Rhabarber umpflanzen: Wann und wie Sie ihn umsetzen / Anleitung

Rhabarber umpflanzen

Rhabarber (Rheum barbarum) erfreut sich hierzulande großer Beliebtheit. Gern findet er Verwendung in Kuchen und als Kompott. Botanisch gesehen gehört Rhabarber zum Gemüse und zu den Stauden. Im Allgemeinen ist das Knöterichgewächs sehr robust und recht pflegeleicht. Gut und gerne hat der Rhabarber eine Lebensdauer von 10 bis 15 Jahren. Während dieser Zeit ist es ratsam das Stangengemüse nach einigen Jahren umzupflanzen.

Rhabarber umpflanzen

Alle sieben Jahre umpflanzen

Rhabarber ist ein Starkzehrer. Er benötigt ständig große Mengen an Nährstoffen, daher laugt er auch schnell den Boden aus. Aus diesem Grund sollte die Staude nach einigen Jahren umgepflanzt werden. Hier scheiden sich nun die Geister, empfohlen wird ein Wechsel des Standorts nach sieben bis zehn Jahren, immer in Abhängigkeit der Zusammensetzung der Erde. Nach dieser Zeit ist nicht nur der Boden vollständig ausgelaugt, sondern der Rhabarber hat auch an Volumen zugelegt. Das Umsetzen bringt dabei verschiedene Vorteile mit sich:

  • gleichzeitig kann eine Vermehrung erfolgen
  • die Staude wird dadurch generell verjüngt
  • die Pflanze bleibt kräftig und eine gute Ernte in den Folgejahren ist garantiert
  • das Erdreich kann sich nun bei anderer Fruchtfolge regenerieren

wachsende Rhabarberstaude im Beet

Nährstoffdefizite des Bodens äußern sich hauptsächlich in einer geringeren Ernte. Bei einem durchschnittlichen Gartenboden ist der Nährstoffvorrat in der Regel nach sieben Jahren aufgebraucht. Dann ist es an der Zeit zum Umpflanzen. Von Zeit zu Zeit sollte daher der Nährstoffgehalt des Bodens geprüft werden. Eine Bodenanalyse erstellen dazu spezielle Bodenlabors. Lediglich muss dazu Gartenboden entnommen werden:

  • Kosten Bodenanalyse ab 20 €
  • Durchführung alle drei bis fünf Jahre
  • Zeitpunkt: zeitiges Frühjahr (Saisonbeginn) oder im Herbst nach Ernte
  • Entnahme aus Bodentiefen von 0 bis 90 cm aus verschiedenen Flächen des Gartens
  • Erde mischen
  • 500 g Mischerde in Plastiktüte ins Labor geben
  • Es erfolgen Untersuchungen hinsichtlich Zusammensetzung Erde, Nährstoffgehalte und pH-Wert
  • zusätzlich Erhalt von Düngeempfehlungen

Tipp: Das säuerliche Stangengemüse ist aufgrund seines Gehalts an Vitaminen, Mineralstoffen sehr gesund. Daneben hat es wenige Kalorien. Allerdings darf es nur gekocht genossen werden, da Oxalsäure enthalten ist. Diese ist im rohen Zustand bei übermäßigem Verzehr giftig.

Zeitpunkt

Der beste Zeitpunkt zum Umsetzen von Rhabarber ist der Herbst, von September bis Oktober. Denn zu dieser Zeit ist der Boden noch verhältnismäßig warm und die Pflanze kann vor Beginn des Winters noch gut anwachsen. Jetzt geht der Rhabarber auch in eine Ruhepause, auf dem Beet ist er dann kaum noch sichtbar. Alternativ kann auch eine Umpflanzung im Frühjahr erfolgen, dann am besten kurz vor dem Austrieb.

Richtige Standortwahl

Vor jedem Umpflanzen muss der neue Standort genauestens ausgewählt werden, damit der Rhabarber dann auch wieder gut anwachsen kann und in folgenden Jahren auch mit einer reichhaltigen Ernte zu rechnen ist. Dabei müssen einige Punkte beachtet werden:

  • Sonne bis Halbschatten
  • warmer und geschützter Platz
  • als Tiefwurzler einen tiefgründigen, nährstoffreichen Boden
  • feuchtes, durchlässiges Substrat
  • keine Staunässe
  • optimal hoher Anteil von Lehm und Sand
  • leicht saurer pH-Wert zwischen 5 und 6
  • Platz gern am Rand des Beetes

Auf alle Fälle darf eine Umsetzung von Rhabarber nicht auf einen Platz erfolgen, wo bereits vor fünf Jahren schon welcher stand. Hier hat sich die Erde noch nicht wieder genügend erholt. Ebenfalls wird eine schattige Lage nur bedingt vertragen. Die Ernte fällt dort sehr spärlich aus. Es erscheinen nur kurze Stangen, aber dafür überdimensionale Blätter.

Rhabarber aus dem Gartenbeet

Tipp: Den pH-Wert des Bodens können Sie selbst bestimmen. Dazu sind keine chemischen Kenntnisse erforderlich. Der Test kann mittels pH Bodentest aus dem Fachmarkt oder Baumarkt oder auch mit Indikatorstreifen erfolgen. Beides funktioniert dabei über eine Färbereaktion.

Staude richtig teilen

Nach dem Ausgraben der Rhabarberstaude lässt sich diese gleichzeitig zur Vermehrung nutzen. Dazu muss sie lediglich in mehrere Stücke geteilt werden. Am besten wird wie folgt vorgegangen:

  • beste Zeitpunkt zur Teilung, wenn erste Blätter vergilben
  • mit scharfem Spaten nach Ausgraben in Stücke teilen
  • Teilstücke sollten nicht mehr als 1 kg wiegen
  • jedes Stück muss mindestens eine Knospe besitzen, besser zwei bis drei
  • Knospen dürfen nicht ausgetrieben haben
  • vor Neupflanzung Schnittflächen abtrocknen lassen, sonst Fäulnisgefahr

Erfolgt eine Teilung der Staude zu früh, hat die Pflanze dann nicht mehr genügend Zeit vor Winterbeginn richtig anzuwachsen, da sie dafür viel Kraft benötigt.

Rhabarber umpflanzen: Anleitung

Wenn es an der Zeit ist, Rhabarber umzusetzen, muss dies mit Vorausblick und Sorgfalt erfolgen, denn er soll an dem neuen Standort mehrere Jahre verbringen. Nachfolgend Schritt für Schritt die Anleitung zum Umpflanzen:

  • zuerst Boden 70 cm tief umgraben
  • sämtliches Unkraut entfernen
  • Erdreich muss locker sein
  • Pflanzloch vor Ausgraben der Pflanze ausheben
  • Staude soll nicht länger als notwendig an der Luft bleiben
  • Pflanzloch muss doppelte Größe des Wurzelballens haben
  • in Pflanzloch ausgehobene Gartenerde, Kompost und Hornspäne einarbeiten
  • an Grubensohle Drainage aus Kies, Splitt oder Tonscherben einbringen
  • nun Rhabarber weiträumig ausgraben
  • alte Blätter entfernen
  • gegebenenfalls mit scharfen Spaten in 1 kg Stücke teilen
  • nach Teilung Schnittflächen antrocknen lassen
  • Staude in Pflanzloch setzen, Knospen müssen 3 bis 5 cm unter Erdoberfläche liegen
  • nach Pflanzung Erde sorgfältig festtreten
  • reichlich angießen, danach regelmäßig wässern
  • Staunässe vermeiden
  • Aufbringung einer dicken Mulchschicht aus Kompost

Pro Pflanze sollte immer eine Fläche von einem Quadratmeter eingeplant werden. Der Pflanzabstand zu weiteren Stauden muss mindestens 1 bis 1,5 m betragen.

Tipp: Besonders gut wächst Rhabarber in der Nähe von Spinat, Erbsen, Kohlrabi, Bohnen oder Kopfsalat.

Rhabarber mit Blattstiel

Im ersten Jahr keine Ernte

Jeder Standortwechsel ist für den Rhabarber mit Stress verbunden. Er benötigt dann eine Eingewöhnungszeit, wo er sich an den neuen Platz gewöhnen und demzufolge richtig anwachsen kann. Daher wird empfohlen, dass im ersten Jahr nach der Umsetzung keine Ernte erfolgen sollte, erst im zweiten Jahr danach. Hier dann auch nur beschränkt auf wenige Wochen von April bis Mai. Im darauffolgenden Jahr wird der Rhabarber diese „Ruhepause“ zur Erholung mit einer reichen Ernte danken.

Tipp: Traditionell erfolgt die Ernte von April bis zum Johannistag, dem 24. Juni. Danach sollten Sie nicht mehr ernten, da sich im Rhabarber vermehrt Oxalsäure bildet. In hohen Dosen kann diese zu Nierenschäden, Magenbeschwerden, Erbrechen und Kreislaufbeschwerden führen.

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