Hügelbeet

Die sogenannte Permakultur setzt sich immer mehr durch. Nachhaltigkeit und Ressourcen effizient zu nutzen stehen bei ihr im Vordergrund. Ein Hügelbeet kann dafür ein nützliches Hilfsmittel im eigenen Garten sein, denn es ist ideal für hohe Erträge an Obst und Gemüse aber dennoch einfach zu pflegen – und darüber hinaus ein Blickfang. Doch wie funktionieren das Anlegen und Bepflanzen? Unsere Anleitung zeigt es Schritt für Schritt.

Hügelbeet

Ein Hügelbeet kann am besten mit einem Hochbeet verglichen werden. Im Gegensatz zu einem Hochbeet haben Hügelbeete jedoch keine feste Einfassung, sondern wirken auf den ersten Blick wie angehäufte Erde mit schräg abfallenden Seiten.
Die Beete bestehen allerdings nicht aus reiner Erde. Stattdessen sind sie in Schichten aufgebaut. Die verschiedenen Materialien der Schichten verrotten mit der Zeit und setzen dabei sowohl Wärme als auch Nährstoffe frei. Hierdurch entstehen verschiedene Vorteile für den Anbau von Gemüse, Obst oder auch Zierpflanzen.

Permakultur

Der Begriff Permakultur stammt ursprünglich aus dem Englischen und setzt sich aus den Wörtern „permanent“ und „Agrikultur“ zusammen. Das Konzept hinter dieser Bezeichnung steht vereinfacht gesagt für Nachhaltigkeit, einen achtsamen Umgang mit der Natur und Ressourcen.

Was hat das aber nun mit dem Hügelbeet zu tun?

Die erhabenen Beete werden immer häufiger mit der Permakultur in Verbindung gebracht und gerne angelegt, da sie entscheidende Vorteile aufweisen. So sind für das Anlegen nur wenig Aufwand und wenige Materialien vonnöten, der Ertrag auf den Beeten kann aber deutlich höher als auf normalen Beeten ausfallen. Sie fungieren als eine Art Hochbeet, da sie die Wurzeln der Pflanzen ebenfalls schützen und das Substrat in ihnen wärmer ist. Dadurch kann unter anderem schneller beziehungsweise früher und auch häufiger angepflanzt und geerntet werden.

Eben diese Eigenschaften sind es, die Hochbeete zu einem sinnvollen Hilfsmittel für alle machen, die sich an der Permakultur versuchen wollen. Ein weiterer Vorzug ist neben der Effizienz des Anbaus auch die Einfachheit der Pflege. Aufgrund der Höhe ist das Arbeiten am Beet rückenschonender und daher auch bequemer.

Hügelbeet

Hügelbeet planen

Damit das Beet seinen Zweck erfüllt, sollte es entsprechend geplant werden. Dabei sind die folgenden Punkte zu beachten:

Ausmaße

Für gewöhnlich sind Hügelbeete etwa 80 Zentimeter breit und circa 180 Zentimeter lang. Natürlich können die Ausmaße aber an den eigenen Bedarf und den vorhandenen Platz angepasst werden. Zu beachten ist dabei, dass jede Stelle des Beets noch gut zu erreichen sein sollte. Bei einer Breite von mehr als einem Meter kann das bereits schwierig werden.

Standort

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der richtige Platz für das Beet. Es muss nicht nur ausreichend Raum zur Verfügung stehen, auch die Bedingungen sind wichtig. Ideal ist es, wenn das Beet von Norden nach Süden weist, ausreichend Sonnenlicht erhält und sich zudem nicht in direkter Nähe zu Bäumen und anderen größeren Gewächsen befindet. Dadurch herrschen gute Bedingungen für das Wachstum der Pflanzen und es wird vermieden, dass herabfallendes Laub beseitigt werden muss oder Schäden durch herabfallende Äste und Zweige entstehen.

Erreichbarkeit

Rund um das Beet sollte so viel Platz sein, dass die Pflanzen darauf noch bequem erreicht werden können. Zur Planung gehört es daher auch, ausreichend Raum rund um das Beet einzuplanen und gegebenenfalls einen kleinen Weg anlegen zu können.

Extra-Tipp: Eine maßstabsgetreue Skizze des Gartens kann dabei helfen, den passenden Platz und die richtige Größe für das erhabene Beet zu finden.

Garten Skizze anfertigen

Vorbereitung

Wenn die Planung abgeschlossen und der richtige Standort gefunden ist, sollte der Bereich zunächst in Form des Hügelbeets abgesteckt werden. Dafür sind lediglich ein paar Stäbe und etwas Faden erforderlich.

Durch diese Maßnahme wird es zum einen leichter, beim Anlegen die gewünschte Form und Größe einzuhalten. Zum anderen kann durch das Abstecken nochmals direkt überprüft werden, ob sich auch jeder Bereich des Beets problemlos erreichen lässt.
Ist diese Vorarbeit erledigt, sollten die folgenden benötigten Werkzeuge und Utensilien bereitgelegt werden:

  • engmaschiges Drahtgeflecht, wie Kaninchendraht oder Mäusedraht
  • Kompost und/oder frische, humusreiche Erde
  • Laub
  • Rasenschnitt
  • Reisig, Zweige oder gehäckselte Äste
  • Spaten
  • Stroh

Hügelbeet anlegen

Hügelbeete anzulegen ist vergleichsweise einfach, wenn einige Punkte berücksichtigt werden. Die Schritt für Schritt Anleitung zeigt, wie es funktioniert:

  1. Zunächst wird in dem abgesteckten Bereich Erde ausgehoben. Das so entstehende Loch sollte eine Tiefe von wenigstens 30 Zentimetern aufweisen.
  2. Der Mäusedraht wird in dem ausgehobenen Bereich ausgelegt. Er dient als Sperre gegen Wühlmäuse und Maulwürfe. Ideal ist es, wenn das Drahtgeflecht auch entlang der Ränder ausgelegt und nach oben gebogen wird, damit die Tiere nicht seitlich in das Beet eindringen können.
  3. Auf den Draht werden nun Reisig und kleinere Zweige oder aber gehäckseltes Holz gegeben. Dies verrottet nur langsam und gibt dadurch langfristig Nährstoffe frei. Zudem dient diese Schicht zugleich als Drainage. Die Schicht sollte etwa zehn Zentimeter dick sein.
  4. Als zweite Schicht folgen Stroh und/ oder Rasenschnitt. Auch diese Schicht sollte wieder circa zehn Zentimeter hoch aufgetragen werden.
  5. Die dritte Schicht besteht aus Erde. Hierfür kann die ausgehobene Erde verwendet werden, die etwa eine Handbreit aufgetragen wird.
  6. Auf die Erde wird eine dicke Schicht aus angefeuchtetem Laub aufgebracht.
  7. Als Abschluss wird nun mit Kompost vermischte Erde aufgetragen, die wenigstens mit einer Dicke von 20 Zentimetern die letzte Schicht darstellt.

Hügelbeet Aufbau

Als Abschluss rund um das Beet können größere Steine verwendet werden, die zum Teil auch das Verrutschen der Erde verhindern können.

Nährstoffe und Wärme

Die zahlreichen verschiedenen Schichten können gerade für Anfänger in der Gartenpflege ungewöhnlich und übertrieben wirken. Doch der Sinn dahinter ist ganz einfach und überaus praktisch:

  • durch die Zersetzungsprozesse entsteht Wärme, ähnlich wie bei einem Komposthaufen
  • die verschiedenen Schichten stellen große Mengen an Nährstoffen bereit
  • das Wasser kann gut abfließen, wodurch Staunässe vermieden wird
  • die Pflanzen sind im Winter stärker vor Bodenfrost geschützt

Zeitpunkt

Der beste Zeitpunkt zum Anlegen des Hügelbeets ist der Herbst. Hierdurch können sich die Nährstoffe im Substrat gleichmäßiger verteilen und die Erde sinkt etwas. Nach dem Winter ist das Beet dann optimal auf das Bepflanzen vorbereitet.

Bepflanzen

Das Hügelbeet lässt sich sowohl für Gemüse und Obst als auch für Zierpflanzen verwenden. Dabei sollten Sie in jedem Fall einige Faktoren berücksichtigen:

große Pflanzen an die Nordseite

Ob hochwachsender Mais oder ein großer Zierstrauch – hohe und buschig wachsende Gewächse sollten Sie stets an die Nordseite pflanzen. Hierdurch können sie war die anderen Pflanzen schützen, werfen jedoch nicht zu viel Schatten.

Tiefwurzler nach außen

Pflanzen, die tiefe Wurzeln ausbilden sind eine gute Wahl für den Beet-Rand. Sie befestigen die Erde und können somit verhindern, dass das Substrat bei starkem Regen weggespült wird.

Vorsicht vor Nitrat

Mächten Sie zum Verzehr bestimmte Pflanzen setzen, sollten Sie keine Gewächse wählen, die viel Nitrat speichern können. Denn dieser Stoff ist in großen Mengen für Menschen gesundheitlich bedenklich und sammelt sich unter anderem vor allem in Salat, Spinat und Kresse. Durch die verschiedenen Schichten und die Zersetzungsprozesse wird in dem Substrat anfangs reichlich Nitrat freigesetzt. In den ersten ein bis zwei Jahren sollten Sie diese Pflanzen daher nicht auf dem Hügelbeet pflanzen.

zu Beginn besser Starkzehrer pflanzen

Starkzehrer, wie Paprika, Kartoffeln, Brokkoli, Radieschen oder Tomaten benötigen große Mengen an Nährstoffen und sind daher die beste Wahl für das anfängliche Bepflanzen. Optimal sind zudem Mischkulturen mit verschiedenen Gewächsen, die gut miteinander harmonieren.

starkzehrende Nachtschattengewächse
starkzehrende Nachtschattengewächse

die Pflanzen in Spiralen einsetzen

Günstig ist es bei einem Hügelbeet, die Pflanzen spiralförmig anzuordnen. Hierdurch befestigt sich die Erde besser und die Gewächse können in einem größeren Abstand zueinander eingepflanzt werden.

Möchten Sie das Hügelbeet mit Zierpflanzen versehen, müssen Sie auf den Nitratgehalt natürlich weniger achten. Dennoch gelten auch in diesem Fall die anderen genannten Punkte für das Bepflanzen.

Düngen

Aufgrund der nährstoffspendenden Schichten, wie Laub, Zweige, Grasschnitt und Kompost, müssen Sie das Hügelbeet in den ersten Jahren nicht düngen. Erst wenn die Pflanzen ein schwächeres Wachstum aufweisen, sollten Sie erneut Dünger anwenden beziehungsweise einarbeiten. Geeignet sind unter anderem:

  • Teichwasser, ohne chemische Zusätze
  • gut verrotteter Kompost
  • Laub und Grünschnitt

Abhängig von den eingesetzten Pflanzen können Sie selbstverständlich auch entsprechenden Dünger aus dem Handel verwenden.

Gießen

Beim Anlegen des Hügelbeets ist es empfehlenswert, Gießrinnen zu bilden. Dafür muss lediglich die Erde in Linien eingedrückt werden. Hierdurch entstehen zwei Vorteile. Zum einen wird vermieden, dass das Gießwasser oder Regenwasser die Erde von dem Hügel spült. Zum anderen sammelt sich das Wasser in den Rillen und gelangt gezielter in das Substrat und an die Wurzeln. Das bedeutet, dass Sie sparsamer gießen können.

Gießkanne

Überwintern

Obwohl sich durch die Verrottung in dem Hügelbett Wärme bildet, ist das Beet durch seine Höhe auch exponierter – also stärker dem Wind und der Kälte ausgesetzt. Abhängig von den gepflanzten Gewächsen sollten Sie daher im Winter einen Schutz aufbringen. Dieser kann aus Stroh, Reisig, Mulch oder auch speziellem Gartenvlies bestehen.