Winter ein wenig Schutz erhalten, da hier die Wurzeln der Kälte im Topf eher ausgesetzt werden als in einem Gartenbeet:

  • kann draußen am Standort stehen bleiben
  • Kübel auf Styroporplatte oder Holzbrett setzen
  • insgesamt ummanteln
  • Reisigmatten sind optisch schöner
  • Pflanzenvlies kann auch genutzt werden
  • Erde mulchen
  • Rindenmulch oder Laubabfall aus dem Garten nutzen
  • Baum verliert im Winter seine Blätter
  • handelt sich um die Ruhephase
Ginkgo-Baum
Quelle: Broly0, Ginkgo biloba Sapling, bearbeitet von Plantopedia, CC0 1.0

Hinweis: Auch im Winter dürfen Sie das Gießen nicht vergessen, dieses sollte jedoch geringer ausfallen. Die meisten Gewächse, die einen Winter nicht überstehen, erfrieren nicht sondern vertrocknen.

Vermehren

Wer einen Ginkgo-Baum besitzt, kann diese auch leicht über Stecklinge vermehren. Ein Vermehren über Samen ist hier allerdings nicht zu empfehlen, weil in den hiesigen Breitengraden die Samen für eine Aussaat nicht genügend ausreifen können:

  • vor der Verholzung die Triebe aussuchen
  • knapp unter Knoten kappen
  • weiche Spitze und unteres Blatt entfernen
  • es bleiben zwei bis drei Blätter am Steckling
  • eventuell Ende kurz in Bewurzelungspulver
  • danach in Anzuchterde in Topf stecken
  • feucht halten
  • warmer heller Standort geeignet
  • zum Beispiel helle Fensterbank

Nachdem sich die ersten Wurzeln zeigen, kann der neue Fächerblattbaum in einen neuen Kübel mit nährstoffreicher Erde gepflanzt werden. Die junge Pflanze sollte das erste Jahr vor Verbrennungen durch Sonneneinstrahlung geschützt werden und im Halbschatten aufwachsen.

Schneiden

Der richtige Tag zum Schneiden ist ein bedeckter und trockener Tag. Denn dann kann weder Nässe noch Sonne die Schnittstelle schädigen, wenn das Gewächs ungeschützt steht. Auf einer überdachten Terrasse oder einem überdachten Balkon ist hierauf allerdings je nach Standort nicht zu achten. Beim Schnitt des Ginkgos gibt es wenig zu beachten. Das meiste ist hier in jungen Jahren zu tun, später kann ein Formschnitt insgesamt entfallen und nur noch kranke oder trockene Äste werden entfernt:

  • Krone von jungem Baum regelmäßig auslichten
  • gleichmäßiger Wuchs erzielt
  • Wuchsform wird buschig
  • Baum nach eigenen Wünschen formen
  • Schnitt immer im Frühjahr ausführen
  • neue Triebe bilden sich
  • das ganze Jahr über kranke oder gebrochene Äste schneiden
  • immer stammnah schneiden
  • glatter Schnitt auf Astring
  • Wunde wird von Baum überwallt gegen Pilzbefall
kleiner Ginkgo
Quelle: David Short from Windsor, UK, Ginkgo biloba (32019471521), bearbeitet von Plantopedia, CC BY 2.0

Bei einem alten Gewächs sollten für die Optik auch Äste geschnitten werden, die dann in die Krone hineinwachsen. Ist die Krone recht licht, hat dies den Vorteil, dass alle Teile gleich viel Licht bekommen. Wenn jedoch mehr Farbspektakel im Herbst auf der Terrasse oder Balkon gewünscht, sollte die Krone dicht bleiben.

Häufig gestellte Fragen

Warum sollte ich einen männlichen Baum kaufen?

Gerade wenn Sie Ihren Ginkgo-Baum in der Nähe von einem Sitzplatz aufstellen, sollten Sie eine männliche Pflanze wählen. Denn die weiblichen Bäume bilden Früchte aus. Diese strömen dann einen unangenehmen Geruch aus, der sehr an Schweiß erinnert. In der Pflege ist es allerdings unerheblich, ob der Baum männlich oder weiblich ist.

Kann ich den Baum auch in einem Zimmer kultivieren?

Wenn Sie keinen Garten oder Balkon und auch keine Terrasse zur Verfügung haben, auf der der Ginkgo kultiviert werden kann, dann dürfen Sie den Topf auch in ein Zimmer stellen. Die Ecke muss sehr viel Lichteinfall haben, die Überwinterung sollte so kühl wie möglich bei 5°C bis 10°C sein, ansonsten kann das Gewächs sich nicht regenerieren und wird auf Dauer verkümmern.

Ist mein Ginkgo anfällig für Schädlinge oder Krankheiten?

Nein, bei dem pflegeleichten Baum sind weder Schädlinge noch Krankheiten bekannt. Allerdings müssen Sie auch hier auf Pflegefehler achten. So ist Staunässe zu vermeiden, damit es dann nicht zur Wurzelfäule kommt und auf eine kühle Überwinterung bei einer ganzjährigen Zimmerkultivierung.

Was muss ich bei den Geräten für den Schnitt beachten?

Wenn Sie einen Ginkgo-Baum schneiden, dann müssen Sie das passende Werkzeug wählen. Bei den kleineren Gewächsen im Kübel reicht hier eine Astsäge völlig aus. Diese sollten Sie vor dem Schnitt gut säubern und desinfizieren, damit keine Viren, Bakterien oder Pilze über das Schneidewerkzeug durch die Schnittstelle in den Baum eindringen und diesen dann so schädigen können.

Michelle ist mit vielen Haus- und Hoftieren auf dem Bauerngut ihrer Eltern aufgewachsen. Nebenbei kümmert sich die Vegetarierin hingebungsvoll um ihre Kräuter- und Gemüsebeete. Sie notiert ihr erworbenes Wissen und teilt es gerne mit den Plantopedia-Lesern und Leserinnen.

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