Siebenschläfer erkennen: Geräusche, Kot und Spuren

Auch wenn Siebenschläfer durchaus putzige Nagetiere sind können sie sich im Haus schnell zu einer wahren Plage entwickeln. Will man größere Schäden vermeiden, tut man gut daran, sie zu vertreiben. Getötet werden dürfen sie allerdings nicht, die grundsätzlich gefährdeten Tiere stehen unter Artenschutz. Deshalb ist es sehr wichtig, Siebenschläfer zu erkennen. Eine Verwechslung mit anderen Nagern, die mit Gift oder über Fallen bekämpft werden dürfen, ist nämlich relativ leicht möglich.

Siebenschläfer erkennen

Beim Siebenschläfer, dessen zoologische Bezeichnung Glis glis lautet, handelt es sich um ein Nagetier, das entfernt an ein Eichhörnchen erinnert. Sein natürlicher Lebensraum sind dichte Laubwälder, die jede Menge Unterholz aufweisen. Dieses Unterholz bietet ihnen den nötigen Schutz vor Kälte, Nässe und Fressfeinden. Die Tiere bauen dort in der Regel auch ihre Nester. Für den Winterschlaf legen sie im Waldboden Gänge an, in denen sie dann etwa sieben Monate im Jahr bleiben. Das Problem ist, dass der natürliche Lebensraum von Siebenschläfern immer kleiner wird. Bedroht wird er unter anderem vom seit Jahrzehnten anhaltenden Trend zu Monokulturen in unseren Wäldern. Folglich suchen sich die Tiere alternative Lebensräume. Dabei dringen die vorzüglichen Kletterer häufig auch in Dachstühle von Gebäuden vor. Dort warten geradezu ideale Lebensbedingungen auf sie. Der Zugang erfolgt meist über konstruktionsbedingte Öffnungen im Dach. Genistet wird mit Vorliebe in der Dämmung bzw. im Dämmmaterial.

Hinweis: Glis glis ist zwar nicht mehr akut vom Aussterben bedroht, er steht aber dennoch unter Artenschutz. Darum darf er auch nicht getötet werden, sondern muss vielmehr vertrieben werden.

Aussehen

Wie bereits erwähnt haben Siebenschläfer eine gewisse Ähnlichkeit mit Eichhörnchen. Ihr auffälligsten Merkmal ist zweifellos der lange, buschige Schwanz. Der Körper selbst lässt sich am besten mit mausähnlich beschreiben. Von Mäusen unterscheiden sie sich neben dem Schwanz vor allem noch durch die großen, hervorstechenden Augen. Der Körper eines Siebenschläfers ist etwa zwölf bis 19 cm lang, die Schwanzlänge bewegt sich in einem Bereich von zehn bis 15 cm. Das Fell der Tiere ist meist grau bzw. grau-braun. An der Körperunterseite geht es in gelblich-weiß über. Wer den Nager tatsächlich zu Gesicht bekommt, wird ihn meistens anhand des Schwanzes relativ leicht identifizieren können. Viel wahrscheinlicher ist es jedoch, dass man Spuren und Hinterlassenschaften wie Kot oder Urin entdeckt. Ob sich Siebenschläfer bei Ihnen herumtreiben, lässt sich meist auch an seltsamen Geräuschen im Bereich des Dachstuhls und an erheblichen Beschädigungen des Dämmmaterials erkennen.

Siebenschläfer

Geräusche

Meist sind es zunächst nicht genau zu identifizierende Geräusche, die den Verdacht nahe legen, dass sich ein Glis glis im Haus eingenistet hat. Diese Geräusche können entweder vom Herumlaufen und Nagen der Tiere herrühren oder direkt von ihnen kommen. Die Nager verständigen sich untereinander durch zirpende, zwitschernde Laute, die an ein Pfeifen oder Quieken erinnern können. Dabei stoßen sie diese Laute bis zu 100 mal hintereinander aus. Werden sie in ihrem Treiben gestört oder ist Gefahr in Verzug, reagieren sie darauf mit ratternden, beinahe surrenden Lauten, die auch als Warnung für ihre Artgenossen dienen. Da Siebenschläfer meist in Gruppen leben, kann schon allein die ganz normale Verständigung unter den Tieren zu einer gewissen Belästigung werden.

Spuren

Die Anwesenheit eines Siebenschläfers im Haus zeigt sich meist auch sehr schnell an gewissen Spuren und Hinterlassenschaften. Diese können zwar auch von anderen Nagetieren wie Mäusen oder Ratten stammen, treten sie jedoch in Verbindung mit den oben beschriebenen Geräuschen auf, ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass es sich tatsächlich um Siebenschläfer handelt. Folgende Spuren und Hinterlassenschaften sind typisch:

  • kleine, schwarze Kot-Köttel, die überall verteilt sind
  • stark riechende Urinpfützen
  • Nagespuren an Kabeln und Verkleidungen
  • angenagte Obstreste
  • herausgerissene Dämmstoffstücke
  • eventuell bereits verwesenden Schnecken, Eier oder Jungvögel
  • stark angenagte Holzstücke oder angenagte Balken
  • Trittspuren im Staub

Siebenschläfer haben einen sehr ausgeprägten Nagetrieb, weshalb Nagespuren relativ häufig zu finden sind. Pfotenspuren lassen sich ihnen sehr leicht zuordnen, weil in den Abdrücken keine Krallen zu erkennen sind. Das unterscheidet sie von Mäusen oder Ratten. Außerdem sind sowohl die Vorderpfoten als auch die Hinterpfoten stets nebeneinander aufzufinden. Liegt auf dem Dachboden plötzlich viel weiches Material herum, dass sich für den Nest-Bau eignet, ist das ebenfalls ein deutlicher Hinweis. Das Nest selbst ist meist gut versteckt und lässt sich in der Regel nur durch einen Zufall finden. Mit großer Wahrscheinlichkeit befindet es sich in der Dämmschicht des Daches.

Hinweis: Um welchen Nagerbefall es sich genau handelt, kann mit letzter Sicherheit nur ein Kammerjäger bzw. ein zertifizierter Schädlingsbekämpfer feststellen. Der sollte bei einem Verdacht auch tatsächlich gerufen werden, da eigene Versuche den Nager wieder loszuwerden meist scheitern.

Siebenschläfer fangen

Schäden

Bei allem Verständnis für die Tiere sollten Siebenschläfer unbedingt vertrieben werden. Sie können nämlich ganz erhebliche Schäden anrichten. So steigt durch von ihnen angefressene Stromleitungen etwa die Brandgefahr erheblich. Durch angenagte Dachisolieren kann zudem Feuchtigkeit eindringen, was wiederum die Bausubstanz schädigt. Auch ein sehr unangenehmer Ungezieferbefall ist möglich. Grund dafür sind verwesende Tiere, die die Nager als Beute angeschleppt haben. Zwar bevorzugen Siebenschläfer eindeutig Obst und Sämereien als Nahrung. Sie verschmähen allerdings auch Schnecken, Insekten, Eier oder gar junge Vögel nicht.