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Herzblattblume, Anthurium clarinervium: Pflege A-Z

Herzblattblume (Anthurium clarinervium)
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Blütenfarbe
unscheinbar
Standort
Halbschatten, Absonnig
Blütezeit
Januar, Februar, März, April, Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober, November, Dezember
Wuchsform
aufrecht
Höhe
bis zu 100 Zentimeter hoch
Bodenfeuchte
mäßig trocken, mäßig feucht
pH-Wert
schwach sauer
Kalkverträglichkeit
Kalkintolerant
Humus
k.A.
Giftig
Ja
Pflanzenfamilien
Aronstabgewächse, Araceae
Pflanzenarten
Zimmerpflanzen
Gartenstil
Topfgarten

Mit ihren herzförmigen, weißlich-grün geaderten und an den Rändern leicht gewellten Blättern fällt die Herzblattblume sofort ins Auge. Sie sind die größte Zierde dieser attraktiven Blattschmuckpflanze.

Standort

Als Zimmerpflanze liebt die Herzblattblume helle, zugluftfreie und mäßig warme Standorte mit Temperaturen zwischen 18 und 23 Grad ohne direkte Sonneneinstrahlung. Zu viel intensive Sonneneinstrahlung könnte schnell zu Sonnenbrand auf den Blättern führen. Nur während der Ruheperiode kann sie etwas kühler stehen.

Luftfeuchtigkeit

Eine wesentliche Rolle bei der Standortwahl spielt auch die Luftfeuchtigkeit, denn diese Pflanze ist eher tropisches Klima gewohnt.

  • Luftfeuchtigkeit von mindestens 50-60 Prozent empfehlenswert
  • dazu Anthurium clarinervium regelmäßig besprühen bzw. einnebeln
  • mit handwarmen und vorzugsweise kalkarmem Wasser
  • gegebenenfalls zusätzliche Luftbefeuchter aufstellen
  • Zimmerbrunnen besonders gut geeignet
  • auch regelmäßiges Abbrausen der Pflanze förderlich
  • entfernt Staub von Blättern und verbessert gleichzeitig die Luftfeuchte
Herzblattblume (Anthurium clarinervium)
Die wärmeliebende Herzblattblume bevorzugt einen hellen Platz.

Tipp: Ist die Luft dauerhaft zu trocken, reagiert die Herzblattblume mit braun verfärbten Blattspitzen.

Boden

Die Herzblattblume gedeiht in durchlässigen, nährstoffreichen und konstant leicht feuchten Substraten. Die Erde sollte die Wurzeln nur locker umschließen, sodass ausreichend Sauerstoff an sie gelangt. Eine gute Drainage ist deshalb unerlässlich. Aufgrund dessen ist handelsübliches Orchideensubstrat besonders gut geeignet.

Ein passendes Substrat lässt sich auch ganz einfach selbst herstellen. Dazu benötigen Sie nur:

  • Pinienrinde
  • Kokosfasern oder Sphagnum-Moos
  • zu gleichen Teilen
  • etwas nährstoffreiche Pflanzenerde

Letztendlich sollte es eher sauer sein mit einem pH-Wert zwischen 5,0 und 6,5.

Pflege-Ansprüche

Was es sonst bei der Pflege der Herzblattblume zu beachten gilt, entnehmen Sie den folgenden Abschnitten.

Gießen

Auch wenn Anthurium clarinervium von einem gleichmäßig feuchten Substrat profitiert, würde zu viel Nässe schaden und die Wurzeln faulen lassen. Umso wichtiger ist es, das richtige Maß beim Gießen zu finden.

  • einmal durchdringend wässern
  • idealerweise mit Regenwasser
  • Substrat etwas abtrocknen lassen
  • Topfinnere nie ganz austrocknen lassen
  • erneut wässern, wenn oberste zwei bis drei Zentimeter abgetrocknet
  • überschüssiges Gießwasser zeitnah entfernen
Gießkanne

Tipp: Wer befürchtet, die Pflanze zu überwässern, kann Feuchtigkeitsmesser als Hilfsmittel nutzen. Die zeigen an, wann gegossen werden muss.

Düngen

Gedüngt wird die Anthurium clarinervium ausschließlich während der Wachstumsphase von April bis September. Empfohlen werden hochwertige Flüssigdünger, die in Abständen von vier bis sechs Wochen in halber Dosierung über das Gießwasser verabreicht werden.

Um die Salze, die sich durch das regelmäßige Düngen im Substrat angesammelt haben, zu entfernen oder deutlich zu reduzieren, ist es ratsam, den Ballen alle zwei bis drei Monate einmal gründlich durchzuspülen. Dazu hält man ihn einige Minuten unter handwarmes, fließendes Wasser und lässt das Substrat danach gut abtrocknen.

Schneiden

Einen Rückschnitt, wie er bei vielen anderen Pflanzen üblich und teils aus notwendig ist, braucht diese Pflanze nicht. Einzig und allein kranke, abgestorbene oder beschädigte Teile können bei Bedarf entfernt werden. Das betrifft auch braune und abgestorbene Blätter. Sie würden der Herzblattblume unnötige Energie kosten.

Überwintern

Im Herbst und Winter legt Anthurium clarinervium eine mehrwöchige Ruhephase ein. Während dieser Zeit kann sie etwas kühler stehen bei ungefähr 15 Grad. Kälter als 12 Grad sollte es nicht sein.

  • Düngen ab Herbst über den Winter einstellen
  • deutlich weniger gießen
  • Platz in Heizungsnähe meiden
  • für ausreichend Luftfeuchtigkeit sorgen
Blütenkolben der Herzblattblume
Blütenkolben der Herzblattblume

Tipp: Stellt man die Herzblattblume im Herbst für vier bis sechs Wochen an einen ca. 16 Grad kühlen Platz, kann man damit die Blütenbildung fördern.

Umtopfen

Am Ende des Winters ist die beste Zeit zum Umtopfen in frische Erde und etwas größere Töpfe.

  • junge Exemplare jährliche umtopfen
  • ältere etwa alle zwei bis drei Jahre
  • spätestens, wenn Topf gut durchwurzelt

Mit der Zeit gehen dem Substrat wichtige Eigenschaften verloren, die die Pflanzen für ein gesundes Wachstum brauchen. Um jederzeit ausreichend Wasser und Nährstoffe aufnehmen zu können, benötigen die Wurzeln hin und wieder frisches Substrat und ausreichend Platz. Dabei sollte man die Drainage nicht vergessen.

Tipp: Achten Sie beim Umtopfen darauf, die Herzblattblume wieder genauso tief einzupflanzen, wie sie im alten Topf stand.

Vermehren

Aussaat

Um Samen von Anthurium clarinervium gewinnen zu können, müssen ihre Blüten befruchtet werden, was bei Zimmerpflanzen aufgrund fehlender Insekten schwierig ist. Über entsprechende Tauschbörsen kann man dennoch an entsprechendes Saatgut gelangen. Die Aussaat an sich ist eher unproblematisch.

  • Anzuchtgefäß mit Anzuchterde befüllen
  • befeuchtetes Vermiculit besonders gut geeignet
  • Samen im Abstand von 1 Zentimeter leicht in Substrat drücken
  • Anzuchtgefäß mit lichtdurchlässiger Folie oder Glas abdecken
  • an warmen Platz stellen (mindestens 20 Grad Celsius)
  • Keimung erfolgt meist innerhalb von max. 14 Tagen
  • danach Folie entfernen
  • Setzlinge ab einer gewissen Größe einzeln in Töpfe setzen
  • weitere Pflege wie bei erwachsenen Pflanzen
Herzblattblume Collage - Blätter und junge Pflanze im Topf
Für die Vermehrung der Herzblattblume stehen Ihnen mehrere Methoden zur Auswahl.

Stecklinge

Für eine vergleichsweise langwierige Stecklingsvermehrung werden einzelne Triebe genutzt. Allerdings ist nicht jedes beliebige Blatt zur Vermehrung geeignet. Sie müssen über Wurzelansätze verfügen. Gemeint sind Blattknoten im unteren Bereich des Blattes, aus denen sich die Wurzeln entwickeln.

  • entsprechenden Trieb unterhalb eines Knotens abschneiden
  • bis auf die oberen zwei bis drei Blätter alle entfernen
  • zum Bewurzeln in Wasserglas stellen
  • anschließend an hellen und warmen Platz
  • direkte Sonneneinstrahlung vermeiden
  • Wasser alle zwei Tage wechseln
  • Bewurzelungsdauer bis zu drei Wochen
  • wenn Wurzeln lang genug, in Anzuchterde pflanzen
  • Stecklinge in ersten Wochen mit Folie abdecken
  • täglich zum Belüften abnehmen
  • haben sich erste Blätter gebildet, Folie entfernen

Teilen

Die einfachste, effektivste und erfolgversprechendste Form der Vermehrung ist die Teilung. Sie ist möglich, sobald die Herzblattblume mehrere Triebe gebildet hat. Der beste Zeitpunkt hierfür ist im Frühjahr beispielsweise während des regulären Umtopfens.

  • Pflanze aus Topf nehmen
  • Großteil des Substrats von Wurzeln lösen
  • Ballen vorsichtig auseinanderziehen
  • in einzelne Teilstücke trennen
  • jedes sollte über mindestens einen Trieb mit Blättern und Wurzeln verfügen
  • jedes Teilstück in einen Topf pflanzen
  • Substrat angießen und erst im nächsten Jahr düngen
  • keine Blütenbildung im ersten Jahr
Neues Blatt an Herzblattblume
Herzblattblume bildet ein neues Blatt

Krankheiten

Wurzelfäule

Wurzelfäule ist die Folge von zu viel oder anhaltender Nässe. In der Regel führt sie relativ schnell zum Absterben der Pflanze. Wird sie frühzeitig erkannt, kann man sie möglicherweise noch retten, indem man sie schnellstens in frisches Substrat umtopft. Zuvor werden faulige bzw. erkrankte Wurzelteile entfernt.

Blattfleckenkrankheit

Diese Krankheit zeigt sich an unterschiedlich großen braunen Blattflecken mit gelbem Rand. Sie wird durch Pilze verursacht und befällt vor allem geschwächte Pflanzen.

  • betroffene Pflanzen isolieren
  • befallene Pflanzenteile entfernen
  • desinifiziertes Schnittwerkzeug verwenden

Hausmittel helfen gegen diese Krankheit nicht. Da diese Pflanze auf Pflanzenschutzmittel sehr empfindlich reagiert, sind auch sie zur Bekämpfung ungeeignet.

Hinweis: Vorbeugend sollte man auf optimale Pflegebedingungen achten.

Schädlinge

Spinnmilben

Ein Schädlingsbefall tritt überwiegend während der Überwinterung auf, wenn es warm und die Luft zu trocken ist. Spinnmilben sind an feinen weißen Gespinsten zu erkennen.

  • betroffene Pflanze isolieren
  • Mittel auf Rapsölbasis anwenden
  • Einsatz von Raubmilben als natürliche Fressfeinde

Blattläuse

Sie sitzen meist unter den Blättern und an den Stängeln. Zur Bekämpfung hilft

Marienkäferlarve
Marienkäferlarven haben Blattläuse zum Fressen gern.

Wollläuse

Man erkennt sie an weißen, wattebauschartigen Gebilden. Bekämpfen kann man sie zum Beispiel mit

  • einer Lösung aus jeweils 15 ml Spiritus und Paraffinöl/Kernseife sowie einem Liter Wasser
  • Neemöl

Hinweis: Künftig sollte bei der Pflege auf ausreichend Luftfeuchtigkeit geachtet werden.

Häufig gestellte Fragen

Bekommt die Herzblattblume Blüten?

Ja, aber wie bei vielen anderen Blattschmuckpflanzen auch, ist die Blüte bei Anthurium clarinervium eher unscheinbar. Die Bildung der gelb-grünen Kolben ist prinzipiell das ganze Jahr über möglich.

Kann diese Pflanze auch im Freien stehen?

Grundsätzlich ja, allerdings nur während der warmen Sommermonate. Dann fühlt sie sich auch an einem geschützten Platz im Freien wohl. Kälter als 16 Grad sollte es aber nicht sein.

Gibt es aufgrund der Giftigkeit etwas zu beachten?

Diese Pflanze ist in allen Pflanzenteilen giftig. Bei empfindlichen Personen kann es bei Kontakt zu Hautreizungen kommen. Kleine Kinder und Haustiere sollten nicht damit in Kontakt kommen, denn auch der Verzehr einzelner Pflanzenteile kann zu gesundheitlichen Beschwerden führen.


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