Siebenschläfer vertreiben

Obwohl der Siebenschläfer mit seinen Knopfaugen sehr putzig aussieht, kann er im Haus zu Problemen führen. Die nachtaktiven Tiere verursachen gerade dann Lärm, wenn Menschen schlafen wollen und als Nagetiere verursachen sie auch Schäden an den Gebäuden. Glis glis, wie sie zoologisch bezeichnet werden, dürfen jedoch nicht getötet werden, denn sie stehen unter Artenschutz. Daher dürfen Sie die Siebenschläfer maximal lebendig fangen und an einem anderen Ort aussetzen oder sie sanft vertreiben.

Siebenschläfer

Ein Grund, warum der Siebenschläfer zunehmend in Häuser eindringt, sind seine abnehmenden Lebensräume. Er bevorzugt Laubwälder oder Obstgärten, wo er sich in Baumhöhlen versteckt. Beide bevorzugten Lebensräume nehmen immer mehr ab, weshalb dem Nager nichts anderes übrig bleibt, als sich alternative Quartiere zu suchen.
Gartenhäuser oder Dachböden sind daher eine willkommene Unterkunft für die Tiere, denn sie sind meist nicht so dicht, dass sie nicht irgendwo einen Zugang finden würden. Wer verhindern möchte, dass die Tiere überhaupt in Innenräume eindringen, sollte primär darauf achten, dass es keine Zugänge in Häuser gibt. Natürlich bietet es sich auch an, den Garten so zu gestalten, dass die Glis glis erst gar nicht ins Haus kommen, weil sie dort Bäume vorfinden, in denen sie eine Unterkunft finden.

Hinweis: Nicht nur der Mensch hat mit den Siebenschläfern ein Problem, sondern auch Meisen. Immer wieder kommt es vor, dass die Nager in einen Meisennistkasten einziehen und die Meisen sich selbst andere Brutplätze suchen müssen.

Lebend fangen

Wer die Siebenschläfer nicht nur vertreiben, sondern endgültig loswerden möchte, muss die Tiere fangen. Dies ist jedoch nicht ganz einfach, denn wer einen Siebenschläfer beim Versuch zu fangen verletzt oder gar tötet, dem drohen empfindliche Bußgelder bis zu einer Höhe von 50.000 Euro.

Die Tiere dürfen daher ausschließlich mit geeigneten Lebendfallen gefangen werden. Diese gibt es beispielsweise im Zoofachhandel oder im Jagdbedarf. Naturschutzämter oder Jäger haben gelegentlich Fallen zum Ausleihen vorrätig und stehen auch mit Tipps zur Verfügung.
Die Nager sind Feinschmecker, weshalb sich für die Fallen intensiv riechende bzw. wohlschmeckende Lebensmittel anbieten. Erfolg versprechend als Köder sind folgende Lebensmittel:

  • Obst
  • Nüsse
  • Rosinen
  • Haferflocken
  • Erdnussbutter

Siebenschläfer in der Dachrinne

Wer erfolgreich bei der Jagd war, kann sich darauf einstellen, dass nicht nur ein Tier sein Unwesen treibt, sondern mehrere Nager unterwegs sind. Nachdem der Siebenschläfer eingefangen ist, muss er in ein neues Gebiet gebracht werden. Die Tiere haben einen ausgezeichneten Orientierungssinn und können über mehrere Kilometer zurück finden. Daher sollten die Tiere in der Falle zuerst in einen Kübel gegeben werden, damit sie nicht versehentlich aus der Falle entfliehen können.

Anschließend wird der Kübel mit einem Karton oder einer dunklen Decke abgedeckt. Wichtig dabei ist, dass die Tiere ausreichend Luft bekommen. Anschließend stehen mehrere Kilometer Fahrt bevor. Zwischen dem neuen Quartier und der bisherigen Unterkunft sollten idealerweise Hindernisse wie ein Fluss oder Berg liegen. Natürlich sollte auch die neue Umgebung ein bevorzugter Lebensraum wie ein Laubwald sein.

Siebenschläfer vertreiben

Wer die Siebenschläfer vertreiben statt fangen möchte, kann sich verschiedener Hausmittel bedienen.

Rauch

Was der feinen Nase der Tiere besonders lästig ist, ist Rauch. Rauch scheint ein Hausmittel zu sein, bei dem sie rasch ihr Quartier verlassen. Verwendet kann dazu jeder Rauch werden, wie Weihrauch oder auch Räucherstäbchen.
Wichtig ist nur, dass die betroffenen Bereiche, bei dem es sich in der Regel um Dachböden handelt, regelmäßig mit intensiv duftendem Rauch behandelt werden. Ist der ärgste Geruch verflogen, kann es sein, dass die Tiere wieder zurückkommen. Daher muss mehrmals geräuchert werden, damit die Tiere das Quartier dauerhaft verlassen.

Wer sich für Weihrauch entschließt, kann dies beispielsweise im Klerikalbedarf, auf Weihnachtsmärkten oder in Esoterik-Shops erwerben. Wichtig bei der Verwendung von Weihrauch ist ein sicherer Umgang. Daher sollten Räucherschalen oder Pfannen mit sicherem Stand gewählt und auf einem feuerfesten Untergrund gestellt werden. Dies gilt auch bei der Verwendung von Räucherstäbchen, denn auch durch sie kann es bei falscher Verwendung zu einem Brand kommen.

Aufgrund der erhöhten Feinstaubbelastung beim Räuchern sollten in den Räumlichkeiten, die ausgeräuchert werden, weder Mensch noch Haustiere sein. Üblicherweise wird nach dem Räuchern gelüftet, da dadurch der Räucherduft jedoch deutlich gemindert wird, entfällt dies beim Ausräuchern von Siebenschläfern. Nachdem der Räuchervorgang beendet ist, sollte maximal das Räuchergefäß geholt und anschließend der Bereich umgehend verlassen werden.

Hinweis: Bei der Verwendung von Räucherkohle bzw. Räucherstäbchen muss zwar der Raum, jedoch sollte nicht das Haus verlassen werden. Kommt es versehentlich zu einem Brand, kann rasch eingegriffen werden.

Gerüche

Alle Hausmittel, die intensiv duften, lassen sich gegen Glis glis verwenden. Nicht jedes Mittel eignet sich zum Loswerden der Tiere, deshalb müssen Sie gelegentlich auch alternative intensiv duftende Mittel probieren. Im Haushalt gibt es zahlreiche Mittel, mit denen sich der Siebenschläfer vertreiben lässt wie beispielsweise:

  • Mottenkugeln
  • Möbelpolitur
  • Reinigungsmittel
  • Beizen

Während sich Möbelpolitur, Reinigungsmittel und Beize großflächig verwenden lassen, lassen sich Mottenkugeln meist nur punktuell auslegen. Hier ist es vor allem wichtig, dass die Tiere mit den Mottenkugeln Richtung Ausgang gedrängt und nicht mit dem intensiven Geruch eingesperrt werden. In diesem Fall kann es passieren, dass sie sogar noch tiefer in Gebäude vordringen.

Siebenschläfer vertreiben

Schall

Nur temporären Erfolg bringt die Beschallung von Siebenschläfern. Es kann aber dennoch ein wirksames Hausmittel sein, um die Tiere vor allem tagsüber zu stören, wo sie eigentlich Ruhe halten. Bei der Verwendung von Schall sollten Sie auf folgende Punkte achten:

  • Schall soll die Tiere Richtung Ausgang treiben
  • nur mäßiger Erfolg während der Brutzeit
  • durchdringende Töne sind effektiver

Der Nachteil an Schall ist, dass Sie die Tiere damit nur temporär stören. Selbst wenn sie kurzzeitig verschwinden, ist es nicht möglich sie rund um die Uhr mit nervigen Tönen zu stören. Allerdings kann Schall dabei helfen, sie zumindest so lange zu vertreiben, damit ihre Ein- bzw. Ausgänge verschlossen werden können.

Hinweis: Ein- und Ausgänge dürfen Sie nur außerhalb der Brutzeiten abdichten. Anderenfalls kann es vorkommen, dass die Eltern nicht mehr zu den Jungtieren gelangen und diese qualvoll verenden.

Natürliche Feinde

Auch wenn Feine nicht gerade dazu führen, dass die Siebenschläfer sanft vertrieben werden, manche Haustiere können ein effizientes Mittel sein. Oft reicht schon die bloße Anwesenheit von Hunden oder Katzen, damit die Tiere Reißaus nehmen. Wer einen Hund oder eine Katze hat, sollte diese durchaus für einige Zeit in dem Bereich, in dem die Siebenschläfer unterwegs sind, herumstreunen lassen.

Wer nicht möchte, dass die Haustiere unter dem Dach auf die Jagd gehen, der kann versuchen sie mit dem Haar der Tiere zu vertreiben. Die Glis glis nehmen die Haustiere als Feinde wahr und damit bedeutet der Geruch der Haare für sie auch Gefahr. Wichtig ist jedoch, dass Sie die Haare über eine längere Zeit in dem Bereich verteilen, wo sich die Siebenschläfer befinden.
Durch den Geruch von frischem Tierhaar machen Sie den Siebenschläfern vor, dass sich permanent in ihrem Quartier Feinde befinden, und sie ziehen mit etwas Glück auch bald wieder aus.

Vorbeugen

Das beste Hausmittel sie zu vertreiben, ist sie erst gar nicht ins Haus zu lassen. Dazu sollten Sie das Haus so unattraktiv wie möglich machen. Folgende Vorkehrungen können Sie treffen:

  • Kletterpflanzen am Haus entfernen
  • Belüftungen im Dachbereich vergittern
  • Dachfenster und Kamine vergittern
  • Fugen und Ritzen abdichten
  • Beschädigungen am Dach unverzüglich reparieren

Nicht nur direkt zu Bekämpfung der Tiere eignet sich das Abbeizen der Dachbalken, sondern auch als vorbeugende Maßnahme. Durch den intensiven Geruch der Beize werden Dächer für sie unattraktiv. Der Vorteil ist, dass das Abbeizen nur alle paar Jahre wiederholt werden muss, wodurch langfristig ein Dachbereich für die Tiere unattraktiv wird.

Tipp: Kontrollieren Sie mehrmals pro Jahr den Dachbereich. Dadurch erkennen Sie nicht nur frühzeitig Schäden, sondern entdecken auch früh, ob sich ungebetene Gäste unter dem Dach eingenistet haben.

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