Pflastersteine in Sand oder Splitt verlegen

Beim Verlegen von Pflastersteinen ist das ausgewählte Material für Bettungsschicht essentiell. Ein direkter Vergleich zwischen Sand und Splitt als Bettungsmaterial erleichtert Ihnen die Auswahl für Ihr Projekt.

Auf den Punkt gebracht

  • Sand und Splitt sind ungebundene Bettungen
  • in verschiedenen Körnungen erhältlich
  • Sand einfacher zu nutzen
  • Splitt bietet bessere Tragfähigkeit
  • Mörtelbettungen ebenfalls möglich

Pflastersteine verlegen: Sand

Sand gehört zu den Klassikern, wenn es um die Bettung für eine Pflasterschicht geht. Wenn Sie Pflastersteine verlegen wollen, können Sie die Bettungsschicht rein aus Sand mit Körnungen in den folgenden Größen umsetzen:

  • 0-2 mm (Standard)
  • 0-5 bis 0-8 mm (geringe Verkehrsbelastung)
  • über 0-10 mm (große Pflastersteine)

Erhältlich sind diese Körnungen unter bestimmten Bezeichnungen, die gleichzeitig den Typ definieren und für die Pflasterschicht geeignet sind. Dazu zählen:

  • Kiessand
  • Brechsand
  • Plattensand
  • Siebsand
  • Bausand
Ein Haufen Sand als Baustoff

Ebenso wird Pflastersand angeboten, bei dem es sich meist um Kiessand handelt. Kiessand hat sich aufgrund des Gehalts an Kies als effektiver Baustoff für Bettungen etabliert. Brechsand wird gerne verwendet, wenn das Unkrautwachstum verlangsamt werden soll. Gewaschener Sand kommt in sehr kalten Regionen aufgrund der geringeren Frostanfälligkeit zum Einsatz. Egal für welche Variante Sie sich entscheiden, Sand hat als Bettung bestimmte Vorteile, die Sie beachten sollten:

  • problemlose Verarbeitung
  • gleichzeitig für Fugen verwendbar
  • schnell erhältlich

Doch müssen Sie ebenfalls die Nachteile von Sand als Bettungsmaterial in Kauf nehmen. Besonders ist hier die Problematik mit dem Unkraut anzusprechen, denn Sand wird schnell und ohne Probleme von den Pflanzen durchbrochen. Das sorgt für einen höheren Aufwand in Bezug auf die Instandhaltung der Pflasterfläche. Ebenso kommt es häufiger zu Absenkungen oder Verschiebungen, wenn die Pflastersteine nicht fachgemäß verlegt wurden. Weitere Nachteile sind:

  • geringere Tragfähigkeit als Splitt
  • Ameisen siedeln leichter an

Pflastersteine verlegen: Splitt

Im Vergleich zu Sand handelt es sich bei Splitt um gebrochene Steine, die ineinander verhaken und somit eine robuste Bettung für die Pflasterschicht bieten. Das ist einer der größten Vorteile gegenüber einer Sandbettung. Sie können Splitt aus diesem Grund deutlich besser für Einfahrten oder ähnliches verwenden. Weitere Vorteile von Splitt sind:

  • gute Drainage
  • dauerhaft rutschfest
  • keine Absenkungen möglich
Pflastersteine mit Splitt verlegen

Erhältlich ist Splitt meist in den folgenden Körnungen, die Sie für die Pflastersteinbettung nutzen können:

  • 1-3 mm
  • 2-5 mm
  • 3-7 mm

Trotz der Vorteile gegenüber dem Sand gibt es Nachteile, die Sie bei Splitt nicht außer Acht lassen dürfen. Zu diesen gehören:

  • teurer als Sand (stark abhängig vom ausgewählten Sandtyp)
  • schwieriger zu verlegen

Hinweis: Es wird also deutlich, dass beide Materialien in ihrer Anwendung Vor- und Nachteile besitzen. Deshalb sollten Sie immer abwägen, welchen Belastungen die Pflastersteine ausgesetzt sind. Dabei sollten sie allerdings auch die Optik nicht vernachlässigen und den Baustoff wählen, der optisch am besten zu den Steinen passt.

Kosten für die Bettung

Falls Sie sich für eine Sand- oder Splittbettung entschieden haben, müssen Sie natürlich die Anschaffungskosten für das Material beachten. Wie viel Sie genau ausgeben müssen, lässt sich mit geringem Aufwand berechnen und vergleichen. In diesem Beispiel wird von einer Fläche mit den Ausmaßen von zehn Metern Länge und fünf Metern Breite ausgegangen, die mit Kiessand in der Körnung 0-8 mm oder Splitt 2-5 mm gefüllt wird. Zuerst müssen Sie das Volumen der Fläche für die Bettungsschicht über die folgende Formel ermitteln:

  • Länge in m x Breite in m x Höhe in m = Volumen in m³

Die Bettungsschicht ist unabhängig vom Material drei bis fünf Zentimeter hoch. Für dieses Beispiel nutzen wir eine fünf Zentimeter Bettungsschicht.

Pflastersteine auf Sand betten

Hinweis: Rechnen Sie immer noch einen Zentimeter dazu, damit die Pflastersteine nach dem Verdichten nicht zu tief liegen.

  • 10 m x 5 m x 0,06 m = 3 m³

Das Volumen beträgt drei Kubikmeter. Nun müssen Sie das Gewicht pro Tonne Schüttgut mit dem eben berechneten Volumen multiplizieren, um die benötigte Gesamtmenge zu erhalten. Im Durchschnitt wiegt Kiessand in der Körnung 0-8 Millimeter 1,5 Tonnen pro Kubikmeter, Pflasterspitt mit 2-5 Millimeter 1,6 Tonnen. Das genaue Gewicht erhalten Sie direkt beim Baustofflager oder Sie schauen online in den Produktinformationen nach. Sie rechnen Sie wie folgt:

  • Sand: 3 m³ x 1,5 t = 4,5 t
  • Splitt: 3 m³ x 1,6 t = 4,8 t

Je nach Region und Lieferant müssen Sie mit einem Preis von 50 bis 250 Euro pro Tonne für Kiessand und Splitt rechnen. Die Kosten errechnen sich wie folgt:

  • benötigte Gesamtmenge in t x Preis pro t = Gesamtkosten in Euro
  • Sand: 4,5 x 50 bis 250 = 225 bis 1.125 Euro
  • Splitt: 4,8 x 50 bis 250 = 250 bis 1.200 Euro

Hinweis: Beachten Sie, dass jede Körnung ein anderes Gesamtgewicht hat und für unterschiedliche Kosten angeboten werden kann, abhängig vom Sand- oder Splittyp. Aus diesem Grund müssen Sie für manche Materialien mehr oder weniger als das aufgeführte Beispiel zahlen.

Alternative: Gebundene Pflasterbauweise

Neben der Nutzung loser Materialien als Bettung für Ihre Pflasterwege ist der Einsatz gebundener Systeme möglich. Diese sind vor allem für Flächen geeignet, die entweder hohen Belastungen (Einfahrten) ausgesetzt sind oder nicht mit intensiven Temperaturschwankungen zu kämpfen haben. Es handelt sich bei ihnen um spezielle Systeme, die wie folgt aufgebaut sind:

  • Bettung aus Mörtel
  • 3 cm Dicke
  • Mischverhältnis: 4 Teile Sand (0-8 mm) zu 1 Teil Zement
Pflastersteine mit Mörtel verlegen - Hammer

Nachdem der Mörtel angemischt und auf die Trägerschicht aufgetragen wurde, können Sie die Pflastersteine verlegen und mit dem Gummihammer fixieren. Im Vergleich zur ungebundenen Bettungsschicht kommt bei dieser Anwendung zudem ein Mörtel für die Fugen zum Einsatz, um die Pflasterfläche zu fixieren. Diese Mörtelarten können ebenfalls für eine lose Bettung verwendet werden, was zu einer gemischten Bauweise führt. Dazu gehören:

  • Zementmörtel
  • Kunstharzmörtel

Hinweis: Die gebundene Pflasterbauweise setzt zusätzlich eine feste Tragschicht voraus, wenn die Pflasterschicht hohen Belastung ausgesetzt wird. Sie müssen in diesem Fall auf eine Betonschicht oder Asphalt setzen, damit die Fläche nicht absinkt.

Häufig gestellte Fragen

Welche zusätzlichen Eigenschaften sollte das Bettungsmaterial haben?

Achten Sie beim Erwerb des Schüttguts unbedingt darauf, dass es keine färbenden Anteile hat. Ein Beispiel ist Lehm. Durch diesen kann es mit der Zeit zu dauerhaften Farbveränderungen der Pflasterfläche kommen, die sich nur durch einen kompletten Austausch beheben lassen. Ebenso sollte es filterstabil sein, damit es beim Versickern nicht zu einem Materialaustausch kommt, wodurch die Stabilität der Bettungsschicht verringert wird.

Welches Gefälle muss man beim Verlegen beachten?

Damit Regen- und Schmelzwasser problemlos absickern können und sich nicht unter dem Pflaster oder zwischen den Steinen sammeln kann, ist ein Gefälle notwendig. Es sollte ein Gefälle von zwei Prozent eingeplant werden, damit das Wasser nicht steht. Je nach Lage und Zweck kann der Wert bis auf fünf Prozent ausgeweitet werden. Pflastersteine mit wasserdurchlässigen Eigenschaften benötigen Gefälle von einem Prozent.

Warum sollte muss die Bettungsschicht nicht sofort verdichten?

Werden lose Materialien als Bettungsschicht verwendet, werden die Steine unbefestigt in dieses gelegt. Würden Sie die Schicht bereits vor dem Platzieren der Steine verdichten, liegen sie nur auf und die Bettungsschicht greift nicht. Erst nachdem das komplette Pflaster verlegt und eingeschlämmt wurde, ist es an der Zeit zum Verdichten. Die Bettungsschicht wird dabei durch den Einsatz der Rüttelmaschine auf den Pflastersteinen automatisch verdichtet.

Was darf man vor dem Platzieren der Steine nicht vergessen?

Sie müssen die Bettungsschicht aus Sand oder Splitt auf jeden Fall abziehen. Das Abziehen erfolgt durch eine Richtlatte und sorgt für einen ebenen Untergrund, auf dem das Pflaster verlegt werden kann. Würden die diesen Schritt vergessen, kommt es schnell zu Verschiebungen der Steine, was unbedingt verhindert werden sollte.