Mohn aus Samen selber ziehen: wann aussäen? Pflege von A-Z

Klatschmohn, Papaver rhoeas

Mohn wird vom Menschen schon seit Jahrtausenden kultiviert. Die Inhaltsstoffe einiger Mohn-Sorten wurden früher als Schlafmittel verwendet. Heute wird Schlaf-Mohn hauptsächlich für die Gewinnung von Opiaten angebaut. Für den privaten Gebrauch ist der Anbau verboten oder genehmigungspflichtig. Dies gilt jedoch nicht für die unzähligen anderen Mohnarten. Im Garten ist die pflegeleichte Pflanze sehr beliebt wegen ihrer großen, auffälligen Blüten in rot, weiß oder rosa.

Mohnarten

Für den Garten gibt es sehr viele verschiedene Mohnblumen, die alle spezielle Eigenschaften aufweisen.

  • Klatschmohn (Papaver rhoeas), heimische Art, einjährig, rot
  • Saatmohn (Papaver dubium), einjährig, rot, rosa, weiß, meist in Blühwiesen
  • Türkischer Mohn (Papaver orientale), mehrjährige Staude, große Blüten
  • Islandmohn (Papaver nudicaule) , kurzlebig, Selbstaussaat, für kühlere Regionen
  • Spanischer Mohn (Papaver rupifragum), mehrjährige Staude, Blütezeit Mai – September
Türkischer Mohn, Papaver orientale
Türkischer Mohn, Papaver orientale

Mohn aus Samen ziehen

Mohn lässt sich sowohl direkt im Freiland säen als auch im Haus vorziehen. Daneben gibt es noch die Möglichkeit der Selbstaussaat. Was es bei den jeweiligen Möglichkeiten zu beachten gilt, erfahren Sie im Folgenden.

Aussaat

Mohnblumen lassen sich leicht aus gesammelten Samen ziehen. Im Garten sät er sich auch gern selbst aus, wenn die Blüten nach dem Verblühen nicht abgeschnitten werden. Neue Arten können mit Saatgut aus dem Handel in den Garten geholt werden. Die Blütezeit hängt vom Zeitpunkt ab, wann die Mohnblumen gesät werden.

Frühjahr

Möchten Sie Mohnsamen im Frühjahr säen, sollten Sie das Saatbeet gut vorbereiten. Die Samen sind sehr klein und bevorzugen einen feinkrümeligen Boden. Um das Aussäen zu erleichtern, mischen Sie die Samenkörner mit etwas Sand und streuen sie dann breitwürfig aus. Die Saat muss nicht abgedeckt werden, da Mohnblumen Lichtkeimer sind. Drücken Sie die Mohnsamen lediglich an, um guten Bodenanschluss zu gewährleisten. Die Aussaat erfolgt im März oder April.

Nach dem Auflaufen der Pflanzen ist es besonders bei größeren Sorten wie den türkischen Mohnstauden wichtig, die Pflanzen auf 20 bis 30 cm Abstand auszudünnen. Bei kleinen, einjährigen Mohnsorten ist dies nicht notwendig.

Anzucht im Haus

Die Mohnblume kann theoretisch auch im Haus vorgezogen werden, aber das bringt kaum Vorteile gegenüber der Freilandsaat. Das Vereinzeln und auspflanzen der Mohnpflänzchen ist sehr schwierig. Möglich ist eine Anzucht von Mohnpflanzen, wenn sie anschließend mit einem größeren Erdballen einzeln in den Garten gepflanzt werden.

Herbst

Mohnblumen lassen sich schon im Herbst aussäen. Dann blüht er im folgenden Jahr besonders zeitig. Frost schadet dem Saatgut nicht. Bei der Beetvorbereitung können Sie etwas Kompost unter die Erde mischen. Auf nährstoffreichen Böden ist dies jedoch nicht zwingend notwendig.

Selbstaussaat

Ist die Pflanze einmal im Garten heimisch geworden, sät sie sich meist selbst neu aus. Bei bestimmten Zuchtformen kann es jedoch dazu kommen, dass die neuen Pflanzen eine andere Blütenfarbe aufweisen. Nur Hybriden blühen besonders bunt. Ihre Nachkommen neigen mehr und mehr zur ursprünglichen Blütenfarbe, welche meist rot ist.
Mehrjährige Mohnblumen bzw. Mohnstauden müssen Sie nicht jedes Jahr säen. Damit sie sich nicht unkontrolliert im Garten ausbreiten, kann es sinnvoll sein, verblühte Blüten abzuschneiden, bevor sich Samenkapseln bilden können.

Saatgut sammeln

Mohnpflanzen eignen sich sehr gut zum Sammeln von Samen für die nächste Aussaat oder zum Vermehren. Nachdem die Blüten verwelkt sind, bilden sich auf den Blütenstielen Samenkapseln. Der Samen können Sie sammeln, wenn die Kapseln vollständig trocken sind. Beim Schütteln hört man im Inneren die Samenkörner. Am besten schneiden Sie die Kapseln direkt am Stiel ab. Die Körner können Sie anschließend heraus schütteln. Sie müssen trocken aufbewahrt werden und behalten ihre Keimkraft bis zum nächsten Jahr oder länger. Werden die Samenkapseln nicht abgeschnitten, neigen sie sich nach unten und die Samenkörner fallen allein heraus.

Island-Mohn, Papaver nudicaule
Island-Mohn, Papaver nudicaule

Standort und Boden

Die Mohnblume bevorzugt einen sonnigen, warmen Platz, nur dann bildet sie schöne Blüten. Islandmohn oder andere Mohnsorten für kühlere Regionen wachsen auch gern im Halbschatten.

Pflege

Mohn ist pflegeleicht. Der Boden sollte weder zu nass, noch zu trocken sein. Lehmhaltige, nährstoffreiche Böden bevorzugt die Pflanze, solange er durchlässig ist. Damit die Mohnpflanzen nicht verdrängt werden, ist bei der Erstaussaat auf weitgehende Unkrautfreiheit zu achten. Später zeigen sich die Blumen sehr robust und können sich auch gegen andere Pflanzen durchsetzen.

Gießen

Beim Aussäen sollte das Saatgut angegossen werden. Auch danach muss die Erde feucht, aber nicht nass bleiben. Wenn die Pflanzen größer sind, vertragen sie auch leichte Trockenheit. Mohnpflanzen bilden Pfahlwurzeln, mit denen sie Wasser auch aus tieferen Bodenschichten holen können. In längeren Trockenperioden sollten Sie die Pflanzen ab und zu gießen.

Düngen

Die Mohnblume bedarf keiner Düngung. In Blühwiesen wächst sie sogar auf Magerböden. Zu viel Dünger kann die Blumen durch andere Pflanzen verdrängen. Mehrjährige, große Mohnstauden bekommen im Herbst eine Kompostgabe.

Schneiden

Ein Formschnitt ist nicht notwendig. Verwelktes sollte jedoch regelmäßig ausgeschnitten werden, damit die Staude blühfreudig bleibt und keine Energie an die Samenbildung verschwendet. Einjährige Mohnpflanzen sollten Sie nicht schneiden. Nach der Blüte verwelkt die ganze Pflanze.

Krankheiten und Schädlinge

An Mohnpflanzen sitzen häufig Blattläuse, doch lassen diese sich gut mit Hausmitteln bekämpfen. Natürliche Maßnahmen, wie die Förderung von Nützlingen sind dabei sinnvoller als der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Bei zu nassem Standort muss mit Pilzkrankheiten gerechnet werden. Möglich sind falscher Mehltau oder Mohnbrand. Diese können mit Pilzmittel bekämpft oder ausgeschnitten werden. Die vorbeugende Gabe von Pflanzenjauchen kann ebenfalls gegen Schädlingsbefall hilfreich sein.

 Klatschmohn, Papaver rhoeas

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