Würmer in Zwetschgen – was tun? Richtig verhindern und bekämpfen

Würmer in Zwetschgen

Zwetschgen gehören zu den beliebtesten Pflaumen, die in Deutschland angebaut werden. Wenn die Zwetschgenernte im frühen Herbst beginnt, sind viele begeistert dabei, doch ist die Freude schnell getrübt, wenn sich zahlreiche Würmer an den Früchten vergnügen. Die Würmer werden meist erst bemerkt, wenn die Früchte geöffnet werden, was häufig für Ekel sorgt und die Zwetschgen müssen daraufhin entsorgt werden. Das Bekämpfen der Würmer kann gegen den Befall wahre Wunder wirken.

Schädling

Um welches Insekt handelt sich?

Bei den Würmern handelt es sich nicht um Würmer, sondern um Raupen des Pflaumenwicklers, einem der größten Schädlinge im kommerziellen und heimischen Obstanbau. Grapholita funebrana ist ein Schmetterling, genauer ein Nachtfalter, der aus der Familie Tortricidae, den Wicklern, stammt. Die Art kommt ausschließlich in der Paläarktis vor und hat vor allem alle Arten der Gattung Prunus als Hauptnahrungsmittel für die Raupen auserwählt, aber auch Rosen, und Birnen gehören auf den Speiseplan. Die Raupen gehen mit großem Appetit gegen die Zwetschgen vor und einmal befallen, ist die Frucht in den meisten Fällen hinüber.

Der Pflaumenwickler geht beim Befall der Früchte wie folgt vor:

  • Pflaumenwickler legen Eier an der Fruchtunterseite ab
  • das geschieht, sobald nächtliche Temperaturen von über 16°C erreicht werden
  • ein weiblicher Pflaumenwickler legt bis zu 60 Eier ab
  • rund 14 bis 21 Tage später schlüpfen erste Raupen, die sich mit ihren Mundwerkzeugen in die Früchte bohren
  • nun verbringen sie lange Zeit in den Früchten, bis sie wieder aus den Früchten verschwinden
  • zu dieser Zeit ist ein Großteil des Inneren der Zwetschgen aufgefressen worden
  • aufgeteilt sind die Würmer in zwei Generationen
  • die erste Generation zeigt sich meist schon im Frühsommer
  • diese sorgen dafür, dass erste Fruchtstände vom Baum fallen und nicht mehr reifen können
  • aus der ersten Generation wächst die zweite Generation heran
  • diese präsentiert sich meist im Spätsommer und Herbst, genau zur Erntezeit
  • danach verpuppen sie sich und werden zu Faltern
Pflaumenwickler in Pflaumenfrucht, Grapholita Funebrana
Pflaumenwickler in Pflaumenfrucht, Grapholita Funebrana

Diese Form der Weiterentwicklung sorgt bei Prunus domestica subsp. domestica für erhebliche Schäden, da die Falter häufig in großen Gruppen auftreten und somit eine ganze Gruppe der Bäume befallen können. Im Garten findet sich meist nur eine kleine Zahl von Bäumen, die schnell von den Schädlingen eingenommen wird und dadurch einen Großteil der möglichen Ernte zerstört. Sie können aber aufatmen, denn es finden sich zahlreiche Wege, wie Sie den Befall der Pflaumenwickler verhindern und bekämpfen können. Eine gute Vorbeugung wirkt hier besonders effektiv.

Falter des Pflaumenwicklers, Grapholita funebrana
Falter des Pflaumenwicklers, Grapholita funebrana

Tipp: Seltener wird der Nachtfalter Hedya pruniana aus der gleichen Familie als Pflaumenwickler bezeichnet, weil sich die beiden Arten in ihren Merkmalen auf den ersten Blick sehr ähnlich sehen. Jedoch ist Hedya pruniana heller in der Färbung und ernährt sich von anderen Pflanzen, darunter Haseln, Weiß- und Schlehdorn, Rosen und Mehlbeeren.

Vorbeugen

Pflaumenwicklern vorbeugen

Wenn Sie den Befall durch die Würmer verhindern wollen, müssen Sie effektiv einem Befall vorbeugen. Hier muss gesagt werden, dass es nicht möglich ist, alle Wickler aufzuhalten, doch kann der Großteil daran gehindert werden, sich zu vermehren. Eine der wichtigsten Maßnahmen, mit denen Sie die Entwicklung der Larven verhindern können, ist das Suchen und Entfernen der Larvennester. Sobald erste kleine Früchte zu sehen sind, sollten Sie diese nach auffälligen Eiern untersuchen, die an der Unterseite abgelegt werden. Die Eier sehen aus wie kleine, glasige Kugeln, die Sie einfach mit Handschuhen von den Zwetschgen entfernen.

Raupe des Pflaumenwicklers, Grapholita Funebrana
Raupe des Pflaumenwicklers, Grapholita Funebrana

Zudem bieten sich sogenannte Pheromonfallen an:

1. Die Pheromonfallen ähneln in der Form einem kleinen Zelt, das an den Baum gehangen wird. Es ist innen und außen mit Leimpapier ausgestattet und verfügt über Sexuallockstoffe, die in ihrer Zusammensetzung denen der weiblichen Pflaumenwickler entsprechen.

2. Falten und hängen Sie jeweils eine der Fallen an einen Zwetschgenbaum. Die Faltanleitungen unterscheiden sich von Hersteller zu Hersteller. Bei großen Zwetschgenbäumen bieten sich entsprechend der Größe mehrere Fallen an. Die Männchen werden nun von den Pheromonen angelockt und bleiben am Leimpapier in der Falle hängen.

3. Mit den Pheromonfallen können Sie eine große Zahl der Männchen aufhalten und dadurch die Befruchtung der Weibchen verhindern. Sie sollten äußerst gründlich dabei vorgehen, denn wenn Sie einen Baum vergessen, könnte dort der Befall besonders stark auftreten.

4. Die Kosten für die Fallen betragen etwa 15 bis 20 Euro pro Stück und sie werden von Unternehmen wie COMPO oder Neudorff hergestellt.

5. Achten Sie beim Aufhängen der Fallen auf das Wetter. Starke Winde könnten die Falle vom Baum wehen, deswegen sollten sie darauf achten, diese gut zu befestigen.

Echte Zwetschge, Prunus domestica
Echte Zwetschge, Prunus domestica

Mit diesen beiden Maßnahmen können Sie einen Befall durch die Würmer verhindern und Ihre Zwetschgen vor diesen schützen. Je gründlicher Sie dabei vorgehen, desto effektiver ist der Schutz und desto ertragreicher wird Ihre Ernte ausfallen.

Bekämpfen

Pflaumenwickler bekämpfen

Trotz der Vorbeugung kann es passieren, dass ein Großteil der Zwetschgen befallen ist. Besonders in sehr warmen Jahren ist das bemerkbar. Ist dies der Fall, müssen Sie die Maden des Pflaumenwicklers effektiv bekämpfen, um den Großteil Ihrer Ernte zu retten. Eine erste Maßnahme, um die Maden zu bekämpfen, ist das sorgfältige Auslesen, Einsammeln und Entsorgen befallener Früchte. Je mehr befallen Zwetschgen Sie finden, desto besser lassen sich die Würmer bekämpfen. Sie erkennen einen möglichen Befall an Fraßlöchern in der Schale. Hierbei sollten Sie ebenfalls das bisherige Fallobst überprüfen, um eine Ausbreitung des Schädlings zu verhindern. Anschließend bieten sich die folgenden Möglichkeiten an, um die Würmer zu bekämpfen.

1. Fanggürtel

Fanggürtel eignen sich hervorragend, um den Befall durch die Raupen zu verhindern. Da die erste Generation der Raupen nach der Entwicklung zu Boden fällt, müssen sie anschließend über den Stamm wieder den Baum erklimmen, um an die Zwetschgen zu gelangen. Der Fanggürtel für einen Stamm ist etwas 20 bis 40 Zentimeter lang und wird direkt um diesen herum gelegt. Diese Methode gelingt einfach und schnell und ist aufgrund der Kosten von etwa 5 Euro pro Meter sehr kostengünstig. Überprüfen Sie den Fanggürtel Anfang September auf entfernen Sie Raupen, die über den Fanggürtel zu den Früchten gelangen wollen.

Leimring am Obstbaumstamm
Leimring am Obstbaumstamm

2. Schlupfwespen

Schlupfwespen sind ebenfalls äußerst effektiv gegen die Würmer in den Zwetschgen. Hierfür werden Schlupfwespen der Gattung Trichogramma genutzt, da diese natürliche Fressfeinde der Maden sind. Sie sind 0,4 Millimeter groß, fallen kaum auf und wirken als Parasiten auf den Zyklus der Larven, indem die Weibchen ihre Eier in die Eier der Falter ablegen. Die Larven der Schlupfwespen zerstören die Eier und verringern den Bestand. Die Schlupfwespen werden in Packungen von 3.000 bis 6.000 Stück angeboten und als Karten einfach an den Baum gehängt. Die Kosten betragen zwischen 10 und 40 Euro, abhängig von der gewünschten Menge.

Tipp: Über kühle Sommer bilden die Wickler meist keine zweite Generation aus, was den Idealfall für Ihre Ernte darstellt. Da die erste Generation nur junge Früchte, die noch nicht ausgereift sind, befällt, bleibt ein Großteil der Ernteerträge verzehrbar und muss nicht entsorgt werden.

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