Bananenpflanze

Ob Hobbygärtner, Pflanzenliebhaber oder schlicht neugieriger Beobachter – viele Menschen wollen interessante, ausgefallene oder einfach schöne Pflanzen für die eigenen vier Wände oder den eigenen Garten selbst nachziehen. Gleichermaßen exotisch wie imposant mutet die Banane an. Doch gilt es bei der Vermehrung durch Ziehen eigener Stauden einige Dinge zu beachten.

Bananen selbst ziehen

Das Züchten von Bananen ist mit etwas gärtnerischem Geschick auch zu Hause gut machbar. Allerdings weist diese Pflanze einige Besonderheiten auf, die vorab bekannt sein sollten, um tatsächlich bald die eigene Musa Staude sein eigen nennen zu können. Denn insbesondere bei der Auswahl der zum selbst Ziehen geeigneten Sorten, sowie bei der Vorbereitung der Aussaat, gibt es einige Aspekte zu berücksichtigen.

Samen

Das Aussehen der Bananensamen

Der Laie wird sich zunächst fragen, welcher Teil der Banane, bot. Musa × paradisiaca, denn nun eigentlich zur Nachzucht herangezogen wird. Diese Frage ist erst einmal recht einfach zu beantworten. Bei den Bananen, die wir alle aus dem Laden kennen, ist der Samen als das bekannte kleine, schwarze Pünktchen im Fruchtfleisch zu erkennen. Allerdings müsste man eigentlich korrekterweise sagen, dieses Pünktchen ist lediglich das rudimentäre Überbleibsel der Samenkapseln. Richtige, zur Aussaat geeignete Samen weisen etwas mehr als Stecknadelkopfgröße auf und sind dunkel bis schwarz und eher unregelmäßig rund. Ihre Gewinnung stellt den Hobbyzüchter vor das erste wesentliche Problem bei der Aufzucht eigener Bananen.

die Bananenpflanze braucht die richtige Luftfeuchtigkeit

Die Gewinnung der Musasamen

Die verbreiteten Bananensorten, die als Frucht im Laden erhältlich sind, weisen keine echten, keimfähigen Musasamen mehr auf. Für mehr Genuss ohne störendes „Beiwerk“ wurden bei diesen Arten die Samen möglichst weit zurück gezüchtet. Als Folge lässt sich aus diesen Bananen aber auch keine eigene Nachzucht mehr erstellen.
Notgedrungen muss der Hobbygärtner daher auf Zuchtsamen aus dem Fachhandel zurückgreifen. Diese Bananensamen sind gut keimfähig und vor allem voll entwickelt. Allerdings sind im gängigen Handel lediglich Musasamen für Zierbananen erhältlich. Echte, genussfähige Bananensorten dagegen sind nahezu nicht zu finden. Und auch nachzuchtfähige Früchte sind in unseren Landen nicht erhältlich. Von der Aussicht auf die Ernte der eigenen Früchte sollten Sie sich also verabschieden.

Schritt für Schritt zur fertigen Bananenpflanze: Anleitung

Hat man erst einmal die Bananensamen gefunden, gelingt es mit folgenden Schritten, erfolgreich eine eigene Bananenstaude zu ziehen:

Aussaat

  • Vorbehandlung der Musa Samen: trockene Samen aus dem Handel anschmirgeln, z.B. mit Nagelfeile und in lauwarmem Wasser einweichen
  • Anzuchterde: vorbereitete Anzuchterde mit pH-Wert unter 7, wasserdurchlässig durch Sandbeigabe oder Tonbruch
  • Drainage: Pflanztopf mit Drainage, z. B. Löchern versehen, um Staunässe zu vermeiden
  • Aussaat: Samen einzelnen ca. 3 cm tief in festgedrückte Anzuchterde eindrücken
  • mit lauwarmem Wasser regelmäßig gießen, dabei feucht halten, aber Staunässe vermeiden
  • für noch bessere Keimfreudigkeit zu Beginn lichtdurchlässige Folienabdeckung über den Pflanztopf stellen
  • gute Belüftung sicherstellen, um Kondensat und die Gefahr von Schimmelbildung zu vermeiden

Hinweis: Bis zur Keimung der trockenen Bananensamen aus dem Handel können mehrere Monate vergehen!

Bananenbaum

Anzucht

  • Standort: während der Anzucht idealerweise hell mit 25 °C bis 30 °C.
  • zu starke direkte Sonneneinstrahlung vermeiden, um Austrocknung der Erde zu unterbinden
  • Zugluft wegen Austrocknung vermeiden
  • gleichmäßige Wärme sicherstellen, große Temperatursprünge dagegen vermeiden
  • Folienabdeckung entfernen, sobald der Keimling sichtbar ist
  • kalkarmes, lauwarmes Gießwasser verwenden
  • feucht halten, aber ohne Staunässe

Aufzucht

  • Gießen: weiterhin feucht halten, idealerweise Erde nur besprühen, um Keimling nicht durch Wassertropfen zu schädigen
  • Lage: warmen und helle Lage beibehalten, direkte Sonne vermeiden, da der Keimling leicht verbrennt; ausgewachsene Pflanze kann im Sommer problemlos an sonnigen, geschützten Standorten im Freien verbleiben oder ganzjährig in einen Wintergarten umziehen
  • Nährstoffe: nach ca. zwei Monaten erstmals, dann regelmäßig mit jeweils gering dosierten Gaben düngen, Düngung bei optimalen Bedingungen wöchentlich, ansonsten eher alle zwei bis drei Wochen
  • Umtopfen: erforderlich, sobald in den Wasserablauflöchern Wurzel zu sehen sind;
  • Vorgehen: Ablauf mit Tonscherben oder Steinen freihalten und mit Wurzelvlies abdecken, Topf zur Hälfte mit Erde-Sand-Gemisch füllen, Pflanze locker einstellen, verbliebenen Raum mit selbem Bodengemisch füllen und Erde leicht andrücken, gut wässern

Tipp: Beim Umtopfen sollte kein zu großer Topf gewählt werden, da die Banane ansonsten ungehemmt in ein exzessives Wachstum verfällt. Gerade bei Zimmerpflanzen soll das Wachstum dagegen langsam erfolgen, so dass ein etwas größerer Topf genügend Raum bietet, aber zugleich das Wachstum einbremst!

Häufige Fehler bei der Bananenaufzucht

Gerade weil Bananen beim Züchten nicht alltäglich vorkommen, unterlaufen immer wieder Fehler, die im schlimmsten Fall zum Tod oder einer mangelhaften Ausbildung der Pflanze führen. Folgende Fehler sollten daher immer im Hinterkopf behalten und vermieden werden:

  • Nachzuchtversuch aus Samenrudimenten der handelsüblichen Bananen – diese Sorten sind meist in Vitro vermehrt und eignen sich nicht mehr zur Nachzucht aus Samen
  • wechselnde Temperatur vermeiden, Standort auf der Heizung daher nur, wenn keine Nachtabsenkung oder andere Abschaltungen
  • direkte Besonnung des Keimlings vermeiden, da sonst Verbrennungen entstehen können
  • Erde ohne ausreichende Drainfähigkeit wegen Staunässe und Schimmel vermeiden
  • zu feste Erde behindert Wurzeln an der Ausbreitung und am Wachstum allgemein
  • zu großer Pflanztopf regt intensives Wachstum an, bei Zimmerpflanzen mit geringerer Größe daher vermeiden

Banane selber züchten

Bewertung: 5.0/5.. Aus 1 Stimme.
Bitte warten...