Pflanzzeit für Bäume

Wann ein Baum idealerweise in den Garten gepflanzt werden sollte, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Entscheidend sind Winterhärtezone in Ihrer Region, das Wurzelwerk der gekauften Ware und der Baumtyp.

Winterhärtezonen beachten

Die Pflanzzeit richtet sich maßgeblich nach den klimatischen Regionen. Diese sind beeinflusst von der geographischen Lage und der Höhe über dem Meeresspiegel sowie den Witterungsbedingungen. Deutschland ist in Winterhärtezonen eingeteilt, die Ihnen wichtige Informationen über die Pflanzzeit der Bäume geben:

Winterhärtezonen in Deutschland
  • Zone 6a (-23,3 bis -20,5 Grad): südliches Baden-Württemberg
  • Zone 6b (-20,4 bis -17,8 Grad): Ostbayern, südliches Baden-Württemberg und östliches Thüringen
  • Zone 7a (-17,7 bis -15 Grad): östliches Baden-Württemberg, große Teile Sachsens
  • Zone 7b (-14,9 bis -12,3 Grad): große Teile Deutschlands, punktuell abweichend
  • Zone 8a (-12,2 bis -9,4 Grad): Küsten Niedersachsens und Schleswig-Holsteins, Rügen

Pflanzzeitpunkt übertragen

Für jede Art gibt es Empfehlungen, bis zu welcher Zone diese gedeiht. Dementsprechend können Sie feststellen wie winterhart oder frostgefährdet ein Baum ist. Gehölze mit geringerer Winterhärte sollten tendenziell im Frühjahr gepflanzt werden, damit sie bis zum Winter ausreichend Zeit zur Wurzelbildung haben. Frostresistente Arten können Sie im Herbst oder an frostfreien Tagen im Winter setzen.

Hinweis: Bäume mit geringerer Winterhärte sollten Sie im ersten Winter vor Frost und direkter Sonneneinstrahlung schützen.

Wurzelwerk beeinflusst Pflanzzeit

Containerpflanzen wachsen im Topf und werden in dieser Form in Gartencentern angeboten. Sie erweisen sich als robust, da sie ein komplettes Wurzelsystem ohne Störung und Schädigung entwickeln konnten. Ihr Pflanzzeitraum ist dementsprechend am breitesten. Größere Bäume werden vor dem Verkauf ausgestochen, sodass der Wurzelballen von Erde umgeben ist. Ein Drahtgeflecht sorgt dafür, dass die Erde am Wurzelsystem haften bleibt. Sie besitzen genügend Feinwurzeln und wachsen schnell an, sodass sie auch bei einer späten Frühjahrspflanzung in der folgenden Wachstumsperiode erfolgreich austreiben. Wurzelnackte Gehölze werden ohne Substrat verkauft und sollten direkt ohne Zwischenlagerung in die Erde gesetzt werden. Sie müssen erst ein Geflecht aus Feinwurzeln entwickeln, weswegen sich der Zeitraum der Pflanzung gegenüber Wurzelballengehölzen einschränkt. So sehen die idealen Pflanzzeiten aus:

Johannisbrotbaum wird auch Karobbaum genannt
  • Containerware: Pflanzzeit ganzjährig, ausgenommen strenge Frostperioden
  • Wurzelballengehölze: idealer Zeitpunkt im Herbst, von September bis Anfang Mai möglich
  • wurzelnackte Gehölze: idealer Zeitpunkt zwischen Oktober und November, Pflanzung bis Anfang März möglich

Tipp: Wurzelnackte Bäume werden bereits im Herbst gerodet und anschließend in Kühlhäusern gelagert. Solche Exemplare sollten Sie im Herbst kaufen und einpflanzen, denn dann sind sie besonders frisch und vital.

Ausnahmen und Fehler

Trotz der allgemeinen Empfehlungen kann sich der Zeitpunkt der Pflanzung je nach Art unterschiedlich ausfallen. Wichtige Faktoren, die Sie zusätzlich beachten müssen, sind die Blattform des Baums sowie deren Wuchshöhe bei der Auspflanzung.

Keine Frühjahrspflanzung laubabwerfender Gehölze

Im Frühling treiben diese Laubbäume neu aus. Sie investieren ihre gesamte Energie in das Blattwachstum, damit sie in der kommenden Vegetationsperiode ausreichend Energie durch Sonneneinstrahlung produzieren können. Wenn Sie diese Arten erst nach dem Winter setzen, leidet die Wurzelentwicklung. Besser ist eine Herbstpflanzung, bei welcher sich das Gehölz ausschließlich auf die Entwicklung eines üppigen Wurzelsystems konzentriert.

Nadelbäume nicht zu spät pflanzen

Diese Baumgruppe unterscheidet sich von den verwandten Laubbäumen durch spezialisierte Blätter. Koniferen entwickeln stark reduzierte Blattflächen, die in Form von Nadeln ausgebildet sind. Diese bleiben auch im Winter erhalten und verdunsten ganzjährig Wasser. Hatte der Baum vor dem Winter zu wenig Zeit zum Anwachsen, kann das unterentwickelte Wurzelsystem den Wasserhaushalt nicht aufrechterhalten. In der Folge trocknet das Gewächs aus. Die ideale Pflanzzeit für Nadelbäume ist Anfang September.

Nadelbäume im Gartenbereich

Hinweis: Die frühe Herbstpflanzung gilt nicht nur für Nadelbäume. Auch immergrüne Arten verdunsten im Winter Wasser über ihre Blattflächen und sollten spätestens im September ausgepflanzt werden.

Keine Herbstpflanzung für Großbäume

Obwohl größere Gehölze auch im Herbst gut anwachsen, sollten Sie Exemplare mit mehr als zwei Meter Höhe im Frühjahr in den Garten setzen. Grund hierfür ist ein erhöhtes Risiko von Schäden, die im Winter entstehen können. Da die Wurzelentwicklung Zeit in Anspruch nimmt, hat der Baum im Pflanzjahr noch keine ausreichende Stabilität. Er ist den Herbst- und Winterstürmen schutzlos ausgesetzt und kann trotz der Verwendung von Baumpfählen umkippen. Frisch gesetzte Exemplare neigen vermehrt zur Bildung von Spannungsrissen. Diese entstehen häufig im Winter durch Temperaturunterschiede, denn die Rinde erwärmt sich bei Sonneneinstrahlung in der kalten Jahreszeit ungleichmäßig.