Die Ranunkel oder Asiatischer Hahnenfuß (bot. Ranunculus asiaticus) ist eine beliebte Zierpflanze aus der artenreichen Familie der Hahnenfußgewächse (bot. Ranunculaceae). Der Frühjahrsblüher wird wegen seiner großen, an Edelrosen erinnernden Blüten in Gärten und Parks angepflanzt, kann aber auch als Balkon- oder Zimmerpflanze kultiviert werden. Mittlerweile gibt es mehrere hundert Zuchtsorten der aus Asien stammenden Ranunkeln, die jedoch allesamt sowohl für den Menschen als auch für Tiere giftig sind.

Wie giftig sind Ranunkeln?

Auch wenn die zarten, in prächtigen Farben blühenden Blütenköpfe an essbare Rosen erinnern: Wie alle Hahnenfußgewächse enthalten Ranunkel giftige Glykoside des Typs Amygdalin, wozu beispielsweise auch Blausäure gehört. Wirksam wird vor allem der Giftstoff Protoanemonin oder auch Ranunculol genannt, welcher typisch für alle Vertreter der Hahnenfußgewächse ist. Dieser wirkt ätzend und wird in Folge einer Verletzung bei der Pflanze – etwa durch das Pflücken, Abreißen oder Abschneiden von Pflanzenteilen – freigesetzt.

Protoanemonin kommt in allen Teilen der Pflanze vor, vornehmlich jedoch in den Rhizomen sowie in den Blättern und Blüten. Sobald diese getrocknet wurden (beispielsweise nach dem Abmähen einer Wiese) verliert der Giftstoff jedoch seine Wirkung, da er durch diesen Vorgang in ungiftiges Anemonin umgewandelt wird.

Ranunculus asiaticus mit weißer Blütenfarbe

Tipp: Verwechseln Sie die Ranunkel nicht mit dem gelb blühenden Ranunkelstrauch (bot. Kerria japonica)! Im Gegensatz zum Hahnenfußgewächs sind bei der zur Familie der Rosengewächse zählenden Kerrie, die auch als Goldröschen bzw. Japanisches Goldröschen bezeichnet wird, lediglich die Samen giftig.

Risikogruppen

Gefahren gehen von der Ranunkel vor allem für kleine Kinder und Haustiere wie Katzen, Hunde sowie kleinere Nager wie Kaninchen oder Meerschweinchen aus. Je jünger Kind oder Tier sind, desto eher probieren sie aufgrund ihrer Neugier und Unerfahrenheit von den leuchtend bunten Blüten oder anderen, gut erreichbaren Pflanzenteilen. Infolgedessen kommt es möglicherweise zu einer Vergiftung, die sich in aller Regel nur selten lebensbedrohlich auswirkt.

Die Ranunkeln sind aufgrund des niedrigen Gehalts an Protoanemonin gering giftig, so dass man für eine schwere oder tödliche Vergiftung extrem große Mengen verspeisen müsste. Dies ist wegen des beißenden, bitteren Geschmacks der Pflanze allerdings unwahrscheinlich. Kleine Tiere – etwa Nager oder auch Katzen – benötigen aufgrund ihres geringen Körpergewichts jedoch nur kleine Mengen des Giftstoffs, so dass in seltenen Fällen dennoch Todesfälle durch Atemaussetzer und Kreislaufversagen gemeldet wurden.

Hinweis: Auch für Pferde ist das Hahnenfußgewächs problematisch: Schon ein kleines Wurzelstück reicht aus, damit das Tier an Atemlähmung sterben kann.

Menschen

Wer einen Teil der Knolle oder oberirdische Pflanzenteile wie Blätter und Blüten gegessen hat, muss mit eventuell auftretenden Vergiftungserscheinungen rechnen. Die enthaltenden Giftstoffe beeinflussen – je nach Konstitution, Körpergewicht und Aufnahmemenge – das Nervensystem, zudem versucht sich der Körper den schädlichen Stoffen zu entledigen.

Symptome

In Folge einer Ranunkel-Vergiftung treten möglicherweise folgende Symptome auf:

  • Übelkeit, oft verbunden mit Erbrechen und/ oder Durchfall
  • Krämpfe im Magen-Darm-Trakt
  • verstärkter Speichelfluss
  • Schwindel
  • Zittern
  • Lähmungserscheinungen
  • Kopfschmerzen
  • Blutungen, vor allem an den Schleimhäuten
  • verstärktes Schwitzen
  • Ohnmacht

Dabei müssen nicht alle der aufgeführten Beschwerden gleichzeitig auftreten, in der Regel zeigen sich lediglich zwischen ein bis vier bzw. fünf der genannten Symptome. Da es sich zudem um unspezifische Krankheitszeichen handelt, hinter denen auch andere Gesundheitsprobleme stecken könnten, sollte der Erkrankte – sofern der Ranunkelverzehr nicht beobachtet wurde – befragt werden. Außerdem ist auf die Bestandteile von Erbrochenem zu achten, welches bei einer vermuteten Vergiftung Teile der giftigen Ranunkel, wie etwa Blüten- oder Blattstücke enthalten müsste.

Hahnenfußdermatitis

Da der Giftstoff Ranunculol bereits bei einer Verletzung der Pflanze freigesetzt wird, treten etwa beim Schneiden von Ranunkeln (z. B. als Schnittblumen für die Vase) bei Menschen mit empfindlicher Haut ebenfalls Vergiftungserscheinungen an der Haut oder den Schleimhäuten auf. Diese äußern sich etwa durch Juckreiz, eine Rötung oder in schwereren Fällen auch durch Blasenbildung. Diese äußerliche Vergiftung bezeichnen Mediziner auch als Wiesen- oder Hahnenfußdermatitis.

Erste Hilfe

Sollte Ihr Kind von den giftigen Ranunkeln gekostet haben und sich nun unwohl fühlen bzw. eines oder mehrere der oben beschriebenen Anzeichen einer Vergiftung zeigen, so helfen Sie ihm am besten nach folgendem Fahrplan:

  • Giftnotrufzentrale kontaktieren
  • viel Wasser (ohne Kohlensäure!) oder Tee zu trinken geben
  • dadurch Verdünnung der aufgenommenen Giftstoffe
  • keine Milch!
  • Betroffenen niemals zum Erbrechen bringen
  • bei Erbrechen darauf achten, dass das Erbrochene nicht eingeatmet wird
  • Kohletabletten verabreichen, um Giftstoffe zu binden
  • Kinderarzt oder Hausarzt aufsuchen

Ranunculus asiaticus ist ein leuchtender Frühlingsblüher

Damit es gar nicht erst so weit kommt, zeigen Sie Ihren Kindern, welche Pflanzen in Garten und Wohnung giftig sind und erklären Ihnen, was bei einem Verzehr dieser passieren kann. Kleine Kinder darüber hinaus immer im Blick behalten bzw. gefährliche Gewächse gar nicht erst anpflanzen.

Tiere

Die Vergiftungssymptome bei Tieren sind ähnlich zu denen bei Menschen. Ob und wie stark die Anzeichen einer Ranunkelvergiftung auftreten, hängt von der verzehrten Menge sowie vom Gewicht des Tieres ab: Ein kleiner Hund mit lediglich zwei bis vier Kilogramm Gewicht reagiert auf die gleiche aufgenommene Menge mit Sicherheit heftiger als ein großes Exemplar mit 40 oder 50 Kilogramm Körpermasse.

Symptome

Ein erster Hinweis auf eine mögliche Vergiftung ist vor allem bei Hunden ein verstärktes Saufen. Weitere typische Vergiftungssymtome sind:

  • Apathie/ Teilnahmslosigkeit
  • Atemnot
  • Durchfall und/ oder Erbrechen, eventuell blutig
  • verstärkter Speichelfluss
  • Zittern und/ oder Krämpfe
  • Koordinationsprobleme: Tier ist taumelig, fällt ständig hin
  • blass bis blau verfärbte Schleimhäute
  • erhöhte Herzfrequenz
  • Schock
  • Ohnmacht bis hin zum Tod

Beachten Sie bitte, dass auch hier nicht alle Anzeichen auf einmal auftreten müssen. Stattdessen zeigen sich je nach Grad der Vergiftung nur bestimmte Merkmale.

Erste Hilfe

Im Falle einer Vergiftung helfen Sie Ihrem Haustier am besten wie folgt:

  • viel Wasser trinken lassen
  • Kohletabletten verabreichen, um Giftstoffe zu binden
  • Tier mit Decken warm halten
  • aufpassen, dass es nicht an Erbrochenem erstickt
  • umgehend zum Tierarzt/ in die Tierklinik bringen

Tipp: Haustiere knabbern gerne an Pflanzen, auch wenn diese, wie Ranunkeln, giftig sind! Vornehmlich in Wohnungen gehaltene Katzen und Hunde besitzen oft kein instinktives Warnsystem mehr, welches sie von Giftpflanzen abhält. Daher sollten in einem Katzen- bzw. Hundehaushalt möglichst nur ungefährliche Pflanzen kultiviert werden.

Ranunkel, Ranunculus asiaticus richtig pflegen

Ranunkel als Heilpflanze?

In früheren Zeiten wurden getrocknete Ranunkeln in der volkstümlichen Medizin manchmal zur Behandlung von Hautkrankheiten (vor allem bei Warzen) sowie von klassischen Volkskrankheiten wie Rheuma oder Arthritis eingesetzt. Derartige Informationen sind auch heute noch im Internet zu finden, weshalb so mancher Ratsuchende hinsichtlich der tatsächlichen Giftigkeit der Pflanze verwirrt ist.

Tatsächlich raten Experten heute von einer heilkundlichen Verwendung der Staude ab, da die erhoffte Wirkung höchstwahrscheinlich nicht eintreten wird – schließlich sind Ranunkeln giftig, weshalb Gefahren wie etwa die aufgeführten Vergiftungserscheinungen drohen. Für die genannten Krankheiten gibt es viel bessere und ungiftige pflanzliche Alternativen.

Hinweis: Bitte beachten Sie, dass dieser Beitrag keinesfalls einen Arztbesuch ersetzt. Es besteht keine Gewährleistung auf Richtigkeit medizinischer Aussagen.
Ausführliche Informationen zur ersten Hilfe bei Vergiftungen und wichtige Angaben zu den Giftnotrufzentralen finden Sie hier.

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