Maden im Kompost: was Sie tun können | Würmer, Larven und Engerlinge

Maden im Kompost

Kaum ein Garten kommt ohne einen Komposter aus. Wer jedoch falsche Substanzen hier entsorgt, wird es schnell mit einer übermäßig starken Madenbildung zu tun bekommen. Das hat zur Folge, dass der Kompost einen unangenehmen Geruch ausbildet und dass eine Nutzung als Dünger nicht mehr möglich ist. Es ist daher erforderlich, Larven, Engerlinge und Maden möglichst schnell zu bekämpfen.

Maden

Was sind Maden eigentlich?

Als Maden werden Fliegenlarven bezeichnet, die entweder direkt geboren werden oder sich aus Eiern entwickeln. Sie haben einen äußerst schlechten Ruf, denn sie befinden sich vor allem in verdorbenem, organischem Material. Hierzu gehören Kot, Müll und Nahrungsmittel, sowie ungeschütztes, rohes Fleisch.

Maden sind unterschiedlich groß und lassen sich vor allem an der Menge in der sie auftreten erkennen. Wenn der Kompost einen schlechten Geruch verströmt, ist es ratsam nach den kleinen Schädlingen Ausschau zu halten, meist befinden sie sich unter der obersten Kompostschicht. Werden Maden nicht beseitigt, verpuppen sie sich und entwickeln sich zu Fliegen. Die Fliegen wiederum legen dann erneut ihre Eier ab.

Maden der Stubenfliege
Maden der Stubenfliege

Hinweis: Die Made selbst ist für die Pflanzen des Gartens unschädlich, da ihre Nahrungsmittel aus organischen Abfällen bestehen. Gelangen Maden über den Kompost ins Blumenbeet, passiert in der Regel nichts und die Schädlinge sterben ab.

Engerlinge

Was sind Engerlinge?

Beim Engerling handelt es sich um eine dicke Larve, die meist in Form eines Hufeisens angetroffen werden kann. Die Länge beträgt rund sechs Zentimeter, der Körper ist hellbraun bis orangebraun gefärbt. Engerlinge stammen von verschiedenen Käferarten ab und sind schädlich für den Garten.
Wenn Engerlinge im Kompost auftauchen, ist es ratsam ihre Herkunft zu bestimmen. Je nachdem von welchem Käfer sie abstammen, sind sie unterschiedlich schädlich für Pflanzen. Es gibt einige Engerlinge, die sich ausschließlich von abgestorbenen Pflanzenteilen ernähren und solche, die auch lebende Pflanzen schädigen.

Engerlinge in der Gartenerde

Verschiedene Engerlingarten im Überblick:

  • Maikäfer, schadet lebenden Pflanzen
  • Rosenkäfer, ernährt sich nur von abgestorbenen Pflanzenteilen
  • gerippter Brachkäfer
  • Blatthornkäfer
  • verschiedene, andere Käferarten

Der Engerling taucht nicht so häufig auf wie die Made und bei einem Befall reicht es oft aus, die einzelnen Würmer aufzusammeln und den Vögeln hinzustellen. Der Kompost muss bei einem geringen Befall nicht entsorgt werden, er sollte aber vor der Verwendung durchgesiebt werden.

Larven und co. vorbeugen und bekämpfen

trockener Kompost

Wenn der Komposthaufen richtig genutzt wird, ist das bereits die beste Vorbeugung gegen Larven, Maden, Engerlinge und Würmer. Es ist hierbei nicht nur relevant dass der Komposter richtig befüllt wird, sondern auch dass Feuchtigkeit vermieden wird.
Vor allem im Herbst und Winter ist es hierzulande oft sehr nass. Die Feuchtigkeit im Komposter erhöht die Gefahr eines Madenbefalls, da die Schädlinge ein feuchtes Klima benötigen. Ein trockener Komposthaufen ist daher das A und O der Vorbeugung.

So bleibt der Kompost trocken:

  • regenfester Komposter aus dem Handel
  • regenfeste Abdeckung zum Schutz anbringen
  • die Füllung mit saugfähigem Material ergänzen
  • Eierkartons, Zeitungspapier, Bentonit und Sägemehl sind gut geeignete Materialien

Um zu verhindern dass sich Feuchtigkeit bildet und ein Madenbefall entsteht, sollten nasses Laub, nasse Pflanzenreste oder nasser Rasenschnitt nicht in den Komposter gegeben werden. Das organische Material sollte erst gut abtrocknen, bevor es entsorgt werden kann.

Kompost vor Nässe schützen

Vögel als natürlicher Fressfeind

Maden sind für den Menschen und seinen Garten lästig, für Vögel jedoch ein wahrer Leckerbissen. Wenn sich viele Vögel im Garten befinden, haben sie das Futter quasi direkt von der Quelle.

Sie können die Ansiedelung von Vögeln begünstigen, indem Sie Hecken, Nistkästen und viele, kleine Nischen für die Tiere bereitstellen. Am besten sind solche Plätze in der Nähe des Komposters anzulegen, denn so sorgen die gefiederten Freunde dafür, dass Würmer und co. keine Chance haben.

Hausmittel gegen Larven und andere Schädlinge

Ist der Kompost erst einmal befallen, gibt es diverse Hausmittel, mit denen Sie den Befall eindämmen bzw. behandeln können. Achten Sie jedoch darauf, dass die Hausmittel mit dem aus dem Komposter entstehenden Düngemittel kompatibel sind.

Geeignet ist vor allem Kalk, der direkt auf die lästigen Schädlinge gestreut wird. Das gleiche System funktioniert auch, wenn Sie statt Kalk Kieselerde benutzen. Sand hingegen ist ungeeignet! Ebenso ungeeignet ist Salz, denn es kann die Wurzeln der Pflanzen schädigen, wenn es ins Erdreich gelangt.

Verzicht auf Chemie

Es gibt eine Menge chemischer Präparate, wenn es um die Bekämpfung von Engerling und co. geht. Allerdings sind die ungeeignet für einen natürlichen Komposter. Die zerfallenen Reste sollen schließlich eines Tages als Dünger genutzt werden, durch Chemikalien wird der Kompost jedoch unnutzbar gemacht.

Im Ernstfall Kompost komplett abtragen

Wenn keine der vorbeugenden Maßnahmen gegen die Larven helfen konnte, ist der Dünger verloren und sollte abgetragen werden. Es ist wichtig, dass Sie bei der Abtragung auch alle Maden und Würmer vernichten. Je nach Menge des Komposts können Sie Reste in luftdicht verschlossenen Tüten über den Hausmüll entsorgen.

Es ist auch möglich größere Mengen Kochwasser über den Haufen zu schütten, um die Schädlinge abzutöten, bevor Sie das Material entsorgen.

Kompost erneuern

Alten gegen neuen Komposter austauschen

Um die Schädlinge auszumerzen und einen neuen Komposter aufzubauen, gehen Sie wie folgt vor:

  • reinigen Sie den Komposter sorgfältig
  • waschen Sie alles mit Essiglösung ab
  • lassen Sie den Komposter sehr gut abtrocknen
  • überdecken Sie den Standort sicher
  • achten Sie darauf, dass die Temperatur nicht zu hoch ist
  • bei der Befüllung achten Sie darauf nicht zu viel einzufüllen

Tipp: Es ist kaum möglich Käferlarven vorzubeugen, da diese auch in Pflanzenresten vorkommen. Die Larven von Fliegen allerdings können Sie vermeiden, indem Sie nur kompostgeeigneten Abfall entsorgen.

Gerüche als Schutz vor Fliegenlarven

Um die Fliegen daran zu hindern ihre Eier im Komposter abzulegen, ist es möglich sie mit Gerüchen zu verscheuchen. Dafür können Sie diverse Pflanzen rund um den Haufen ansiedeln, deren Gerüche Fliegen nicht schätzen. Auf diese Weise können Sie auch gleich Ihre Kompostecke attraktiver gestalten.

Diese Gerüche sind bei Fliegen unbeliebt:

Sie können Abfälle dieser Pflanzen auch regelmäßig über den Komposter entsorgen, denn auch dadurch werden Fliegen vertrieben. Die Ablage von Käferlarven kann jedoch nicht durch diese Gerüche vermieden werden.

Was sollte auf dem Kompost entsorgt werden

Ohne Komposthaufen ist es im Garten gar nicht so leicht den anfallenden Unrat zu entfernen. Doch landen die falschen Sachen auf dem Kompost, bilden sich vor allem in den Sommermonaten sehr schnell Würmer.

Grundsätzlich haben organische Materialien nichts auf dem Komposter zu suchen, wenn sie eigentlich nicht kompostierbar sind. Dadurch werden Würmer angezogen und sie legen schnell ihre Eier und vermehren sich rasant.

für den Kompost geeignete Materialien

Das darf auf den Kompost:

  • Gemüse- und Obstreste
  • Teesatz mit Beutel, Kaffee mit Filter
  • Unrat von pflanzenfressenden Kleintieren
  • Blumenreste
  • Baumschnitt, Strauchschnitt
  • Eierschalen
  • Rasenschnitt
  • Tannennadeln
  • Fallobst

Auf keinen Fall kompostieren:

  • Speisereste aus Fleisch
  • Katzenkot, Hundekot
  • Windeln von Babys
  • Asche
  • Unkräuter
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