Spalierbäume - Titel

Spalierbäume sind eine Zierde für jeden Garten. Wir stellen Ihnen 12 geeignete Bäume und Sträucher vor, die ebenso unkompliziert und pflegeleicht wie immergrün und winterhart sind.

Auf den Punkt gebracht

  • Spalierform ist eine besondere Form der Wuchserziehung für Bäume und Sträucher
  • einige immergrüne Arten eignen sich sehr gut zum Spalierbaum
  • diese müssen robust und gut schnittverträglich sein
  • unterschiedliche Spalierformen: klassisch, mit Etagen, als Dach und als Kasten
  • Unterscheidung zwischen immergrün und wintergrün

Bäume von A – D

Abendländischer Lebensbaum (Thuja occidentalis)

Eigentlich handelt es sich beim Lebensbaum (oder auch Thuja) um eine klassische und beliebte Heckenpflanze, bietet sie doch durch ihren dichten Wuchs einen guten Sicht- und Schallschutz. Die verschiedenen Sorten eignen sich aber auch gut als Spalierbäume, wenn im Garten Akzente gesetzt werden sollen.

  • Wuchs: aufrecht, schlank, dicht verzweigt
  • Wuchshöhe: bis zu zehn Meter hoch
  • Wuchsgeschwindigkeit: 20 bis 40 Zentimeter im Jahr
  • Blüte: nein
  • Fruchtschmuck: nein
  • Standort: sonnig bis halbschattig
  • Boden: normaler, möglichst feuchter Gartenboden
  • Frosthärte: sehr gut winterhart, robust
  • Besonderheiten: gut schnittverträglich, Nadeln färben sich im Winter kupferfarben
Abendländischer Lebensbaum (Thuja occidentalis)

Tipp: Interessant sind auch Sorten mit goldgelben Nadeln wie beispielsweise ‚Golden Smaragd‘. Besonders beliebt ist allerdings die frischgrün benadelte Sorte ‚Smaragd‘.

Berberitzen (Berberis)

Es gibt zahlreiche attraktive Berberitzen-Arten, die genau genommen ebenfalls keine Bäume sind. Stattdessen handelt es sich bei der Gewöhnlichen Berberitze (Berberis vulgaris) oder der Dotterberberitze (Berberis x stenophylla) um große Sträucher mit überhängenden Zweigen. Aber auch diese lassen sich in Form von Hochstämmen als Spalierbäume erziehen.

  • Wuchs: zunächst aufrecht, später bogig überhängend
  • Wuchsgeschwindigkeit: 30 bis 50 Zentimeter im Jahr
  • Wuchshöhe: bis zwei Meter
  • Blüte: attraktive orange oder gelbe Blüte im Mai oder Juni
  • Fruchtschmuck: im Spätsommer kleine, blauschwarze Früchte
  • Standort: sonnig bis halbschattig
  • Boden: anspruchslos, gedeiht auf fast jedem Gartenboden
  • Frosthärte: sehr gut winterhart, robust
  • Besonderheiten: reichblühend, wertvolles Bienen- und Vogelnährgehölz
Berberitze, Berberis vulgaris richtig pflegen

Tipp: Besonders attraktiv sind kontrastreiche Varietäten wie die starkwüchsige Blutberberitze (Berberis ottawensis ‚Superba‘) oder die Rote Heckenberberitze (Berberis thunbergii ‚Atropurpurea‘) mit ihrem dunkelroten Laub und den leuchtend gelben Blüten.

Bäume von E – G

Europäische Eibe (Taxus baccata)

Einheimische Bäume wie die Eibe dürfen in dieser Aufzählung natürlich nicht fehlen. Wie fast alle Nadelgehölze ist auch Taxus baccata immergrün und behält deshalb die dunkelgrünen Nadeln selbst im Winter. Eiben eignen sich sowohl zur Heckenpflanzung als auch als Spalierbäume sehr gut.

  • Wuchs: aufrecht, buschig, dicht verzweigt
  • Wuchshöhe: bis zehn Meter
  • Wuchsgeschwindigkeit: 20 bis 30 Zentimeter im Jahr
  • Blüte: unscheinbar
  • Fruchtschmuck: ja, leuchtend rote Beeren
  • Standort: anspruchslos, sonnig bis schattig
  • Boden: anspruchslos, gedeiht auf fast allen Böden
  • Frosthärte: sehr gut winterhart, heimisches Gehölz
  • Besonderheiten: sehr robust, pflegeleicht, immergrün
Eiben können 1000 Jahre alt werden

Tipp: Alle Pflanzenteile der Europäischen Eibe – vor allem aber die Beeren – sind hochgiftig!

Europäischer Feuerdorn (Pyracantha coccinea)

Genau genommen handelt es sich beim Feuerdorn nicht um Bäume, sondern um einen aufrecht wachsenden, großen Strauch. Dennoch lässt sich das Gehölz sehr gut – ob als Hochstamm oder ohne Stamm – zum Spalier erziehen.

  • Wuchs: aufrecht
  • Wuchsgeschwindigkeit: 20 bis 30 Zentimeter im Jahr
  • Wuchshöhe: bis drei Meter
  • Blüte: kleine, weiße Schalenblüten zwischen Ende Mai und Juni
  • Fruchtschmuck: ja, leuchtend rot oder orange
  • Standort: sonnig bis halbschattig
  • Boden: normaler Gartenboden
  • Frosthärte: sehr gut winterhart, robust
  • Besonderheiten: immergrün, hervorragende Sichtschutzpflanze, wertvolles Vogel- und Bienennährgehölz
Feuerdorn ist auch für Tiere toxisch

Gewöhnlicher Liguster (Ligustrum vulgare)

Auch die als Hecken- und Bienenpflanze beliebte Liguster-Sorten sind keine Bäume, lassen sich jedoch als Hochstamm erziehen. Die schnittverträglichen Sträucher eignen sich zudem sehr gut zum Spalier. Besonders schön ist der Schwarzgrüne Liguster (Ligustrum vulgare ‚Atrovirens‘), der problemlos auch im Vollschatten wachsen kann und – im Gegensatz zur laubabwerfenden Art – in milden Wintern wintergrün bleibt.

  • Wuchs: breit aufrecht
  • Wuchsgeschwindigkeit: 20 bis 120 Zentimeter pro Jahr (je nach Sorte und Standort)
  • Wuchshöhe: bis zu fünf Meter
  • Blüte: weiße Blüten zwischen Juni und Juli
  • Fruchtschmuck: kleine, blauschwarze Früchte
  • Standort: sonnig bis halbschattig
  • Boden: anspruchslos, wächst auf fast jedem Boden
  • Frosthärte: sehr gut winterhart, robust
  • Besonderheiten: manche Sorten sind wintergrün, sehr gut schnittverträglich, wertvolles Bienennährgehölz
Liguster (Ligustrum vulgare), bienenfreundliche Pflanze
Quelle: Lucarelli, Eristalis, Livorno, Bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 3.0

Tipp: Auch der Ovalblättrige Liguster (Ligustrum ovalifolium) wirft sein Laub nicht ab, sondern behält es über den Winter. Besonders attraktiv ist die goldlaubige Sorte ‚Aureum‘, die mit grüngelbem Laub punktet.

Glanzmispel (Photinia × fraseri)

Auch die verschiedenen Arten und Sorten der Glanzmispel eignen sich sehr gut als Spalierbäume und bilden als solche einen attraktiven Blickfang im Garten.

  • Wuchs: aufrecht, breitbuschig
  • Wuchshöhe: bis zu vier Meter
  • Blüte: einfache, weiße Blüten im Mai
  • Fruchtschmuck: kleine, apfelförmige Früchte
  • Standort: sonnig bis halbschattig
  • Boden: leicht sauer
  • Frosthärte: bedingt winterhart, Winterschutz ratsam
  • Besonderheiten: immergrün, wertvolles Vogel- und Bienennährgehölz
Glanzmispel Photinia fraseri ‚Red Robin‘ als Solitär oder auch als immergrüne Hecke

Tipp: Interessant sind vor allem die buntblättrigen Varietäten wie die Weißgrüne Glanzmispel (Photinia fraseri ‚Pink Marble‘) mit ihren dreifarbig pink-weiß-grünen Blättern, die Sorte ‚Pink Crispy‘ mit dem weiß-grün panaschierten Laub oder die rotblättrige Varietät ‚Red Robin‘.

Bäume von H – O

Hainbuche (Carpinus betulus)

Hain- oder auch Weißbuchen sind bis zu 14 Meter hohe Bäume, die sich aufgrund ihrer Wüchsigkeit und Schnittverträglichkeit hervorragend für Hecken oder auch zum Spalier eignen. Sie sind zwar nicht immergrün, behalten aber im Winter das vertrocknete Laub am Zweig und werfen es erst im Frühjahr mit dem neuen Austrieb ab.

  • Wuchs: aufrecht, dicht
  • Wuchsgeschwindigkeit: 30 bis 35 Zentimeter pro Jahr
  • Blüte: kleine, gelbe Blüten im April oder Mai
  • Fruchtschmuck: nein
  • Standort: sonnig bis schattig, sehr gut schattenverträglich
  • Boden: nährstoffreich
  • Frosthärte: sehr gut winterhart
  • Besonderheiten: robust, anspruchslos
Hainbuche (Carpinus betelus)

Immergrüne Magnolie (Magnolia grandiflora)

Die aus Nordamerika stammende Immergrüne Magnolie ist bei uns eher unbekannt und wird nur selten gepflanzt. Die Bäume sind hauptsächlich wegen ihrer sehr großen, duftenden Blüten attraktiv, die mit zu den größten Baumblüten überhaupt zählen. Die Art eignet sich sehr gut zur Spalier-Erziehung, wobei diese Spalierbäume an einen möglichst warmen und geschützten Platz gepflanzt werden sollten – Immergrüne Magnolien sind nur bedingt winterhart.

  • Wuchs: aufrecht
  • Wuchsgeschwindigkeit: 10 bis 25 Zentimeter im Jahr
  • Wuchshöhe: bis zu 15 Meter
  • Blüte: große, tulpenähnliche Blüten
  • Fruchtschmuck: ja
  • Standort: möglichst sonnig und geschützt
  • Boden: frisch, humos, saurer pH-Wert
  • Frosthärte: nur bedingt winterhart
  • Besonderheiten: sehr gut schnittverträglich, immergrün, beeindruckende Blüte
Immergrüne Magnolie Jungpflanze
Junge Exemplare lassen oft noch nicht die späteren enormen Auswüchse erahnen.

Bäume von P – Z

Portugiesischer Kirschlorbeer (Prunus lusitanica)

Der auch als Lorbeerkirsche bezeichnete, große Strauch ist robust, pflegeleicht, ganzjährig attraktiv und vor allem als Heckenpflanzung sehr beliebt. Wenig bekannt ist, dass sich Kirschlorbeer-Spalierbäume im Garten einen interessanten Blickfang bilden.

  • Wuchs: aufrecht, gut verzweigt
  • Wuchsgeschwindigkeit: 10 bis 30 Zentimeter im Jahr
  • Wuchshöhe: bis zu vier Meter
  • Blüte: weiße Traubenblüten im Juni
  • Fruchtschmuck: ja
  • Standort: sonnig bis halbschattig
  • Boden: normaler Gartenboden
  • Frosthärte: sehr gut, robust
  • Besonderheiten: sehr gut schnittverträglich, glänzendes, dunkelgrünes Laub
Kirschlorbeer als Spalierbaum

Stechpalme (Ilex aquifolium)

Dieser mittelgroße Strauch lässt sich vielseitig verwenden: Als Strauch in Solitär- oder Heckenpflanzung, als Stämmchen in Baumform oder als Spalier.

  • Wuchs: pyramidenförmig, breit, gut verzweigt
  • Wuchshöhe: bis fünf Meter
  • Blüte: unscheinbare weiße Blüten zwischen Mai und Juni
  • Fruchtschmuck: kugelige rote Beeren, nicht essbar
  • Standort: sonnig bis halbschattig
  • Boden: frisch, aber durchlässig, humos
  • Frosthärte: sehr gut
  • Besonderheiten: immergrün, für schattige und trockene Standorte geeignet
Die Stechpalme als Spalierbaum

Steineiche (Quercus ilex)

Diese Eichenart stammt aus dem Mittelmeerraum und ist immergrün. Die glänzenden, grünen Blätter erinnern an die der Stechpalme, die Rinde ist glatt. Steineichen ergeben aparte, interessante Spalierbäume, die Sie allerdings aufgrund der fehlenden Winterhärte im Kübel kultivieren sollten – es sei denn, Sie leben in einer wintermilden Region.

  • Wuchs: aufrecht
  • Wuchsgeschwindigkeit: 10 bis 15 Zentimeter im Jahr
  • Wuchshöhe: bis sieben Meter
  • Blüte: unscheinbar
  • Fruchtschmuck: ja
  • Standort: sonnig, geschützt
  • Boden: trocken
  • Frosthärte: nicht frosthart
Steineichen können als Spalierbäume kultiviert werden

Wintergrüne Ölweide (Elaeagnus × ebbingei)

Die Wintergrüne Ölweide ist ein attraktiver und anspruchsloser, großer Strauch, der sich für allerlei Gartenzwecke verwenden lässt. Besonders beliebt ist die Art für Hecken- und Gruppenpflanzungen, aber auch als Spalier macht sie eine gute Figur.

  • Wuchs: aufrecht, mit zunehmendem Alter breitbuschig
  • Wuchsgeschwindigkeit: 10 bis 25 Zentimeter pro Jahr
  • Wuchshöhe: bis drei Meter
  • Blüte: weiße, duftende Blüte zwischen Oktober und November
  • Standort: halbschattig
  • Boden: normaler Gartenboden, anspruchslos
  • Frosthärte: an geschützten Standorten gut winterhart
  • Besonderheiten: wintergrün, in wintermilden Regionen auch immergrün
wintergrüne Ölweide

Tipp: Eine hübsche Varietät ist die Buntlaubige Ölweide (Elaeagnus pungens ‚Maculata‘) mit ihren gelbgrünen Blättern. Diese ist allerdings empfindlicher als die grünlaubige Art und sollte an einen sonnigen und geschützten Platz mit saurem Boden gepflanzt werden.

Häufig gestellte Fragen

Welche Spalierformen gibt es?

Es gibt vier verschiedene Spaliere. Neben der klassischen Spalierform können Sie zwischen Etagen-, Dach- und Kastenspalieren wählen. Hierbei ist insbesondere die Dachform hervorzuheben, bei der es sich im Grunde um eine horizontale Spalierform handelt.

Gibt es noch andere Pflanzen, die sich gut zum Spalier erziehen lassen?

Nicht nur die hier vorgestellten Bäume und Sträucher lassen sich zum Spalier erziehen. Besonders empfehlenswert – und erprobt – sind Obstbäume (vor allem Äpfel, Birnen und Quitten) sowie Kletterpflanzen. Aus der letztgenannten Gruppe finden vielerlei Arten und Sorten an Spaliergerüsten Verwendung, darunter der ebenfalls immergrüne Efeu, aber auch Kletterhortensien und Kletterrosen. Auch Laubbäume wie Feldahorn, Rotbuche, Eisenholzbaum (Parrotia persica) oder die heimische Sumpfeiche eignen sich für diesen Zweck sehr gut.

Worin unterscheiden sich immergrüne und wintergrüne Pflanzen?

Pflanzen gelten dann als immergrün, wenn sie ihr Laub (oder ihre Nadeln) mindestens zwei Jahre lang behalten und diese grün bleiben. Bei manchen Pflanzenarten sitzt das Laub viele Jahre lang am Zweig, beispielsweise bei der Tanne, deren Nadeln vor dem Abwurf bis zu 11 Jahre am Baum verbleiben. Zudem erfolgt der Abwurf überalterter Blätter nicht auf einmal und vollständig, sondern kontinuierlich. Wintergrüne Pflanzen dagegen behalten ihr Laub über den Winter und werfen es erst im folgenden Frühjahr mit dem Neuaustrieb ab.