Ist die Dieffenbachia giftig? Risiken für Mensch und Tier

ist Dieffenbachia giftig für Mensch und Tier

Die Dieffenbachia (auch: Schweigrohr, Giftaron) kommt ursprünglich aus Südamerika und ist vor allem in Brasilien beheimatet. Wegen ihrer immergrünen Blätter mit der hübschen weißen oder gelben Musterung ist sie eine beliebte Zimmerpflanze. Da sie wenig Sonne braucht und auch sonst recht pflegeleicht ist, eignet sie sich hervorragend für Menschen, die wenig Erfahrung mit Pflanzen haben. Allerdings ist die Dieffenbachia giftig und ist deshalb mit Vorsicht zu behandeln.

Giftigkeit

Welche Teile der Dieffenbachia sind giftig?

Es gibt zahlreiche verschiedene Arten der Dieffenbachie, die schwer voneinander zu unterscheiden sind, aber eine Gemeinsamkeit haben: Alle Pflanzenteile sind giftig, vor allem ihr Stamm, aber auch die Blattstiele und die Blätter selbst. Das Gift der Pflanze ist so stark, dass bereits 3 bis 4 Gramm der Pflanzenblätter bei erwachsenen Menschen eine tödliche Wirkung haben. Als besonders giftig gelten die beiden Arten Dieffenbachia seguine und Dieffenbachia picta.

Achtung: Nicht nur die Pflanzenteile selbst, auch abgeflossenes Gießwasser kann Giftstoffe enthalten!

Giftstoffe

Welche Gifte enthält die Pflanze?

Welche Giftstoffe in der Dieffenbachie enthalten sind, ist noch nicht abschließend geklärt. Es ist jedoch bekannt, dass sich in den Pflanzenteilen unter anderem folgende Wirkstoffe befinden.

  • Alkaloide
  • Calcium-Oxalat
  • cyanogene Glykoside
  • proteolytische Enzyme
  • Saponine
  • Scharfstoffe

Dieffenbachia enthält toxische Stoffe

Darüber hinaus enthalten die Pflanzen etwa 0,25 Millimeter große Kalziumoxalatnadeln, durch die giftige Stoffe wie die Oxalsäure fließen. Bei Berührung der Pflanze öffnen sich sogenannte Schießzellen, durch die die Kalziumoxalatnadeln und andere Giftstoffe herausgeschleudert werden.

Giftstoffaufnahme

Welche Risiken bestehen für Menschen, insbesondere Kinder/Babys beim Anfassen oder Verschlucken?

Die Berührung des Pflanzensafts kann zu Hautreizungen und Blasenbildung führen. Wenn der Saft in die Augen gelangt, löst er starken Tränenfluss und Lidkrämpfe aus und kann die Bindehaut verätzen. Es drohen Verletzungen und bleibende Schäden der Hornhaut.

Beim Verschlucken von Pflanzenteilen treten typische Symptome einer Vergiftung auf: gerötete und brennende Schleimhäute, verstärkter Speichelfluss, Schluck- und Sprechprobleme, angeschwollene Zunge, Herzrhythmusstörungen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Benommenheit und Lähmungserscheinungen

Tipp: Wenn Sie die Pflanze umtopfen, ihre Blätter abstauben oder beschneiden, tragen Sie am besten Handschuhe, lange Ärmel und eine Schutzbrille. Letztere schützt Sie davor, dass das Gift aus Versehen in die Augen gelangt!

Risiken für Tiere

Welche Risiken bestehen für Tiere, z.B. typische Haustiere wie Katzen, Hunde, etc?

Für Tiere wie Hunde, Katzen, Kaninchen, Meerschweinchen, Hamster und Vögel ist das Gift der Dieffenbachie hochgefährlich. Vergiftete Tiere zeigen Symptome wie eine starke Reizung von Maul, Hals, Magen und Darm.

Sie bekommen Schluckbeschwerden, leiden an Atemnot und verlieren ihre Stimme. Bei einigen Haustieren tritt blutiger Durchfall auf. Magen-Darm-Probleme sind jedoch eher die Ausnahme, da die Tiere nach dem Auftreten der ersten Symptome unmittelbar nach dem Verzehr von der Pflanze ablassen. Üblicherweise klingen die Beschwerden erst nach einigen Tagen ab. Bei manchen Tieren führt das Verschlucken von Teilen der Pflanze jedoch zu Unfruchtbarkeit. Im schlimmsten Fall ist eine Vergiftung mit Dieffenbachia für Haustiere tödlich.

Dieffenbachia ist gefährlich für Kinder und Tiere

Hinweis: Vor allem, wenn Sie das Tier nicht immer im Auge behalten und im selben Raum mit der giftigen Pflanze sein können, denken Sie stets an die Gefahr einer Vergiftung. Handeln Sie im Vergiftungsfall rasch und suchen Sie – wenn Symptome auftreten – schnellstmöglich einen Tierarzt auf.

Maßnahmen

Wie sollte man bei Berührung oder Verzehr reagieren?

Zuerst sollten Sie alle Pflanzenreste, die sich womöglich noch im Mund befinden, sorgfältig entfernen. Spucken Sie alle Fasern aus und spülen Sie den Mund danach gründlich aus. Sie dürfen trinken, aber verzichten Sie auf Milch, weil sie die Aufnahme von Giftstoffen im Magen fördern kann. Manche Experten empfehlen die Einnahme von Kohlepulver oder Kohletabletten, welche die Giftstoffe im Magen binden sollen. Im Zweifelsfall sollten Sie bei der Giftinformationszentrale anrufen und sich weitere Anweisungen zur Ersten Hilfe geben lassen.

Sobald gesundheitliche Beschwerden wie die oben genannten Symptome auftreten, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. Wenn Ihr Kind Teile der Dieffenbachie berührt oder verschluckt hat, ergreifen Sie diese Erste-Hilfe-Maßnahmen und beobachten Sie es genau. Kontaktieren Sie im Zweifel direkt Ihren Kinderarzt!

Hinweis: Diese Maßnahmen gelten – sofern möglich – auch für die Vergiftung von Tieren. Für weitere Erste-Hilfe-Handlungen bringen Sie Ihr Tier bitte unbedingt zum Tierarzt oder wählen den örtlichen Tiernotruf. Beachten Sie, dass Tiere aufgrund ihres geringeren Körpergewichts bereits bei dem Verzehr einer kleinen Menge Dieffenbachia einem größeren Vergiftungsrisiko unterliegen.

Dieffenbachia ist eine giftige Zimmerpflanze

Vorbeugung

Welche Vorsichtsmaßnahmen sind zu empfehlen?

Kinder

Tipp: Um Unfälle zu vermeiden, sollten Familien mit kleinen Kindern oder Haustieren auf die Dieffenbachie als Zimmerpflanze verzichten und lieber zu Alternativen greifen.

Wenn Sie trotzdem eine Pflanze dieser Art zuhause haben möchten, sollten Sie die nachfolgenden Vorsichtsmaßnahmen ergreifen.

  • stellen Sie die Pflanze nur in abschließbaren Räumen auf, in die Kinder nicht alleine hineinkommen können
  • platzieren Sie die Pflanze möglichst hoch, zum Beispiel auf ein hohes Regal oder in einer Blumenampel unter die Decke
  • informieren Sie ältere Kinder darüber, dass die Dieffenbachie giftig ist, und erklären Sie, was passieren kann, wenn sie die Blätter oder andere Pflanzenteile berühren

Haustiere

Da Haustiere leider oft keine Verbote und erst recht keine Erklärungen verstehen, sollten Sie hier auf die Kultivierung der Pflanze verzichten. Alternativ können sie die Dieffenbachie nur in Räumen aufstellen, in denen Hund, Katze oder Vogel sicher nicht hineingelangen. Und achten Sie auf das Gießwasser! Manche Tiere trinken es und nehmen auf diesem Wege die enthaltenen Giftstoffe zu sich.

Quellen:

http://gizbonn.de/fileadmin/user_upload/daten/Ratgeber_Vergiftungsunfaelle_GIZ_BN.pdf

http://www.gifte.de/Giftpflanzen/dieffenbachia_seguine.htm

https://www.animal-learn.de/tipps-rund-um-den-hund-kat/115-giftpflanzen.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Dieffenbachia

https://www.netdoktor.de/giftpilze-giftpflanzen/dieffenbachie-12435.html

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