Aprikosenkern einpflanzen: Anleitung | Aprikosenbaum ziehen

Aprikosenkern einpflanzen

Das Vermehren von Aprikosen durch Kerne ist möglich, erfordert jedoch etwas Geschick und Geduld. Denn bis sich aus dem Obstkern ein früchtetragender Baum entwickelt, können mehrere Jahre vergehen. Wer jedoch geduldig ist, kann sich nach rund drei bis fünf Jahren an selbst gezüchteten Aprikosen erfreuen. Die Erfolgsaussichten lassen sich entsprechend erhöhen, wenn beim Einsetzen des Kerns bestimmte Faktoren berücksichtigt werden. Eine Anleitung sowie hilfreiche Tipps hierfür haben wir in diesem Artikel für Sie zusammengefasst. So ziehen Sie Ihren eigenen Aprikosenbaum.

Aprikosenbaum ziehen

Wer sein Glück versuchen und einen Aprikosenbaum aus einem Kern ziehen möchte, kann hierfür einfach den Steinkern einer verspeisten Aprikose verwenden. Allerdings ist hierbei schnelles Handeln gefragt, denn der Obstkern sollte ehestmöglich eingepflanzt werden. Das liegt vor allem daran, dass die Keimfähigkeit abnimmt, je länger der Aprikosenkern liegt. Bevor dieser jedoch eingepflanzt wird, sollte er zunächst vom Fruchtfleisch befreit werden, um dadurch die Schimmelgefahr zu reduzieren. Hierfür wird am besten wie folgt vorgegangen:

  • Kern unter fließendem Wasser waschen
  • Steinkern abtupfen
  • mit Küchenpapier trocknen

Aprikosenkerne säubern

3 Arten, um Aprikosenkerne einzupflanzen

Um einen Aprikosenbaum aus einem Kern zu ziehen, stehen dem Hobbygärtner drei unterschiedliche Methoden zur Auswahl. Zum einen kann der Steinkern nach dem Säubern direkt in eingesetzt oder aber entsprechend vorbehandelt werden. Zum anderen besteht die Möglichkeit, den Marillenkern zu entfernen und nur den mandelförmigen Samen einzupflanzen.

1. Aprikosenkern unbehandelt einpflanzen

Die einfachste Methode und zugleich die mit dem geringsten Arbeitsaufwand ist es, den Marillenkern direkt in die Erde einzusetzen. Da der Aprikosenkern jedoch unbehandelt ist, muss der junge Sprössling den Obstkern aus eigener Schale knacken. Dieser Vorgang braucht natürlich seine Zeit, weshalb es auch die zeitaufwendigste Einpflanzmethode darstellt.

  • Vorteil: geringer Arbeitsaufwand
  • Nachteil: Auskeimen dauert sehr lange

2. Aprikosenkern vorbehandeln

Um dem jungen Sprössling das Aufknacken der Schale zu erleichtern, kann der Marillenkern zuvor entsprechend behandelt werden. Durch das Anrauen der Schale mit Schmirgelpapier kann der Samen besser Wasser aufnehmen und der Steinkern schneller knacken. Das wirkt sich wiederum auf die Keimung aus, denn diese setzt entsprechend früher ein.

  • Vorteil: Keimung geht schneller
  • Nachteil: Vorbereitung notwendig

Aprikosenkern vorbereiten

Tipp: Eine weitere Möglichkeit, um den Aprikosenkern vorzubehandeln ist, den Kern für zwei bis drei Tage in lauwarmes Wasser zu geben.

3. Nur den Samen einpflanzen

Bei der letzten Methode wird der Obstkern vorab mit einem Nussknacker geknackt und nur der darin befindliche, mandelförmige Samen eingepflanzt. Dies ist zugleich die schnellste Variante, denn hierbei muss der Samen nicht erst die harte Kernschale durchbrechen. Es ist durchaus möglich, dass die ersten Keimblätter bereits nach 10 bis 14 Tagen sichtbar sind.

  • Vorteil: schnellste Methode
  • Nachteil: Arbeitsaufwand

Aprikosenkern knacken

Tipp: Das Knacken ist einfacher, wenn der Obstkern zuvor eine Woche im Kühlschrank oder zwei bis drei Tage in lauwarmem Wasser gelagert wurde.

Aprikosenkern bzw. Samen einpflanzen

Je nach ausgewählter Methode, wird der Obstkern oder der Samen in weiterer Folge eingesetzt. Um die Erfolgschancen zu erhöhen, lohnt es sich, hierbei gewisse Faktoren zu berücksichtigen. Denn sowohl das passende Substrat als auch das Gefäß und der Standort spielen eine essenzielle Rolle für den Erfolg Keimung.

Gefäß

Der Obstkern wird am besten in einen kleinen Blumentopf gesetzt, welcher zusätzlich mit einer Frischhaltefolie abgedeckt wird. Denn durch den Einsatz der Folie wird sichergestellt, dass die Erde konstant feucht bleibt. Allerdings sollte die Folie regelmäßig abgenommen oder geöffnet werden, sodass die Luft zirkulieren kann. Das fördert nicht nur das Klima im Blumentopf, sondern vermeidet auch Fäulnis.

  • pro Topf nur einen Marillenkern einpflanzen!
  • umpflanzen, wenn Pflanze wenige Zentimeter groß
  • das neue Gefäß sollte etwas größer ausfallen

Substrat

Die Keimung eines Aprikosenkerns kann Monate dauern, umso wichtiger ist es, dass der Marillenkern in einem passenden Substrat Platz gefunden hat. Am besten eignet sich auch für das Ziehen eines Aprikosenbaumes spezielle Anzuchterde. Denn diese ist nährstoffarm sowie gut durchlässig und bringt somit die idealen Voraussetzungen für die Jungpflanze mit. Alternativ eignet sich auch sandige oder torfige Erde, sofern sie diese Eigenschaften hat:

  • unbedingt ungedüngt!
  • gut durchlässig
  • Gemisch aus Erde und Sand

Standort

Sobald sich die ersten grünen Spitzen zeigen, sollte das Gefäß auf einen hellen und warmen Platz gestellt werden. Eine helle Fensterbank eignet sich optimal, allerdings kann das junge Bäumchen auch direkt einen Platz im Garten einnehmen. Letzteres ist jedoch nur möglich, sofern mildes Klima herrscht. Zudem ist auf folgendes zu achten:

  • direkte Sonneneinstrahlung vermeiden
  • Staunässe verträgt Aprikosenbaum nicht
  • Frostschutz ist nötig
  • vor Regen und Wind schützen

Hinweis: Sowohl Regen als auch Wind wirken sich ungünstig auf die Entwicklung des Aprikosenbaumes aus. Es ist daher ratsam, diesen unter eine Überdachung zu stellen oder ihn anderwärtig vor der Witterung zu schützen.

Aprikosenkern einpflanzen – Anleitung

Wie der Marillenkern letztendlich eingepflanzt wird, ist unabhängig von der Vorbehandlung und auch für Samen stets gleich. Zunächst wird das Gefäß mit dem passenden Substrat gefüllt, ehe der Kern oder Samen anschließend wie folgt eingesetzt und gepflegt wird:

  • Obstkern seitlich in das Substrat stecken
  • etwa drei Zentimeter tief
  • Erde befeuchten
  • Frischhaltefolie über das Gefäß geben
  • Erde stets feucht halten
  • Staunässe vermeiden!
  • Folie regelmäßig abziehen

Aprikosenkern einpflanzen

Hinweis: Der Aprikosenkern darf ruhig ein bisschen aus der Erde hinausschauen, denn dadurch ist der Keimprozess besser sichtbar.

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