Darf man Blumenkohl roh essen? | Infos zum Strunk

Brassica oleracea, der Blumenkohl, zählt zu den beliebtesten Kohlgemüsen in deutschen Nutzgärten. Bereits 8 bis 12 Wochen nach der Pflanzung lassen sich die beliebten Blütenstände ernten und zubereiten. Doch wie? Die allermeisten Zubereitungen garen den Blumenkohl auf die eine oder andere Art. Aber kann man ihn auch roh essen? Und was ist mit dem festen, dicken Strunk? Wir bieten nützliche Infos rund um Karfiol als Rohkost.

Blumenkohl roh essen

Ein Blick in ein Kochbuch der aktuell angesagten vegetarischen oder sogar veganen Szene macht klar, dass die Frage nach der Giftigkeit von roh verzehrtem Blumenkohl keiner näheren Betrachtung bedarf. Offensichtlich handelt es sich bei dieser Zuchtform des Gemüsekohls durchaus um ein ungekocht genießbares Erzeugnis. Wenden wir uns also der Frage zu, ob er lediglich genießbar ist, oder ob der rohe Verzehr mitunter sogar Vorteile mit sich bringt. Betrachten wir uns zu Beginn einmal allgemein die Inhaltsstoffe von Blumenkohl:

  • Vitamine C und K, Provitamin A
  • Phosphor
  • Kalium
  • Kalzium
  • Magnesium
  • Natrium
  • Eisen
  • Ballaststoffe
  • Chrom
  • Folsäure
  • Sulforaphan (krebshemmede Wirkung!)

Viele diese Stoffe zerfallen bei zunehmender Garung durch die Einwirkung der Kochwärme, oder wandeln sich in andere Stoffe um. Je „roher“ das Gemüse verzehrt wird, umso eher kommen diese wertvollen Inhalte in vollem Umfang dem Genießer zu Gute.

Achtung: Beachten Sie, dass die höchsten Inhalte dieser Stoffe in bzw. direkt unter der Schale des Blumenkohls zu finden sind. Entscheiden Sie sich im Sinne einer gesunden Ernährung für Blumenkohl in roh, schälen das Gemüse jedoch vor dem Essen, machen Sie einen großen Teil der gewonnenen Vorteile gleich wieder zunichte!

Blumenkohl

Tipp: Bedenken Sie, dass zahlreiche Bewohner der Blumenkohlröschen, also Käfer, Insekten und Schnecken, beim rohen Verzehr übersehen werden können und dann mitgegessen werden. Um das zu verhindern, empfiehlt es sich, den Blumenkohl vor der Zubereitung umgekehrt in kaltes Wasser zu legen und dort für rund 20 Minuten zu belassen. Unerwünschte Bewohner suchen dann das weite und können von der Wasseroberfläche abgesammelt werden. Zugleich löst sich eventuell in den Röschen sitzender Sand und wird ausgewaschen.

Folgen bei übermäßigem rohem Verzehr

Obwohl Blumenkohl im Allgemeinen als sehr mild und bekömmlich gilt, verfügen die Stiele der Röschen und der Kern der Pflanze über einen hohen Anteil an stark faserigen Bereichen. Diese führen dazu, dass bei übermäßigem Verzehr folgende Beschwerden auftreten können:

  • Blähungen
  • Aufgeblähter Bauch
  • Magenschmerzen
  • Verstopfung

Beim Garen werden die Fasern weicher und die Folgeerscheinungen fallen geringer aus. Daher gilt die Warnung vor übermäßigem Verzehr in erster Linie für Brassica Oleracea in roher Form.

Sonderfall Jodmangel

Es ist nun klar, dass im Allgemeinen nichts gegen Karfiol als Rohkost spricht. Anders sieht es dagegen aus, wenn Sie unter einer Schilddrüsenerkrankung leiden, oder Ihnen akuter Jodmangel zu schaffen macht. Dann sollten Sie in der Tat auf rohen Blumenkohl verzichten. Wie zahlreiche andere Kreuzblütler auch, enthält er Goitrogene, die im menschlichen Körper zu einer reduzierten Aufnahmefähigkeit der Schilddrüse für Jod führen können. Sind Sie ohnehin vorbelastet, kann die Folge eine weitere Störung des Jodhaushalts sein. In diesem ausgesprochenen Sonderfall ist die Zersetzung von Inhaltsstoffen durch Hitze ausnahmsweise sogar erwünscht. Die Goitrogene werden durch den Garungsprozess zumindest teilweise abgebaut, so dass es in der Folge zumindest weniger kritisch anzusehen ist, Blumenkohl roh zu essen.

Strunk

Einen gewissen Sonderfall stellt bei vielen Pflanzen der Strunk dar. Beim Blumenkohl ist das nicht anders. Klassischerweise verwenden Rezepte die Röschen, also die ungeöffneten Blütenstände des Kohls. Der Stamm der Blüte wird dagegen wegen folgender Eigenheiten häufig außer Acht gelassen:

  • Intensiverer bis sogar penetranter Geschmack
  • Hoher Gehalt an Bitterstoffen
  • Feste bis harte Konsistenz
  • Optisch wenig ansprechend und daher schlechter zu präsentieren

Aus biologischer bzw. kulinarischer Sicht ist der Strunk dabei in gleichem Maße wie die Röschen verwend- und verzehrbar. Durch die höhere Festigkeit und den intensiveren Geschmack ist der Verzehr roh nicht jedermanns Sache, so dass man hier individuell entscheiden sollte, ob man den Strunk bei der Rohkost außen vor lässt oder einbezieht.

Tipp: Wussten Sie, dass ein harter und bitterer Strunk deutlich genießbarer wird, wenn man ihn fein hobelt oder raspelt und zum Salat oder anderen Rohkostgerichten gibt?

Blumenkohl als Wintergemüse

Blätter

Neben den offensichtlichen Röschen und dem häufig hinterfragten Strunk sind aber noch weitere Bestandteile dieser Gemüsepflanze ohne weiteres verzehrbar und selbst als Rohkost bekömmlich und schmackhaft: die Blätter. Sie fallen dem Putzen des Kohlkopfes meist zuerst zum Opfer und werden achtlos bei Seite gelegt. Dabei lassen sich saubere und nicht von Fäulnis befallene Blätter mitunter in Salate einbinden oder sogar direkt roh mit Dip verzehren. Durch die grüne Färbung ist der Kohlgeschmack hier deutlich kräftiger zu vernehmen, so dass sie letztlich nicht jedermanns Geschmack sind.