Läuse an Tomaten

Läuse an Tomaten sind ein echtes Problem, zumal sie sich rasch vermehren und schnelles Handeln daher unerlässlich ist. Wie und mit welchen selbst hergestellten Spritzmitteln Sie die lästigen Schädlinge loswerden, erfahren Sie in diesem Artikel.

Hausmittel gegen Blattläuse an Tomaten

Pflanzenläuse wie etwa die Blattläuse können im Garten großen Schaden anrichten. Die hungrigen Tierchen befallen zahlreiche Pflanzen, vermehren sich rasant und schwächen ihren Wirt erheblich. Glücklicherweise gibt es eine Reihe gut wirksamer Hausmittel, die als Spritzmittel eingesetzt die Läuse bekämpfen.

1. Effektiv: Seifenlauge

Eines der wahrscheinlich wirksamsten Spritzmittel gegen Blattläuse ist eine einfache Seifenlauge, die Sie aus kalifreier Schmier- oder Kernseife herstellen. Mischen Sie einfach einen Esslöffel Seife (flüssig oder fein geraspelt) mit einem Liter Wasser und rühren Sie so lange, bis sich die Seife aufgelöst hat. Nun können Sie sie als Spritzmittel verwenden. Das Mittel hinterlässt einen feinen Film auf den Blättern der Tomate, welcher die Läuse an der Atmung hindert. Alternativ eignet sich auch Neem (oder Niem) sehr gut, welches Sie als Tinktur oder Pulver im Handel erwerben können.

Kernseife

2. Natron

Lösen Sie einen halben Teelöffel Natron (beispielsweise Backnatron oder Backsoda) in einem Liter lauwarmen Wasser auf, füllen Sie die Mischung in ein Spritzbehältnis und sprühen Sie die mit Läusen befallenen Tomatenpflanzen gründlich ein. Backpulver eignet sich für diesen Zweck übrigens nicht, da es in der Regel kein Natron enthält.

Natron gegen Läuse

Tipp: Damit Sie die Läuse tatsächlich loswerden, sollten Sie die Spritzungen – ganz gleich, für welches Mittel Sie sich entscheiden – im Abstand von wenigen Tagen mehrmals durchführen. Damit erwischen Sie auch die frisch geschlüpften und bei der vorherigen Spritzung entkommenen Läuse.

Wirksame Pflanzenextrakte bei Läusen

Auch der Garten sowie die Natur geben so einige Pflanzen mit wirksamen Inhaltsstoffen her, die Ihnen beim Loswerden der Blattläuse große Dienste leisten. Besonders hilfreich sind dabei Pflanzenjauchen, bei denen die gesammelten Pflanzenteile für mehrere Tage in Quell- oder Regenwasser fermentiert werden.

3. Adlerfarn

Fermentierte Farnkrautjauche ist ein hervorragendes Mittel gegen Läuse an Tomaten und wirkt gleich auf mehrere Weisen: Einerseits hilft sie als Sprühbehandlung gegen alle Arten von Blattläusen, andererseits ist sie aufgrund ihres hohen Phosphorgehalts ein guter Bio-Dünger. Für eine höhere Stickstoffzufuhr können Sie einige Handvoll frisch gepflückte Brennnesselblätter mitverarbeiten, zumal auch diese gut wirksam gegen Pflanzenläuse sind.

Adlerfarn
Adlerfarn

Bereiten Sie die Jauche am besten mit Adlerfarn zu, dessen große, grüne Wedel Sie auf eher sauren Waldböden sammeln. Schneiden Sie möglichst nur die jungen Wedel, die dicken, älteren lassen Sie dagegen stehen. Der beste Zeitpunkt hierfür ist der Juni, dann können Sie das Kraut auch trocknen (beispielsweise locker gebündelt an der Luft) und so für spätere Anwendungen vorrätig halten.

Und so bereiten Sie die Farnkrautjauche zu:

  • ein Kilogramm frische Wedel möglichst fein schneiden
  • in einen Kunststoffeimer füllen
  • zehn Liter Wasser (Quell- oder Regenwasser) auffüllen
  • anschließend sorgfältig umrühren
  • an einen warmen und dunklen Ort stellen
  • dann mit Jute, einem Gitter o. ä. abdecken, muss jedoch belüftet werden
  • täglich umrühren
  • Fermentationsprozess ist nach 12 bis 14 Tagen beendet

Der Fermentationsprozess ist abgeschlossen, sobald keine Blasen mehr aufsteigen. Nun können Sie die Flüssigkeit filtern und beispielsweise in Kanister abfüllen. Gut verschlossen ist sie hierin etwa eine Woche lang haltbar.

Anwendung der Farnkrautjauche:

  • Mischen Sie die Farnkrautjauche mit Regenwasser.
  • Ideales Verhältnis ist 1:20.
  • Auf 50 Milliliter Jauche kommt also ein Liter Wasser.
  • Fügen Sie für die bessere Haftung einen Teelöffel Schmierseife hinzu.
  • Gut verrühren und in eine Sprühflasche füllen.
  • Tomatenpflanzen möglichst am frühen Morgen besprühen.

Vor einem drohenden Regenguss sollten Sie im Freiland befindliche Tomaten niemals sprühen, da der Regen das Mittel schnell wieder von den Blättern wäscht und es somit unwirksam bleibt. Dies gilt übrigens ebenso für andere Spritzmittel.

Tipp: Üblicherweise stinkt fermentierte Jauche fürchterlich. Sie können den unangenehmen Geruch jedoch abmildern, indem Sie beim Ansetzen der Mischung eine Handvoll Gesteinsmehl hinzufügen.

4. Brennnessel

Auch Brennnesseljauche wirkt hervorragend gegen Blattläuse und hat zudem den Vorteil, ein sehr guter Dünger für Tomaten zu sein. Das Mittel ist reich an Stickstoff, Mineralsalzen und Spurenelementen. Herstellung und Anwendung der Jauche funktioniert wie bereits bei der Farnkrautjauche beschrieben, allerdings müssen Sie diese Mischung lediglich acht bis maximal zehn Tage fermentieren lassen. Verwenden Sie möglichst junge Blätter und Stängel, die Sie vor der Blüte schneiden. Sollten Sie nach der Spritzbehandlung Jauche übrig haben, so hilft diese Ihrem Kompost bei der Zersetzung.

Brennnessel

5. Rainfarn (Wurmkraut)

Mit seinen feinen, hellgrünen Blättern und seinem intensiven Geruch wird der Rainfarn (bot. Tanacetum vulgare) seit jeher als natürliches Pflanzenschutzmittel im Hausgarten genutzt. Er blüht den ganzen Sommer über und ist an seinen gelben, festen Blütenköpfchen leicht zu erkennen. Gegen Blattläuse wirkt der Rainfarn vor allem vorbeugend, weniger bekämpfend. Setzen Sie das fermentierte Extrakt also vornehmlich zum Schutz der Tomaten bzw. bei einem geringfügigen Befall ein.

Rainfarn - Tanacetum vulgare
Rainfarn – Tanacetum vulgare

Und so stellen Sie das Pflanzenschutzmittel her:

  • Schneiden Sie ein Kilogramm frische Blüten und Blätter.
  • Zerkleinern Sie das Material so fein wie möglich.
  • Bedecken Sie es mit zehn Litern Quell- oder Regenwasser.
  • Lassen Sie es acht bis zehn Tage wie beschrieben fermentieren.

Anschließend verdünnen Sie die Jauche im Verhältnis 1:10 mit Wasser und besprühen Sie die Tomatenpflanzen.

Tipp: Ein Aufguss aus Rainfarnblüten (100 Gramm pro ein Liter Wasser) hilft sehr gut gegen Pilzkrankheiten wie etwa den Falschen Mehltau oder Rost.

6. Seifenkraut

Seifenkraut (bot. Saponaria officialis) trägt seinen Namen nicht ohne Grund. Die hübsche Pflanze mit den violetten, duftenden Blütenbüscheln gehört zu den klassischen Vertretern des Bauerngartens, denn vor allem ihre Wurzeln enthalten reichlich Saponine und wurden somit von unseren Vorfahren zum Waschen von Körper und Kleidung verwendet. Allerdings eignet sich ein fermentierter Extrakt aus Seifenkraut auch wunderbar dazu, Läuse an Tomaten und anderen Gartenpflanzen zu bekämpfen.

Seifenkraut
Seifenkraut

Wenn Sie das Seifenkraut im Garten anbauen möchten, geben Sie ihm einen sonnigen Standort mit reichlich Platz. Vergessen Sie auch nicht, Wurzelsperren mit einzugraben, da sich die Pflanze über weit auslaufende Rhizome ausbreitet. Ansonsten finden Sie sie wild wachsend häufig in Gräben sowie in der Nähe von Flüssen. Gegen Läuse ist ein fermentierter Extrakt gut wirksam, der ebenso wie bei der Farnkrautjauche beschrieben hergestellt wird:

  • ein Kilogramm frische Blätter und Blüten
  • möglichst fein schneiden
  • und mit zehn Litern Quell- oder Regenwasser aufgießen
  • acht bis zehn Tage fermentieren lassen
  • sofort anwenden

Für die Anwendung verdünnen Sie den Extrakt im Verhältnis 1:10 mit Wasser.

Tipp: Auch Efeublätter und Rosskastanien enthalten Saponine und können somit als Aufguss gegen Blattläuse eingesetzt werden. Allerdings sind Efeublätter giftig und eignen sich daher nicht für Gemüsepflanzen wie etwa Tomaten.

7. Wermut

Ebenfalls sehr gut geeignet zum Bekämpfen lästiger Läuse an Tomaten ist Wermut. Die starken Duftstoffe der verschiedenen Artemisia-Arten wirken störend auf die Läuse, weshalb eine Spritzung mit dem Mittel sogar vorbeugend wirkt. Die bekanntesten Arten, die sich auch für eine Zubereitung zum fermentierten Pflanzenextrakt eignen, sind:

  • Artemisia absinthium: Gemeiner Wermut, gräuliche Färbung und sehr üppig wachsend
  • A. alba: dunkelgrüne Färbung, strauchartiger Wuchs
  • A. abrotanum: auch als Eberraute bekannt
  • A. annua: einjähriger Beifuß
Wermut
Wermut

Diese und andere Wermut-Arten können Sie im Garten anbauen oder auch bei Spaziergängen durch die Natur sammeln. Alle sind vornehmlich auf trockenen und durchlässigen Böden zu finden. Für ein wirksames Anti-Läusemittel legen Sie zwei Kilogramm frisch geschnittene Blätter und Blüten, möglichst fein zerkleinert, für acht bis zehn Tage in zehn Liter Wasser ein. Lassen Sie die Mischung wie bei der Farnkrautjauche beschrieben fermentieren und sprühen Sie sie anschließend im Verhältnis 1:5 mit Wasser verdünnt auf die befallenen Tomaten auf.