Gibt es tatsächlich einen Farn, der blüht? Nein, denn Farne, wie sie hierzulande bekannt sind, blühen nicht. Botanisch gesehen, gibt es jedoch eine Ausnahme, nämlich die Pflanzenordnung der Schizaeales aus der Klasse der Echten Farne (Polypodiopsida). Wird jedoch allgemein von einem blühenden Farn gesprochen, dann sind in der Regel Gloxinien gemeint, denn diese werden in der Umgangssprache als „blühender Farn“ bezeichnet.

Blühender Farn

Neben der sprachlichen Bezeichnung „blühender Farn“ oder „Blütenfarn“ besteht bei Gloxinien aber auch noch eine andere Verwechslungsgefahr, nämlich zwischen Freilandgloxinien und Gloxinien, die als Zimmerpflanzen gehalten werden. Aber auch hier besteht, wie bei den Farnen keine Verwandtschaft. Denn die umgangssprachlich als (Zimmer-)Gloxinien bezeichneten Pflanzen gehören dabei botanisch zu den Gesneriengewächse (Gesneriaceae) und Freilandgloxinien sind der Familie der Bignoniaceae (Tropenbaumgewächse) zugehörig.

Incarvillea, heißt der „Blütenfarn“ botanisch. Die Gattung besteht dabei aus ungefähr 16 Arten, je nach Zuordnung. Die Heimat der Pflanzen ist Zentral- und Ostasien. Die meisten Arten wachsen in hohen Lagen in Tibet bzw. dem Himalaya bzw. in gemäßigten Regionen. Die bekannteste und am weitetesten verbreitete Art ist die Garten- bzw. Freilandgloxinie, botanisch Incarviellea delavayvi.

Pflege

Blühender Farn ist eine Pflanze, die dabei keine besonderen Ansprüche an die Pflege stellt. Wichtig ist, dass der Boden gut durchlässig ist, denn Staunässe mag der Blütenfarn überhaupt nicht. Bevorzugt wird vom Blütenfarn dabei eine Mischung aus Sand und Lehm. Die Freilandgloxinie kommt aber auch mit normaler Gartenerde zurecht. Der pH-Wert sollte dabei im Idealfall im Bereich von „neutral“ bis „leicht sauer“ (pH-Wert ca.: 5-7) sein. Außerdem sollte das Erdreich feucht sein, denn Trockenheit mag der blühende Farn nicht.
Blühender Farn sollte aber auch in trockenen Perioden regelmäßig gegossen werden. Achten Sie dabei darauf, dass die Blätter nicht nass werden. Um die Wurzeln vor dem Austrocknen zu schützen, sollten Sie sie jedoch mit einer Mulchschicht abdecken.

Da der Blütenfarn mit wenigen Nährstoffen auskommt, reicht eine einmalige Kompostgabe oder ein Langzeitdünger im Frühjahr aus. Damit blühender Farn jedoch auch üppig blüht, sollten Sie verblühte Blüten abschneiden. So verhindern Sie, dass der Blütenfarn den Großteil seiner Energie in die Samenbildung steckt. Naht der Winter, dann werden die vertrockneten, oberirdischen Pflanzenteile abgeschnitten.

Tipp: Blühender Farn ist eine ideale Pflanze für alle Hobbygärtner und Hobbygärtnerinnen, die dabei nicht sehr viel Zeit für die Gartenpflege haben.

Incarvillea delavayi
Incarvillea delavayi

Winterhärte

Blühender Farn ist zwar winterharte Pflanze, trotzdem wird empfohlen, die unterirdische Knolle im Winter mit einer Mulchschicht zu bedecken. Dies schützt die Pflanze nicht nur vor Kälte, sondern v.a. vor Nässe, die sie überhaupt nicht mag und im schlimmsten Fall die Knolle sogar faulen lässt.

Kübelkultur

Für Balkon oder Terrasse kann der Blütenfarn ebenfalls im Kübel kultiviert werden. In diesem Fall braucht blühender Farn jedoch einen Winterschutz, da die Kälte in das Pflanzgefäß eindringt. Am besten ummanteln Sie dieses dafür mit einem Vlies. Gegen kalte Füße stellen Sie die Pflanze dann auf ein Holzbrett oder eine Styroporplatte. So kann der winterharte Blütenfarn die kalte Jahreszeit ebenfalls im Freien verbringen.

Winterharte Arten

Von der Garten- bzw. Freilandgloxinie gibt es ungefähr 16 Arten. Winterharte Arten von Blütenfarn bekommen Sie beispielsweise im Fachhandel oder im Internet. Am häufigsten wird jedoch die winterharte Incarvillea delavayi angeboten. Diese und die anderen Gloxinienarten finden Sie dabei unter den Namen Freiland-, Garten-, Sommergloxinie, Himalayagloxine oder Chinesische Trompetenblume. Deshalb sollten Sie beim Kauf der Pflanzen auf den botanischen Namen achten.

Incarvillea von A – L

Incarvillea arguta (Incarvillea diffusa)

  • Standort: Sonne bis Halbschatten
  • Boden: feucht, lehmig oder sandig-tonig, nährstoffreich
  • Wuchshöhe: 30 bis 90 Zentimeter
  • Blätter: gefiedert, sommergrün
  • Blütezeit: Juli – August
  • Blüte: rosa, röhrenförmige Blüten in Trauben
  • Winterhärte: bis -12 °C (WHZ 8)
  • Verwendung: Steingärten, Staudenrabatte

Blühender Farn: Incarvillea arguta 

Incarvillea compacta

  • Standort: Sonne
  • Boden: feucht, lehmig oder sandig-tonig, nährstoffreich
  • Wuchshöhe: 20 bis 30 Zentimeter
  • Blätter: gefiedert, dunkelgrün, sommergrün
  • Blütezeit: Mai – Juli
  • Blüte: dunkelrosa, trichterförmige Blüten in Trauben
  • Winterhärte: bis -23 °C (WHZ 6)
  • Verwendung: Steingärten, Staudenrabatte

Incarvillea delavayvi

  • Synonyme: Gartengloxinie, Stängellose Freilandgloxinie, Chinesische Trompetenblume
  • Standort: Sonne
  • Boden: feucht, sandig-lehmig, kiesig-lehmig, sandig-tonig, nährstoffreich, pH-Wert: 8-10
  • Wuchshöhe: 20 bis 60 Zentimeter
  • Blätter: gefiedert, dunkelgrün, sommergrün
  • Blütezeit: Juni – Juli
  • Blüte: rosa oder pink, glockenförmige Blüten in Trauben
  • Winterhärte: bis -23 °C (WHZ 6)
  • Verwendung: Steingärten, Staudenrabatte, Solitär
  • Blütenfarn Sorten: „Alba“ (weißblühend), „Deli Rose“ (magenta bis pink blühend)

Gartengloxinie, Incarvillea delavayi

Incarvillea emodi

  • Standort: Sonne
  • Boden: feucht, lehmig oder sandig-tonig, nährstoffreich
  • Wuchshöhe: 30 bis 50 Zentimeter
  • Blätter: gefiedert, sommergrün
  • Blütezeit: August
  • Blüte: rosa, trichterförmige Blüten in Trauben
  • Winterhärte: bis -12 °C (WHZ 8)
  • Verwendung: Steingärten, Staudenrabatte

Incarvillea emodi

Incarvillea forrestii

  • Standort: Sonne
  • Boden: feucht, lehmig oder sandig-tonig, nährstoffreich
  • Wuchshöhe: 15 bis 30 Zentimeter
  • Blätter: ungefiedert, sommergrün
  • Blütezeit: Mai – Juli
  • Blüte: lachsrote, glockenförmige Blüten in Trauben
  • Winterhärte: bis -18 °C (WHZ 7)
  • Verwendung: Steingärten, Staudenrabatte

Incarvillea lutea

  • Standort: Sonne
  • Boden: feucht, lehmig oder sandig-tonig, nährstoffreich
  • Wuchshöhe: 80 bis 100 Zentimeter
  • Blätter: gefiedert, sommergrün
  • Blütezeit: Juni – Juli
  • Blüte: hellgelb, glockenförmige Blüten in Trauben
  • Winterhärte: bis -23 °C (WHZ 6)
  • Verwendung: Steingärten, Staudenrabatte

Incarvillea von M – Z

Incarvillea mairei 

  • Zwerggloxinie
  • Standort: Sonne
  • Boden: feucht, lehmig oder sandig-tonig, nährstoffreich
  • Wuchshöhe: 15 bis 50 Zentimeter
  • Blätter: gefiedert, 20 bis 30 Zentimeter groß, sommergrün
  • Blütezeit: Mai – August
  • Blüte: rosa, trichterförmige Blüten in Trauben
  • Winterhärte: bis -35 °C (WHZ 4)
  • Verwendung: Steingärten, Staudenrabatte

Blühender Farn: Incarvillea mairei 

Incarvillea olgae

  • Standort: Sonne
  • Boden: feucht, lehmig oder sandig-tonig, nährstoffreich
  • Wuchshöhe: 100 bis 120 Zentimeter
  • Blätter: gefiedert, dunkelgrün, sommergrün
  • Blütezeit: Juni – September
  • Blüte: rosa, trichterförmige Blüten in Trauben
  • Winterhärte: bis -18 °C (WHZ 7)
  • Verwendung: Steingärten, Staudenrabatte

Incarvillea sinensis 

  • Chinesische Freilandgloxinie
  • Standort: Sonne bis Halbschatten
  • Boden: feucht, lehmig oder sandig-tonig, nährstoffreich
  • Wuchshöhe: 60 bis 80 Zentimeter
  • Blätter: gefiedert, sommergrün
  • Blütezeit: Mai – September
  • Blüte: hellviolett, glockenförmige Blüten in Trauben
  • Winterhärte: bis -35 °C (WHZ 4)
  • Verwendung: Steingärten, Staudenrabatte

Incarvillea sinensis 

Incarvillea zhongdianensis

  • Standort: Sonne bis Halbschatten
  • Boden: feucht, lehmig oder sandig-tonig, nährstoffreich
  • Wuchshöhe: 20 bis 40 Zentimeter
  • Blätter: gefiedert, sommergrün
  • Blütezeit: Mai – Juni
  • Blüte: rosa, trichterförmige Blüten in Trauben
  • Winterhärte: bis -18 °C (WHZ 7)
  • Verwendung: Steingärten, Staudenrabatte

Incarvillea zhongdianensis

Bewertung: 5.0/5.. Aus 1 Stimme.
Bitte warten...