Heidelbeeren im Topf pflanzen: so gelingt die Pflege im Kübel

Heidelbeeren im Topf

Heidelbeeren (Vaccinium myrtillus) gehören zu den beliebtesten Früchten. Sie bezaubern mit einem unvergleichlichen Aroma und sind sehr gesund. Das Sammeln im Wald ist mühsam und die wilden Blaubeeren sind recht klein. Züchter widmeten sich in den vergangenen Jahren der Zucht einer Kulturheidelbeere, die die geschmacklichen und gesundheitsfördernden Eigenschaften der wilden Heidelbeere mit größeren Früchten vereint. Die Ergebnisse können sich sehen lassen. Was liegt also näher, als Kulturheidelbeeren im eigenen Garten oder auf dem Balkon anzubauen?

Heidelbeeren im Topf anbauen

Volles Aroma aber weniger Blau

Die im Handel erhältliche Kulturheidelbeere stammt von der amerikanischen Heidelbeere (Vaccinium corymbosum) ab, nicht von der wilden europäischen Sorte Vaccinium myrtillus. Der Unterschied zur wilden Heidelbeere zeigt sich nicht nur in der Größe der Beeren, sondern auch im hellen Fruchtfleisch. Der Verzehr der Kulturheidelbeere führt daher nicht zu der üblichen Blaufärbung im Mund.

Die Kulturheidelbeere überzeugt mit ihrem wunderbaren Aroma und ist pur sowie in Desserts, Marmeladen und auf Torten ein echter Genuss.

Heidelbeeren

Kein Platz im Garten? Kein Problem für die Heidelbeere!

Sie können die Heidelbeere im Garten oder auf dem Balkon anbauen. Sie eignet sich ausgezeichnet als Kübelpflanze, wenn ihre Ansprüche ausreichend Beachtung finden.
Die Heidelbeere zählt nicht nur aufgrund der schmackhaften Früchte als beliebte Kulturpflanze, sie entwickelt bei guter Pflege eine schöne Form und wird schnell zum Hingucker auf Ihrer Terrasse.

Die richtige Zeit zum Anbauen junger Pflanzen ist im Frühjahr. Zu beachten ist, dass Heidelbeeren Flachwurzler sind und nicht zu tief in den Kübel gepflanzt werden dürfen. Das Abdecken der Topfoberfläche mit Laub oder Rindenmulch wird empfohlen.

Standort

Die wichtigsten Ansprüche an den Standort:

  • sehr sonnig
  • geschützt vor Wind, Starkregen und Hagel
  • kontinuierliche Feuchtigkeitszufuhr
  • Kübel mit Abflusslöchern versehen, um Staunässe zu vermeiden

Entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung der Pflanze hat die Größe des Topfes. Auf keinen Fall sollte ein zu kleiner Topf gewählt werden. Mindestens 70 bis 100 Liter Fassungsvermögen sollte er besitzen. Nur so können sich die Wurzeln optimal entwickeln.

Kulturheidelbeeren, die von der europäischen Vaccinium myrtillus abstammen, werden etwa einen Meter hoch. Die meisten Kulturheidelbeeren, die ihren Ursprung in der amerikanischen Sorte Vaccinium corymbosum haben, erreichen unter günstigen Bedingungen eine Höhe von bis zu zwei Metern und werden bis zu einem Meter breit. Heidelbeeren, die als Kübelpflanzen kultiviert werden, sollten alle zwei Jahre in einen größeren Topf gepflanzt werden.

Tipp: Nutzen Sie für Ihre Heidelbeere die gewöhnlichen schwarzen Baucontainer. Auch Holzfässer oder Terrakottatöpfe eignen sich gut. Wenn nicht vorhanden, müssen Sie genügend Abflusslöcher in die Böden bohren, um Staunässe zu vermeiden. Die Pflanzgefäße sollten winterfest sein.

Bestäubung

Heidelbeeren sind Selbstbefruchter. Sie verfügen sowohl über männliche als auch über weibliche Blüten. Trotzdem wird empfohlen, zwei oder mehr Pflanzen zu kaufen. Bienen und Hummeln werden so verstärkt angezogen und einer guten Ernte steht nichts mehr im Wege.

Hummel auf Blüte

Boden

Achten Sie auf die Bodenqualität!

Die Heidelbeere zählt zur Familie der Heidekrautgewächse. Diese gehören zu den Moorbeetpflanzen und beanspruchen einen sehr sauren Boden. Der pH-Wert sollte zwischen 3,5 und 4,5 liegen und dem Waldboden ähneln.

Normale Gartenerde erfüllt diese Ansprüche nicht. Empfohlen wird die Verwendung von Rhododendronerde oder Moorbeeterde. Häufig wird die chemische Nachbearbeitung von gewöhnlicher Gartenerde als Lösung angeboten. Mit der chemischen Behandlung lassen scih jedoch nur kurzfristig Erfolge erzielen. Bereiten Sie vor dem Einpflanzen eine dicke Drainageschicht aus Kies vor und decken Sie diese mit Vlies ab. Verwenden Sie darüber gute Rhododendron- oder Moorbeeterde. Bedecken Sie die Oberfläche mit Laub.

Pflege

Gießen

Die Heidelbeere im Kübel benötigt eine kontinuierliche Wässerung. Denn im Pflanzkübel trocknet die Erde schneller aus als im Beet. Das Austrocknen der Erde ist bei der Heidelbeere dabei unbedingt zu vermeiden. Besonders vor der Ernte benötigt die Pflanze ausreichend Wasser, um die Früchte gut ausbilden zu können.
Kalkhaltiges Gießwasser würde den sauren pH-Wert des Bodens in kurzer Zeit neutralisieren. Verwenden Sie deshalb zum Gießen der Heidelbeere am besten weiches, neutrales Regenwasser.

Düngen

Die Heidelbeere im Pflanzgefäß erfordert besondere Aufmerksamkeit beim Düngen. Alle, die sich eine reiche Blaubeerenernte wünschen, beginnen im Frühling, bevor sich neue Triebe bilden, mit der ersten Düngergabe. Weitere Düngungen sind im Sommer vor der Entwicklung der Früchte erforderlich. Zum Düngen eignet sich dabei spezieller Blaubeeren-Dünger, der im Gartenfachhandel erhältlich ist.

Schneiden

Bei neu gepflanzten Heidelbeeren empfiehlt es sich im ersten Jahr, die Blüten abzukneifen. Das bedeutet zwar, dass sich keine Beeren entwickeln können und die Ernte ausbleibt, es hilft der jungen Pflanze jedoch beim Anwachsen.

Bis zum vierten Jahr ist es nicht notwendig, die Heidelbeerpflanze zu schneiden. Danach sollte jährlich im Herbst ein Verjüngungsschnitt erfolgen und sehr dichte Stellen ausgelichtet werden. Alte Triebe sind holzig und durch die rissige Rinde gut zu erkennen. Pflanzen, deren alte Triebe nicht entfernt werden, bilden immer weniger junge Triebe heraus und damit sinken die Erträge deutlich. Auch ein Formschnitt der Heidelbeere ist möglich und erhöht die dekorative Wirkung der Kübelpflanze.

Krankheiten

Auch die Heidelbeere im Pflanzkübel ist nicht vor Krankheiten gefeit. Wichtig ist, diese schnell zu erkennen und sorgfältig zu behandeln.

Erkrankung durch Pilze und Schädlinge

Häufig lässt sich ein Pilzbefall an der Heidelbeere beobachten. Wenn Sie einen Pilzbefall feststellen, bietet sich der Schnitt der befallenen Triebe als schnell wirksames Mittel an.
Vernichten Sie die befallenen Zweige so schnell wie möglich, um eine Ausbreitung zu verhindern. Die befallenen Pflanzenteile sollten Sie verbrennen oder im Restmüll entsorgen. Wer kranke Pflanzenteile auf dem Komposthaufen lagert, riskiert die Erkrankung weiterer Pflanzen.

Häufig werden Blaubeeren von Grauschimmel befallen, der sowohl Triebe als auch Früchte schädigt. Die betroffenen Teile müssen dann schnellstens beseitigt werden.
Auch Heidelbeeren werden gern von Blattläusen, Schildläusen und Raupen heimgesucht. Nutzen Sie möglichst ökologisch verträgliche Mittel zur Schädlingsbekämpfung.

Heidelbeeren - Blaubeeren - Vaccinium myrtillu

Erkrankung durch Pflegefehler

Wenn sich an Ihrer Heidelbeere vermehrt gelbe Blätter bilden, die dann abfallen, ist die Feuchtigkeit im Pflanzkübel zu prüfen. Zu trockener Boden aber auch Staunässe können zur Verfärbung der Heidelbeerblätter führen.
Blaubeeren reagieren ebenfalls empfindlich auf einen zu hohen Kalkgehalt im Boden. Das zeigt sich durch die Bildung von Blattchlorosen. Prüfen Sie den pH-Wert und ersetzen Sie gegebenenfalls die Erde. Heidelbeeren auf Balkon oder Terrasse sollten Sie ebenfalls vor starkem Regen oder Hagel schützen.

Überwinterung

Heidelbeeren im Kübel überwintern

Heidelbeeren können im Freien überwintern. Das gilt ebenfalls für die Kübelpflanzen. Es ist nicht notwendig, die Pflanze in den Keller oder ins Haus zu holen, der obere Teil der Heidelbeere verträgt sowohl die niedrigen Temperaturen als auch Regen und Schnee im Winter. Sie können den Kübel im Winter zum Schutz in den Boden einlassen oder mit Luftpolsterfolie umwickeln.

Ernte

Bis die Heidelbeere im Topf einen guten Ertrag bringt, dauert es jedoch ein wenig. Nach zwei Jahren bilden sich dann erstmals Beeren, nach vier bis fünf Jahren kann mit einer reichlichen Ernte gerechnet werden. Die Beeren können Sie dann ab Ende Juli ernten und verarbeiten.

Heidelbeeren ernten

Tipp: Vorsicht, nicht nur Sie haben Interesse an den leckeren Früchten. Denn auch die Vögel freuen sich auf die blauen Leckerbissen. Schützen Sie deshalb Ihre Pflanze am besten mit einem Vogelschreck aus Aluminiumfolie.

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