Diese 10 Pflanzen vertragen keinen Kalk | Bodenansprüche

kalkempfindliche Pflanzen

Nur, wenn der Boden die individuellen Ansprüche der Pflanzen erfüllt, kann sich der Hobbygärtner über ein prächtiges Pflanzenwachstum freuen. Neben der Zuführung von Nährstoffen ist in Abhängigkeit vom pH-Wert des Bodens jedoch oft auch der Zusatz von Kalk erforderlich. Denn Kalk neutralisiert und erleichtert die Nährstoffaufnahme der Pflanzen. Wichtig dabei ist, Kalk im Garten mit Fingerspitzengefühl zu dosieren und auf die Pflanzen zu achten, die keinen Kalk vertragen. Wir stellen Ihnen im Folgenden 10 kalkempfindliche Pflanzen vor.

Kalkempfindliche Pflanzen

1. Chinesischer Blauregen (Wisteria sinensis)

Der Chinesische Blauregen ist ein stark wüchsiger Vertreter der Schmetterlingsblütler. Er wird auch als Glyzinie bezeichnet. Das aus China stammende Ziergehölz erreicht in mitteleuropäischen Gärten dabei eine Höhe von bis zu zehn Metern. Im Fachhandel werden die dekorativen Pflanzen mit blauen und weißen Blüten angeboten. Egal, ob in Blau oder Weiß, die Pflanze übt eine große Anziehungskraft auf Bienen, Schmetterlinge und blütenbesuchende Insekten aus.

  • Boden: feucht, durchlässig, humos, sandig, lehmig
  • Standort: sonnig, warm, windgeschützt
  • Blütezeit: Mai bis Juni
  • Pflanzzeit: im späten Frühjahr
  • Vermehrung: Stecklinge
  • Höhe: bis 10 Meter
  • Verwendung: Blütenschmuck, Kletterpflanze, Wandbegrünung
  • Pflege: ausreichend gießen, regelmäßig mit Rhododendrondünger düngen, Rückschnitt im Frühjahr und im Herbst, Rankhilfen erforderlich
  • Überwinterung: winterhart
  • Krankheiten/ Schädlinge: Wühlmäuse, Spinnmilben, Blattläuse

Chinesischer Blauregen, Wisteria sinensis

2. Gewöhnlicher Tüpfelfarn (Polypodium vulgare)

Der Gewöhnliche Tüpfelfarn wird auch Engelsüß, Engelwurz, Eichenfarn oder Steinfarn genannt. Die Pflanze ist in Europa ebenfalls weit verbreitet. Bei Gartengestaltern ist Tüpfelfarn sehr beliebt, denn der grüne Bodendecker trägt ausgezeichnet zu einem harmonischen Erscheinungsbild von Grundstücken bei. Die Pflanze verträgt ebenfalls keinen Kalk.

  • Boden: trocken, wenig humos
  • Standort: schattig bis halbschattig
  • Blütezeit: keine Blüten
  • Pflanzzeit: Frühjahr
  • Vermehrung: durch Teilung
  • Höhe: 10 bis 50 Zentimeter
  • Verwendung: Blattschmuck, Heilpflanze
  • Pflege: nur bei langer Trockenheit mäßig wässern
  • Überwinterung: winterhart
  • Krankheiten/ Schädlinge: Schildläuse

Übrigens, der gewöhnliche Tüpfelfarn wird auch als Heilpflanze verwendet. Seine Inhaltsstoffe kommen gegen Rheuma, Gicht, Asthma, Bronchitis, Heiserkeit sowie bei Hautkrankheiten zum Einsatz.

Gewöhnlicher Tüpfelfarn, Polypodium vulgare ist eine kalkempfindliche Pflanze

3. Glockenheide (Erica tetralix)

Wenn im Herbst die Blütenpracht im Vorgarten abnimmt, dann beginnt die Zeit für die rosa blühende Glockenheide. Wie alle Erika-Gewächse (Ericaceae) gehört jedoch auch sie zu den Pflanzen, die keinen Kalk im Boden vertragen. Die Glockenheide wird dabei oft als Moorheide bezeichnet, was auf ihre Vorliebe für feuchte Böden hinweist.

  • Boden: feucht, durchlässig, humos, torfig
  • Standort: sonnig bis halbsonnig
  • Blütezeit: Juni bis September
  • Pflanzzeit: im späten Frühjahr
  • Vermehrung: Stecklinge
  • Höhe: 20 bis 50 Zentimeter
  • Verwendung: Kübelpflanze, Zierpflanze, für Trockensträuße geeignet
  • Pflege: ausreichend gießen, regelmäßig mit Rhododendrondünger düngen, Rückschnitt im Februar
  • Überwinterung: winterhart, Winterschutz jedoch empfohlen
  • Krankheiten/ Schädlinge: Mehltau, Blattläuse

Glockenheide, Erica tetralix

4. Hauswurz (Sempervivum)

Es gibt nicht eine Hauswurz, sondern mehr als 60 Arten mit mehr als 3000 verschiedenen Sorten. Sie ist auch unter den Bezeichnungen Steinwurz oder Dachwurz bekannt. Sempervivum-Arten sind dabei echte Anfängerpflanzen. Selbst, wer keinen grünen Daumen hat, wird von der robusten Pflanze, die sogar an extremen Standorten gedeiht, mit einem schönen Wuchs und dekorativen Blüten belohnt.

Zu den Sempervivum-Arten, die besonders empfindlich auf Kalk im Boden reagieren, gehören die Spinnweb-Hauswurz (Sempervivum arachnoidem), die Berg-Hauswurz (Sempervivum montanum) sowie die als Steinrose bekannte Wulfen-Hauswurz (Sempervivum wulfenii).

  • Boden: trocken, durchlässig, kiesig
  • Standort: halbschattig bis sonnig
  • Blütezeit: Juni bis September
  • Pflanzzeit: Frühjahr
  • Vermehrung: durch Tochterrosetten und Samen
  • Höhe: je nach Sorte 10 bis 60 Zentimeter
  • Verwendung: Steingarten, Dachbegrünung, Kübelpflanze, Heilpflanze
  • Pflege: nicht gießen, nicht düngen
  • Überwinterung: winterhart
  • Krankheiten/ Schädlinge: keine

Wussten Sie schon, dass „Sempervivum“ im Lateinischen „immer lebend“ bedeutet?

Großblütige Hauswurz, Sempervivum grandiflorum
Großblütige Hauswurz, Sempervivum grandiflorum

5. Hortensie (Hydrangea)

Hortensien haben in den vergangenen Jahren ein Comeback erlebt. Denn galten die Blumen lange Zeit als altmodisch, dürfen sie heute in keinem Garten fehlen. Schneeball-, Teller-, Kletter-, Rispen- oder Gartenhortensien bezaubern dabei mit wunderschönen weißen, rosafarbenen, blauen und violetten Blüten. Bei der Pflege können Sie ebenfalls nicht viel verkehrt machen. Jedoch mag die Blühpflanze keinen Kalk im Boden.

  • Boden: sandig, lehmig, feucht
  • Standort: schattig bis halbschattig
  • Blütezeit: Juli bis September
  • Pflanzzeit: Frühjahr
  • Vermehrung: durch Stecklinge
  • Höhe: je nach Sorte 1 bis 7 Meter
  • Verwendung: Schnittblume, Kübelpflanze
  • Pflege: regelmäßig und ausgiebig wässern
  • Überwinterung: Kübelpflanzen in kühlen Räumen überwintern, Freilandpflanzen durch Vlies schützen
  • Krankheiten/ Schädlinge: Mehltau, Milben, Chlorose bei zu viel Kalk im Boden
farbenfrohe Hortensien im Garten
farbenfrohe Hortensien im Garten

Tipp: Die im Handel erhältliche Rhododendronerde ist in ihrer Zusammensetzung gut auf die besonderen Ansprüche der kalkempfindlichen Gartenpflanzen abgestimmt. Verwenden Sie dabei möglichst Regenwasser zum Gießen. Anderes Gießwasser sollten Sie jedoch vorher entkalken.

6. Kamelien (Camellia japonica)

Mehr als 300 Kamelienarten sind bekannt. Die kalkempfindliche Pflanze mit den eleganten, rosenähnlichen Blüten, stammt dabei aus Asien. Bereits im 15. Jahrhundert wurden ihre Blätter zur Herstellung von Tee genutzt. Aus diesem Grund gelangte sie nach Europa. Wer seinen Garten nach japanischem Vorbild gestaltet, kommt an der wunderschönen weiß oder rosa blühenden Pflanze dabei nicht vorbei. Kamelien haben dabei ähnliche Ansprüche wie Rhododendren und lassen sich mit diesen ausgezeichnet kombinieren.

  • Boden: feucht, durchlässig, humos, torfig
  • Standort: halbschattig bis sonnig, windgeschützt
  • Blütezeit: März bis Mai
  • Pflanzzeit: im späten Frühjahr
  • Vermehrung: Stecklinge
  • Höhe: 1,5 bis 6 Meter
  • Verwendung: Kübelpflanze, Gartenstrauch, Solitärpflanze
  • Pflege: ausreichend gießen, regelmäßig mit Rhododendrondünger düngen, Rückschnitt im Februar
  • Überwinterung: winterhart bis -15 °C mit Winterschutz, Kübelpflanzen dabei in kühlen, dunklen Räumen überwintern
  • Krankheiten/ Schädlinge: Dickmaulrüssler, Wollläuse
Kamelie, Camellia japonica
Kamelie, Camellia japonica

7. Krötenlilie (Tricyrtis hirta)

Ihrem Namen zum Trotz gilt die Krötenlilie als eine der elegantesten Gartenblumen. Sie gehört dabei zu den Liliengewächsen und stammt aus Japan. Die Krötenlilie beeindruckt mit gepunkteten Blüten in Weiß, Gelb, Rosa oder Lila. Die Pflanze verträgt ebenfalls keinen Kalk im Boden.

  • Boden: feucht, humos
  • Standort: schattig bis halbschattig, windgeschützt
  • Blütezeit: August bis Oktober
  • Pflanzzeit: Frühjahr
  • Höhe: bis 1 Meter
  • Vermehrung: durch Teilung und Zwiebeln
  • Verwendung: Schnittblume
  • Pflege: regelmäßig gut wässern
  • Überwinterung: frosthart, jedoch Winterschutz erforderlich
  • Krankheiten/ Schädlinge: Nacktschnecken, Lilienkäfer

Krötenlilie, Tricyrtis

8. Magnolien (Magnolia)

Jedes Jahr schon im Frühjahr verzaubern uns die Magnolien mit ihrer Blütenpracht. Wenn die Blüten ausbleiben, kann es am Kalkgehalt des Bodens liegen. Magnolien gehören ebenfalls zu den empfindlichen Pflanzen, die keinen Kalk vertragen.

Der Fachhandel bietet ein breites Magnoliensortiment. Viele Arten gedeihen dabei in unseren Regionen ausgezeichnet. Zu den beliebtesten Sorten in Deutschland gehören dabei die asiatisch anmutenden Sternmagnolien (Magnolia stellata), die Lilienblütigen Magnolien (Magnolia liliiflora) und die Tulpen-Magnolie (Magnolia x soulangeana).

  • Boden: feucht, durchlässig, humos
  • Standort: sonnig
  • Blütezeit: April bis Mai oder Juli bis August
  • Pflanzzeit: im späten Frühjahr
  • Vermehrung: Stecklinge
  • Höhe: 1 bis 20 Meter
  • Verwendung: Kübelpflanze, Zierpflanze
  • Pflege: ausreichend gießen, regelmäßig mit Rhododendrondünger düngen, Rückschnitt im Herbst
  • Überwinterung: winterhart mit Winterschutz, Kübelpflanzen dabei in kühlen, dunklen Räumen überwintern
  • Krankheiten/ Schädlinge: Mehltau, Blattfleckenkrankheit, Schildläuse

Tulpen-Magnolie Magnolia soulangiana ist eine kalkempfindliche Pflanze

Wussten Sie schon, dass Magnoliengewächse zu den ältesten bekannten Blütenpflanzen-Familien gehören? Denn bereits vor 100 Millionen Jahren besiedelten sie die Erde. Alle heute bekannten Laubbäume gingen dabei aus dieser Urpflanze hervor.

9. Rhododendron

Rhododendren gehören ebenfalls zu den Pflanzen, die empfindlich auf Kalk im Boden reagieren. Sie bevorzugen hingegen leicht saures Erdreich. Mehr als 1000 Arten des auch als Alpenrose bekannten dekorativen Strauches mit weißen, rosa- oder lachsfarbenen, violetten, blauen oder gelben Blüten sind bekannt. Darunter sind kleine Zwergrhododendren sowie große Bäume. In den Alpen sind dabei die Rostblättrige Alpenrose (Rhododendron ferrugineum) und die Bewimperte Alpenrose (Rhododendron hirsutum) anzutreffen. Im Gebirge finden die immergrünen Gehölze Rosenblüten trotz des rauen Klimas gute Bedingungen vor.

  • Boden: leicht feucht, durchlässig, steinig, lehmig
  • Standort: halbschattig bis sonnig
  • Blütezeit: März bis Mai
  • Pflanzzeit: im späten Frühjahr
  • Vermehrung: Ableger, Stecklinge, Samen
  • Höhe: je nach Sorte bis 3 Meter
  • Verwendung: Kübelpflanze, Gartenstrauch
  • Pflege: vor allem während der Blüte ausreichend gießen, regelmäßig düngen
  • Überwinterung: winterhart
  • Krankheiten/ Schädlinge: Rhododendron-Zikade, Dickmaulrüssler, Rhododendron-Netzwanze, Mehltau, Chlorose bei zu hohem Kalkgehalt

Rhododendron argyrophyllum ist eine kalkempfindliche Pflanze

Hinweis: Wenn bei Pflanzen, die empfindlich auf Kalk reagieren, Gelbfärbungen an den Blättern zu beobachten sind, kann eine Chlorose die Ursache sein. Diese Erkrankung zeigt sich unter anderem bei kalkempfindlichen Blumen und Sträuchern, wenn der Kalkgehalt im Boden zu hoch ist.

10. Roter Hartriegel (Cornus sanguinea)

Der Rote Hartriegel ziert viele Vorgärten und gehört ebenfalls zu den kalkempfindlichen Pflanzen. Nicht die Blüten, sondern die blutrote Färbung des Laubes haben dem beliebten Gehölz den Namen gegeben. Die weißen Blüten erscheinen im Frühsommer und bilden dabei einen faszinierenden Kontrast zu den roten Blättern. Nach der Blüte entwickeln sich dann dunkelblaue Früchte, die für die Vögel im Garten von großem Interesse sind.

  • Boden: leicht feucht, durchlässig, lehmig
  • Standort: halbschattig bis sonnig
  • Blütezeit: Juni bis Juli
  • Pflanzzeit: Frühjahr oder Herbst
  • Vermehrung: Ableger, Stecklinge
  • Höhe: je nach Sorte bis 2,5 Meter
  • Verwendung: Heckengehölz, Solitärpflanze
  • Pflege: vor allem während der Blüte ausreichend gießen, regelmäßig düngen, Staunässe vermeiden, Rückschnitt im Herbst
  • Überwinterung: winterhart
  • Krankheiten/ Schädlinge: Mehltau

Roter Hartriegel, Cornus sanguinea